Die Methode „Erkundung“ wird in besonders hohem Maße dem Prinzip der
Handlungsorientierung gerecht. Auch der Lehrplan fordert den Besuch von außerschulischen
Lernorten. Eine Erkundung dient in erster Linie der Veranschaulichung und eine Befragung
liegt dieser zugrunde. Doch gezielt zu befragen ist mit großer Anstrengung verbunden. Somit
verlangt diese Tätigkeit eine vorbereitende systematische Auswahl und Auswertung. Die
Methode der Erkundung trägt wichtigen Lernprinzipien des Erdkundeunterrichts Rechnung und
forschend – entdeckende Unterrichtsverfahren sollten ihren festen Platz im Schulprogramm
haben.
Das Thema „Landwirtschaft“ bietet sich besonders an, dieser methodischen Forderung
nachzukommen, denn eine zunehmende Entfremdung von Landwirtschaft lässt sich festmachen
und das, obwohl alle SuS täglich mit landwirtschaftlichen Produkten in Berührung kommen
und durch diese versorgt werden. Der Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebes ist in diesem
Sinne ein denkbares Objekt, denn insbesondere durch reale Begegnungen mit Tieren, Pflanzen
und Maschinen können die SuS einen wirklichen Eindruck von der Landwirtschaft bekommen.
(vgl. Brakweh et al. 2003, S. 41)
Struktur der Unterrichtsreihe
1. Was kommt vom Bauernhof? – Schüler bringen landwirtschaftliche Produkte mit
2. Mehlwürmer: Ein Vorratsschädling
3. Das Gewächshaus: Intensivlandwirtschaft Salat
4. Die Landwirtschaft verändert sich
5. Massentierhaltung: Viel Vieh auf wenig Raum
6. Das Hausschwein
7. Bananen aus Mittelamerika: Landwirtschaft außerhalb Deutschlands
8. Schüler (be)sucht Bauer: Vorbereitung für die Erkundung eines landwirtschaftlichen Betriebes
9. Schüler (be)sucht Bauer: Organisation
10. Schüler (be)sucht Bauer: Erkundung des Brüggemeier Hofs
11. Schüler (be)sucht Bauer: Nachbereitung der Erkundung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient als Unterrichtsentwurf für eine 5. Klasse im Fach Erdkunde mit dem Ziel, die Schülerinnen und Schüler methodisch auf eine außerschulische Betriebserkundung vorzubereiten. Hierbei sollen die Lernenden durch die arbeitsteilige Erarbeitung von Expertenwissen aktiv in den Prozess der Fragebogengestaltung einbezogen werden, um ein tieferes Verständnis für landwirtschaftliche Prozesse zu entwickeln.
- Handlungsorientierte Vorbereitung auf außerschulisches Lernen
- Methodik der Expertengruppenarbeit im Erdkundeunterricht
- Struktur und Alltag eines modernen landwirtschaftlichen Betriebs
- Erstellung und Anwendung von Fragebögen zur Betriebserkundung
- Förderung von Kooperations- und Präsentationskompetenzen
Auszug aus dem Buch
Der Alltag auf einem landwirtschaftlichen Betrieb
Ein Landwirt heute hat sich spezialisiert, das heißt er baut zum Beispiel nur Getreide wie Weizen, Gerste oder Futtermais an, oder er hat große Obstplantagen. Ein anderer besitzt hingegen entweder nur eine Schweinezucht, eine Hühnerfarm, eine Rindermast oder Milchvieh. Durch die Beschränkung auf eine oder wenige Tier- oder Pflanzenarten, kann die Arbeit automatisiert werden und das Füttern und Entmisten wird über einen Computer gesteuert. Somit spart der Landwirt teure Arbeitskräfte. Das bedeutet jedoch, dass der Arbeitstag eines Landwirtes lang ist und er nur wenig Urlaub hat. Er beginnt morgens bereits sehr früh und endet abends erst spät. Es ist notwendig so früh aufzustehen, um viele Arbeiten und Aufgaben erledigen zu können. Als erstes muss der Bauer morgens die Tiere in den Ställen versorgen. Hat ein Landwirt Kühe, so werden diese zunächst mit elektrischen Melkmaschinen gemolken. Danach werden sie gefüttert und die Ställe ausgemistet. Bei schönem Wetter bringt der Bauer das Milchvieh auf die Weide. Anschließend erledigt er die Feldarbeit, denn das meiste Futter erzeugt der Betrieb auf den großen Ackerflächen selber.
Dazu benötigt er moderne Maschinen, wie große Traktoren, Mähdrescher und Sämaschinen, die sehr viel Geld kosten und regelmäßig gewartet werden müssen. Außerdem muss der Landwirt Dünger, Saatgut und Pflanzenschutzmittel sowie gutes Kraftfutter für die Tiere kaufen. Während der Bauer auf dem Feld ist, kümmert sich die Landwirtin um den Haushalt. Außerdem geht sie heutzutage häufig noch einer außerhäuslichen Berufstätigkeit nach. Die Söhne des Landwirtes arbeiten meistens ebenfalls in dem landwirtschaftlichen Familienbetrieb mit. Dafür gehen sie heute zunächst auf eine landwirtschaftliche Schule oder zur Universität, um dort eine gute Ausbildung zu bekommen. Es reicht nicht mehr aus, nur in die Lehre des Vaters zu gehen. Die Töchter hingegen arbeiten meist nicht mehr auf dem Hof.
Zusammenfassung der Kapitel
Lernziele der Unterrichtsstunde: Definition der fachlichen und methodischen Lernziele, die durch die aktive Beteiligung der Schüler bei der Fragebogenerstellung erreicht werden sollen.
Lernvoraussetzungen der Schüler: Analyse der Klassenzusammensetzung, des Leistungsniveaus sowie der sozialen Dynamik und Vorerfahrungen der Schülerschaft.
Didaktisch – methodische Überlegungen: Begründung der Wahl der Erkundungsmethode im Kontext des Prinzips der Handlungsorientierung und der fachspezifischen Notwendigkeit der Lebensweltnähe.
Einordnung in den Kernlehrplan: Verknüpfung des Unterrichtsvorhabens mit den curricularen Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen für das Fach Erdkunde im 5. Schuljahr.
Schlüsselwörter
Landwirtschaft, Unterrichtsentwurf, Erkundung, Betriebserkundung, Handlungsorientierung, Expertengruppe, Fragebogen, Erdkundeunterricht, Primarstufe, Sekundarstufe, Lernorte, Lehrplan, Landwirt, Agrarwirtschaft, Gruppenarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Dokument grundlegend?
Es handelt sich um einen detaillierten Unterrichtsentwurf für eine 5. Klasse, der die Vorbereitung einer Betriebserkundung auf einem Bauernhof zum Thema hat.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Der Fokus liegt auf der Struktur eines landwirtschaftlichen Betriebs, den täglichen Aufgaben eines Landwirts sowie der methodischen Vorbereitung von Erkundungen.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Die Schüler sollen aktiv in die Vorbereitung einbezogen werden, indem sie in Expertengruppen gezielte Fragen erarbeiten, die in einem Fragebogen für den Landwirt münden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf dem Prinzip der Handlungsorientierung und nutzt die Methode der Erkundung in Verbindung mit arbeitsteiliger Gruppenarbeit.
Was wird im Hauptteil des Unterrichtsentwurfs behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine didaktisch-methodische Reflexion, die Lernvoraussetzungen der Klasse sowie eine detaillierte Stundenverlaufsplanung.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Landwirtschaft, Handlungsorientierung, Expertengruppen, Betriebserkundung und fachspezifische Erdkundedidaktik.
Warum wurde die Methode der „Expertengruppen“ gewählt?
Diese Methode soll die Schüler dazu motivieren, sich als Experten für spezifische Teilbereiche zu fühlen und so die Mitarbeit sowie die Qualität der Fragestellungen zu erhöhen.
Welche Rolle spielt der „Brüggemeier Hof“ in diesem Entwurf?
Der Hof fungiert als konkretes außerschulisches Lernobjekt, an dem die Schüler das zuvor theoretisch erarbeitete Wissen in der Realität überprüfen sollen.
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- Irina Eversmeyer (Author), 2008, Schüler (be)sucht Bauer: Vorbereitung für die Erkundung eines landwirtschaftlichen Betriebes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128322