Ziel der Bachelorthesis soll es sein, auf Basis des aktuellen Forschungsstandes und wissenschaftlicher Theorien ein pädagogisch-didaktisches Konzept zur Umsetzung des "Dritten Lernortes" am Beispiel der Implementierung von Simulationspersonen in der reformierten Pflegeausbildung zur Pflegefachkraft zu erstellen. Mit Hilfe von Simulationspersonen soll dem mangelnden Theorie-Praxis-Transfer entgegengewirkt und der Erwerb notwendiger Pflegekompetenzen in einem geschützten Raum ermöglicht werden. Vor dem beschriebenen Hintergrund ergibt sich folgende Fragestellung im Rahmen der Bachelorthesis: Inwiefern kann der Dritte Lernort in der generalistischen Pflegeausbildung am Beispiel eines Konzepts von Simulationspersonen umgesetzt werden?
Die Ausbildung in der Pflege umfasst sowohl einen theoretischen als auch einen praktischen Teil. Mit den Ausbildungsgesetzen der Krankenpflege und Altenpflege von 2003 wurde erstmals in Form von Praxisbegleitung und Praxisanleitung eine Vernetzung der Lernorte Schule und Praxis ausgewiesen. Der Deutsche Bildungsrat für Pflegeberufe forderte 2004 ebenso eine Theorie-Praxis-Vernetzung. Mehrere Autoren belegen jedoch, dass die angestrebte Vernetzung der beiden Lernorte bis heute nicht gelungen ist. Bensch beschreibt eine Diskrepanz zwischen den schulischen Anforderungen und dem praktischen Handeln. Die Auszubildenden sehen die beiden Lernorte nicht als Einheit, sondern als einen Konflikt zwischen Theorie und Praxis. Die Ursache dafür sehen Fichtmüller und Walter in den verschiedenen Anforderungen der zwei Lernorte. Die Auszubildenden entwickeln ein sogenanntes „Zwei-Varianten-Lernen“, um den Ansprüchen gerecht zu werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemaufriss und Fragestellung
1.2 Methodik
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Die generalistische Pflegeausbildung seit 2020
2.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen
2.2 Ausbildungsziel und Kompetenzorientierung
2.3 Rahmenlehrplan und Rahmenausbildungsplan
2.4 Pflegerische Settings
2.5 Akteur/-innen der praktischen Ausbildung
2.5.1 Lernende
2.5.2 Praxisbegleitende
2.5.3 Praxisanleitende
3 Erster und zweiter Lernort
3.1 Erster Lernort Schule
3.2 Zweiter Lernort Praxis
3.3 Verknüpfung der beiden Lernorte
4 Dritter Lernort
4.1 Notwendigkeit
4.2 Historische Entwicklung
4.3 Begriffsbestimmung und -abgrenzung
4.4 Ziele und Aufgaben
4.4 Didaktische Prinzipien
4.5 Rolle der Lehrenden
4.6 Möglichkeiten
4.6.1 Skills-Lab und Skills-Training
4.6.2 Simulation
5 Simulationspersonen
5.1 Begriffsdefinition und -abgrenzung
5.2 Historische Entwicklung der Methode
5.3 Anforderungen an Simulationspersonen
5.4 Akquise, Auswahl und Schulung
5.5 Entwicklung eines Simulationsszenarios
5.6 Anforderungen an personelle, räumliche und materielle Ressourcen
5.7 Ablauf einer Simulationssituation
5.7.1 Vorbesprechung (Briefing)
5.7.2 Durchführung
5.7.3 Nachbesprechung (Debriefing)
5.7.4 Evaluation
5.8 Vor- und Nachteile
5.9 Kompetenzentwicklung
6 Konzept zur Implementierung des Dritten Lernortes am Beispiel der Integration von Simulationspersonen
6.1 Kernbotschaft
6.2 Hintergrund und Ziel
6.3 Erforderliche Ressourcen
6.4 Vorgehensweise
6.5 Maßnahmen- und Zeitplan
6.6 Fazit und Handlungsempfehlung
7 Diskussion
8 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines pädagogisch-didaktischen Konzepts zur Umsetzung des "Dritten Lernortes" in der generalistischen Pflegeausbildung, wobei Simulationspersonen als methodischer Kern dienen, um den Theorie-Praxis-Transfer zu optimieren und Pflegekompetenzen in einer geschützten Umgebung zu fördern. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Inwiefern kann der Dritte Lernort in der generalistischen Pflegeausbildung am Beispiel eines Konzepts von Simulationspersonen umgesetzt werden?
- Grundlagen der generalistischen Pflegeausbildung in Deutschland
- Theorie-Praxis-Vernetzung und das Konzept des "Dritten Lernortes"
- Einsatz von Simulationspersonen als Lehr-Lernmethode
- Anforderungen an Ressourcen, Räumlichkeiten und Personal für Simulationsumgebungen
- Implementierungskonzept inklusive Maßnahmen- und Zeitplan
Auszug aus dem Buch
Die generalistische Pflegeausbildung seit 2020
Einem möglichen Dritten Lernort liegt das PflBG und die PflAPrV zugrunde. Aus diesem Grund werden die wesentlichen Forderungen daraus dargelegt. Schwerpunkt wird die Betrachtung der Ausbildungsziele und der Kompetenzorientierung sein. Im Anschluss erfolgt die Auseinandersetzung mit den Rahmenlehrplänen. Der Darstellung der verschiedenen Einsatzbereiche im Rahmen der praktischen Ausbildung schließt sich die Beschreibung deren Akteur/-innen Lernende, Praxisbegleitende und Praxisanleitende an.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Problemaufriss der Theorie-Praxis-Diskrepanz in der Pflegeausbildung, definiert die Fragestellung und legt das methodische Vorgehen der Bachelorthesis dar.
2 Die generalistische Pflegeausbildung seit 2020: Hier werden die gesetzlichen Bedingungen, Ausbildungsziele und Kompetenzanforderungen der reformierten Ausbildung sowie die beteiligten Akteure beleuchtet.
3 Erster und zweiter Lernort: Dieses Kapitel analysiert das traditionelle Bildungssystem aus Schule und Praxis und diskutiert die Notwendigkeit ihrer Verknüpfung.
4 Dritter Lernort: Es wird die historische Entwicklung und theoretische Begründung für einen Dritten Lernort dargelegt, insbesondere unter Berücksichtigung von Skills-Labs und Simulation.
5 Simulationspersonen: Dieses Kapitel widmet sich der Methode der Arbeit mit Simulationspersonen, von der Begriffsdefinition über Anforderungen bis hin zum Ablauf einer Simulationssituation.
6 Konzept zur Implementierung des Dritten Lernortes am Beispiel der Integration von Simulationspersonen: Das Hauptkapitel entwirft ein konkretes pädagogisches Konzept inklusive eines Maßnahmen- und Zeitplans für die Umsetzung.
7 Diskussion: Hier werden die Ergebnisse kritisch reflektiert und die Erfüllung der Erwartungen der Lernenden sowie die institutionelle Einbindung des Dritten Lernortes diskutiert.
8 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz des Themas zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Etablierung des Dritten Lernortes als festen Bestandteil der Pflegeausbildung.
Schlüsselwörter
Dritter Lernort, generalistische Pflegeausbildung, Simulationspersonen, Theorie-Praxis-Transfer, Pflegepädagogik, Kompetenzentwicklung, Skills-Lab, Simulation, Ausbildungsqualität, Pflegefachfrau, Pflegefachmann, Pflegeberufegesetz PflBG, Praxisanleitung, Lernortkooperation, Rollenspiel
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Problem, das diese Arbeit adressiert?
Die Arbeit adressiert die anhaltende Theorie-Praxis-Diskrepanz in der Pflegeausbildung, bei der Auszubildende zwischen schulischen Anforderungen und praktischem Handeln im Berufsalltag oft einen Konflikt erleben, der den Theorie-Praxis-Transfer erschwert.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Thesis?
Zentrale Themen sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen der generalistischen Pflegeausbildung, das Konzept des "Dritten Lernortes", die didaktischen Möglichkeiten von Simulation und speziell die methodische Implementierung von Simulationspersonen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines praxisnahen, pädagogisch-didaktischen Konzepts zur Umsetzung des Dritten Lernortes, das an der Einbindung von Simulationspersonen in die Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann ansetzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche in pflegewissenschaftlichen und medizinischen Datenbanken sowie einer konzeptuellen Ableitung zur Ausgestaltung und Implementierung des Dritten Lernortes.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung der bestehenden Lernorte, die theoretische Herleitung für einen Dritten Lernort, eine detaillierte Darstellung der Arbeit mit Simulationspersonen und ein konkretes Implementierungskonzept.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Dritter Lernort, generalistische Pflegeausbildung, Simulationspersonen, Theorie-Praxis-Transfer, Praxisanleitung und Lernortkooperation.
Warum wird der Begriff "Simulationsperson" gegenüber "Schauspielpatient" bevorzugt?
Der Begriff "Simulationsperson" wird gewählt, um dem professionellen Anspruch der generalistischen Ausbildung gerecht zu werden und die methodische Distanz zum trivialisierenden Begriff des Schauspielers zu wahren.
Welche Rolle spielen Praxisanleitende bei der Umsetzung?
Praxisanleitende fungieren im Konzept als SP-Trainer oder Moderatoren, wodurch sie eine Schlüsselrolle bei der Verbindung von theoretischem Wissen und praktischer Anwendung übernehmen.
Welcher Zeitplan ist für die Implementierung vorgesehen?
Das Konzept schlägt basierend auf einem Projektansatz einen Zeitraum von 12 Monaten bis zum Start der ersten Simulationssituation vor, unterteilt in verschiedene Phasen wie Akquise, Schulung und Prozessentwicklung.
Kann die Simulation am Dritten Lernort die Praxis ersetzen?
Nein, der Dritte Lernort ist als ergänzende, geschützte Lernumgebung konzipiert, die keine Praxis ersetzen soll, sondern Lernende gezielt auf die Anforderungen und Komplexität der realen Pflegepraxis vorbereitet.
- Arbeit zitieren
- Robin Scharfenberg (Autor:in), 2021, Der Dritte Lernort in der Pflegeausbildung. Wie Simulationen den Theorie-Praxis-Transfer verbessern können, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1285286