Die vorliegende Arbeit behandelt Defizite und Potentiale von ‚Public - Private – Partnership’ (PPP) - Projekten in Deutschland, und vergleicht die hier bestehende Situation mit der Entwicklung von PPP im Vereinigten Königreich. Nach einer kurzen Begriffsklärung und der eingehenden Darstellung der Rezeption dieses Konzeptes im angloamerikanischen und im deutschen Raum werden einige Mechanismen von PPP vorgestellt. Hauptaugenmerk der Arbeit liegt sodann auf der Darstellung der Einführung und Entwicklung von PPP-Projekten sowie auf der Eruierung von bestehenden PPP-Potentialen in Deutschland. Abschließend werden die in Deutschland recherchierten Erfahrungen und mit der längeren Tradition im Vereinigten Königreich verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Begriffserklärung
2.1 Angloamerikanische Begriffsrezeption
2.2 Deutsche Begriffsrezeption (Öffentlich Private Partnerschaften)
3 PPP in Deutschland
4 Auswertung der deutschen und britischen PPP-Projekte im Vergleich
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Defizite sowie Potenziale von Public-Private-Partnership (PPP)-Projekten in Deutschland und vergleicht diese mit der Entwicklung und den Erfahrungen im Vereinigten Königreich, um Ansätze für eine effizientere Gestaltung öffentlicher Investitionen abzuleiten.
- Historische Entwicklung und Rezeption des PPP-Konzepts im angloamerikanischen und deutschen Raum
- Strukturelle Unterschiede und Anforderungen an PPP-Modelle in verschiedenen Sozialstaatsmodellen
- Analyse praktischer PPP-Anwendungsbereiche in Deutschland, wie Hochbau, Verkehr und IT
- Vergleichende Untersuchung der britischen "Advanced PPP"-Ansätze und deren Übertragbarkeit
- Bedeutung von Standardisierung bei Vergabe- und Vertragsgestaltungen für den Erfolg von PPP-Vorhaben
Auszug aus dem Buch
2.1 Angloamerikanische Begriffsrezeption
In der wissenschaftlichen Literatur gibt es keine exakte Definition für ‚Public Private Partnership’. Die zunehmende Verwendung dieses Terminus in den vergangenen Jahren und sein oftmals plakativer, eine Neuverteilung staatlicher und privater Aufgaben propagierender, Einsatz in öffentlichen Debatten steht in einem auffälligen Kontrast zu seiner inhaltlichen Unbestimmtheit und der Klärung seines juristischen Kerns. Daher ergibt sich eine Verwendung des Terminus, die im Grunde jede beliebige Kooperation, bei der ein Teil der Akteure dem Privatsektor, ein anderer Teil dem öffentlichen Sektor angehören, umfasst.
Grundgedanken von ‚Public - Private – Partnership’ liegen im anglo-amerikanischen Raum in der spezifischen Tradition des „Individualismus“, und sind stark verknüpft mit der Idee, dass der Staat sich möglichst weitgehend aus den Belangen seiner Bürger heraushalten solle. In Verbindung mit einem spezifischen protestantischen Gemeindegedanken ist Wohlfahrt (zum Beispiel das Armenwesen), Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst sowie Stadtentwicklung etc. von je her als Belange einer „aktiven“ Bürgergemeinde begriffen worden. So ist zum Beispiel auch das private Stiftungswesen im Gemeinwohlgedanken anglo-amerikanischer Tradition zentral verankert.
Im Wirtschaftsprogramm des „New Deal“ der 1930er- und 1940er- Jahre begann der Staat überdies zur Konjunkturankurbelung in kommunale Wirtschaftsaktivitäten zu investieren und private Stadtentwicklungsprojekte finanziell zu unterstützen. Die erste Verwendung des Terminus „Public –Private - Partnership“ wird dem amerikanischen Präsident Carter zugeschrieben, der in der Regierungserklärung vom 28. März 1978 damit sein Konzept marktwirtschaftlich gesteuerter Stadtentwicklung benannte: im Rahmen der „New Urban Policy“ ist eine öffentliche Förderung von Stadtentwicklungsprojekten fortan nur noch dann möglich, wenn an diese private Investitionen in mehrfacher Höhe geknüpft sind. In den „Reagonomics“ der 1980er-Jahre passte das Konzept der PPP hervorragend zum propagierten „New Privatism“, und erfuhr eine Ausweitung auf nahezu alle Bereiche kommunaler Leistungen und städtischer Entwicklung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Das Kapitel erläutert die Zielsetzung der Arbeit, PPP-Projekte in Deutschland zu untersuchen und mit der britischen Entwicklung zu vergleichen.
2 Begriffserklärung: Hier werden die unterschiedlichen Definitionen und historischen Hintergründe des PPP-Begriffs im angloamerikanischen Raum sowie in Deutschland dargestellt.
3 PPP in Deutschland: Dieser Abschnitt beschreibt die Anwendung von PPP in Deutschland, verschiedene Organisationsmodelle sowie die Rolle der PPP Task Force bei der Prozessstandardisierung.
4 Auswertung der deutschen und britischen PPP-Projekte im Vergleich: Es findet ein Vergleich zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich statt, wobei der Fokus auf dem britischen Vorbild der Standardisierung und dem "Advanced PPP" liegt.
5 Fazit: Das Kapitel schließt mit der Erkenntnis, dass standardisierte Vertragsgestaltungen und langfristige Partnerschaften für den Erfolg von PPP-Projekten essenziell sind.
Schlüsselwörter
Public Private Partnership, PPP, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Verwaltungsmodernisierung, Infrastrukturprojekte, Public Finance Initiative, Standardisierung, Vergabeverfahren, Betreibermodell, Konzessionsmodell, Kooperationsmodell, Public Management, Effizienzgewinn, Investitionsvolumen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Potenziale und Defizite von Public-Private-Partnership (PPP)-Projekten im Kontext der öffentlichen Finanzierung in Deutschland im Vergleich zum Vereinigten Königreich.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den Schwerpunkten gehören die begriffliche Einordnung, die institutionelle Umsetzung in Deutschland, die Vergleichsanalyse mit britischen PFI-Projekten sowie die Bedeutung von Standardverträgen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die Untersuchung des britischen "Advanced PPP"-Ansatzes neue Impulse und Gestaltungskonzepte für die deutsche Verwaltungspraxis zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der Fachliteratur und rechtliche Rahmenbedingungen beider Länder gegenübergestellt werden, ergänzt um die Auswertung von Pilotprojekten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung der aktuellen PPP-Situation in Deutschland (inkl. gesetzlicher Rahmenbedingungen) und den Vergleich mit britischen Projektmodellen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Effizienzsteigerung, Risikoverteilung, Infrastrukturfinanzierung, institutionelle Kooperation und Verwaltungsmodernisierung.
Warum wird das Vereinigte Königreich als "Motor" der PPP-Entwicklung bezeichnet?
Das Vereinigte Königreich gilt als Vorreiter, da es bereits seit 1992 die Private Finance Initiative (PFI) nutzt und durch standardisierte Verträge ein hohes Investitionsvolumen effizient realisiert.
Welche Rolle spielt das "ÖPP – Beschleunigungsgesetz" in Deutschland?
Es dient dazu, die Rahmenbedingungen für öffentlich-private Partnerschaften zu verbessern, gesetzliche Hemmnisse abzubauen und durch neue Vergabeverfahren wie den wettbewerblichen Dialog mehr Rechtssicherheit zu schaffen.
Was ist das Ziel des "Lokal Education Partnership Model" im britischen Kontext?
Dieses Modell zielt darauf ab, private Investoren frühzeitig in die Projektentwicklung einzubinden und durch langfristige, transparente Kooperationen die bauliche Qualität im Bildungswesen zu sichern.
- Quote paper
- Kian Kamalian (Author), 2007, Defizite und Potentiale von Public - Private - Partnership Projekten in Deutschland im Vergleich zum Vereinigten Königreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128349