Einleitung
Weiterbildung gewinnt einer immer wichtigere Rolle in unserer heutigen Gesellschaft. Es reicht nicht mehr aus, sein Leben auf der Grundbildung der ersten zwanzig Lebensjahre zu gestalten. "Lebenslanges und lebensbreites Lernen" sind zu den entscheidenden Schlagworten geworden.
Welche organisatorischen, rechtlichen und institutionellen Grundlagen dafür, also für die Weiterbildung/Erwachsenenbildung geboten werden, soll in dieser Arbeit erläutert werden. Darüber hinaus soll die gewerkschaftliche Bildungsarbeit exemplarisch und auf Grundlage des zuvor gewonnenen Wissens vorgestellt werden. Die Arbeit der Gewerkschaften spielt eine immer größere Bedeutung in einer Zeit, die von wirtschaftlichen Schwankungen, Globalisierung und Fortschrittsgedanken geprägt ist. Zudem nimmt die Erwerbstätigkeit den größten Teil unserer Zeit in Anspruch. Daher erscheint mir die gewerkschaftliche Bildungsarbeit als umfassendes und aktuelles Beispiel, anhand dessen Weiterbildung dargestellt werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundzüge der Weiterbildung
2.1. Organisatorische Grundlagen
2.2. Rechtliche Grundlagen
2.2.1. Berufliche Weiterbildung
2.2.2. Allgemeine Weiterbildung
2.3. Institutionelle Grundlagen
3. Gewerkschaftliche Bildungsarbeit
3.1. Gewerkschaftsstruktur
3.2. Bildungspolitische Grundsätze
3.3. Gewerkschaftliche Bildungseinrichtungen
3.4. Bildungsangebot – Themen, Ziele, Teilnehmerkreis
3.5. Das Recht auf berufliche Weiterbildung im Tarifvertrag
4. Schluss
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit erläutert die organisatorischen, rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen der Erwachsenenbildung in Deutschland und untersucht exemplarisch die gewerkschaftliche Bildungsarbeit als ein zentrales Handlungsfeld in Zeiten von Globalisierung und wirtschaftlichem Wandel.
- Grundlagen der Weiterbildung und ihre strukturelle Gliederung
- Rechtliche Rahmenbedingungen der beruflichen und allgemeinen Weiterbildung
- Struktur und bildungspolitische Grundsätze der Gewerkschaften
- Organisation und Finanzierung gewerkschaftlicher Bildungseinrichtungen
- Die Rolle von Tarifverträgen bei der Förderung beruflicher Qualifizierung
Auszug aus dem Buch
3.4 Bildungsangebot – Themen, Ziele, Teilnehmerkreis
Gewerkschaftliche Bildungsarbeit ist „in erster Linie Zweckbildung für die Interessenvertretung im Betrieb“ (siehe Derichs-Kunstmann 1994, S. 423). Somit machen Qualifizierungsangebote für betriebliche Interessenvertretung den größten Anteil gewerkschaftlicher Bildungsarbeit aus“ (ebd.) Dies lässt sich am Beispiel des Weiterbildungsangebots des DGBs belegen. So werden hier u.a. Seminare zu den Themengruppen »Arbeit und Recht«, »Unternehmensstrategien und Betriebsratshandeln«, »Gremien – Gruppe – Mensch« etc. angeboten. Dieser Themenblock macht einen Großteil des Bildungsangebots aus. Aber auch Themen wie »Computer – Medien – Datennetze« oder »Arbeit – Gesundheit – Umwelt« sind Bestandteil des Bildungsangebot. Hier zeigt sich deutlich der Charakter der beruflichen Weiterbildung, (Anpassung an die sich wandelnden Arbeitsplatzverhältnisse, vgl. Punkt 2.1) sowie die Ideologie und Zielsetzung der Gewerkschaften, die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen der Arbeitnehmer zu verbessern (vgl. Punkt 3.1).
Die Mehrheit der Teilnehmer an oben genannten betriebs- und erwerbsarbeitsbezogenen Seminaren sind gewerkschaftliche oder betriebliche Funktionsträger (Betriebsräte, Auszubildende- und Jugendvertreter etc.) Sie werden daher aufgrund des Betriebsverfassungsgesetz, des Bundespersonalvertretungsgesetz oder des Landespersonalvertretungsgesetz vom Betrieb freigestellt (vgl. Derichs-Kunstmann 1994, S. 424).
Aber nicht nur die Freistellungsregelungen für Funktionäre ermöglicht die Teilnahme an gewerkschaftlichen Seminaren. Auch das Bildungsurlaubsgesetz (vgl. Punkt 2.2.1) stellt eine wichtige und bedeutende Grundlage zur Teilnahme an gewerkschaftlicher Weiterbildung dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung des lebenslangen Lernens und steckt den Rahmen für die Analyse der Weiterbildung sowie den Fokus auf die Gewerkschaften ab.
2. Grundzüge der Weiterbildung: Dieses Kapitel liefert ein Basiswissen zu den organisatorischen, rechtlichen und institutionellen Strukturen der Weiterbildung in Deutschland.
3. Gewerkschaftliche Bildungsarbeit: Der Hauptteil analysiert die Gewerkschaftsstruktur, bildungspolitische Leitlinien, spezifische Bildungseinrichtungen sowie die Praxis der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit.
4. Schluss: Das Fazit fasst die zentrale Rolle der Bildung als gesamtgesellschaftliche Verantwortung zusammen und betont die Notwendigkeit ihrer Förderung.
Schlüsselwörter
Erwachsenenbildung, Weiterbildung, gewerkschaftliche Bildungsarbeit, berufliche Weiterbildung, Bildungsurlaubsgesetz, Tarifvertrag, DGB, Betriebsrat, Qualifizierung, Lebenslanges Lernen, Arbeitnehmervertretung, Bildungsrecht, Strukturwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den organisatorischen, rechtlichen und institutionellen Bedingungen der Erwachsenenbildung in Deutschland und analysiert dies am Beispiel der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die strukturelle Einteilung der Weiterbildung, die gesetzlichen Grundlagen für berufliche und allgemeine Bildung sowie die spezifische Rolle der Gewerkschaften als Bildungsträger.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Grundverständnis für die Rahmenbedingungen der Weiterbildung zu schaffen und zu zeigen, wie Gewerkschaften Bildung nutzen, um soziale und wirtschaftliche Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Grundlagentexten, Tarifverträgen und Strukturen, um die Theorie mit der praktischen gewerkschaftlichen Bildungsarbeit zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Gewerkschaftsstruktur, der Entwicklung bildungspolitischer Grundsätze, der Vorstellung gewerkschaftlicher Bildungseinrichtungen und der Bedeutung von Tarifverträgen für die Weiterbildung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Erwachsenenbildung, berufliche Weiterbildung, Gewerkschaften, Bildungsurlaub, Tarifpolitik und betriebliche Mitbestimmung charakterisiert.
Wie finanzieren sich die gewerkschaftlichen Bildungseinrichtungen laut der Untersuchung?
Die Finanzierung erfolgt primär durch Eigenmittel des DGB und der Gewerkschaften, da Teilnahmegebühren oft nur eine untergeordnete Rolle spielen, wobei die Datenlage aufgrund der Nicht-Veröffentlichungspflicht von Bilanzen schwierig ist.
Welche Rolle spielt der Tarifvertrag im Kontext der Weiterbildung?
Der Tarifvertrag dient als wichtiges Instrument, um systematische Qualifizierungsförderung zu etablieren, wobei die Arbeit kritisch anmerkt, dass diese Möglichkeiten aktuell noch zu unzureichend genutzt werden.
- Quote paper
- Marion Hacke (Author), 2002, Organisatorische, rechtliche und institutionelle Bedingungen der Erwachsenenbildung; mit einem exemplarischen Exkurs zur gewerkschaftlichen Bildungsarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12828