Planung im allgemeinen ist die grundsätzliche Bestimmung der Zielrichtung eines Unternehmens und die Entfaltung zukünftiger Handlungsoptionen sowie die Auswahl unter1 und die Ausrichtung nach diesen.
Planung wird heute als die gedankliche Vorwegnahme zukünftigen Geschehens bezeichnet. Für die Planung sind deshalb Zukunftsbezogenheit und Rationalität die Hauptmerkmale, wobei darauf geachtet wird, dass es mehr als nur das Fortschreiben der Gegenwart oder Vergangenheit bezeichnet.
Planung erfordert, dass die Ziele bewusst sind, formuliert und als Leistungsansporn vorgegeben werden. Durch die verbindliche Vorgabe von Planwerten im Betrieb entstehen Verantwortungsbereiche.2
Planung ist ohne Kontrolle sinnlos und Kontrolle ohne Planung unmöglich, Planung und Kontrolle bedingen sich. Unter Kontrolle wird im Rahmen der Gesamtplanung ein Soll – Ist – Vergleich verstanden. Sie umfasst den Komplex des Beachtens, Messens, Differenzierens und neuen Einwirkens. Eine derartige Kontrolle benötigt Vorgaben und Entscheidungsregeln für die Bewertung der Ausführung sowie für die Korrekturmaßnahmen und geeignete Maßstäbe für die Beurteilung der Ausführung. Kontrolle soll es ermöglichen, Fehler in der Planung oder bei der Durchführung zu erkennen und Möglichkeiten zur Beseitigung vorzugeben. Dies setzt vor allem ein funktionierendes Rechnungswesen voraus. Für das Controlling ergibt sich daraus die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass im Unternehmen ein abgestimmtes System von Planung und Kontrolle existiert und funktioniert. Das bedeutet im einzelnen die Aufstellung und Dokumentation von Richtlinien, die Erarbeitung und Auswertung der notwendigen Soll- und Ist- Informationen und die laufende inhaltliche sowie terminliche Abstimmung.3
Inhaltsverzeichnis
1. Planung
2. Kostenplanung
2.1 Probleme der Kostenplanung
2.2 Grundlagen der Kostenplanung
2.3 Kennzeichnung der Kostenplanung
2.4 Kostenanalyse zur Ermittlung der relevanten Kosten für die Kostenplanung
2.5. Eine mögliche Vorgehensweise der Kostenplanung
2.5.1 Kostenstellenplan (Bezugsgrößenplan)
2.5.2 Absatz- und Produktionsplanung
2.5.3 Kostenartenplanung
2.5.4 Verrechnung innerbetrieblicher Leistungen
2.6 Das System der betrieblichen Detailpläne als relevante Informationsbasis für die Kostenplanung
3. Kostenrechnung
3.1 Kostenrechnungssysteme als Instrument der Informationsverarbeitung
3.2 Das System der Vollkostenrechnung
3.3 Das System des Direct Costing
3.4 Das System der Plankostenrechnung
3.4.1 Die starre Plankostenrechnung
3.4.2 Die flexible Plankostenrechnung auf Basis der Vollkosten
3.4.3 Die flexible Plankostenrechnung auf Basis der Teilkosten
3.4.4 Gegenüberstellung der Plankostenrechnungssysteme
3.5 Das System der Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung
4. Kostenabrechnung
4.1 Kostenbeurteilung
4.2 Soll – Ist – Abweichungen
4.3 Vergleichsarten
4.4 Prüfmatrix und Kontrollverfahren
4.5 Abweichungsursachen
4.6 Kennzahlen und Kennzahlensysteme
5. Abschließende Beurteilung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Bedeutung und Methodik von Kostenplanung, Kostenrechnung und Kostenabrechnung als zentrale Bestandteile einer effektiven Unternehmensführung. Ziel ist es, dem Leser einen systematischen Überblick über verschiedene Verfahren und Instrumente zu geben, die zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen und zur Erfolgskontrolle in Unternehmen dienen.
- Grundlagen und Probleme der Kostenplanung in der Praxis
- Gegenüberstellung verschiedener Kostenrechnungssysteme (Vollkosten-, Teilkosten- und Plankostenrechnung)
- Methoden der Kostenabrechnung und Abweichungsanalyse
- Einsatz von Kennzahlensystemen zur Steuerung und Erfolgskontrolle
Auszug aus dem Buch
3.2 Das System der Vollkostenrechnung
Die gesamten in einer Periode entstandenen Kosten werden belegmäßig erfasst und zur einfacheren Weiterverrechnung in Einzel- und Gemeinkosten gegliedert. Die Einzelkosten werden auf die Kostenträger verrechnet. Die Gemeinkosten werden den Kostenträgern indirekt mit Hilfe von Schlüsseln zugeordnet, was einem Weiterwälzen der Kosten entspricht. Die Gemeinkosten werden zunächst kostenartenweise erfasst und mit Mengen- oder Wertschlüsseln auf Hilfs- oder Hauptkostenstellen und anschließend auf Kostenträger verteilt.
Als Nachteil ist jedoch zu sehen, dass hierbei rechnerische Fiktionen ohne realen Hintergrund herangezogen werden. Die Entscheidung für einen Gemeinkostenschlüssel ist sachlich nicht einwandfrei begründet und somit teilweise willkürlich. Eine solche willkürliche Kostenschlüsselung verletzt das Kostenverursachungsprinzip und kann die Kostenstruktur des Unternehmens verfälschen.
Wenn man hingegen die Orte der Kostenschlüsselung außer Betracht lässt, und vielmehr die Beziehung zwischen der Kostenhöhe und dem Kostenzurechnungsobjekt untersucht, wird die fehlende Entscheidungsorientierung der Vollkostenrechnung durch die Gemeinkostenschlüsselung und die Verteilung fixer Einzelkosten deutlich. Dies nennt man Fixkostenproportionalisierung.
Fixkosten sind Bereitschaftskosten und notwendige Voraussetzung für die Leistungserstellung. Sie sind unabhängig von der Ausbringungsmenge. Durch die Schlüsselung fixer Gemeinkosten auf einzelne Kostenträgereinheiten oder Leistungseinheiten werden zeitabhängige Kosten in Stückkosten umgewandelt. Es wird mit der Fixkostenproportionalisierung unterstellt, dass alle Kosten beschäftigungsabhängig sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Planung: Definiert Planung als gedankliche Vorwegnahme zukünftigen Geschehens und betont die enge Wechselbeziehung zwischen Planung und Kontrolle im Rahmen der Gesamtplanung.
2. Kostenplanung: Erläutert Probleme und Grundlagen der Kostenplanung sowie den organisatorischen Ablauf durch verschiedene Teilpläne wie Kostenstellen-, Absatz- und Produktionsplanung.
3. Kostenrechnung: Diskutiert verschiedene Systeme der Kostenrechnung, von der Vollkosten- über das Direct Costing bis hin zu verschiedenen Modellen der Plankostenrechnung, im Hinblick auf deren Eignung für das Management.
4. Kostenabrechnung: Behandelt die Methoden zur Kostenbeurteilung, die Analyse von Soll-Ist-Abweichungen sowie den Einsatz von Kontrollverfahren und Kennzahlensystemen.
5. Abschließende Beurteilung: Führt aus, dass eine ständige Abstimmung von Planung, Durchführung und Kontrolle für den unternehmerischen Markterfolg unverzichtbar ist.
Schlüsselwörter
Kostenplanung, Kostenrechnung, Kostenabrechnung, Vollkostenrechnung, Direct Costing, Plankostenrechnung, Abweichungsanalyse, Fixkostenproportionalisierung, Controlling, Kennzahlensysteme, Unternehmenssteuerung, Soll-Ist-Vergleich, Deckungsbeitragsrechnung, Betriebswirtschaft, Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen und methodischen Aspekten der Kostenplanung, Kostenrechnung und Kostenabrechnung in Unternehmen und deren Beitrag zur Gesamtplanung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Strukturierung von Kosten, die verschiedenen Verfahren der Kostenrechnungssysteme sowie Instrumente zur Kontrolle und Analyse unternehmerischer Leistung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die verschiedenen Verfahren der Kostenplanung und -rechnung zu geben, um deren Nutzen für die unternehmerische Entscheidungsfindung und Steuerung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse betriebswirtschaftlicher Standardwerke zur Kostenrechnung und zum Controlling, um die verschiedenen Systeme zu vergleichen und zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Kostenplanung, die Analyse und Gegenüberstellung verschiedener Kostenrechnungssysteme (Vollkosten-, Teilkosten-, Plankostenrechnung) sowie die Kostenabrechnung durch Kontrollverfahren und Kennzahlen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Kostenplanung, Kostenrechnung, Plankostenrechnung, Direct Costing, Controlling und Abweichungsanalyse.
Was ist das Hauptproblem der Vollkostenrechnung laut Autor?
Der Autor kritisiert insbesondere die willkürliche Schlüsselung von Gemeinkosten und die Fixkostenproportionalisierung, welche die tatsächliche Kostenstruktur verfälschen kann.
Warum sind Kennzahlensysteme wie Du Pont oder ZVEI wichtig?
Diese Systeme dienen der Konzentration von Informationen, um komplexe Zusammenhänge zwischen Rentabilität, Liquidität und anderen betrieblichen Kennzahlen zur Steuerung transparent zu machen.
- Citation du texte
- Kirsten Röbbig (Auteur), 2002, Kostenplanung und Kostenabrechnung im Rahmen der Gesamtplanung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128247