Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Theory of Science, Anthropology

Scham - ein Grund für Gewalttaten

Title: Scham - ein Grund für Gewalttaten

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jürgen Sauer (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Ehrenmorde stellen eine äußerst brutale, aber leider auch häufig angewandte Methode dar, die verletzte Ehre wiederherzustellen. In der folgenden Arbeit soll das Verhältnis Scham und Gewalt genauer untersucht werden, woraus auch im Hinblick auf Ehre diese Morde ihren Ursprung haben.
Zunächst sollen allgemeine Aussagen über den Zusammenhang zwischen Scham und Gewalt getroffen werden, bevor im Anschluss daran die verschiedenen Formen der Schamabwehr erläutert werden.
Anschließend wird im zweiten Teil dieser Arbeit der Zusammenhang zwischen Scham und Gewalt in den Bereichen Familie, Rechte Gewalt und in den verschiedenen Schamkulturen aufgegriffen, wobei sich die Argumentation in diesen Bereichen auf die Werke und Arbeiten verschiedener Autoren beruft.
Der darauf folgende Teil der Arbeit handelt vom Zusammenhang Scham und Gewalt und den dazugehörigen Formen der Schamabwehr an den Beispielen des Nationalsozialismus und anhand der politischen Schamverstrickung der USA und des Nahen Osten. Hier soll der Versuch unternommen werden, zu zeigen, woher der Nationalsozialismus seine Unterstützung in der Bevölkerung ziehen konnte. Daneben soll anhand der Thesen von Stephan Marks die Schamanhäufung und deren Abwehr am Beispiel der USA und des Nahen Ostens gezeigt werden.
Der letzte Teil dieser Arbeit befasst sich mit der Thematik Scham und Ehre, hierbei erst Allgemeines zum Wiederherstellen der verlorenen Ehre, bevor dann Ehrenmorde genauer betrachtet werden. Bei diesem Punkt werden verschiedene Charakteristika aufgezeigt und anschließend anhand einer kleinen Studie zu belegen versucht.
Abschließend soll dann im Schlussteil eine kleine Zusammenfassung und ein Resümee über die Verbrechen im Namen der Ehre gegeben werden.

Excerpt


Gliederung

1. Einführung

2. Allgemeines

2.1 Allgemeines zum Zusammenhang Scham und Gewalt

2.2 Formen von Schamabwehr

3. Scham und Gewalt in ausgewählten Bereichen

3.1 Familie

3.2 Rechte Gewalt

3.3 Gewalt in verschiedenen Schamkulturen

4. Scham regiert die Welt

4.1 Nationalsozialismus

4.2 Wenn Kulturen zusammenprallen

4.2.1 USA

4.2.2 Naher Osten

5. Scham und Ehre

5.1 Wiederherstellen der verlorenen Ehre

5.2 Ehrenmorde

5.2.1 Merkmale und Ursachen

5.2.2 Gründe

5.2.3 Formen

5.2.4 Bestrafung der Täter

5.2.5 Abgrenzung zu anderen Formen von Gewalt an Frauen

5.2.6 Forschungsstand und Daten innerhalb Deutschlands

6. Zusammenfassung und Resümee

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen dem Gefühl der Scham und der Entstehung von Gewalt. Dabei wird analysiert, inwieweit gewalttätiges Verhalten als Mechanismus zur Abwehr von chronischer Scham sowie zur Wiederherstellung von verletzter Ehre fungiert.

  • Psychologische Mechanismen der Schamabwehr (z.B. Projektion, Aggression, emotionale Erstarrung).
  • Gewaltdynamiken in familiären Strukturen und deren Bezug zu früheren Erfahrungen.
  • Die Rolle von Scham und Ressentiments in politischen Systemen wie dem Nationalsozialismus sowie im internationalen Vergleich (USA vs. Naher Osten).
  • Die soziologische und psychologische Bedeutung von "Ehre" und die daraus resultierende Problematik der sogenannten Ehrenmorde.
  • Auswertung von Daten zu Ehrenmorden innerhalb Deutschlands anhand bestehender Studien.

Auszug aus dem Buch

3.2 Rechte Gewalt

Eine weitere Form der Gewalt und der Schamabwehr beschreibt Micha Hilgers anhand rechtsradikaler Jugendlicher. Laut Hilgers fallen Skins und rechte Jugendliche durch ihre provokante Hässlichkeit auf, was zur Abwehr der eigenen Scham und der Vermittlung von Sicherheit und Identität dient. „Gefühle von Minderwertigkeit, Unterlegenheit, Unsicherheit und Scham, eben das Gefühl eigener Hässlichkeit, können durch die bewusste und selbst herbeigeführte Zurschaustellung abgewehrt werden.“ Der vormalige Kontrollverlust wird in eine bewusste Darstellung obszöner Hässlichkeit verwandelt, so Hilgers. Diese Tatsache führt dazu, dass das „Opfer fortan nicht mehr der Jugendliche [ist], der sich den verächtlichen Blicken anderer ausgesetzt glaubt, sondern der Betrachter, der seinen Blick peinlich berührt abwenden muss, als sei nun er der Beschämte.“ Somit zwingt diese Verkehrung ins Gegenteil den anderen, seinen Blick peinlich berührt und angstvoll abzuwenden, sie lässt das vormalige Opfer der Beschämung zum Täter werden. Somit werden subjektive Ohnmachtsgefühle und Schwäche in provokante und andere mit Angst erfüllende Stärke verwandelt und dieser „Sieg“ durch höhnisches Grinsen ausgedrückt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik von Ehrenmorden anhand konkreter Fälle und führt in die wissenschaftliche Fragestellung zum Zusammenhang von Scham und Gewalt ein.

2. Allgemeines: Dieser Teil definiert den theoretischen Zusammenhang zwischen Schamgefühlen und gewaltsamem Verhalten sowie verschiedene psychologische Mechanismen der Schamabwehr.

3. Scham und Gewalt in ausgewählten Bereichen: Hier wird untersucht, wie sich Schamdynamiken konkret auf familiäre Gewalt, rechtsextremes Agieren und kulturelle Gewaltkontexte auswirken.

4. Scham regiert die Welt: Das Kapitel analysiert die politische Instrumentalisierung von Scham im Nationalsozialismus und in den USA sowie im Nahen Osten.

5. Scham und Ehre: Der Fokus liegt hier auf der Wiederherstellung der Ehre, insbesondere durch die Analyse von Ehrenmorden, deren Hintergründen, Formen und Datenlage in Deutschland.

6. Zusammenfassung und Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz über die menschenrechtliche Relevanz von Ehrverbrechen und betont die Notwendigkeit gesellschaftlicher Umdenkprozesse.

Schlüsselwörter

Scham, Gewalt, Ehrenmord, Schamabwehr, Patriarchat, Ehrverlust, Demütigung, Identität, Nationalsozialismus, Ressentiment, Migrationshintergrund, psychologische Abwehrmechanismen, soziale Kontrolle, Menschenrechte, interkulturelle Konflikte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen These, dass viele Formen von Gewalt – von häuslicher Gewalt bis hin zu politisch motivierten Taten oder Ehrenmorden – als unbewusste Abwehrmechanismen gegen das schmerzhafte Gefühl der Scham dienen.

Welches ist das zentrale Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schamgefühle in Gewalt umgewandelt werden, um ein destabilisiertes Selbstwertgefühl zu stabilisieren und eine vermeintlich verlorene Ehre wiederherzustellen.

Was sind die thematischen Schwerpunkte der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Schamabwehr, dem familiären Kontext, der rechtsextremen Ideologie, politischer Schamverstrickung international sowie einer fundierten Betrachtung der Ehrenmord-Problematik.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse und der Auswertung bestehender psychologischer und soziologischer Studien (insbesondere von Autoren wie Stephan Marks und Micha Hilgers) sowie der Untersuchung von statistischen Daten zu Ehrenmorden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Schamabwehr, die Anwendung dieser Theorie auf verschiedene gesellschaftliche Bereiche wie Familie und Rechtsextremismus sowie die detaillierte Untersuchung der Dynamiken rund um das Konzept der Ehre.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Scham, Gewalt, Ehrenmord, Identität, Demütigung und patriarchale Strukturen geprägt.

Warum spielen "Größenphantasien" eine Rolle in der Argumentation des Autors?

Der Autor argumentiert, dass Individuen oder Gruppen, die sich aufgrund von Scham oder Demütigung ohnmächtig fühlen, versuchen, dieses Gefühl durch Idealisierung und Größenphantasien auszugleichen, was häufig in aggressivem Verhalten gegenüber anderen mündet.

Welche Bedeutung haben Ehrenmorde im Kontext der Arbeit?

Ehrenmorde werden als extremes Beispiel für die Wiederherstellung verlorener Ehre durch Gewalt identifiziert, wobei der Autor verdeutlicht, dass hier Schamgefühle über die Einhaltung kultureller oder familiärer Regelkodizes zum tödlichen Risiko für Frauen werden können.

Excerpt out of 30 pages  - scroll top

Details

Title
Scham - ein Grund für Gewalttaten
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Pädagogik)
Course
Scham - Anthropologische Perspektiven
Grade
2,0
Author
Jürgen Sauer (Author)
Publication Year
2009
Pages
30
Catalog Number
V128622
ISBN (eBook)
9783640353439
ISBN (Book)
9783640353323
Language
German
Tags
Scham Grund Gewalttaten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jürgen Sauer (Author), 2009, Scham - ein Grund für Gewalttaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128622
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  30  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint