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Horatier und Curiatier bei Livius

Charakteristika der livianischen Mythosversion im Vergleich zu ihrer nachantiken Rezeption durch Pierre Corneilles "Horace"

Title: Horatier und Curiatier bei Livius

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Hendrik Keilhauer (Author)

Latin philology - Literature
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Summary Excerpt Details

Gegenstand dieser Arbeit ist es, diesen, ungeachtet seiner héritage indo-européen fondamental (POUCET) indigen römischen Mythos in der bei Livius auftretenden Form als frühest fassbare
Quelle durch teilweisen Vergleich mit der Parallelüberlieferung des Dionys darzustellen, die
Charakteristiken dieser Version aufzuzeigen sowie Aussagen über die Motivation des Livius zu
treffen. Dabei findet auch die Frage Beachtung, was den Text des Livius so „römisch“ macht.
Anschließend wird ein Zeitsprung über anderthalb Jahrtausende vielfältiger Rezeption der
livianischen Vorlage unternommen, um an dem konkreten Beispiel der Tragöde "Horace" des
Pierre Corneille einen Vergleich darüber zu ziehen, was, wie und warum der französische
Dramatiker konkrete Bestandteile des livianischen Mythos‘ aufgreift und weiterentwickelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Horatii et Curiatii apud Livium (I 24-26)

2.1) Der Mythos

2.2) Die Besonderheiten der livianischen Gestaltung

2.3) Die Motivation der Darstellung des Mythos‘ in ab urbe condita

3) Pierre Corneilles Horace (1640/41)

3.1) Die Handlung des Corneilleschen Dramas

3.2) Vergleich mit Livius

4) Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den römischen Mythos von den Horatiern und Curiatiern, wie er bei Titus Livius überliefert ist, und analysiert dessen Transformation und Rezeption in der Tragödie Horace von Pierre Corneille, wobei die politische Funktionalisierung des Stoffes in beiden Epochen im Fokus steht.

  • Mythologische Überlieferung und Darstellung bei Livius
  • Vergleich der livianischen Version mit der griechischen Parallelüberlieferung bei Dionys von Halikarnaß
  • Untersuchung der aitiologischen Motivation in ab urbe condita
  • Analyse der Transformation des Mythos in Corneilles Horace unter den Regeln der doctrine classique
  • Politische Funktionalisierung von Literatur in der römischen Kaiserzeit und im absolutistischen Frankreich

Auszug aus dem Buch

Die Besonderheiten der livianischen Gestaltung

Die Darstellung der Geschehnisse um die Horatier und Curiatier bei Livius weist im Vergleich zu ihrer Parallelüberlieferung bei Dionys einige signifikant-charakteristische Unterschiede auf. Zuallererst sei hierbei auf den ausschweifenden Umfang der Erzählung bei Dionys und die vergleichsweise knappe livianische Darstellung verwiesen: Während Livius den Mythoskern kompakt in nur drei Kapiteln abhandelt (I 24-26), mutet das griechische Pendant mit etwa zehn Kapiteln (III 13, 4 – 22, 10) hingegen durchaus barock an. Diese Differenz ist pragmatisch bedingt und durchaus auch stilistisch fassbar:

Als auktorialer Erzähler betrachtet Livius das Geschehen bewusst aus der Distanz, sein Ziel ist die wertfreie Darstellung dessen, was der Überlieferung nach in Roms Frühzeit geschehen ist. Er will eine Chronik, die jeglicher Wertung der Ereignisse hinsichtlich ihrer Glaub- oder Unglaubwürdigkeit entbehrt. Er will nicht moralisieren, sondern katalogisieren: Quae ante conditam condendamue urbem poeticis magis decora fabulis quam incorruptis rerum gestarum monumentis traduntur, ea nec adfirmare nec refellere in animo est. (Liv. Praef. 6)

Livius will, ebenso wie Ennius der annalistischen Tradition verpflichtet, all das bestehende Wissen über Rom ab urbe condita sammeln und in einen übergeordneten Sinnzusammenhang bringen. Hierbei dienen ihm die einzelnen Episoden auch dazu, aitiologische Erläuterungen einzuflechten, welche die Existenz von Elementen in der realen Alltagswelt der zeitgenössischen Römer, und hierbei vorrangig topografische Realia, zu erklären versuchen.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Einführung in die Thematik des Horatier-Mythos und Darstellung der Zielsetzung, den antiken Stoff im Vergleich zu seiner nachantiken Rezeption bei Pierre Corneille zu analysieren.

2) Horatii et Curiatii apud Livium (I 24-26): Detaillierte Betrachtung der livianischen Überlieferung, der aitiologischen Hintergründe und der methodischen Herangehensweise des Historikers.

2.1) Der Mythos: Zusammenfassung der bei Livius überlieferten Sagenhandlung um den Kampf zwischen den römischen Horatiern und den albanischen Curiatiern.

2.2) Die Besonderheiten der livianischen Gestaltung: Kontrastierung der kompakten livianischen Darstellung mit der rhetorisch ausschweifenden Version des Dionys von Halikarnaß.

2.3) Die Motivation der Darstellung des Mythos‘ in ab urbe condita: Analyse des Bestrebens von Livius, durch aitiologische Erklärungen für reale Bauwerke die vaterländische Geschichte zu fixieren und zu katalogisieren.

3) Pierre Corneilles Horace (1640/41): Einordnung der Tragödie in den Kontext des 17. Jahrhunderts und die dort vorherrschende doctrine classique.

3.1) Die Handlung des Corneilleschen Dramas: Inhaltsangabe der fünf Akte des Stückes und Vorstellung der zentralen Personenkonstellation.

3.2) Vergleich mit Livius: Untersuchung der signifikanten Differenzen zwischen der antiken Vorlage und der dramatischen Adaption, insbesondere im Hinblick auf Charaktere und politische Intentionen.

4) Schlussbetrachtung: Synthese der Forschungsergebnisse bezüglich der politischen Instrumentalisierung des Mythos sowohl bei Livius als auch bei Corneille.

Schlüsselwörter

Horatier, Curiatier, Livius, ab urbe condita, Pierre Corneille, Horace, Mythos, Rezeption, Aitiologie, Römische Frühgeschichte, Klassik, Absolutismus, Drama, Richelieu, Literaturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die literarische Überlieferung und Rezeption des römischen Gründungsmythos der Horatier und Curiatier, beginnend bei Titus Livius bis hin zur frühneuzeitlichen Bearbeitung durch Pierre Corneille.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die historische Erzählweise des Livius, der Vergleich mit der griechischen Parallelüberlieferung, die Funktion aitiologischer Elemente sowie die politische Adaption des antiken Stoffes im absolutistischen Frankreich.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Charakteristika der livianischen Mythosversion aufzuzeigen und durch einen Vergleich mit Corneilles Tragödie zu ergründen, wie und warum spezifische Bestandteile des antiken Mythos in späteren Epochen aufgegriffen und funktionalisiert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und historisch-vergleichende Untersuchung, die Textanalysen antiker Quellen (Livius, Dionys von Halikarnaß) mit der Analyse eines frühneuzeitlichen Dramas verknüpft.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine eingehende Analyse der livianischen Erzählung (einschließlich ihrer aitiologischen Aspekte) und eine Untersuchung der dramatischen Struktur und politischen Stoßrichtung von Corneilles Horace.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Horatier, Mythos, Rezeption, Aitiologie, Livius, Corneille, politische Funktionalisierung und Klassik charakterisiert.

Inwiefern unterscheidet sich die Darstellung des Schwestermordes bei Livius von der bei Corneille?

Während Livius den Mord als historisch bedeutsames, wenn auch grausames Ereignis in seine Chronik einbettet, unterwirft Corneille den Schwestermord den Regeln der doctrine classique, wobei er ihn nicht direkt auf der Bühne zeigt, sondern als notwendige Konsequenz der Staatsraison inszeniert.

Welche Rolle spielt die doctrine classique für die Rezeption bei Corneille?

Sie erzwingt die Einhaltung der drei Einheiten (Ort, Zeit, Handlung) und beeinflusst maßgeblich die Darstellung der Charaktere, die nun als Verkörperungen der Staatsräson und aristokratischer Tugenden auftreten.

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Details

Title
Horatier und Curiatier bei Livius
Subtitle
Charakteristika der livianischen Mythosversion im Vergleich zu ihrer nachantiken Rezeption durch Pierre Corneilles "Horace"
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Klassische Altertumskunde)
Course
Lateinisches Hauptseminar - Römische Mythen
Grade
1,0
Author
Hendrik Keilhauer (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V128583
ISBN (eBook)
9783640350896
ISBN (Book)
9783640350728
Language
German
Tags
Horatius Curiatius Livius Dionys von Halikarnass
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hendrik Keilhauer (Author), 2009, Horatier und Curiatier bei Livius, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128583
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