Kann sich die Kultur- und Kreativwirtschaft als Leitbranche etablieren oder fungiert sie nur als eine Art Rest-Rampe für übrig gebliebene Branchen? Ziel der Seminararbeit ist es, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Dabei werden kulturwirtschaftliche Strukturen untersucht, die Potenziale der Kultur- und Kreativwirtschaft herausgearbeitet und anhand des Teilbereichs der Medienwirtschaft näher beleuchtet.
Unsere heutige Gesellschaft befindet sich stets im Wandel, es findet ein Transformationsprozess von einer Industrie- zu einer Wissensgesellschaft statt. Vor dem Hintergrund des damit einhergehenden Strukturwandels hat die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland seit 1970 einen erheblichen Einfluss auf die ökonomische und urbane Entwicklung innerhalb des Landes.
Auf der Suche nach neuen Impulsen für Wachstum und Beschäftigung auf der regionalen Ebene rückten dann insbesondere ab den 90er Jahren die wissensintensiven Dienstleistungen in den Fokus. Bei der Kultur- und Kreativwirtschaft liegt der Schwerpunkt in der Herstellung und Vermarktung kultureller Güter und Dienstleistungen.
Zum Kern der so verstandenen Kulturwirtschaft zählen die darstellenden Künste, die Unterhaltungsindustrie und Medienwirtschaft sowie die Werbegestaltung und Werbung. Trotz überdurchschnittlicher Wachstumsraten sowie positiver Beschäftigungsentwicklungen wird die wirtschaftliche Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft und ihrer Potenziale immer noch unterschätzt.
Inhaltsverzeichnis
1. Neue Leitbranche oder Reste-Rampe?
2. Struktur der Kultur- und Kreativwirtschaft
2.1. Die Kultur- und Kreativwirtschaft und ihre Teilbranchen
2.2. Die Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland
3. Standortdynamiken
3.1. Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft für Städte und Regionen
3.2. Räumliche Verteilung
4. Medienwirtschaft als Kernbranche der Kultur- und Kreativwirtschaft
5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die ökonomische und städtebauliche Relevanz der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland, um zu klären, ob es sich dabei um eine zukunftsfähige Leitbranche oder lediglich um eine Auffangfunktion für stagnierende Wirtschaftszweige handelt.
- Struktur und Definition der Kultur- und Kreativwirtschaft
- Wachstumsentwicklung und wirtschaftliche Bedeutung
- Standortfaktoren für Städte und Regionen
- Räumliche Konzentration der Branchen (Clusterbildung)
- Die Medienwirtschaft als zentrale Kernbranche
Auszug aus dem Buch
1. Neue Leitbranche oder Reste-Rampe?
„Die Kulturökonomie ist heute ein stark ausdifferenziertes Aktivitätsfeld mit heterogenen Aktivitätszweigen, die von traditionellen künstlerischen Produktionen bis hin zu höchst technologie-intensiven Aktivitätszweigen der Medienwirtschaft reichen.“ (Krätke 2002, S. 70)
Unsere heutige Gesellschaft befindet sich stets im Wandel, es findet ein Transformationsprozess von einer Industrie- zu einer Wissensgesellschaft statt. Vor dem Hintergrund des damit einhergehenden Strukturwandels hat die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland seit 1970 einen erheblichen Einfluss auf die ökonomische und urbane Entwicklung innerhalb des Landes (Kulke 2010, S. 303). Auf der Suche nach neuen Impulsen für Wachstum und Beschäftigung auf der regionalen Ebene rückten dann insbesondere ab den 90er Jahren die wissensintensiven Dienstleistungen in den Fokus. Bei der Kultur- und Kreativwirtschaft liegt der Schwerpunkt in der Herstellung und Vermarktung kultureller Güter und Dienstleistungen. Zum Kern der so verstandenen Kulturwirtschaft zählen die darstellenden Künste, die Unterhaltungsindustrie und Medienwirtschaft sowie die Werbegestaltung und Werbung (Krätke 2002, S. 70). Trotz überdurchschnittlicher Wachstumsraten sowie positiver Beschäftigungsentwicklungen wird die wirtschaftliche Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft und ihrer Potenziale immer noch unterschätzt. Deshalb bleibt die Frage, ob sich die Kultur- und Kreativwirtschaft als Leitbranche etablieren kann oder ob sie nur als eine Art Rest-Rampe für übrig gebliebene Branchen fungiert. Ziel der Seminararbeit wird es sein, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Dabei werden kulturwirtschaftliche Strukturen untersucht, die Potenziale der Kultur- und Kreativwirtschaft herausgearbeitet und anhand des Teilbereichs der Medienwirtschaft näher beleuchtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Neue Leitbranche oder Reste-Rampe?: Einleitung in die Thematik der Kultur- und Kreativwirtschaft im Kontext des Strukturwandels zur Wissensgesellschaft und Formulierung der zentralen Forschungsfrage.
2. Struktur der Kultur- und Kreativwirtschaft: Definition der Branche, Aufschlüsselung in ihre elf Teilmärkte und Untersuchung der historischen Entwicklung in Deutschland.
3. Standortdynamiken: Analyse der Bedeutung der Branche als Erwerbsfaktor für Regionen sowie Untersuchung der räumlichen Verteilungsmuster und Clusterbildungen.
4. Medienwirtschaft als Kernbranche der Kultur- und Kreativwirtschaft: Fokus auf die Medienwirtschaft als Vorzeigesektor, der durch überdurchschnittliches Wachstum und technologisches Potenzial besticht.
5. Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Arbeitsergebnisse und Bewertung der Zukunftsfähigkeit der Branche unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie.
Schlüsselwörter
Kulturwirtschaft, Kreativwirtschaft, Medienwirtschaft, Wissensgesellschaft, Strukturwandel, Clusterbildung, Stadtentwicklung, Standortfaktoren, Innovationskraft, Beschäftigungsdynamik, Wirtschaftswachstum, Digitalisierung, Teilmärkte, Regionalökonomie, Dienstleistungssektor.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen und städtebaulichen Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Branchenstruktur, der regionalen Standortwahl, dem Wachstum der Medienwirtschaft und dem transformativen Potenzial der Branche.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu ergründen, ob die Kultur- und Kreativwirtschaft als innovative Leitbranche angesehen werden kann oder ob sie nur eine untergeordnete Rolle einnimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine auf Literatur und Sekundärdaten basierende Analyse wirtschaftsgeographischer Strukturen und Trends.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Definition der Disziplinen, deren Bedeutung für die Stadtentwicklung und analysiert die Medienwirtschaft als Kernsektor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Kultur- und Kreativwirtschaft, Strukturwandel, urbane Ballungszentren und wirtschaftliche Innovationskraft.
Warum konzentrieren sich Unternehmen auf urbane Ballungszentren?
Großstädte bieten eine höhere Nachfrage, ein größeres Arbeitsangebot und die für die Branche essenzielle hohe Dichte an kommunikativem Austausch.
Hat der ländliche Raum Entwicklungschancen in diesem Sektor?
Ja, durch die zunehmende Digitalisierung können räumliche Distanzen überwunden werden, was dem ländlichen Raum neues Potenzial als Innovationsstandort eröffnet.
Welchen Einfluss hat die Covid-19-Pandemie auf die Branche?
Die Pandemie wirkt sich negativ auf die Wachstumszahlen aus, wobei besonders Teilbereiche wie die darstellenden Künste, Film und Musik stark betroffen sind.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2021, Die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland. Struktur, Standortdynamiken und Rolle der Medienwirtschaft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1285437