Mykene, Troia und Homer – Der Mythos und seine historischen Hintergründe


Essay, 2009

5 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Es ist der legendärste Krieg aller Zeiten – 1000 Schiffe liefen aus zu Ehren einer einzigen Frau. Es beginnt mit einem Schönheitswettbewerb und endet in Zerstörung und Verderben. Historiker, Archäologen und Schriftgelehrte finden immer mehr Anhaltspunkte, dass es die sagenumwobene Stadt, die durch einen Racheakt zerstört wurde, tatsächlich gegeben hat.

Klares blaues Meer umgibt die Geburtsstätte des antiken Griechenland – die Wiege der westlichen Zivilisation. Im Westen das griechische Festland, im Osten Kleinasien und dazwischen dutzende Inseln. Die Ägäis verbindet die Einwohner dieser Region miteinander. Jahrtausende lang suchten Archäologen und Glücksritter an dieser Küste nach Beweisen des trojanischen Krieg. Wenn es um Troja geht, erhitzen sich die Gemüter – bis heute herrscht keine Einigkeit darüber, ob es die Stadt und den Krieg selber überhaupt gegeben hat.

Die Geschichte wurde zur Sage und die Sage wurde zum Mythos – und Mythen sind immer trügerisch. Wir versuchen im Folgenden den wahren Kern des Mythos zu enthüllen und historische Begebenheiten ausfindig zu machen. Hierbei ist die Figur des Homer (ca. 8. Jhr. v. Chr.) und seine beiden Werke die Ilias und die Odyssee von zentraler Bedeutung. Inwieweit sind also Homers Aussagen und Niederschriften zur Thematik Glauben zu schenken?

Unser Wissen über Homer und Troja ist eine Mischung zwischen Dichtung und Wahrheit. Homers Leben liegt im Dunkeln, obwohl man ihm die ersten Werke der westlichen Zivilisation zuschreibt – die Ilias und die Odyssee. Der Überlieferung nach war er blind, darüber hinaus können wir nichts mit Sicherheit sagen. Zwei der größten Rätsels Homers ist zum einen die Frage, wie jemand der 500 Jahre später geboren wurde, detaillierte Kenntnisse der Schlacht und des Blutvergießens haben? Und: wie konnte eine Person vor Einführung der griechischen Schrift mehr als 16000 Verszeilen der Ilias und 12000 der Odyssee auswendig vortragen? Eine mögliche Antwort: Homer stammt von Sängern und Geschichtenerzählern ab. Sollte das stimmen, so wären die Werke nicht von einem, sondern von „mehreren“ Homers überliefert worden. Es ist anzunehmen, dass die Dichter unmittelbar nach dem Krieg begannen, ihn zu besingen und ihn dadurch von der einen zur nächsten Generation überlieferten. Historische Genauigkeit war dabei natürlich nicht gefragt. Die Details des Krieges wie Helenas Entführung, Achilles und Hektor, das trojanische Pferd und andere Merkwürdigkeiten kamen möglicherweise im Laufe der Erzählungen hinzu. Homer übernahm die Zugaben und schliff sie zurecht . Auch wenn er der letzte Dichter der mündlichen Überlieferung ist, stellt sich die Frage wie die Gesänge in die erste Niederschrift der westlichen Ziviliation hinüber gerettet wurden? Auch heute noch finden wir in vielen Kulturkreisen die gesangliche Überlieferung vergangener Ereignisse mit teils erstaunlicher Historizität wieder – bspw. besingen die serbischen Baden die Schlacht auf dem Amselfeld aus dem 14. Jhr. heute noch in ähnlich langen Versen wie Homer. Erstaunlicherweise stimmen die Gesänge mit den 600 Jahre alten schriftlichen Aufzeichnungen der Schlachtenteilnehmer überein – ein Indiz dafür, dass mündliche Überlieferungen solcherart auch über eine lange Zeit ihren historischen Kern bewahren, was der 2ten These hineinspielt.

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Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Mykene, Troia und Homer – Der Mythos und seine historischen Hintergründe
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
5
Katalognummer
V128598
ISBN (eBook)
9783640375233
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mykene, Troia, Homer, Mythos, Hintergründe
Arbeit zitieren
tom zeddies (Autor), 2009, Mykene, Troia und Homer – Der Mythos und seine historischen Hintergründe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128598

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