Die vorliegende Fallstudie befasst sich mit der mehrstufigen Losgrößenplanung. Das Unternehmen fertigt Schuhe, die aus 2 Komponenten, der Sohle und dem Grundkörper, bestehen. Die Schuhe sind das Endprodukt 1, der Grundkörper ist die Komponente 2 und die Sohle Komponente 3. Die Losgrößenplanung ist mit den verschiedenen Verfahren durchzuführen. [...] Als Planung wird die geistige Vorwegnahme zukünftiger Handlungsalternativen bezeichnet, deren Bewertung anhand zu verfolgender Zielsetzungen erfolgt. Planung zeigt eine entsprechende Anzahl von realisierbaren Alternativen auf und dient der Entscheidungsvorbereitung und –findung. Planung versucht, ein Problem durch Abstraktion, durch Beschränkung auf wesentliche Problemmerkmale, und durch eine möglichst gute Prognose zukünftiger Entwicklungen zu lösen.2 Diese Vorgehensweise kann mit der Bildung eines Modells verglichen werden.
Der Planungsprozess kann aus betriebswirtschaftlicher Sicht in einzelne Phasen unterteilt werden: Erkennen von Problemen und ggf. Zerlegen in handhabbare Teilprobleme, Setzen von Zielen unter Beachtung übergeordneter Unternehmensziele, Alternativensuche,
Prognose zukünftiger Erwartungen und Datenermittlung sowie
Bewertung und Auswahl von Alternativen (Lösungsfindung). [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Beschreibung des Falls
1.1 Planung
1.2 Losgrößenplanung
2. Verfahren der mehrstufigen Losgrößenplanung
2.1 Losbildung nach Wagner/Whitin
2.2 Losbildung mit dem Part – period – Verfahren
2.3 Losbildung nach Silver/Meal
2.4 Gesamtkosten
2.5 Problem der mehrstufigen Losgrößenplanung
2.6 Weitere Verfahren
3. Optimale Losgrößenberechnung
4. Abschließende Beurteilung der Verfahren
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der mehrstufigen Losgrößenplanung anhand einer Fallstudie zur Schuhproduktion. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Planungsverfahren auf die Gesamtkosten zu analysieren und eine optimale Losgrößenstrategie durch die Anwendung eines Kostenkorrekturverfahrens zu ermitteln, um Lager- und Rüstkosten in Einklang zu bringen.
- Grundlagen der betriebswirtschaftlichen Planung und Losgrößenbildung
- Analyse dynamischer Losgrößenverfahren wie Wagner/Whitin und Silver/Meal
- Untersuchung der Problematik bei der isolierten Betrachtung mehrstufiger Produktionsstufen
- Methodische Durchführung der Kostenoptimierung für ein konkretes Produktionsmodell
- Bewertung exakter Verfahren gegenüber heuristischen Ansätzen
Auszug aus dem Buch
1.2 Losgrößenplanung
Nach den aus der Planung gewonnenen Erkenntnissen über den Periodenbedarf, z. B. den Bedarf einer Woche, stellen sich neue Probleme. Es ist zu entscheiden, ob der Wochenbedarf eventuell zu größeren Losen zu bündeln ist. Die Losgrößenbildung kann unter 2 verschiedenen Gesichtspunkten erfolgen:
• Kostenminimierung: Die fixen Kosten der Maschineneinrichtung (Auflagekosten) sind den variablen Lager- und Kapitalbindungskosten gegenüberzustellen. Gefragt wird nach einer Losgröße, die die Summe der Kostenkomponenten minimiert (Klassischer Modellansatz).
• Durchlaufzeitminimierung: Entscheidend ist hier, welche Losgröße am schnellsten durch die Werkstatt bewegt werden kann.
Aus aktueller betriebswirtschaftlicher Sicht steht die Frage der Durchlaufzeitminimierung immer mehr im Vordergrund, da viele Unternehmen Just-in-Time produzieren. Im vorliegenden Fall der Schuhherstellung wird vom klassischen betriebswirtschaftlichen Ansatz jedoch nicht abgewichen. Die Fragestellung kann hier wie folgt formuliert werden: Sollen mehrere Wochenbedarfe zu einem Fertigungsauftrag (Los) zusammengefasst werden, damit auf einmal produziert und während der Bündelungsfrist gelagert werden kann? So könnten mehrere Wochenbedarfe aus dem Lagervorrat befriedigt werden. Als Alternative können die Wochenbedarfe auch nicht zusammengefasst werden, jede Woche wird dann der Netto-Bedarf als Fertigungsauftrag neu vergeben.
Hier sind die gegenüberstehenden Kosten abzuwägen. Die Lagerkosten sind den Auflagekosten der Maschineneinrichtung gegenüberzustellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Beschreibung des Falls: Einführung in die Fallstudie der Schuhproduktion sowie Grundlagen der betriebswirtschaftlichen Planungsprozesse.
2. Verfahren der mehrstufigen Losgrößenplanung: Detaillierte Anwendung verschiedener Verfahren wie Wagner/Whitin, Part-period und Silver/Meal auf das Produktionsmodell.
3. Optimale Losgrößenberechnung: Einführung des Kostenkorrekturverfahrens nach Blackburn und Millen zur Optimierung der Losgrößen über mehrere Stufen hinweg.
4. Abschließende Beurteilung der Verfahren: Zusammenfassende Gegenüberstellung exakter Verfahren und Heuristiken hinsichtlich ihrer Ergebnisqualität.
Schlüsselwörter
Losgrößenplanung, Produktionswirtschaft, Logistik, Kostenminimierung, Wagner/Whitin, Part-period-Verfahren, Silver/Meal, Kostenkorrekturverfahren, Blackburn und Millen, Lagerkosten, Rüstkosten, Mehrstufigkeit, Fertigungsauftrag, Produktionsplanung, Dynamische Optimierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung der Losgrößenplanung in einem mehrstufigen Produktionsumfeld, um die Gesamtkosten aus Rüst- und Lagerkosten zu minimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der dynamischen Losgrößenermittlung, der Identifikation von Kostenoptimierungspotenzialen in Produktionsstrukturen und der Anwendung mathematischer Verfahren auf ein konkretes Fallbeispiel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, zu zeigen, wie durch die Anwendung eines Kostenkorrekturverfahrens im Vergleich zu Standard-Heuristiken die Gesamtkosten in der mehrstufigen Schuhproduktion gesenkt werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden verschiedene deterministische Verfahren zur Losgrößenoptimierung angewendet, darunter die dynamische Optimierung nach Wagner/Whitin, das Part-period-Verfahren und das Kostenkorrekturverfahren von Blackburn und Millen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der Planung erläutert, gefolgt von der schrittweisen Berechnung der Losgrößen mittels verschiedener Verfahren und der Analyse der daraus resultierenden Gesamtkosten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Losgrößenplanung, Kostenkorrekturverfahren, Produktionswirtschaft, Rüst- und Lagerkostenoptimierung sowie mehrstufige Produktionsstrukturen.
Warum ist eine isolierte Betrachtung der Produktionsstufen problematisch?
Die isolierte Betrachtung vernachlässigt, dass jedes Los auf einer übergeordneten Stufe Sekundärbedarfe auf den untergeordneten Stufen auslöst, was zu einer falschen Datengrundlage und damit nicht optimalen Kosten führt.
Was leistet das Kostenkorrekturverfahren nach Blackburn und Millen?
Dieses Verfahren modifiziert die Rüst- und Lagerkostensätze so, dass die Auswirkungen der Losbildung auf die Vorprodukte berücksichtigt werden, was zu einer globalen statt nur einer lokalen Kostenoptimierung führt.
- Quote paper
- Kirsten Röbbig (Author), 2002, Die Verfahren der mehrstufigen Losgrößenplanung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128253