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Der Beitrag von neoliberaler Subjektivierung zur Manifestation von globaler Ungleichheit

Titel: Der Beitrag von neoliberaler Subjektivierung zur Manifestation von globaler Ungleichheit

Hausarbeit , 2021 , 11 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Kristine Ringe (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Jeder ist seines Glückes Schmied.“ – eine Redewendung, die so auch ihren Platz auf einem Wahlplakat der Freien Demokratischen Partei finden könnte, beschreibt beinahe pointiert eine neoliberale Überheblichkeit, mit der die Gesellschaft für die Erlangung einer bestimmten Stellung innerhalb dieser Gesellschaft nicht Systeme, die Rollen einzelner Akteur:innen innerhalb dieser und ihre Beziehungen zueinander, sondern lediglich die individuelle Leistung verantwortlich macht. Wer nichts hat, der wollte wohl auch nicht mehr. Wer etwas hat, der hat wohl auch etwas dafür getan. So die selbstgefällige Annahme vor allem jener, die auf der Haben-Seite stehen. Ist es womöglich sogar jene Perspektive und Zuweisung von individueller Verantwortlichkeit, die zur Stabilisierung von Ungleichheit im globalen Ausmaß beiträgt? Dieser Frage möchte ich mich innerhalb meiner Hausarbeit widmen. Dazu werde ich zunächst tragende Begriffe wie Subjektivierung, Ungleichheit und Neoliberalismus definieren, Charakteristiken ausarbeiten, um sie schließlich in Beziehung zueinander zu stellen. Ich werde neoliberale Subjektivierung im Arbeiter:innenkontext beleuchten, die Externalisierungs-Strategie von Konzernen im Großen und externalisierte Carearbeit nach Stephan Lessenich im Kleinen thematisieren und damit zur Manifestation von Ungleichheit durch pädagogische Versäumnisse überleiten.

Resümierend werde ich anhand der vorhergehenden Analyse verschiedener Ansätze die Frage klären, ob Subjektivierung im neoliberalen Sinne zur Aufrechterhaltung ungleicher sozialer Strukturen beiträgt, diese stärkt und einem Abbau entgegenwirkt. In Anbetracht eines nahenden Herbsts, werde ich mich bemühen, die damit einhergehende Lethargie nicht unnötig zu befeuern und abschließend kurz auf eine mögliche Kehrtwende eingehen, die wir kollektiv forcieren können, um der Manifestation der gesellschaftlichen Ungleichheit entgegenzuwirken.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Definition

Subjektivierung

Ungleichheit

Neoliberalismus

Erzeugung und Stabilisierung von Ungleichheit

Neoliberale Subjektivierung

Externalisierung

Systematische Manifestation von Ungleichheit im Schulsystem

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, inwieweit neoliberale Subjektivierungsprozesse zur Stabilisierung und Manifestation globaler sozialer Ungleichheit beitragen. Dabei wird analysiert, wie individuelle Eigenverantwortung zunehmend als Erklärungsmodell für sozioökonomische Disparitäten dient und systemische Probleme gesellschaftlicher Strukturen verschleiert.

  • Mechanismen der neoliberalen Subjektivierung im Arbeits- und Bildungskontext
  • Die Rolle der Externalisierung in Wirtschaft und privater Carearbeit
  • Systemische Verschleierung von Diskriminierung durch den Fokus auf das Individuum
  • Kritische Analyse der Legitimationsstrategien für Ungleichverteilung von Ressourcen

Auszug aus dem Buch

Externalisierung

Weiße, reiche und geografisch bewegungsfreie Menschen nehmen ihren privilegierten Zustand häufig nicht als eben das wahr, was er ist: ein willkürlicher Vorteil (ebd. : 74). Diese unbewusste Realitätsverschiebung, dahingehend, dass der eigene Erfolg nach neoliberaler Logik mit eigener Leistung verbunden sein müsse, erzeugt eine falsche Wahrnehmung der Gründe, die vermeintlich den Misserfolg anderer erklären. Aus einer erhabenen und neoliberal legitimierten Position heraus wird also agiert und dabei Raum und Zeit jener eingenommen, die legitimer Weise an einer anderen, niedrigeren sozialen Position verortet sind bzw. sich durch Handlungen verortet haben. Die Kosten für eigene Entscheidungen zur Steigerung der eigenen Profitabilität werden auf andere umgelegt – es kommt zu einer „negativen Externalität“ (Wright et al., 2017 : 103). Ein anschauliches Beispiel dafür ist die Auslagerung von Produktionen und Abfällen in einkommensschwächere, womöglich umweltpolitisch anders reglementierte Gebiete, um so Kosten für die Vermeidung von Umweltverschmutzung einzusparen. Diese Kosten tragen dann jedoch jene Menschen, die in den entsprechenden Bereichen leben, was u.a. Ausgaben für die Wiederinstandsetzung der Umwelt und medizinische Kosten umfasst (ebd.). Während also die einen ökonomisch besser gestellten und privilegierten von der Externalisierung ihrer Kosten profitieren und so ihren wirtschaftlichen Vorteil ausbauen, haben ohnehin benachteiligte Gruppen in einkommensschwächeren Ländern das Nachsehen und finanzielle Einbüßen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet kritisch das neoliberale Narrativ der Eigenverantwortung und stellt die Forschungsfrage nach deren Beitrag zur globalen Ungleichheit.

Definition: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Subjektivierung, Ungleichheit und Neoliberalismus soziologisch fundiert, um ein einheitliches theoretisches Verständnis zu schaffen.

Erzeugung und Stabilisierung von Ungleichheit: Dieses Kapitel analysiert, wie die neoliberale Ideologie gesellschaftliche Strukturen normalisiert und durch Externalisierungsstrategien sowie bildungspolitische Prozesse soziale Ungleichheit zementiert.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die neoliberale Subjektivierung zur Legitimierung ungerechter Strukturen dient, und plädiert für eine kollektive Anerkennung von Privilegien, um einen Wandel zu bewirken.

Schlüsselwörter

Neoliberalismus, Subjektivierung, soziale Ungleichheit, Externalisierung, Carearbeit, Eigenverantwortung, strukturelle Diskriminierung, Prekarisierung, Bildungsgerechtigkeit, Kapitalismus, systemische Probleme, soziale Privilegien, Adult Worker Model, Machtverhältnisse, Wirtschaftsordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht kritisch, wie neoliberale Denk- und Subjektivierungsprozesse dazu beitragen, soziale Ungleichheiten zu normalisieren und als individuelles Versagen umzudeuten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die neoliberale Subjektivierung, die Externalisierung von Kosten (ökonomisch und im Bereich Carearbeit) sowie die systematische Benachteiligung im Bildungssystem.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es zu klären, inwieweit die neoliberale Zuweisung von individueller Verantwortung zur Aufrechterhaltung und Manifestation globaler sozialer Ungleichheitsstrukturen beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische soziologische Analyse, indem zentrale Begriffe definiert und in einen gesellschaftskritischen Kontext zu aktuellen sozioökonomischen Phänomenen gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Subjektivierungslogiken, die Analyse von Externalisierungsstrategien für ökonomische und private Sorgenlasten sowie deren Auswirkungen auf die Bildungschancen marginalisierter Gruppen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Neoliberalismus, Externalisierung, Subjektivierung und soziale Ungleichheit definiert.

Was versteht die Autorin unter der "negativen Externalität" im sozialen Kontext?

Sie beschreibt damit das Phänomen, dass privilegierte Akteure oder Konzerne die negativen Folgen ihres Profitstrebens (wie Umweltbelastung oder fehlende Care-Entlastung) auf einkommensschwächere Gruppen oder Länder abwälzen.

Warum wird das Bildungssystem in der Arbeit als Ort der Manifestation von Ungleichheit identifiziert?

Die Autorin argumentiert, dass das System durch Leistungsdruck und die Verweigerung notwendiger Förderung Schüler aus benachteiligten Verhältnissen systematisch an den Rand drängt, indem es den Erfolg der Privilegierten als reine Leistung und den Misserfolg der Marginalisierten als eigenes Verschulden legitimiert.

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Details

Titel
Der Beitrag von neoliberaler Subjektivierung zur Manifestation von globaler Ungleichheit
Hochschule
Universität Hamburg
Veranstaltung
Globaler Kapitalismus, globale Ungleichheit
Note
1,7
Autor
Kristine Ringe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
11
Katalognummer
V1282619
ISBN (PDF)
9783346741851
ISBN (Buch)
9783346741868
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kapitalismus Globalisierung Ungleichheit Ungerechtigkeit Neoliberalismus Subjektivierung Externalisierung Schulsystem
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kristine Ringe (Autor:in), 2021, Der Beitrag von neoliberaler Subjektivierung zur Manifestation von globaler Ungleichheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1282619
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Leseprobe aus  11  Seiten
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