Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › World History - Early and Ancient History

Res Gestae: Der Tatenbericht des Augustus

Die Erlangung der Allgewalt und die Rückgabe der Macht

Title: Res Gestae: Der Tatenbericht des Augustus

Seminar Paper , 1995 , 23 Pages , Grade: 2

Autor:in: Stephan Becht (Author)

World History - Early and Ancient History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit sind die Aussagen Oktavians in seinem Tatenbericht hinsichtlich seiner Stellung im Staat in den Jahren 33 - 27 v. Chr.. Der Schwerpunkt soll hierbei auf der kritischen Betrachtung seiner oft nicht eindeutigen Bemerkungen zur staatsrechtlichen Legitimation seiner Position nach der Triumviratszeit liegen. Es soll herausgestellt werden, inwieweit Oktavian versucht hat, eine mögliche illegitime Stellung durch außerstaatsrechtliche Maßnahmen zu vertuschen, um seine Macht in Rom zu festigen, und ob man Oktavians Verhalten in der Auseinandersetzung mit Marcus Antonius als Staatsstreich zu deuten hat. Von weiterem Interesse neben der Untersuchung der Machtkonsolidierung wird auch die für Oktavians Charaktereinschätzung nicht unbedeutende Wertung der Rückgabe der Macht im Jahre 27 v. Chr. sein. Da die historischen Quellen oft nicht eindeutige Stellung zu den von Oktavian beschriebenen Ereignissen beziehen, wird es außerdem notwendig sein, die Thesen der Forschungsliteratur zumindest zum Teil darzustellen und ihren Wahrheitsgehalt in Bezug auf die Angaben Oktavians abzuwägen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Oktavians staatsrechtliche Stellung im Sommer 32 v. Chr.

3. Beschreibung/Legitimation der Macht im Tatenbericht

3.1 Festigung der Position durch den Gefolgschaftseid Italiens

3.2 Der consensus universorum

a. Deutung und Datierung nach Aktium

b. Deutung und Datierung vor Aktium

3.3 Festigung der Macht durch einen Staatsstreich?

4. Die Rückgabe der res publica

4.1 Überantwortung der potestas

4.2 Rückgabe und Legitimation der Macht

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die staatsrechtliche Legitimation der Macht Oktavians (Augustus) zwischen 33 und 27 v. Chr. auf Basis seines Tatenberichts (Res Gestae Divi Augusti). Ziel ist es zu ergründen, wie er seine in den Quellen oft als illegitim oder unklar wahrgenommene Stellung durch außerstaatsrechtliche Maßnahmen – wie den Treueid Italiens und den consensus universorum – zu festigen suchte und ob sein Verhalten als Staatsstreich zu bewerten ist.

  • Staatsrechtliche Legitimation nach der Triumviratszeit
  • Die Rolle des Treueids Italiens als Machtinstrument
  • Deutung und Datierung des "consensus universorum"
  • Diskurs um den angeblichen Staatsstreich gegen Antonius
  • Die Rückgabe der Macht im Jahr 27 v. Chr. als politisches Kalkül

Auszug aus dem Buch

3.1 Festigung der Position durch den Gefolgschaftseid Italiens

Nach der Entmachtung des Antonius wurde dieser nicht als Staatsfeind (hostis) betrachtet, da er noch immer in Italien zahlreiche Anhänger besaß. Dennoch wurde Kleopatra (und damit auch indirekt Antonius) der Krieg erklärt. Oktavian, der sich nach diesen Ereignissen noch immer in einer schwachen Rechtslage befand, bediente sich deshalb, um seine Position zu stärken, im Spätsommer 32 eines 'freiwilligen' Eides der italischen Bevölkerung, der eine Einheitsfront gegen Antonius herstellen und die staatsrechtliche Kriegserklärung durch einen außerhalb der Völker - bzw. Staatsrechts stehenden plebiszitären Akt ergänzen sollte.

Mit der Formulierung in Kapitel 25,3 seines Tatenberichts "Iuravit in mea verba tota Italia sponte sua et me belli, quo vici ad Actium, ducem depoposcit." versuchte Oktavian nun einen Ersatz für die fehlende formal - rechtliche Legitimierung seiner Stellung zu finden. Staatsrechtlich unabhängig von diesem Eid erhielt Oktavian nach seinen eigenen Angaben von der Bevölkerung Italiens und dem Senat den Oberbefehl im Krieg gegen Kleopatra, was er mit den Worten "ducem depoposcit" beschreibt.

Im Gegensatz zu Anton v. Premerstein (S.40ff) hat Fadinger (S.272 und 277ff.) anhand der Überlieferung von Cassius Dio gezeigt, daß die Aussage Oktavians bezüglich der Teilnehmer dieses Eides in nahezu völliger Übereinstimmung mit dem Bericht Dio's (50,6,3ff.) stehen. Demzufolge setzten sich die den Eid leistenden Personen aus der Gesamtheit der sich zur Treue und Gefolgschaft verpflichteten Bevölkerung Italiens und der Westprovinzen zusammen. Weitgehende Übereinstimmung in der Forschung findet sich in der rechtlichen Untersuchung der Eidesleistung: der Treudeid Italiens bot demzufolge keinerlei rechtliche Grundlage für die gegenwärtige bzw. staatsrechtliche Stellung Oktavians, er wird vielmehr als eine Verpflichtung auf die 'Partei' Oktavians angesehen (die Verpflichtung einer Gefolgschaft gegen Antonius), der die res publica durch das Volk von Rom und Italiens bestätigen, jedoch nicht staatsrechtlich legitimieren ließ.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand, nämlich die staatsrechtliche Einordnung der Position Oktavians zwischen 33 und 27 v. Chr. anhand seines Tatenberichts.

2. Oktavians staatsrechtliche Stellung im Sommer 32 v. Chr.: Dieses Kapitel beleuchtet das Ende der offiziellen triumviralen Befugnisse und die wissenschaftliche Kontroverse um die rechtliche Einordnung des Jahres 32 v. Chr.

3. Beschreibung/Legitimation der Macht im Tatenbericht: Hier werden die Instrumente der Machtkonsolidierung, insbesondere der Treueid Italiens, der consensus universorum und die Staatsstreichthese, detailliert analysiert.

4. Die Rückgabe der res publica: Das Kapitel untersucht die Rückgabe der Macht durch Oktavian 27 v. Chr. und bewertet diese als geschicktes, aber legitimatorisch fragwürdiges politisches Manöver.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Oktavian durch bewusste Mehrdeutigkeit und Berufung auf außerstaatsrechtliche Bestätigungen eine faktische Alleinherrschaft in republikanische Formen kleidete.

Schlüsselwörter

Augustus, Oktavian, Tatenbericht, Res Gestae Divi Augusti, Staatsrecht, Legitimation, Triumvirat, consensus universorum, Treueid, Machtkonsolidierung, Staatsstreich, Prinzipat, Antonius, Aktium, res publica

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch, wie Oktavian in seinem Tatenbericht den Übergang von seiner außerordentlichen Stellung als Triumvir zur gefestigten Machtposition als Princeps staatsrechtlich zu legitimieren versuchte.

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt und die Motive hinter Oktavians Aussagen zur Machtübernahme und "Rückgabe" der res publica aufzudecken, indem die Angaben mit der modernen Forschungsliteratur abgeglichen werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Schwerpunkte bilden die staatsrechtliche Lücke nach dem Ende des Triumvirats, die Instrumentalisierung des Treueids der italischen Bevölkerung sowie die Bedeutung des consensus universorum als ideologisches Legitimationsmittel.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine quellenkritische Analyse, bei der Oktavians Tatenbericht mit antiken Quellen wie Cassius Dio oder Tacitus konfrontiert und durch die Darstellung der modernen Forschungsliteratur differenziert bewertet wird.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Machtfestigung durch außerstaatsrechtliche Maßnahmen (Treueid, Konsens) und die kritische Beleuchtung des Staatsstreich-Vorwurfs gegen Oktavian im Jahr 32 v. Chr. sowie den Vorgang der Machtrückgabe 27 v. Chr.

Was charakterisiert die Arbeit in Bezug auf die Schlüsselbegriffe?

Die Arbeit zeichnet sich durch die Verwendung zentraler Begriffe wie "consensus universorum", "triumvirale potestas" und "auctoritas" aus, um das Spannungsfeld zwischen Machtausübung und verfassungsrechtlichem Schein zu beschreiben.

Wie bewertet der Autor den angeblichen Staatsstreich Oktavians?

Der Autor schließt sich der Meinung an, dass die Theorie eines Staatsstreichs im Jahr 32 v. Chr. zweifelhaft ist, da Oktavian formal vermutlich noch in einem legalen Rahmen agierte und die Bewaffnung seiner Anhänger als Schutzmaßnahme interpretierbar ist.

Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Machtrückgabe im Jahr 27 v. Chr.?

Das Ergebnis ist, dass die "Rückgabe" der Macht eher als geschickter politischer Schachzug zu werten ist, um die illegitime Herrschaft durch die scheinbare Wiederherstellung republikanischer Formen staatsrechtlich zu legalisieren.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Res Gestae: Der Tatenbericht des Augustus
Subtitle
Die Erlangung der Allgewalt und die Rückgabe der Macht
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Universität)
Course
Proseminar Alte Geschichte
Grade
2
Author
Stephan Becht (Author)
Publication Year
1995
Pages
23
Catalog Number
V128509
ISBN (eBook)
9783640348947
ISBN (Book)
9783640349067
Language
German
Tags
Res Gestae Augustus Tatenbericht Allgewalt Alte Geschichte Octavian Antonius
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Becht (Author), 1995, Res Gestae: Der Tatenbericht des Augustus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128509
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint