Die habsburgisch-osmanische Großbotschaft 1719/20 in der zeitgenössischen Publizistik

Eine Edition ausgewählter Flugschriften


Masterarbeit, 2022

145 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

1 Einleitung

2 Historischer Kontext

3 Die Typologie der Flugschriften
3.1 Medienhistorischer und historischer Kontext
3.2 Spezifik und Charakter der Medien

4 Methoden

5 Quellenautopsie
5.1 Ausführliche Beschreibung [...] den 26. Aprill 1719 [...]prächtigst gehaltenen Einritt
5.2 Specification Derjenigen Schiffen [...] Dero Ab=farth nacher Constantinopel den 17. May 1719. abgereiset
5.3 Diarium [...] vom 17. May /als den Tag des Aufbruchs von Wien /bis den 22. Juny 1719
5.4 Ausführlicher Bericht [...] Was nach dem am 15. Junii 1719. beschehenen Auswechslung=Act [...] begeben habe
5.5 Ausführliche Beschreibung[...] Vom 23. Junii bis 10. Augusti 1719
5.6 Continuatio Diarii Des [...] Damian Hugo /Grafen von Virmont rc. [...]
5.7 Ausführliche Beschreibung [...] Empfangs / Und Einbegleitung / Wie auch Einzugs Welchen [...] lbrahim Bassa, &c. [...]In [...] Wien /den 14. Augusti /1719. gehalten

6 Editionstexte
6.1 Ausführliche Beschreibung [...] den 26. Aprill 1719 [...]prächtigst gehaltenen Einritt, 3-10
6.2 Specification Derjenigen Schiffen [.] Dero Ab=farth nacher Constantinopel den 17. May 1719. abgereiset, 1-4
6.3 Diarium [...] vom 17. May / als den Tag des Aufbruchs von Wien / bis den 22. Juny 1719, 1-8
6.4 Ausführlicher Bericht [...] Was nach dem am 15. Junii 1719. beschehenen Auswechslung=Act [...] begeben habe, 1-4
6.5 Ausführliche Beschreibung [...] Vom 23. Junii bis 10. Augusti 1719, 3-18
6.6 Continuatio Diarii Des [...] Damian Hugo /Grafen von Virmont rc. [...], 1-6
6.7 Ausführliche Beschreibung [...] Empfangs / Und Einbegleitung / Wie auch Einzugs Welchen [...] lbrahim Bassa, &c. [...] In [...] Wien /den 14. Augusti /1719. gehalten, 5-64

7 Quellen- und Literaturverzeichnis
7.1 Quellen
7.2 Sekundärliteratur
7.3 Onlineressourcen

Abstract

Die vorliegende Arbeit enthält eine Edition ausgewählter Flugschriften, welche im Kontext der Großbotschaften Damian Hugo von Virmonts und Ibrahim Paschas (1719/20) gefertigt worden sind. Die zeitgenössische Publizistik hat die radikalen Brüche zwischen den Reichen nicht nur als bewältigt dargestellt, sondern auch Offenheit und Begeisterung gegenüber der osmanischen Kultur demonstriert. Diese historische Quellenedition wurde mit der digitalen Plattform „Transkribus“ erstellt und soll Interessierten einen kleinen, aber relevanten Einblick darüber geben, wie die habsburgisch-osmanische Diplomatie und deren Konfliktmanagement in den Druckschriften jener Zeit manifestiert wurde.

This thesis contains an edition of selected pamphlets that were produced in the context of Damian Hugo von Virmont's and Ibrahim Pascha's Great Embassy (1719/20). Contemporary journalism not only portrayed the radical rifts between the empires as resolved, but also demonstrated openness and enthusiasm for Ottoman culture. This historical source edition was created with the digital platform „Transkribus“ and is intended to give those, who are interested, a small but relevant insight into how Habsburg-Ottoman diplomacy and its conflict management was manifested in the printed publications of the time.

1 Einleitung

Von 1526 bis 1792 fanden zwischen den Habsburgern und den Osmanen acht „Türkenkriege“ statt, welche das kollektive Gedächtnis der Zeitgenossen tief prägten. Diese insgesamt 80 Jahre traumatisierten die Menschen maßgeblich, sodass die Erinnerung an die Konflikte bis heute nicht verschwunden ist. Nicht selten wurde jedoch von der Forschung, ausgehend von der außenpolitischen Ereignisgeschichte, außer Acht gelassen, dass von beiden Seiten ein Bemühen in Sachen Konfliktmanagement stattgefunden hat: in Form von Friedensverträgen und Waffenstillstandsabkommen. Doch bestimmte konfliktträchtige Voraussetzungen standen diesem beidseitigen Wohlwollen gegenüber: Machtansprüche, kulturelle Brüche, Alteritätskonstruktionen, unterschiedliche Sprachen, fundamentale religiöse Gegensätze sowie Gesetzes- und Wissensordnungen. Einen Mechanismus der Deeskalation stellte die Diplomatie dar, die auf der Idee einer „Freundschaft“ als Voraussetzung einer friedlichen Koexistenz fußte.1 Der Frieden von Passarowitz demonstriert jedenfalls, dass man mit der Freundschaft als einer symmetrischen, auf Parität beruhenden Beziehung zwischen zwei ranggleichen Herrschern einverstanden war. Essenzielle Gegenstände der Freundschaftsbildung waren hierbei Vertrauen, Vertragstreue, Gewaltvermeidung und schließlich die Intensivierung der Kontakte.2

Der gemeinsame Nenner der diplomatischen Praxis besteht darin, dass versucht wird, mittels Kommunikation die Verhältnisse zwischen politischen Kräften zu regulieren.3 Die Großbotschaften verkörperten auf symbolisch-rituelle Art Sondergesandtschaften auf höchstem diplomatischen Niveau. Die Habsburger und die Osmanen nahmen diese zumeist in die Pflicht ihrer Friedensverhandlungen und schworen damit, aufwendige, zeitlich befristete und wechselseitige Missionen im Zuge des Friedensprozesses zu befolgen. Diese waren derartig essenziell für die Friedenssicherung, dass deren Stillstand mit einem Vertrauensbruch gleichgesetzt wurde.4 Das diplomatische Zeremoniell symbolisierte die internationalen Beziehungen. Es wurde komplex inszeniert und ging nach strikt vereinbarten Regeln vonstatten. Jegliche Abweichung konnte den Ablauf behindern und gar eine Eskalation bedeuten.5 In den Großbotschaften konzentrierte sich somit das Politikverständnis der Zeit: das Einssein von Schaffung und Demonstration des Friedens.6 7

Die vorliegende Arbeit fokussiert die diplomatische Mission von Damian Hugo von Virmont 1719/20.7 Das Ziel der Arbeit war die Aufbereitung einer digitalen Quellenedition von sieben Flugschriften der zeitgenössischen Publizistik. Im Zuge dessen wurde überdies versucht, bestimmte Themen schwerpunktmäßig herauszugreifen, indem Fragen an die Quellen gestellt wurden: Welches Bild der Osmanen und der Habsburger wurde in den Druckschriften vermittelt? Sind intertextuelle Bezüge zwischen den Flugschriften vorhanden? Auf welche Weise werden die Ereignisse im Hinblick auf Aspekte der „Symbolischen Kommunikation“ dargestellt?

Die Wandlung des Türkenbilds in Richtung Bewunderung und Begeisterung für die Exotik des Orient sowie Orientalismus wird daher auch in Grundzügen im zweiten Kapitel „Historischer Kontext“ Anklang finden, da nach den Siegen im Großen Türkenkrieg (1683-1699) und im Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg (1714-1718) zwar die „Türkenfurcht“ politisch und sowie publizistisch verbannt wurde und damit die Manifestation des „Erbfeindes der Christenheit“ verblasste, dennoch ein Misstrauen und sogar eine latente ethnisch-kulturell argumentierte Feindschaft, womöglich bis heute, bestehen blieb.8 An dieser Stelle soll ausdrücklich erklärt werden, dass die ausgewählten Fragen keinen Anspruch auf eine vollständige Analyse erheben, da dies den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen würde.

Einleitend wird die vorliegende Forschungsarbeit den historischen Hintergrund erläutern, der den Friedensvertrag von Passarowitz 1718, die diplomatische Beziehung und Praxis zwischen den Habsburgern und Osmanen, das Türkenbild und sein stetiger Wandel, die Großbotschaft Virmonts 1719/20 und dessen für die Edition relevanten Stationen umfasst. Zuletzt soll der Begriff „Theatralität“ angesichts der Großbotschaften erklärt werden. Weiters wird in dem dritten Kapitel die „Typologie der Flugschriften“ dargelegt. In diesem Zusammenhang werden der medienhistorische sowie der historische Kontext und die Spezifik der Medien sowie deren konstruktiver Charakter konkretisiert. Das vierte Kapitel soll darüber informieren, auf welche Weise die Quellenbeschaffung und vor allem die digitale Aufbereitung mithilfe des Programms „Transkribus“ erfolgte. Das fünfte Kapitel enthält die Quellenautopsie, die zu allen sieben Werken verfasst wurde. Diese beinhaltet grundlegende quellenkritische und bibliografische Informationen sowie die Zusammenfassung des Inhalts. Zudem sollen die bereits erwähnten Fragen im Mittelpunkt stehen und in Ansätzen beantwortet werden. Den Schluss bilden die Editionstexte der Flugschriften zu den beiden Großbotschaften aus den Jahren 1719/20.

Grundsätzlich kann man vorwegnehmen, dass die ausgewählten Flugschriften bei der Inszenierung des Friedens im Kontext der habsburgisch-osmanischen Diplomatie, die fundamentalen Brüche zwischen den Reichen als überwunden versinnbildlicht haben. Darüber hinaus ist festzuhalten, dass die Autoren der Druckschriften Interesse an der osmanischen Kultur, u.a. an der Architektur, der Flora und Fauna sowie der Kleidung, demonstriert haben sowie wertschätzend und enthusiastisch Analogien zur habsburgischen Kultur hergestellt und umgekehrt unbekannte Sitten und Gebräuche der Osmanen für den unbewanderten Leser erläutert haben. Nicht selten gerät der Schreiber sogar ins Schwärmen über das „Fremde“, das er im „exotischen Osten“ wahrnimmt.

In Anbetracht dessen sucht man in den Flugschriften vergeblich nach einem negativ konnotierten Türken- und Habsburgerbild. Es ist vielmehr so, dass die Erneuerung und Erhaltung des Friedens vor dem Hintergrund der Egalität, Parität und Freundschaft zelebrierend betont werden. Natürlich waren die gedruckten Quellen auch ein repräsentatives Mittel zum Zweck, um Einfluss, Reichtum und Autorität der Habsburger abzubilden. Summa summarum können sie aber als friedens- und freundschaftsstiftend sowie wohlwollend gedeutet werden.

Weiterhin sind in den vorliegenden Flugschriften mehrere intertextuelle Relationen und Übereinstimmungen zugegen, und zwar in Form von wörtlichen Parallelen gewisser Textpassagen oder zumindest in Form von semantisch komparablen Textstellen, wenn Abweichungen in Bezug auf die Schreibweise und/oder die Formulierung vorhanden sind. Bei der Recherche wurden auch „externe“ Quellen und deren Deckungsgleichheit berücksichtigt und miteinbezogen.

Die Ereignisse in den Flugschriften wurden äußerst kongruent in Worte gefasst. In allen Druckschriften wurden bestimmte Rituale, Ehrerweisungen und Zeremonien eingehalten, es wurde durch den synchronen und symmetrischen Grenzwechsel Parität demonstriert, religiöse Provokationen blieben während der Einzüge aus, freundschaftliche Begegnungen wurden durch freiwillige Geschenkübergaben, gegenseitige Besuche, gemeinsame Mahlzeiten sowie mittels positiver, höflicher und friedensstiftender Gestik und Mimik realisiert. Außerdem wurden beide Seiten, unter anderem durch die akkurate Schilderung der Kleidung, als ebenbürtig in Hinblick auf Prestige und Reichtum charakterisiert. Die Einzüge beider Großbotschafter wurden gleichermaßen repräsentativ, prunk- und machtvoll beschrieben, wodurch kein Eindruck von Rangunterschieden hinterlassen wurde. Die Audienzen folgten allesamt einem gewissen Zeremoniell, das von den Osmanen und den Habsburgern entsprechend befolgt wurde. Hierbei sei erwähnt, dass Virmont sogar die Ehre zuteilwurde, vom Großwesir zu einem inoffiziellen Treffen mit vielerlei „Entertainment“ eingeladen zu werden, was zweifellos Wertschätzung und Sympathie von osmanischer Seite erkennen lässt.

Die aufbereitete Edition dieser wissenschaftlichen Arbeit ist Teil des Projekts „Digitale Edition von Quellen zur habsburgisch-osmanischen Diplomatie 1500-1918“ beziehungsweise „QhoD“, welches 2020 von der „ÖAW“ am „Institute for Habsburg and Balkan Studies“ entstand und als Infrastruktur zur Edition von Quellen der habsburgisch-osmanischen Diplomatie konzipiert wurde.9 Derzeit werden folgende Projekte bearbeitet: Projekt 1: „Die Großbotschaften Damian Hugo von Virmonts und Ibrahim Paschas (1719/20)“, Projekt 2: „Die Internuntiatur des Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn (1649)“ und Projekt 3: „Die Schreiben Selims II. an Maximilian II. und Mustafa Pa§a (1566-1574)“.10 Die vorliegende Edition ist Bestandteil des ersten Projekts, das im Mai 2020 begonnen wurde. Die dort publizierten Beiträge werden zukünftig als frei lizenzierte offene Forschungsdaten und somit zum alternativen Gebrauch bereitgestellt. Involviert werden „alle Quellen habsburgischer wie osmanischer Herkunft, die diese Mission dokumentieren, also Korrespondenzen ebenso wie Berichte, Reiseberichte, Protokolle, Rechnungen, Bilder, Karten, Artefakte, Flugblätter, Flugschriften und Zeitungen.“11 Diese Quellen sollen Zugänge schaffen zu den Beziehungen zwischen Europa und Asien sowie zwischen dem Christentum und dem Islam, die Problematik der Friedenssicherung aufgreifen, auf die Thematik der Transkulturalität verweisen, Wissens- und Imperienbildung sowie die Beteiligung der Türkei an und in der Europageschichte thematisieren.12 Über lange Zeit widmete sich die Forschung der habsburgisch-osmanischen Diplomatie lediglich der Perspektive der Ereignisgeschichte und weniger der Sichtweise der Kulturwissenschaft. Die Historie der internationalen Beziehungen steht seit den 1990er-Jahren abermals im Fokus der Forschung. Es handelt sich indes keineswegs um ein „Wiederaufleben“ der tradierten Diplomatiegeschichte, da eine Neuorientierung der Themen bereits dagewesene Fragestellungen aus einem neuen Blickwinkel, beispielsweise ausgehend von der These des Vorliegens von komplexen Kommunikationsprozessen, betrachten soll.13

Publizistische Quellen wurden eine geraume Zeit als unseriös angesehen. Erst mit dem Aufbruch der Sozial- und Alltagsgeschichte in den 1970ern geschah eine Steigerung von geschichtswissenschaftlichen Medienstudien bis in die 1990er-Jahre. Die medienhistorische Forschung der (deutschen, britischen und amerikanischen) Geschichtswissenschaft hat inzwischen mittels Publikationen, Qualifikationsarbeiten und Verbundprojekten Fuß gefasst.14

2 Historischer Kontext

Großbotschaften „kamen an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert auf und spielten bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts in den bilateralen Beziehungen, vor allem bei der Friedenssicherung, eine Schlüsselrolle.“15 Die vorliegende Arbeit widmet sich vorrangig der Großbotschaft Virmonts 1719/20, die in den Flugschriften jener Zeit thematisiert wird. Trotzdem oder gerade deswegen sollte der historische Kontext nicht außer Acht gelassen werden, um den Inhalt der Flugschriften akkurat einordnen zu können.

Ein wichtiger Ausgangspunkt für die habsburgisch-osmanische Großbotschaft 1719/20 stellt demnach das bedeutendste Abkommen zwischen den Habsburgern und den Osmanen dar: der Friede von Passarowitz am 21. Juli 1718.16

Durch diesen wurde nicht nur der Venezianisch-Österreichische Türkenkrieg ad acta gelegt, auch die militärischen Verluste, welche die Osmanen nach der Zweiten Türkenbelagerung Wiens eingebüßt hatten, wurden dadurch beendet. Die militärische Superiorität der Osmanen nahm infolge des Wandels der machtpolitischen Verhältnisse ein irreversibles Ende, wohingegen sich die Habsburgermonarchie zur europäischen Großmacht erhob.17

Dreh- und Angelpunkt des Vertrags bildete der Artikel 17 ab, welcher bestimmt, dass die Festigung der Freundschaft erst daraus resultieren kann, dass Geschenke freiwillig und dem Rang der Monarchen entsprechend überbracht werden. Zusätzlich müssten beim Grenzübertritt gewisse Zeremonien eingehalten werden. Der Übertritt, der am 15.06.1719 in der Nähe von Paracin erfolgte, wurde Punkt für Punkt besprochen und ausgeführt: So wurden auf einer Wiese drei Säulen platziert, wobei die mittlere eine Grenze markierte und jegliche Abstände exakt abgemessen wurden.18

Das Prozedere sollte vor allem einen Aspekt zum Ausdruck bringen: Parität. Die Gleichrangigkeit des habsburgischen Großbotschafters Damian Hugo von Virmont und des osmanischen Großbotschafters Ibrahim Pascha wurde dahingehend verbildlicht, dass beide einen komparablen sozialen Rang innehatten, simultan eintrafen, zusammen und im gleichwertigen Abstand vor der mittleren Säule vom Pferd stiegen und zum gleichen Zeitpunkt mit den Füßen den Boden tangierten. Der gleichzeitige Wechsel des Territoriums war ein weiterer Aspekt, der beachtet werden musste, denn derjenige, der es unterließ, würde automatisch um den Frieden bitten.19

Der Vertrag von Passarowitz war ein Symbol des Friedens, nach welchem sich sowohl die Osmanen als auch die Habsburger gesehnt haben. Fortan sollte eine friedliche Koexistenz beider Reiche gesichert und angestrebt werden.20 Da in den Jahren 1526 bis 1792 acht „Türkenkriege“ zwischen den Habsburgern und Osmanen erfolgten, die insgesamt 80 Jahre andauerten, hatten sich die Feindbilder in das kollektive Gedächtnis der Menschen eingebrannt - sogar in Zeiten des Friedens konnte das gegenseitige Misstrauen nicht nivelliert werden. Man sollte jedoch ebenso nicht außer Acht lassen, dass mehr als 65 Friedensverträge und Waffenstillstandsabkommen verzeichnet werden können.21 Nicht selten beabsichtigten die Osmanen eine Fertigung von zeitlich begrenzten Waffenstillstandsverträgen, weswegen kontinuierlich neue Abschlüsse nötig waren.22 Die Verträge, in denen man sich zu wechselseitigen Verbindlichkeiten verpflichtete, wurden nicht selten als „Freundschaftsabschlüsse“ beziehungsweise „Freundschaftsverträge“ bezeichnet. Der Bruch derselben verhieß eine Beendigung der „Freundschaft“.23

„Europäer entwickelten im Laufe ihrer spannungsreichen Begegnung mit ihren muslimischen Nachbarn in Nordafrika und im Vorderen Orient unterschiedliche Diskurse, die den Islam und die Muslime als ,das Andere‘ beschrieben. Diese Alteritätsdiskurse dienten der eigenen Selbstvergewisserung und transportierten Vorurteile und Stereotypen, die sich als äußerst langlebig erweisen konnten, aber auch einem steten Wandel unterlagen.“24

Das obige Zitat greift ein Hauptproblem im Zuge des Friedens- und Konfliktmanagements zwischen Habsburgern und Osmanen auf: Alteritätskonstruktionen und Feindbilder, die durch Herrscherpropaganda und Schlagwörter wie „Türkengefahr“ und „Türkenfurcht“ begünstigt worden sind, grenzten Osmanen und Habsburger voneinander ab. Die unterschiedlichen Religionen Islam und Christentum festigten die Fremdbilder und die eigene Identität der Osmanen und Habsburger.25 Fremdbilder, also Wahrnehmungsmuster der Alterität, bilden einen entscheidenden Bestandteil interkultureller Kommunikation. Diese werden mit Identitätsbildern und kollektiven Selbstbildern konnektiert. Zwischen den Polen Faszination und Feindbilder befinden sich verschiedenartige Dimensionen von Fremdbildern.26

In Bezug auf das Türkenbild sollen auch die positiven Konnotationen angeführt werden, denn es lag durchaus eine gewisse Faszination und Begeisterung für die Türken, Mauren und das Orientalische in seiner Gesamtheit vor. So wurden dieselben von der Elitekultur Frankreichs Ende des 17. Jahrhunderts als etwas Exotisches angesehen. Reisende wie Lady Mary Wortley Montagu (1689-1762) versuchten, mit ihren Reiseberichten bestimmte überholte Stereotypen zu ändern. Europäer verzehrten sich nicht selten nach der Auffassung eines poetischen Orients als unverdorbener Ursprung von Mystik und Spiritualität.27 Grothaus stellt ferner fest, dass die Gefährdung der Überhöhung von Topoi im Zeichen der Superiorität kulturimmanenter mentaler Ordnungen, die turkophilen Exotismen sowie Schwärmereien und die kosmopolitischen Gedanken der Toleranz keineswegs vom breiten Volk, sondern lediglich von den (intellektuellen) Eliten erkannt wurden.28

In der Konsequenz repräsentierten positive und negative Stereotypen, Klischees und Topoi sowie das Schwanken zwischen Idealisierung und Dämonisierung hinsichtlich des Türkenbilds Wünsche und Ängste zusammen.29 Dem Frieden standen stereotypisierte „Feindbilder“, „identitätsstiftende Alteritätskonstruktionen“, „machtpolitische Rivalität“ und „zivilisatorische Überlegenheit“ im Weg, weswegen ein interkulturelles Konfliktmanagement essenziell war. Dahingehend sollte die Kommunikation zwischen den Reichen nunmehr primär per Diplomatie 30 passieren.30

Die Richtlinien des Völkerrechts, welche in Zentraleuropa unlängst üblich waren, wurden Anfang des 18. Jahrhunderts ebenso von osmanischer Seite adaptiert, wodurch eine rechtliche Absicherung der Diplomaten erzeugt wurde und Beziehungen zwischen Osmanen und Habsburgern keine Exzeption mehr abbildeten.31 Vor allem nach dem Frieden von Karlowitz 1699 stieg die Anzahl der diplomatischen Missionen der Osmanen in Europa an. Vonseiten der Osmanen existierte zudem ein Interesse und sogar eine Bewunderung an den Ereignissen an den christlichen Höfen. Der stetige diplomatische Kontakt, der durch Stellvertretungen in Hauptstädten Europas arrangiert wurde, repräsentierte einen bedeutsamen Schritt in Richtung Zusammenführung des Osmanischen Reichs in das politische System Europas.32

Die habsburgisch-osmanische diplomatische Praxis basierte auf einer Friedenspolitik, welche durch eine symbolische Komponente gekennzeichnet war. Besonders in der Frühen Neuzeit war es von Bedeutung, dass politische Ordnungen von symbolisch-rituellen Manifestationen begleitet waren. Die Großbotschafter mussten den Frieden zwischen zwei äußerst unterschiedlichen Kulturen symbolisieren und werden daher mitunter als „Friedensbringer“ verstanden. Die Missionen selbst waren für die Erhaltung, Herstellung und Darstellung des Friedens essenziell, da ihr Wegfall einen Stillstand der Friedensverträge und einen Vertrauensbruch bedeuten würde.33

Der Austausch der Großbotschafter war eine aufwändige und chronologisch determinierte Mission auf höchster diplomatischer Ebene.34 Sowohl die Habsburger als auch die Osmanen verpflichteten sich - im Zusammenhang mit Friedensaushandlungen - zu diesen gegenseitigen Sondergesandtschaften. Auch Polen-Litauen und Venedig vollzogen an der Hohen Pforte ähnliche Missionen, weswegen man die Feststellung treffen kann, dass es sich hierbei um kein spezifisches Charakteristikum der osmanisch-habsburgischen Beziehungen handelt.35 Die primären Aufgaben der Großbotschaften bestanden darin, ratifizierte Abkommen zu überbringen, über die Entlassung von Gefangenen zu verhandeln und Geschenke zu überreichen. Überdies sollten sie nicht selten Grenzstreitigkeiten und Vertragsartikel rektifizieren.36

Im Jahr 1719 begab sich Damian Hugo von Virmont als kaiserlicher Großbotschafter auf eine Reise an die Hohe Pforte. Bevor dieser den diplomatischen Dienst antrat, war er unter anderem als Oberst am Großen Türkenkrieg (1683 bis 1699) beteiligt und Zeuge des Siegs der Habsburger unter dem Regiment Prinz Eugens in der Schlacht bei Zenta (1697). Virmont erhielt durch den Kaiser den Stand des Reichsgrafen, war kaiserlicher Statthalter in Mantua und führte Missionen nach Schweden und von Preußen nach Berlin durch. 1717 begab er sich im Auftrag Prinz Eugens als einer von drei Bevollmächtigten zu den Friedensverhandlungen nach Passarowitz.37

Das Abkommen machte dem Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg (1714/16-1718) ein Ende. Der Vertrag enthielt die Bekräftigung, dass sich die Habsburger und Osmanen zu einer gegenseitigen Großbotschaft verpflichteten. Strohmeyer teilt die Stationen der Mission Virmonts folgendermaßen ein: Der „Grenzübertritt bei Paracin“, „Einzug in Konstantinopel“ und „Antrittsaudienz bei Sultan Ahmed III“.38 Die Quellen, die im fünften Kapitel erläutert werden, beschäftigen sich nicht nur mit den obigen Stationen, weswegen für eine bessere Übersicht die wichtigsten Ereignisse, die in den Flugschriften angezeigt werden, hier zusammengefasst werden sollen:

- Einritt Virmonts in Wien am 26. April 1719.
- Abreise Virmonts von Wien nach Belgrad am 17. Mai 1719.
- Grenzübertritt bei Paracin mit Auswechslung der Botschafter am 15. Juni 1719.
- Ankunft des osmanischen Botschafters Ibrahim Bassa in Belgrad und Treffen mit Graf Joseph von Oduyer: 26. bis 30. Juni 1719.
- Einzug in Konstantinopel am 03. August 1719
- Audienzen beim Großvezier und bei Sultan Ahmed III.: 05. August 1719 und 08. August 1719.
- Empfang und Einzug des Großbotschafters Ibrahim Bassa in Wien: 14. August 1719.
- Audienz bei Kaiser Karl VI. und Prinz Eugen: 04. September 1719 und September 1719.
- Besuch Virmonts beim Großvezier: 18. September 1719.

Im Hinblick auf die vorliegenden Flugschriften sollte vorher noch der Begriff „Theatralität“ verdeutlicht werden. Dieser enthält mehrere Merkmale: „Aufführungscharakter, Inszenierung, Körperlichkeit sowie Wahrnehmung und Interpretation.“ Strohmeyers präziser Ausformulierung der Aspekte ist mithin nichts hinzuzufügen:39

„Aufführungscharakter: Die Großbotschaft fand auf ,Bühnen‘ statt, an den , Aufführungen ‘ waren ,Schauspieler‘ und ,Zuschauer‘ beteiligt. / Inszenierung: Der Ablauf dieser Missionen wurde penibel geplant. Ein ,Drehbuch‘ legte Verhaltensregeln fest und steuerte die Kommunikation mit dem Publikum. / Körperlichkeit: Akteure vermittelten nicht nur verbal, sondern auch unter Einsatz von Mimik und Gestik Informationen. / Wahrnehmung und Interpretation: Diese Handlungen wurden von den Zeitgenossen wahrgenommen und interpretiert, wobei zumindest zwei Ebenen - Habsburger und Osmanen - zu unterscheiden sind. Dabei ist ins Kalkül zu ziehen, dass Diskrepanzen zum ,Drehbuch‘ sowie widersprüchliche Auslegungen möglich waren.“40

Die symbolische Inszenierung des Friedens wurde durch Parität, die eine Egalität zwischen den Habsburgern und den Osmanen zum Ausdruck bringen sollte, verdeutlicht - so etwa im Rahmen der symmetrischen Inszenierung des Grenzübertritts oder der Geschenkübergabe. Eine provokante Demonstration eines religiösen Antagonismus wurde grundsätzlich unterlassen. Inszenierungen von Freundschaft durch Gesten sowohl beim Grenzwechsel und Einzug als auch bei der Geschenkübergabe spielten eine wesentliche Rolle: Händedruck, Umarmungen, geteilte Mahlzeiten, Küsse und der Präsentaustausch waren ein elementarer Bestandteil des essenziellen Phänomens Freundschaft in der habsburgischen sowie in der osmanischen Kultur und Politik. In Friedens- bzw. Waffenstillstandsverträgen war die Freundschaft ein Grundbestand und galt als Überwindung kultureller Brüche.41

3 Die Typologie der Flugschriften

3.1 Medienhistorischer und historischer Kontext

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Reproduktion verschrifteter Werke von den Schreibtischen der Kopisten in die Werkstätten der Buchdrucker verlagert. Dieser Wandel revolutionierte die Gesamtheit der Observanzen gelehrten Wissens.42 Um 1450 kann der Beginn der sogenannten „ersten Revolution des Buches“ und der Anfang der Moderne datiert werden.43 Dieser Beginn fußt auf der Erfindung der Typografie mit beweglichen Lettern von Gutenberg, welche als „markierendes Ereignis“ bezeichnet werden kann. Infolgedessen wurde die orale Kommunikation von einer literalen Kommunikation separiert, was als „entscheidende Revolution in der menschlichen Kommunikationsgeschichte“ gilt.44 Bösch ist der Meinung, dass die Erfindung des Buchdrucks einem Prozess und keinesfalls einer Revolution gleicht, da handgeschriebene und gedruckte Medien lange Zeit nach der Erfindung koexistierten.45 Der Buchdruck jedenfalls beanspruchte eine neue Struktur der Buchbranche mittels wirtschaftlich organisierter Kategorien, welche sich als Markt und Wettbewerb subsumieren lassen.46 „Die Flugschriften bildeten ihrerseits einen Teil der Kleindrucke, die mit der Ausbreitung von Gutenbergs Erfindung gebräuchlich wurden“47, so Wilke.

Seit 1517 kam es zu einem immensen Aufschwung der Flugschriften, für welchen vor allem die Reformation und deren territoriale Verankerung ausschlaggebend waren.48 Die Flugschrift stellte neben dem Flugblatt das bedeutendste Druckmedium zur Distribution der Schriften Martin Luthers dar. Wegen der neuen Möglichkeit der alternativen Öffentlichkeit fühlten sich die Kirche und der Adel in ihrer Autorität bedroht, weswegen eine Zensur und Suppression in Form der „Imprimatur“, der „Druckerlaubnis durch Kirchenbehörden“49, veranlasst wurden. Anfang des 18. Jahrhunderts bildeten Flugschriften Medien ab, welche Themen der Auseinandersetzungen um die Aufklärung involvierten.50 Fragen der Religion, Politik und des Rechts verursachten insbesondere in Zeiten der gesellschaftlichen Krisen eine Expansion der Flugschriften.51

Mediengeschichtlich markiert das Medium Flugschrift einen Umschwung. Dafür können mehrere Gründe genannt werden: Erstens stellt die Flugschrift wegen ihres Umfangs, der zwischen dem Umfang eines Buches und eines Blatts schwankt, ein neuartiges, vielfältiges und funktionales Medium dar, welches bis in die Gegenwart als Heft erhalten blieb. Zweitens hält Faulstich fest, dass die Flugschrift folgende Elemente miteinander in Verbindung brachte, wodurch der Typus von lokal eingegrenzter Öffentlichkeit verändert wurde.

„[...] eine Mischung aus objektiven Zustandsbeschreibungen bzw. allgemeingültigen Zeitbefunden, appellativen Belehrungen und subjektiver Betroffenheit bzw. privatem Engagement, wie es sie bezogen auf gesellschaftliche Alltagswirklichkeit und auf Dauer angelegt, zuvor noch nicht gegeben hatte.“52

Ab sofort waren einzelne Personen in der Lage, sich unabhängig von mündlich Tradiertem sowie Prätentiertem privat und selbstständig zu informieren, da die Flugschriften Teil des frühkapitalistischen Marktes wurden.53 Doch die Druckwerke standen nicht nur zum selektiven Verkauf zur Verfügung, sondern diese wurden ebenso, um gezielt Propaganda zu betreiben, gratis an Rezipienten verteilt.54 Sie wurden meist anonym publiziert und auf öffentlichen Plätzen sowie bei Buchhändlern ausgehändigt.55

3.2 Spezifik und Charakter der Medien

Die Flugschrift stellte eine von vielen Medien dar, welche dependent von Intentionen und Bedürfnissen im Zuge eines „Medienverbunds“ historische Geschehnisse semantisch manifestierten und distribuierten.56 Wenn man von Flugschriften und Flugblättern spricht, fallen im Bereich der Wissenschaft nicht selten Bezeichnungen wie „Akzidenzdrücke“, „Wiegendrucke“ und „Frühdrucke“. Die Begrifflichkeit „Akzidenzdruck“ beziehungsweise „Gelegenheitsdruck“ meint nicht periodische gedruckte Werke, deren Umfang eingeschränkt ist.57 Feststeht, dass der Begriff „Flugschrift“ nach Hans Joachim Köhler, der das Druckwerk als eigenständiges Medium der Kommunikation begriff, lange Zeit keineswegs eindeutig bestimmt werden konnte. Das Flugblatt und die Flugschrift wurden des Öfteren als ein einziges Medium unter dem Chiffre „Pamphlet“ zusammengefasst oder die Flugschrift wurde mit den Begrifflichkeiten „Büchlein“, „Privatbrief‘, „ Zeitung“ und „Volkslied“ in Verbindung gebracht beziehungsweise als solche definiert.58 Darüber hinaus nennt Wilke Bezeichnungen wie „libelli famosi“, „Pasquille“ und „Broschüren“.59

Die Flugschrift lässt sich von den Flugblättern insofern synchronisch abgrenzen, als sie länger und detaillierter ausfällt, demnach über mehr als ein Blatt verfügt und nicht periodisch, sondern selbstständig publiziert wurde. Zudem hatten die Flugschriften ein kleineres Format und wurden in Quart- oder Oktavformaten bedruckt sowie illustriert.60 Dabei sollte man bemerken, dass die Illustrationen keineswegs figurativ und szenisch dargestellt wurden (wie es beim Flugblatt der Fall ist), sondern vornehmlich als Ornamente dienten.61 Die Flugschrift war zudem textlastiger als das Flugblatt.62 Außerdem waren die Blätter grundsätzlich ungebunden.63 Faulstich bezeichnet sie als „Pamphlete“ und weist darauf hin, dass Flugschriften in der Regel vier bis 16 Seiten lang waren.64 Die meist anonym publizierten Druckwerke sollten nicht selten den Eindruck vermitteln, dass sie von einem ungelehrten Laien verfasst worden sind. Dies war ein Trugschluss, da diese Großteils von Klerikern und Gelehrten abgefasst wurden.65

Die Flugschrift erfüllte nicht selten den Zweck, den Rezipienten im polemischen Tonfall überzeugen zu wollen.66 Zusätzlich verkörperte die Flugschrift ein Medium, das „als ein Forum genutzt wurde“ und „dem einzelnen Bürger Raum für Meinungsäußerung und Parteinahme bot“67. Stöber spricht im Zusammenhang mit der Distribution von Flugschriften von einer „Agitation“ und „Beeinflussung des Handelns“ sowie von „Propaganda“ und „Beeinflussung der Überzeugung“. Ihr Umfang mache es laut Stöber möglich, abstrakte politische Themen diskursiv und kontrovers darstellen zu können.68

Der essenzielle Zweck der Medien der frühen Neuzeit war agitatorisch und sie verkörperten in erster Linie „Kampfmedien“ Ab dem 18. Jahrhundert festigte sich die Vormachtstellung der gedruckten Medien.69 Faulstich ist der Überzeugung, dass die Flugschrift „als Mittel der Massenkommunikation“ die breite Masse der Öffentlichkeit tangieren, beeinflussen und manipulieren sollte.70 Wilke teilt dessen Meinung, indem er schreibt: „Daher dienen sie weniger der bloßen Unterrichtung als der Einflussnahme auf Meinungen und Überzeugungen, ja sind Mittel der Propaganda und Agitation.“71 Faulstich ist der Ansicht, dass mit dem Aufkommen des Mediums Zeitung im 17. Jahrhundert die Flugschrift weitgehend verdrängt wurde und drastisch an gesellschaftlicher Wichtigkeit verlor.72 Die Bildung des Literatursystems wurde vorrangig von den Druckmedien Buch, Zeitung und Zeitschrift geprägt.73 Trotzdem bleibt festzuhalten, dass Flugschriften durch Propagandaappelle die bestehende Formensprache revolutionierten und das Setzen von konkreten Themenschwerpunkten evozierten.74

4 Methoden

Zuallererst war es notwendig, geeignete Quellen heranzuziehen. Dabei wurden vorerst Flugblätter gesucht, die sich auf vier Botschaften konzentrieren: Damian Hugo von Virmont 1719/20, Wolfgang IV. von Oettingen-Wallerstein 1699-1701, Walter Leslie 1665/66 und Anton Corfiz Ulfeldt 1739/40. Die Suche in den Verzeichnissen der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts (VD17) und 18. Jahrhunderts (VD18) war anfänglich wenig ergiebig, da vornehmlich Briefe und gesetzliche Texte als Medien aufgefunden wurden. Resultierend daraus war es äußerst sinnvoll, das Kontingent der Großbotschaften zu limitieren und sich lediglich auf die Recherche der Flugschriften und Flugblätter zur Großbotschaft von 1719/20 zu konzentrieren. Im Zuge der weiteren Nachforschungen, in denen mich Arno Strohmeyer maßgeblich unterstützt hatte, wurden sieben passende Flugschriften ausfindig gemacht.

Da das vornehmliche Ziel der Arbeit in einer digitalen Aufbereitung lag, mussten die Flugschriften aufbereitet, eine Transkription erstellt und eine digitale Edition aufbereitet werden, welche nachfolgend in dieser Arbeit publiziert wird. Nachdem die sieben Flugschriften im PDF-Format runtergeladen worden waren, konnte man diese auf der Webseite von „Transkribus“ beziehungsweise im Computerprogramm selbst hochladen, wo sie in der Folge transkribiert werden sollten. Transkribus ist „eine umfassende Plattform für die Digitalisierung, Texterkennung mithilfe Künstlicher Intelligenz, Transkription und das Durchsuchen von historischen Dokumenten [,..]“75. In dem Artikel „Transforming scholarship in the archives through handwritten text recognition” wird zusammengefasst, dass „Transkribus” vor allem von „archivists, humanities scholars, computer scientists and members of the public, all of whom are interested in the study and exploitation of historical documents”, Verwendung findet. Es handelt sich um ein Programm, dass mittels „machine learning” in punkto Texterkennung mit jedem neuen hochgeladenen Dokument, das auf der Plattform verarbeitet wurde, sicherer und treffender wird.76

Für das weitere Vorgehen wurde die „Expert-Client Version“ runtergeladen. Parallel dazu wurde mit der Browserversion „Transkribus-Lite“ gearbeitet. Beide Versionen sind kostenlos verfügbar, frei zugänglich und werden bei der Bearbeitung der Dateien miteinander synchronisiert. Die Browserversion wurde lediglich für die „Texterkennung“ (mit dem Modell „German Fraktur 18th Century - WrDiarium_M9“) und das Hinzufügen der „Tags“, die späterhin noch Erwähnung finden werden, gebraucht, wohingegen das Programm überaus nützlich für die Korrektur der Transkriptionsfehler sowie für die Segmentierung und Kommentierung (die Kommentierung musste im Nachhinein entfernt werden, da ansonsten das Hinzufügen der Tags in der Browserversion nicht möglich war und Fehlermeldungen bei der Speicherung aufschienen) war.

Die Segmentierung beinhaltet jedenfalls, dass einzelne Zeilen vom Programm erkannt werden müssen, sodass es de facto jeden Buchstaben richtig transkribiert und zuordnet. Dieses vollautomatisierte Transkribieren und Segmentieren verläuft jedoch nicht selten lücken- und fehlerhaft, weswegen ein manuelles, akribisches Nachbessern unumgänglich war. Besonders die Funktion „add a line“ wurde in der „Expert-Client Version“ häufig benutzt, da Zeilen falsch zugewiesen und/oder Buchstaben sowie Wörter - vor allem am Seitenrand - partout nicht erkannt wurden.

Bei den Übersetzungsfehlern und/oder unlesbaren Textstellen musste manchmal überlegt werden, welche Begrifflichkeiten (u. a. im Bereich der historischen Linguistik) im Zusammenhang gemeint sein könnten. Dafür waren nicht nur die identischen Textpassagen, die in den Quellen77 untereinander gefunden werden konnten, sondern auch bestimmte Register (Personen-, Ereignis- und Ortsregister sowie Glossare) dienlich - beispielsweise jene, welche im Rahmen des FWF-Projekts „Die Medialität diplomatischer Kommunikation: habsburgische Gesandte in Konstantinopel in der Mitte des 17. Jahrhunderts“78, und in Simon Königers Masterarbeit „Die Großbotschaft des Grafen Damian Hugo von Virmont 1719/20: eine historisch-kritische Edition der Berichte von Otto Friedrich von Öbschelwitz und Johann Joseph Graf von Oduyer“79 veröffentlicht wurden. Die „Wörterbücher im DWDS“80 waren besonders hilfreich für die etymologische Erschließung und Denotation von Wörtern.

Zu einem späteren Zeitpunkt mussten über „Transkribus lite“ gewisse „Tags“ generiert werden, die den Sinn haben, dass markierte Wörter Verknüpfungen enthalten, welche Benutzerinnen zu weiteren bereitgestellten, vertiefenden und zugeschnittenen Informationen auf Webseiten weiterleiten sollen. Die Unterteilung der „Tags“ erfolgt in den Kategorien „person“ (eine echte Person, die als Name konkretisiert wird oder nicht, aber identifizierbar sein sollte), „place“ (alle Orte, die auf einer Karte lokalisierbar sind) und „event“ (allgemeine Datenangaben oder historische Ereignisse wie „der Frieden von Passarowitz“ im Schemata „JJJJ-MM-TT“). Problematisch war hierbei, eine effiziente Unterscheidung zwischen nicht identifizierbaren und identifizierbaren Personen zu treffen. Es wurde demnach die Entscheidung getroffen, dass nicht nur Eigennamen markiert werden sollten, sondern auch Relationen in Form von „Konkreta/Substantiven“ (Substantive, die von definiten Artikeln begleitet werden, wurden Substantiven, die in Begleitung von indefiniten Artikeln sind, vorgezogen), substantivierten Adjektiven und Verben sowie „Demonstrativ-, Relativ-, Possessiv- und Personalpronomen“. Außerdem wurde der Rang der genannten Personen berücksichtigt - in der Annahme, dass die jeweilige Person, je höher der Rang war, möglicherweise eher identifizierbar ist. Zusätzlich wurde darauf geachtet, dass Beifügungen wie Ämter und Titel der Personen ebenfalls markiert werden. Bezüglich der Orte wurde die Überlegung angestellt, ob auch Plätze, Gassen, Gebäude und Viertel in Wien markiert werden sollten. In diesem Punkt entschied man sich dafür, dass lediglich gewisse Orte markiert werden würden, über die man beispielsweise Onlineeinträge81 vorfindet.

5 Quellenautopsie

5.1 Ausführliche Beschreibung [...J den 26. Aprill 1719 [...Jprächtigst gehaltenen Einritt

Die Flugschrift „Ausführliche Beschreibung Der von Ihro Römisch=Kaiserlich=und Königlich= Catholischen Majestät den 26. Aprill 1719. Al=lergnädigst ertheilt=offentlichen Urlaubs=Audienz Dero nach der Ottomannischen Pfort ernenten Groß=Botschafter / Titl. Herrn Damian Hugo / des Heil. Röm. Reichs Grafen von Virmont / der Römisch=Kaiserlichen Majestät würklich=geheimen=und Hof=Kriegs=Raht / Cammerer / General=Feld=Zeugmaister / und Obristen über ein Regiment zu Fuß / und dessen zu diesem End prächtigst gehaltenen Einritt“82 konnte zwar problemlos unter „Google Books“ heruntergeladen werden, jedoch wurde kein frei zugänglicher Onlinezugriff innerhalb einer Bibliothek gefunden. Auf der Webseite „Dutch Pamphlets Online“83 sind zumindest Eckdaten vorhanden, die im Folgenden berücksichtigt und demnach angeführt werden. Das auf acht Seiten bedruckte Exemplar wurde 1719 publiziert und am 04. November 2013 digitalisiert. Auf „Google Books“ wird als Standort die Bibliothek „National Library of the Netherlands” und auf „Dutch Pamphlets Online” die „Koninklijke Bibliotheek“ angezeigt, in welcher man die Flugschrift unter der Signatur Pflt 16444 ausleihen könnte. Autor, Ort und Verlag sind jedenfalls nicht bekannt.

Zwischen der gesamten Flugschrift und den Seiten 1597-1601 der Druckschrift „Theatrum Ceremoniale Historico-Politicum, Oder Historisch=und Politischer Schau=Platz des Europäischen Cantzley=Ceremoniels, Wie Kayser/ Könige/ Chur=und Fürsten/ Grafen und Herren/ Dann Freye Republiquen/ Reichs=Staats=Kriegs=und andere Geist=und Weltliche/ hohe und niedere Collegia, Und endlich Adel= und Unadeliche Männ= und Weiblichen Geschlechts/ heutiges Tages einander in Briefen tractiren, Nebst unterschiedlichen Historisch=Politisch=und Cantzley=Anmer=ckungen, Elencho und vollkommenem Register. Dem Publico zum Besten ans Licht gegeben Von Johann Christian Lünig“84, den Seiten 75-76 der Flugschrift „Continuatio I. des Hungarisch=und Venetianischen Friedens=Theatri, Auf welchem Der am 27 Julii Anno 1718. zwischen Ihrer Röm. Kayserl. Majestät an einem; dann Dem Türckischen Groß=Sultan am andern Theile, ohnweit Pasarowiz aufgerichtete Commercien=Tractat, Nebst mehr andern merckwürdigen, das Friedens=Werck betreffenden Dingen, vorgestellet wird“85 und den Seiten 7 bis 14 der Flugschrift „Ausführliche Beschreibung Des Prächtigst=und herzlichsten Empfangs / Und Einbegleitung / Wie auch Einzugs Welchen Der Türkische Groß=Botschafter / Vizier Mückerem, Rumeli Valesi Bajefile Taja-Sade, lbrahim Bassa, &c. Dahier / In die Kaiserliche Residenz=Stadt / Wien / den 14. Augusti / 1719. gehalten“86 können semantische und lexikalische Vergleiche gezogen werden. In der vorliegenden Flugschrift wird der „prächtigst gehaltene[n] Einritt der=gleichen in derley Begebenheit fast keiner dahier gewesen /[.. ,]“87 des Damian Hugo von Virmont am 26. April 1719 ausführlich beschrieben.

Zunächst wird geschildert, dass die „Ordnung gestellet: und jedem sein gehöriger Platz angewiesen“ werden würde. Danach folgt eine äußerst umfangreiche Aufzählung von beteiligten Personen. Beispielsweise wird die „Kaiserliche[n] Stadt=Garde / unterm Herrn Stadt=Garde=Hauptmann und Wachtmäister=Lieutenant von Rosenfeld / und Aufführung des Kaiserlichen Stadt=Garde=Hauptmanns / Herrn Jacob Victor von Picky“ genannt oder „zwey Kaiserliche Orientalische Curriers / als die Herren / Isaac de Luca, und Johann Georg Jorkowitz“88.

Außerdem finden sich unzählige Veranschaulichungen der Kleidung von Personen oder Accessoires und wertvolle Gegenstände im Allgemeinen: „in schönen rot= mit Gold verbrämten Kleydern“, „in einem sehr reich von fein=rot=Engellischem Tuch mit Gold bordirten Kleyd / und auf einem mit einer von Gold und Silber reich gestickten Schaberacken bedeckten Pferd /“, „zwölf reich aufgepuzte / und von ponsofarben Sammet mit breit=goldenen Borden verbrämten Decken belegte Hand=Pferde“, „silbernen mit sehr reich von Gold und Silber gestickten Paucken=Fahnen / (darauf der Kaiserliche Adler / und in dessen Mitten das Oesterreichische Wappen von Gold und Silber gestickt gewesen /) behangten Paucken“ et cetera.89 Die Enumeration von jenen Teilnehmenden fand vorerst mit den Worten „25. Machte den Schluß abermalen“ ein Ende.90 Erwähnenswert ist, dass auch demonstrativ türkische Kleidung beschrieben wird: „Erstlich ritte Herr Johann Petrowitz / und Herr Johann Götz / in schön=aufgebuzt=Türkischer Kleydung / und auf Türkisch=ausstaffirten Pferden.“91 Und „[...] zu dessen linken Seiten der neu=Kaiserlich=Orientalische Dollmetsch / Herr Johann Gottschalck / in Türkischer Kleydung und auf Türkisch=ausstaffirten Pferden / zu des ersten Seiten sein auch auf Türkisch gekleydte Laggeyen giengen.“

Darüber hinaus werden explizit Orte in Wien zur Sprache gebracht: beispielsweise das „Stuben=Thor“, „die Landstrasse“, „St. MichaelsKirchen“, „über den Graben“, „den Kohlmarkt“ et cetera.92 Daraufhin wurde in der „Anticammer“ Virmont von dem „Erb=Schazmaister / Grafen von Sinzendorff rc. empfangen“, um die „Bewilligung in die Rath=Stube zur Audienz“ und das „Creditiv eigenhändig“ - das Beglaubigungsschreiben für den Sultan, welches er bei der Antrittsaudienz überreichen sollte - zu erhalten. Während der „Ordnung zum Handkuß vor Ihre Kaiserliche Majestät“ und Höflichkeitserweisungen werden abermals Namen von Personen und deren wortreiche Titel vorgebracht. Im Folgenden sollen Einzelne abgekürzt genannt werden: „[.] Erz=Herzoginnen Maria Theresia / und Maria Anna [...]“, „[...] Herrn Joseph Folch [...]”, „[...] Herrn Joseph Ignatz [...]”, „[...] Erz=Herzogin Maria Josepha [.]”93. Beendet wird die Druckschrift mit einem Verweis auf das stattgefundene „Tractament“, mit einer „Bewirtung“94 und der Erwähnung, dass „zwey künstliche Mahler“95 an der Reise teilnehmen werden, „um alle Curositäten zu gedachtem Constantinopel mahlen zulassen“96.

Es ist unverkennbar, dass die Flugschrift als überaus prestigeträchtig und repräsentativ eingestuft werden kann. Die Beschreibung der prächtigen Kleidung, die Nennung der vielen einflussreichen Personen („vornehme Cavaliers und Edelleuthe“97 ) und deren Ämter sowie Titel, der Verweis auf die Orte Wiens, die Erwähnung der „unzähligen Menge des Volks“98 mit „klingendem Spiel und fliegender Fahn“99 erfüllen allesamt den Zweck, dass Reichtum, Macht und Prestige inszeniert und zelebriert werden.100 All dies unterliegt zudem dem Vorhaben, dass der Frieden von Passarowitz feierlich bestätigt und die Freundschaft erneuert werde.101 Bekräftigt wird dies ferner durch das Tragen der türkischen Kleidung, wodurch Unterschiede ausgesprochen würdigend, achtungsvoll demonstriert und näher gebracht werden.102 Das Abbilden in der Kleidung des „Erzfeindes“ basierte daneben auf einem zunehmenden Interesse der orientalischen Kultur. Mit der Demonstration der andersartigen Gewänder sollte die „Türkenfurcht“ und Angst vor dem Fremden verringert werden. Überdies wollte man dadurch nicht selten diplomatische und kriegerische Macht erkennen lassen.103 Die generelle Interessiertheit wird obendrein durch die Betonung affirmiert, dass zum Beispiel Maler die Reise begleiten werden, um exotische osmanische Kuriositäten zu malen.

5.2 Specification Derjenigen Schiffen [...] Dero Ab=farth nacher Constantinopel den 17. May 1719. abgereiset

Es handelt sich hierbei um eine Flugschrift - verfügbar als E-Book - mit dem Titel „Specification Derjenigen Schiffen / Auf welchen Ihro Excellenz, (Tit.) Herr Damian Hugo, Graf von Virmond / Der Röm. Kayserlichen Majestät Geheimer=und Hof=Kriegs=Rath / General=Feld=Zeugmeister / und be=stellter Obrister über ein Regiment zu Fuß / wie auch Groß=Botschaffter nach der Ottomannischen Pforten / zu Dero Ab=farth nacher Constantinopel den 17. May 1719. abgereiset“104. Das Original befindet sich in der „SLUB“ Dresden („Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden“) unter der Signatur Hist.Turc.407,66.m und dem Bibliothekscode DE-14. Der Erscheinungsort wird als „sine loco“ angegeben, was bedeutet, dass dieser unbekannt ist. Das Erscheinungsjahr ist jedenfalls 1719. Als Beteiligter wird Damian Hugo von Virmont erwähnt. Fraglich bleibt, wer den Autor der Flugschrift verkörpert.

Auf der Webseite der „SLUB“ wird angegeben, dass der Umfang der Quelle zwei Blätter und 40 Seiten beträgt - davon findet man vier bedruckte Seiten vor. Weiters gehört sie zur Reproduktionsreihe „VD18 digital - Drucke des 18. Jahrhunderts“. Die Quelle stellt folglich eine reproduzierte Onlineausgabe dar, die von der „SLUB“ im Jahr 2012 erstellt wurde.

Diese Quelle enthält parallele Passagen (mit minimalen Abweichungen hinsichtlich der Detailtreue) betreffend die Seiten 89-93 des Druckwerks „Continuatio I. [... ]“105 und der Seiten 33-36 der Flugschrift „Ausführliche Beschreibung [...] Empfangs / Und Einbegleitung / Wie auch Einzugs Welchen [...] lbrahim Bassa, &c. [...] In [...] Wien / den 14. Augusti / 1719. gehalten“106.

Auf der ersten Seite ist bereits der Inhalt der Flugschrift prägnant zusammengefasst. Die Quelle beschreibt die Schiffe, auf denen Damian Hugo von Virmont als Hofkriegsrat, Generalfeldzeugmeister, Oberst eines Regiments und Großbotschafter nach Konstantinopel reist. Diese Reise beginnt am 17. Mai 1719.107

Auf der zweiten Seite werden die Personen und Schiffe angeführt und spezifiziert. Auch die Mengenangaben finden Erwähnung. Beispielsweise würden Virmont ein Leibschiff, den sogenannten „Cavallieren“ acht Schiffe, dem Hofmarschall ein Schiff und den Edelleuten fünf Schiffe zugeteilt werden. Auf der dritten Seite wird dieses Prozedere des Aufzählens der Schiffe und deren Zuweisung fortgeführt.108 Dahingehend werden unter anderem die Schiffe für die Pferde, Wägen und Plotten genannt. Insgesamt sollen es 72 Schiffe gewesen sein.109 Zusätzlich wird geschildert, dass das Schiff, das für den Großbotschafter vorgesehen sei, mit Malerei und Bildhauerei sowie mit kaiserlichen Fahnen in Schwarz und Gelb verziert gewesen sei. Außerdem werden große gleichfarbige Schuppen, die im unteren Teil des Schiffes verortet seien, angemerkt. Die Wände seien mit verschiedenartigen Kriegszeichen und Ähnlichem bemalt. Das hintere Vorderteil wiederum sei durch Bildhauerei ausgestaltet worden. Der Autor erwähnt in diesem Zusammenhang, dass dieser Anblick zu „manichen [...] und unverfänglichen Gedanken“ verleite.

Darüber hinaus berichtet er über ein sogenanntes „Gräntzel“, an dem ein vergoldeter Löwenkopf zu bemerken sei. Zudem soll eine vergoldete Weltkugel als Schmuckstück angebracht gewesen sein. Über diesen befinde sich dann der schwarze Reichsadler mit einem goldenen Vlies. Dieser habe Zepter und Schwert in seinen Klauen sowie eine Reichskrone auf seinem Kopf. Zwischen seinen Flügeln war der Gott Jupiter mitsamt Donnerkeil in der linken Hand positioniert. Der Donnerkeil stecke in einem grünen, geschlossenen Lorbeerzweig.110 In der rechten Hand seien wiederum Meer-Fräulein beziehungsweise mit Perlen geschmückte Melusinen. Ferner wird beschrieben, dass auf der „Steyer“ ein weiterer Adler erkannt werden könne. Dieser sei ebenso mit Feston und goldenen Ketten geschmückt. In übertragener Bedeutung wird angeführt, dass der Frieden über den Krieg triumphieren würde.111

Der Autor erwähnt in diesem Zusammenhang einen „Commercien=Tractat“. Eine an der Brust herabhängende Perle soll auf einen gefundenen Schatz verweisen sowie die Freundschaft zwischen Meerfischen und Menschen verbildlichen. An dieser Stelle ist von aufrichtigem „Trauen und Glauben“ zwischen „beder Kayserthum“, „goldenen Ketten mit so vielen Gliedern aneinander verbundenen Nationen“ und „fast den Ländern unschätzbare Perl an der Brust erhalten Anzeig geben will“ die Rede.112

Es kann vermutet werden, dass mit diesen metaphorischen Schilderungen der Vertrag des „Friedens von Passarowitz“, das Vertrauen und die Freundschaft der Osmanen und Habsburger sowie deren Verbindung miteinander versinnblicht werden sollen. Es handelt sich in diesem Sinn um durchaus positiv konnotierte, wertschätzende Sinnbilder und Symboliken des Friedens, der Zuversicht und des Glaubens an eine friedliche Beziehung der beiden Reiche.

5.3 Diarium [...J vom 17. May / als den Tag des Aufbruchs von Wien / bis den 22. Juny 1719

Der Druck „Diarium Der von Ihrer Römisch=Kaiserlich=und Königlich=Catholi=schen Majestät an die Ottomannische Pfort abgeschickten Groß=Bot=schaft / vom 17. May / als den Tag des Aufbruchs von Wien / bis den 22. Juny 1719“113 ist 1719 veröffentlicht worden. Unter der Kategorie „Erschienen“ wird lediglich das Kürzel „S.l.“, was so viel heißt wie „sine loco“ („ohne Ort“) angezeigt. Erscheinungsort, Verlag und Autor sind demzufolge keineswegs angegeben. Seit dem 10. Jänner 2011 ist die Flugschrift digitalisiert am Standort der Bayerischen Staatsbibliothek in München unter der Signatur 4 J.publ.e. 158#Beibd.47 hinterlegt. Die acht Scans sind außerdem allesamt bedruckt.

Die folgende Flugschrift wird damit eingeleitet, dass es sich hierbei um ein Diarium handle, welches sich mit dem Zeitraum vom 17. Mai bis 22. Juni 1719 befasse. Zu Beginn findet unter anderem der geschlossene Frieden von Passarowitz Anklang: „[...] der Ottomannischen Pforten geschlossenen Frieden / und Erneuerung vormaliger Freundschaft [...]“. Es wird zwar anfänglich die Reise zur „Gränz=Linie“114 geschildert, aber das zentrale Thema des ersten Abschnitts der Druckschrift ist ohnedies die Auswechslung der ernannten Großbotschafter Damian Hugo von Virmont und Ibrahim Bassa am 15. Juni 1719. Bedeutende teilnehmende Schlüsselfiguren sind hierbei zusätzlich „Herr Johann Joseph / Graf von Odoyer“ und „der Seraskier zu Nissa“.115

Die Auswechslung selbst wird in aller Ausführlichkeit dargelegt. Es kann augenscheinlich erfasst werden, dass diese bis ins kleinste Detail geplant und ausgeführt wurde:

„[.] daß der Kaiserliche Herr Principal Commissarius dem Herrn Groß=Botschafter einige Schritt entgegen gegangen / und solchen mit Gebung der rechten Hand bis an die mittere Saule geführet / welches auf gleiche Weiß Türkischer Seits geschehen ist; Obwohlen es nun um solche Zeit dergestalten angefangen zuregnen / zudonnern / und zublitzen / daß einer den andern fast nicht erkennen können / so haben sich jedoch dem unangesehen beede Herren GroßBotschaftere nach getahner höflichster Bewillkommung auf die zur rechten Hand gestelte Sesselen unter freyem Himmel niedergelassen / und der Herr Groß=Botschafter / Herr Graf von Virmont / in einer wohlgesezt=lateinischen Anrede den Türkischen an gesprochen / welcher auch gar vernünftig geantwortet / und demnach einer den anderen mit Confecturen und Caffee auf hierobenangeführte Weiß bewürthet.“116

Dieser Textauszug macht es anschaulich, wie detailreich der Vollzug der Auswechslung im Zeichen der Parität vollzogen wurde. Die „Freundschaft“ der beiden lässt sich durch „höfliche“ Gesten des Aufeinandertreffens erkennen. Das Reichen der Hand galt als Freundschaftsgruß und Zeichen des Friedens.117 Ferner steht geschrieben, dass unter anderem Geschenkübergaben, Mahlzeiten, gegenseitige Besuche, ein Wechsel von Nachrichten et cetera stattfanden.118 Das Teilen der Mahlzeiten symbolisierte in beiden Kulturen Freundschaft und Vertrauen.119 Beachtenswert ist, dass bisher in keinen vorigen Quellen so gründlich über das Ereignis der Auswechslung als Ritualisierung berichtet wurde.

Darüber hinaus soll Erwähnung finden, dass auf den letzten beiden Seiten der gedruckten Quelle eine „Continuatio Diarii, aus dem Kaiserlichen Feldlager bey Lemmari, im Königreich Sicilien / vom 9. bis 12. Juny / 1719. Den 9. Juny.“ und eine „Schlacht=Ordnung Ihrer Römisch=Kaiserlich= und Königlich=Catholischen Majestät Armee / wie sie sich im Königreich Sicilien den 12. Juny / 1719“ angeführt werden.120

5.4 Ausführlicher Bericht [...J Was nach dem am 15. Junii 1719. beschehenen Auswechslung=Act[...Jbegeben habe

Die vorliegende Quelle „Ausführlicher Bericht alles desjenigen / Was nach dem am 15. Junii 1719. beschehenen Auswechslung=Act der Römisch=Kayserlichen mit der Türckischen Groß=Botschafft an der Gräntz zwischen Parackin und und Rasna / bey dieser letzteren bis der Abreiß von Belgrad sich begeben habe“121 stellt eine digitalisierte Flugschrift dar, die als E­Book veröffentlicht wurde. Der Standort der Flugschrift wird der „SLUB“ zugeordnet. Auffindbar ist die Quelle unter der Signatur Hist.Turc.407,67. Weiters ist die Flugschrift 1719 in Regensburg erschienen, von Johann Heinrich Krütinger verlegt und auf Deutsch in der Schrift Fraktur gedruckt worden. Darüber hinaus ist der Autor jedoch nicht bekannt.

Die Quelle umfasst offiziell zwei Blätter und 40 Seiten (transkribiert wurden lediglich vier bedruckte Seiten) und ist Teil der Reproduktionsreihe „VD18 digital - Drucke des 18. Jahrhunderts“. Die Flugschrift ist demnach eine reproduzierte Onlineausgabe und wurde von der „SLUB“ im Jahr 2012 gefertigt. Außerdem ordnet sie sich in die Sammlungen „Drucke des 18. Jahrhunderts“ im Rahmen des Projekts „Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 18. Jahrhunderts (VD18)“ ein. Als Strukturtyp wird das Genre Monografie angezeigt.

Darüber hinaus ist die gesamte Flugschrift mit den Seiten 1557-1568 der Quelle „Theatrum Ceremoniale [...]“122 komparabel.

Die erste Seite fasst zusammen, dass ein Bericht vorliege, der beschreibe, was nach dem 15. Juni 1719 im Zuge der Auswechslung „der Römisch=Kayserlichen mit der Türckischen Groß=Botschafft“ an der Grenze zwischen „Parackin“ und „Rasna“ bis zur Abreise von Belgrad geschehen sei.123 Die vorliegenden Seiten der Flugschrift umfassen die Tage des 26. bis 30. Juni 1719.

Die Beschreibung beginnt mit der Ankunft des Großbotschafters Ibrahim Bassa in Belgrad, die von „Solennität“, „fliegenden Fahnen“, „dreymaliger Lösung des groben Geschützes / und Begleitung“ sowie „klingendemn Spiel der Besatzung und Burgerschafft“ begleitet wurde.124 Es wird Johann Joseph Graf von Oduyer genannt, welcher bereits für die Organisation der Auswechslung Virmonts und Paschas verantwortlich gewesen und generell mit diplomatischen Zuständigkeiten zwischen Osmanen und Habsburgern betreut worden war. Während des Übertritts übergab er jedenfalls Virmont in osmanische Obhut und begab sich mit dem osmanischen Botschafter Pascha nach Belgrad.125

Auf der dritten Seite wird festgehalten, dass der „Ottomannische Herr Groß=Botschaffter seine 2. Dolmetscher an Herrn Grafen von Odoyer“ übersandte, um „seine glückliche Ankunfft“ zu äußern. Diese Mitteilung sei „höfflich“ empfangen und „mit gebührender Antwort“ begleitet worden. Grundsätzlich erfolgten weiterhin Ehrerweisungen, gegenseitige Besuche, Geschenkübergaben, gemeinsames Essen und Trinken und sogar die Beiwohnung einer Komödie.126 Gegen Ende wird beschrieben, dass sich eine Anzahl von Schiffen nach Semlin begeben haben soll.127

5.5 Ausführliche Beschreibung [...J Vom 23. Junii bis 10. Augusti 1719

Die Flugschrift „Ausführliche Beschreibung Des Von Ihro Römisch= Kayserlich=und Königlich=Catholischen Majestät an die Ottomannische Bforte abgeschickten Groß=Botschaffters / (Tit.) Herrn Damian Hugo / Grafen von Virmond u. Allerhöchstgedacht=Ihrer Kayserl. Majestät würcklich=geheimen=und Hof=Kriegs=Raths / General=Feld=Zeugmeisters / wie auch bestellten Obristen über ein Regiment zu Fuß / von dem Tag dessen Aufbruchs von Nissa, und Anlan=gung zu Constantinopel / dann alda gehaltenen Einzugs / und sowohl bey dem Groß=Vezier / als Groß=Sultan selbsten gehabten Audientz. Vom 23. Junii bis 10. Augusti 1719“128 ist als Druck circa 1719 in Regensburg erschienen. Sie ist in Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek in München und kann dort unter der Signatur Res/4 Eur. 394,18 n aufgefunden werden. Die Quelle beinhaltet 20 Seiten, wovon 15 beschrieben sind. Digitalisiert wurde die Flugschrift am 28.05.2013 von der Bayerischen Staatsbibliothek. Auf der ersten Seite wird vermerkt, dass die Quelle von Johann Heinrich Krütinger gedruckt und bei demselben zu finden sei.

Die komplette Flugschrift enthält identische Passagen bezogen auf die Seiten 15-26 der Druckschrift „Ausführliche Beschreibung [...] Empfangs / Und Einbegleitung / Wie auch Einzugs Welchen [...] Ibrahim Bassa, &c. [...] In [...] Wien / den 14. Augusti / 1719. gehalten“129. Diesbezüglich soll festgehalten werden, dass die Schreibweise bestimmter Wörter zwar voneinander abweicht, aber die Textstellen ansonsten deckungsgleich sind. Beispielsweise wird einmal das Wort „Gätter“130 und ein anderes Mal die Bezeichnung „Gitter“131 für denselben Kontext herangezogen.

Die Flugschrift befasst sich gemäß der Formulierung auf der ersten Seite mit der ausführlichen Beschreibung der Reise Damian Hugo von Virmonts von Nizza nach Konstantinopel. Sowohl die Reise als auch der Einzug und die Audienzen beim Großvezier sowie Sultan Ahmed III werden detailliert beschrieben. Die Zeitspanne umfasst den 23. Juni bis 10. August 1719.132 Die nachfolgenden Seiten befassen sich mit einer ausgiebigen, durchwegs verzückten Schilderung der Orte, die während der Reise durchquert wurden. Dahingehend wird geschwärmt von „unvergleichlich schönen Brunquellen“, von Orten, welche „wohl gebauet / und recht angenehm gelegen“ und „ein vortrefflich warmes Bad / und viel vornehme Moscheen“ besitzen, sowie darüber, dass die „Gegend da hierum [...] unvergleichlich angenehm / und voller Dörffer“ ist.133 Zudem erwähnt der Autor Käfer, die, wie er betont, „unserigen“ ähnlich sind.134 Auffallend sind hierbei die zahlreichen positiv konnotierten Adjektive, die beinahe überschwänglich wirken. Auf der Seite sieben gerät der Schreiber abermals ins Schwärmen, wenn er von der „schönen Moschee“ als „große Kunst“ erzählt, die der Kaiser Selim bauen ließ und die eine „verwunderliche Höhe und Schönheit“ besitzt.135 Auch an dieser Stelle wird mit anerkennenden Kommentaren keineswegs gespart.

Bevor der Einzug stattfand, wurden unter anderem noch „20. Personen mit Früchten und Blumen in Körben zu dem Kayserlichen Herrn Groß=Botschaffter“ als Zeichen „einer sonderbaren Hochachtung“ übersandt, „Galla=Livereyen ausgetheilet“ und „in der Nacht das Zeichen mit den Trompeten gegeben“136. Die Geschenke, die der Großbotschafter zur Begrüßung überreicht bekam, stellten Symbole für Frieden und Glück sowie Hochachtung und Gastfreundschaft dar.137

Am Tag des Einzugs, am 3. August 1719, wurden „Pferde aus des Groß=Sultans Stall mit kostbaren Sättel und Zeug“ genommen und es „formirte sich also der Einzug / wie er zu Wien gehalten worden“.138 Das genannte Mahl soll „bey denen Türcken etwas ausserordentliches“ und „in solchem Uberfluß“ gewesen sein.139 Laut Würflinger wurde damit folgender Grundgedanke transportiert: „Der reiche Sultan empfängt seine Gäste, für die er mit väterlichem Pflichtbewusstsein sorgt.“140 Fraglich bleibt in Anbetracht der Wortwahl „bey den Türken etwas ausserordentliches“, ob dieses Übermaß an Speisen als Symbol der Gastfreundschaft oder als Geste der Superiorität gedeutet wurde, der man spöttisch begegnete. Der Einzug war in Konstantinopel und gleichwohl in Wien „ein Spektakel ersten Ranges“ und stellte im „diplomatischen Zeremoniell“ eine wichtige Schlüsselrolle dar.141 Der Aufzug des „Kayserlichen Herrn Groß=Botschaffters“ soll „besonders in so prächtig=Teutscher Kleidung“ gewesen sein und es habe eine „unbeschreibliche Menge zugeschauet“, wobei diese „über die Massen Verwunderung und Belobung erwecket habe“. Zudem war die Rede von „den vornehmsten Türcken“, die sie auf dem Rückweg begleitet haben.142 Es wird also auf Geschenke, Analogien zu Wien, die deutsche und reich ausgestattete Kleidung, die begeisterten Menschenmassen und vornehmen Türken verwiesen. Insgesamt wird eine Zelebration verkörpert, welche ausdrücken soll, dass die Osmanen und die Habsburger einander wohlgesinnt und dass beide Seiten gleichermaßen wohlhabend sowie ritual- und kulturreich sind. Strohmeyer fasst den Einzug folgendermaßen zusammen:

„Der offen zur Schau gestellte Luxus betonte einerseits die Macht und den Reichtum des Kaisers, stillte andererseits aber auch das Repräsentationsbedürfnis des Sultans. Der Prunk der Gäste erhöhte dessen Prestige als Gastgeber. Die Diplomaten und osmanischen Würdenträger wiederum brachten ihre privilegierte Position in der politisch-sozialen Ordnung zum Ausdruck.“143

Die weiteren Seiten beschäftigen sich anfangs unter anderem mit dem Besuch beim Großvezier am 05. August 1719, wo Virmont und seine Gefolgschaft durch „umstehende Türcken“ und deren „grosses Geschrey / ihre Freud und Frolocken“ empfangen wurden.144 Dort verständigte man sich mithilfe von Dolmetschern darüber, dass man auf der Grundlage „des Friedens von Passarowitz“ eine Freundschaft stiften möchte. Dabei wurden mittels anerkennender und wertschätzender Worte (vor allem von habsburgischer Seite) Verhandlungen (bezüglich der Freilassung der Sklaven) gemacht. Als Besieglung wurden Rituale wie Kaffeetrinken, das Bespritzen mit Rosenwasser und das Anrauchen mit Tabak vorgenommen. Außerdem fand eine Geschenkübergabe statt.145 Kaffee war im Übrigen Teil der abstinenten Kultur und des diplomatischen Zeremoniells der Hohen Pforte. Das gemeinsame Kaffeetrinken symbolisierte Freundschaft, wohingegen man umgekehrt, falls kein Kaffee angeboten wurde, von einem Zeichen der Verachtung und der Missgunst sowie von dem Vorzeichen eines Friedensbruchs ausgehen konnte.146 Daraufhin übergab man Virmont einen „Zobel=Peltz“ und den „Cavallieres“ circa 100 Kaftane.147 Huemer hält fest, dass Pelze „osmanische Statussymbole“ waren, mit denen „die soziale Stellung ihrer Träger exzellent visualisiert“ werden konnte.148 Kaftane wurden in der Regel von einem Ranghöheren an einen Rangniedrigeren ausgehändigt und sollten Unterlegenheit symbolisieren.149

Die Audienz beim Großsultan Ahmed III., die am 8. August erfolgte, fand während des Ramadans statt, um zu sichern, dass Virmont, „die gewöhnliche Ehre wiederfahren könne / der Auszahlung des Solds für die Janitscharen beyzuwohnen“.150 Die Audienz stellte den Höhepunkt der Großbotschaft dar und wurde als prunkvolles Schauspiel mit einigen Anwesenden zelebriert. Das im diplomatischen Zeremoniell der Hohen Pforte gängige Verfahren wurde während der Audienz eingehalten. Virmont war Augenzeuge eines juristischen Prozesses und einer Auszahlung der Janitscharen: eine „Show“, die Zucht und Ordnung demonstrieren sollte.151 Nach der Bezahlung wurde gespeist, was als Zeichen der Freundschaft gedeutet werden kann.152 Daraufhin wurden den Begleitern Virmonts Kaftane und ihm selbst ein „Zobel=Peltz“153 geschenkt. Für Strohmeyer spielen diese Kleidungsstücke im Kontext der symbolischen Kommunikation eine zentrale Rolle:

„[...] im Namen des Sultans überreicht, [brachten sie] eine Art Vasallenstatus und die Aufnahme in dessen Haushalt zum Ausdruck. Manchmal deutete man die Kleidungsstücke auch als Freundschaftszeichen. [.] Egal ob Zeichen der Abhängigkeit, Ehrengeschenk oder Freundschaftsgeste: In der Heimat ließen sich die Kaftane gut in symbolisches Kapital umwandeln, denn sie riefen die Teilnahme an der Gesandtschaft in Erinnerung und zeigten die Welterfahrenheit ihrer Besitzer, die quasi dem Erbfeind ins Auge geblickt hatten“154

[...]


1 Vgl. Arno STROHMEYER, Die habsburgisch-osmanische Freundschaft (16.-18. Jahrhundert), in: Arno Strohmeyer / Norbert Spannenberger, Hg., Frieden und Konfliktmanagement in interkulturellen Räumen. Das Osmanische Reich und die Habsburgermonarchie in der Frühen Neuzeit, Stuttgart 2018, 223ff. Die weiteren Beiträge in diesem Sammelband bieten einen historisch-thematischen Überblick. Siehe dazu außerdem: Guido Braun / Arno STROHMEYER, Hg., Frieden und Friedenssicherung in der Frühen Neuzeit. Das Heilige Römische Reich und Europa, Münster 2013.

2 Vgl. ebenda, 237ff.

3 Vgl. Hans Arnold, Frieden und Diplomatie, in: Hans-Joachim Gießmann / Bernhard Ringe, Hg., Handbuch Frieden. Wiesbaden 2011, 204ff.

4 Vgl. Arno STROHMEYER, Die Theatralität interkulturellen Friedens: Damian Hugo von Virmont als kaiserlicher Großbotschafter an der Hohen Pforte (1719/20), in: Guido Braun / Arno Strohmeyer, Hg., Frieden und Friedenssicherung in der Frühen Neuzeit. Das Heilige Römische Reich und Europa, Münster 2013, 413ff.

5 Vgl. Lucien BÉLY, Das Wissen über das diplomatische Zeremoniell in der Frühen Neuzeit, in: Barbara Stollberg- Rilinger u. a., Hg., Alles nur symbolisch? Bilanz und Perspektiven der Erforschung symbolischer Kommunikation, Köln u. a.2013, 158.

6 Vgl. Strohmeyer, Die Theatralität, 413ff.

7 Vgl. ebenda.

8 Vgl. Martin Wrede, Das Reich und seine Feinde. Politische Feinbilder in der reichspatriotischen Publizistik zwischen Westfälischem Frieden und Siebenjährigem Krieg, Dissertation, Mainz 2004, 216. Einen thematischen Überblick bieten u.a.: Felix Konrad, Von der „Türkengefahr“ zu Exotismus und Orientalismus. Der Islam als Antithese Europas (1453-1914)?, in: Europäische Geschichte Online (EGO), Hg. vom Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz 2010, online unter: Von der 'Türkengefahr' zu Exotismus und Orientalismus: Der Islam als Antithese Europas (1453-1914)? — EGO (ieg-ego.eu) (02.05.2022); Maximilian Grothaus, Vom Erbfeind zum Exoten. Kollektive Mentalitäten über die Türken in der Habsburger Monarchie der frühen Neuzeit, in: Inanc Feigl u. a., Hg., Auf den Spuren der Osmanen in der österreichischen Geschichte, Wien 2002, 99-115.

9 Vgl. QhoD - Digitale Edition von Quellen zur habsburgisch-osmanischen Diplomatie 1500-1918, Salzburg/Graz [o. J.], online unter: QhoD (uni-graz.at) (07.06.2022).

10 Ebenda.

11 QhoD. Die Großbotschaften Damian Hugo von Virmonts und Ibrahim Paschas (1719/20) - Über das Projekt, Salzburg/Graz [o. J.], online unter: https://glossa.uni-graz.at/context:vipa/sdef:Context/get?mode=project (07.06.2022).

12 Vgl. QhoD. Über das Projekt QhoD, Salzburg/Graz [o. J.], online unter: QhoD (uni-graz.at) (07.06.2022).

13 Vgl. Heidrun KUGELER / Christian SEPP / Georg WOLF, Einführung: Internationale Beziehungen in der Frühen Neuzeit. Ansätze und Perspektiven, in: Heidrun Kugeler / Christian Sepp / Georg Wolf, Hg., Internationale Beziehungen in der Frühen Neuzeit. Ansätze und Perspektiven, Hamburg 2006, 12ff. Aktuelle Forschungsarbeiten sind u. a.: Philip STEINER, „Clash of Ceremonies“: Die habsburgisch-osmanischen Großbotschaften im 17. Jahrhundert. Interkulturelle und zeremonielle Kommunikation im Rahmen diplomatischer Missionen: Kontroversen, Konfliktvermeidungsstrategien und Konfliktbewältigung, Masterarbeit, Universität Salzburg 2011; Christoph WÜRFLINGER, Symbolische Kommunikation im habsburgisch-osmanischen Konfliktmanagement. Die Großbotschaft des Anton Corfiz Graf Ulfeld nach Konstantinopel 1740/41, Masterarbeit, Salzburg 2017; Anna HUEMER, Geschenke für den Sultan. Zu Funktion und Ausprägung kaiserlicher Gabensendungen an die Hohe Pforte in ausgewählten Großbotschaften des „langen 17. Jahrhunderts“, Masterarbeit, Salzburg 2016; Lisa Brunner, Die „Kleidung“ der Diplomatie. Kaftane in den habsburgisch-osmanischen Beziehungen, in: historioPLUS, Salzburg, 2017, 4 (2017).

14 Vgl. Frank BÖSCH, Mediengeschichte. Vom asiatischen Buchdruck zum Fernsehen, Frankfurt am Main 2011, 13-15. Einen thematischen Überblick bieten u. a.: Detlef HABERLAND, Hg., Buch- und Wissenstransfer in Ostmittel- und Südosteuropa in der frühen Neuzeit, München 2007; Jürgen WILKE, Grundzüge der Medien- und Kommunikationsgeschichte. Von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert, Köln 2000; Werner Faulstich, Grundwissen Medien, München 2000; Werner Faulstich, Die bürgerliche Mediengesellschaft (1700-1830), Göttingen 2002; Johannes Arndt / Esther-Beate KÖRBER, Hg., Das Mediensystem im Alten Reich der Frühen Neuzeit (1600-1750), Göttingen 2010; Werner Faulstich, Medien zwischen Herrschaft und Revolte. Die Medienkultur der frühen Neuzeit (1400-1700), Göttingen 1998.

15 QhoD. Projekt.

16 Vgl. Strohmeyer, Freundschaft, 234.

17 Vgl. ebenda.

18 Vgl. ebenda, 234ff.

19 Vgl. ebenda, 236.

20 Vgl. Marlene Kurz, Vom „größeren cihad“ und dem Glück des Privatmanns: osmanische Argumente für den Frieden, in: Arno Strohmeyer / Norbert Spannberger, Hg., Frieden und Konfliktmanagement in interkulturellen Räumen. Das Osmanische Reich und die Habsburger Monarchie in der Frühen Neuzeit, Stuttgart 2013, 344.

21 Vgl. Strohmeyer, Freundschaft, 224ff.

22 Vgl. Harriet Rudolph, Ökonomische Grundlagen der habsburgisch-osmanischen Diplomatie im 16. und beginnenden 17. Jahrhundert. Ein Problemaufriss, in: Arno Strohmeyer / Norbert Spannberger, Hg., Frieden und Konfliktmanagement in interkulturellen Räumen. Das Osmanische Reich und die Habsburgermonarchie in der Frühen Neuzeit, Bd. 45, Stuttgart 2013, 247ff

23 Vgl. Strohmeyer, Freundschaft, 225ff.

24 Konrad, „Türkengefahr“.

25 Vgl. Strohmeyer, Freundschaft, 223ff.

26 Vgl. Hans-Jürgen LÜSEBRINK, Interkulturelle Kommunikation. Interaktion, Fremdwahrnehmung und Kulturtransfer, Stuttgart 2012, 95ff.

27 Vgl. Konrad, „Türkengefahr“.

28 Vgl. Grothaus, Erbfeind, 111ff.

29 Vgl. Vgl. KONRAD, „Türkengefahr“.

30 Vgl. Strohmeyer, Theatralität, 413ff.

31 Vgl. Anuschka Tischer, Diplomatie, in: Friedrich Jaeger, Hg., Enzyklopädie der Neuzeit, Bd. 2: Beobachtung­Dürre, Stuttgart / Weimar 2005, 1031.

32 Vgl. Monika F. MolnâR, Der Friede von Karlowitz und das Osmanische Reich, in: Arno Strohmeyer / Norbert Spannberger, Hg., Frieden und Konfliktmanagement in interkulturellen Räumen. Das Osmanische Reich und die Habsburger Monarchie in der Frühen Neuzeit, Stuttgart 2013, 220ff.

33 Vgl. Strohmeyer, Theatralität, 413ff.

34 Vgl. Strohmeyer, Freundschaft, 234.

35 Vgl. Strohmeyer, Theatralität, 413ff.

36 Vgl. ebenda.

37 Vgl. ebenda, 416.

38 Vgl. ebenda.

39 Vgl. ebenda, 418.

40 Ebenda, 418.

41 Vgl. ebenda, 435ff

42 Vgl. Elizabeth L. Eisenstein, Die Druckerpresse. Kulturrevolutionen im frühen modernen Europa, Wien / New York 1997, 3.

43 Vgl. Frederic Barbier, Die erste Medienrevolution. Erfindung der Druckerei und Vervielfältigung der schriftlichen Sprachen in Europa von der Mitte des 15. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts, in: Detlef Haberland, Hg., Buch- und Wissenstransfer in Ostmittel- und Südosteuropa in der frühen Neuzeit, München 2007, 23-27.

44 Vgl. Kerstin TE Hessen, Das illustrierte Flugblatt als Wissensmedium der Frühen Neuzeit, Bochum 2011, 55.

45 Vgl. Franz BÖSCH, Mediengeschichte. Vom asiatischen Buchdruck zum Fernsehen, Frankfurt am Main 2011, 35ff.

46 Vgl. Barbier, Medienrevolution, 23-27.

47 Vgl. Wilke, Grundzüge, 25.

48 Vgl. ebenda, 25-30.

49 Vgl. Faulstich, Grundwissen, 35.

50 Vgl. Faulstich, Mediengesellschaft, 170.

51 Vgl. Bösch, Mediengeschichte, 45.

52 Faulstich, Medien, 160.

53 Vgl. ebenda, 161.

54 Vgl. Wilke, Grundzüge, 28.

55 Vgl. Faulstich, Mediengesellschaft,170.

56 Vgl. Ulrich Rosseaux, Flugschriften und Flugblätter im Mediensystem des Alten Reiches. In: Johannes Arndt / Esther-Beate Körber, Hg., Das Mediensystem im Alten Reich der Frühen Neuzeit (1600-1750). Göttingen 2010,100.

57 Vgl. STÖBER, Deutsche Pressegeschichte, 32ff

58 Vgl. Faulstich, Medien, 160.

59 Vgl. Wilke, Grundzüge, 25.

60 Vgl. Faulstich, Medien, 160.

61 Vgl. Wilke, Grundzüge, 26.

62 Vgl. Bösch, Mediengeschichte, 45.

63 Vgl. Faulstich, Medien, 161.

64 Vgl. Faulstich, Mediengesellschaft, 170.

65 Vgl. Wilke, Grundzüge, 28.

66 Vgl. Bösch, Mediengeschichte, 45.

67 Vgl. Faulstich, Mediengesellschaft, 170.

68 Vgl. Stöber, Pressegeschichte, 33.

69 Vgl. Faulstich, Grundwissen, 35.

70 Vgl. Faulstich, Medien, 161.

71 Vgl. Wilke, Grundzüge, 25.

72 Vgl. Faulstich, Medien, 164ff.

73 Vgl. Faulstich, Grundwissen, 35.

74 Vgl. Rosseaux, Flugschriften, 100.

75 READ-COOP. SCE (Societas Cooperativa Europaea) with limited liability. Transkribus, Innsbruck [o. J.], online unter: https://readcoop.eu/transkribus/?sc=Transkribus (08.05.2022).

76 Guenter Muehlberger, Transforming scholarship in the archives through handwritten text recognition. Transkribus as a case study, in: Journal of Documentation 75.5 (2019), 957.

77 Siehe Kapitel 5.

78 QhoD. Die Internuntiatur des Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn (1649). Glossar, Salzburg/Graz [o. J.], online unter: Die Internuntiatur des Johann Rudolf Schmid zum Schwarzenhorn (1649) (uni-graz.at) (20.05.2022).

79 Simon Emil KÖNIGER, Die Großbotschaft des Grafen Damian Hugo von Virmont 1719/20: eine historisch­kritische Edition der Berichte von Otto Friedrich von Öbschelwitz und Johann Joseph Graf von Oduyer, Masterarbeit, Salzburg 2021, 124-136.

80 DWDS. Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute. Wörterbücher im DWDS, Berlin [o. J.], online unter: https://www.dwds.de/d/woerterbuecher (06.06.2022).

81 Vergleiche dazu: Wiener Stadt- und Landesarchiv / Wienbibliothek im Rathaus, Wien Geschichte Wiki, Wien o. J., online unter: https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Wien_Geschichte_Wiki (08.05.2022).

82 N. N., Ausführliche Beschreibung Der von Ihro Römisch=Kaiserlich=und Königlich= Catholischen Majestät den 26. Aprill 1719. Al=lergnädigst ertheilt=offentlichen Urlaubs=Audienz Dero nach der Ottomannischen Pfort ernenten Groß=Botschafter / Titl. Herrn Damian Hugo / des Heil. Röm. Reichs Grafen von Virmont / der Römisch=Kaiserlichen Majestät würklich=geheimen=und Hof=Kriegs=Raht / Cammerer / General=Feld=Zeugmaister / und Obristen über ein Regiment zu Fuß / und dessen zu diesem End prächtigst gehaltenen Einritt, [o. O.] 1719, online unter: Google Books / National Library of the Netherlands, https://books.google.at/books?id=4LVZAAAAcAAJ&hl=de&source=gbs_navlinks_s (05.06.2022).

83 N. N., Ausführliche Beschreibung Der von Ihro Römisch=Kaiserlich=und Königlich= Catholischen Majestät den 26. Aprill 1719. Al=lergnädigst ertheilt=offentlichen Urlaubs=Audienz Dero nach der Ottomannischen Pfort ernenten Groß=Botschafter / Titl. Herrn Damian Hugo / des Heil. Röm. Reichs Grafen von Virmont / der Römisch=Kaiserlichen Majestät würklich=geheimen=und Hof=Kriegs=Raht / Cammerer / General=Feld=Zeugmaister / und Obristen über ein Regiment zu Fuß / und dessen zu diesem End prächtigst gehaltenen Einritt, [o. O.] 1719, online unter: Koninklijke Brill N. V., Dutch Pamphlets Online Dutch Pamphlets Online — Brill (brillonline.com) (04.06.2022).

84 Johann Christian LÜNIG, Theatrum Ceremoniale Historico-Politicum, Oder Historisch=und Politischer Schau=Platz des Europäischen Cantzley=Ceremoniels, Wie Kayser/ Könige/ Chur=und Fürsten/ Grafen und Herren/ Dann Freye Republiquen/ Reichs=Staats=Kriegs=und andere Geist=und Weltliche/ hohe und niedere Collegia, Und endlich Adel= und Unadeliche Männ= und Weiblichen Geschlechts/ heutiges Tages einander in Briefen tractiren, Nebst unterschiedlichen Historisch=Politisch=und Cantzley=Anmer=ckungen, Elencho und vollkommenem Register. Dem Publico zum Besten ans Licht gegeben Von Johann Christian Lünig, Bd.2, Leipzig 1720, online unter: Universitätsbibliothek Heidelberg, https://doi.org/10.11588/diglit.4380 (04.06.2022), 1597­1601.

85 N. N., Continuatio I. des Hungarisch=und Venetianischen Friedens=Theatri, Auf welchem Der am 27 Julii Anno 1718. zwischen Ihrer Röm. Kayserl. Majestät an einem; dann Dem Türckischen Groß=Sultan am andern Theile, ohnweit Pasarowiz aufgerichtete Commercien=Tractat, Nebst mehr andern merckwürdigen, das Friedens=Werck betreffenden Dingen, vorgestellet wird, Leipzig 1718, online unter: Österreichische Nationalbibliothek, http://digital.onb.ac.at/OnbViewer/viewer.faces?doc=ABO_%2BZ162283308 (04.06.2022), 75ff.

86 Johann Baptist SCHÖNWETTER, Ausführliche Beschreibung Des Prächtigst=und herzlichsten Empfangs / Und Einbegleitung / Wie auch Einzugs Welchen Der Türkische Groß=Botschafter / Vizier Mückerem, Rumeli Valesi Bajefile Taja-Sade, lbrahim Bassa, &c. Dahier / In die Kaiserliche Residenz=Stadt / Wien / den 14. Augusti / 1719. gehalten, Wien 1719, online unter: Österreichische Nationalbibliothek, http://digital.onb.ac.at/OnbViewer/viewer.faces?doc=ABO_%2BZ164867802_(04.06.2022), 7-14.

87 N. N., Ausführliche Beschreibung [...] den 26. Aprill 1719 [...] prächtigst gehaltenen Einritt, 10.

88 Ebenda, 3ff.

89 Ebenda, 4.

90 Ebenda, 8.

91 Ebenda, 5.

92 Ebenda, 8.

93 Ebenda, 8ff.

94 DWDS. Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute. Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm ('DWB). tractament, Berlin/Göttingen [o. J.], online unter: >tractament< in: Deutsches Wörterbuch ('DWB) | DWDS (06.06.2022).

95 N. N., Ausführliche Beschreibung [...] den 26. Aprill 1719 [...] prächtigst gehaltenen Einritt, 10.

96 Ebenda.

97 Ebenda, 3.

98 Ebenda, 10.

99 Ebenda, 8.

100 Vgl. Strohmeyer, Theatralität, 424.

101 Vgl. N. N., Ausführliche Beschreibung [...] den 26. Aprill 1719 [...] prächtigst gehaltenen Einritt, 3.

102 Vgl. Strohmeyer, Theatralität, 428.

103 Vgl. Brunner, „Kleidung“, 21ff.

104 N. N., Specification Derjenigen Schiffen / Auf welchen Ihro Excellenz, (Tit.) Herr Damian Hugo, Graf von Virmond / Der Röm. Kayserlichen Majestät Geheimer=und Hof=Kriegs=Rath / General=Feld=Zeugmeister / und be=stellter Obrister über ein Regiment zu Fuß / wie auch Groß=Botschaffter nach der Ottomannischen Pforten / zu Dero Ab=farth nacher Constantinopel den 17. May 1719. abgereiset, [o. O.] 1719, online unter: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek, http://dfg- viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=http%3A%2F%2Fwww.zvdd.de%2Fdms%2Fme tsresolver%2F%3FPPN%3Durn%3Anbn%3Ade%3Absz%3A14-db- id3710903347&tx_dlf%5Bpage%5D=1&cHash=98e391b5c35a745c6cf21c867dbb2ccc (04.06.2022).

105 N.N., Continuatio I, 89-93.

106 Schönwetter, Ausführliche Beschreibung [.] Empfangs / Und Einbegleitung / Wie auch Einzugs Welchen [...] lbrahim Bassa, &c. [...] In [...] Wien / den 14. Augusti / 1719. Gehalten, 33-36.

107 Vgl. ebenda, 1.

108 Vgl. ebenda, 2.

109 Vgl. ebenda, 3.

110 Vgl. ebenda.

111 Vgl. ebenda, 3ff

112 Vgl. ebenda, 4.

113 N. N., Diarium Der von Ihrer Römisch=Kaiserlich=und Königlich=Catholi=schen Majestät an die Ottomannische Pfort abgeschickten Groß=Bot=schaft / vom 17. May / als den Tag des Aufbruchs von Wien / bis den 22. Juny 1719, [o. O.] 1719, online unter: Bayerische Staatsbibliothek München, https://www.digitale- sammlungen.de/de/view/bsb10512285?page=1_(04.06.2022).

114 Ebenda, 1.

115 Ebenda, 1-3.

116 Ebenda, 4.

117 Vgl. Strohmeyer, Theatralität, 420ff.

118 Vgl. ebenda, 4-7.

119 Vgl. ebenda, 420ff

120 Vgl. ebenda, 7ff.

121 N. N., Ausführlicher Bericht alles desjenigen / Was nach dem am 15. Junii 1719. beschehenen Auswechslung=Act der Römisch=Kayserlichen mit der Türckischen Groß=Botschafft an der Gräntz zwischen Parackin und und Rasna / bey dieser letzteren bis der Abreiß von Belgrad sich begeben habe, Regensburg 1719, online unter: Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek, https://digital.slub- dresden.de/werkansicht/dlf/73784/1 (04.06.2022).

122 LÜNIG, Theatrum, 1557-1568.

123 N. N., Bericht, 1.

124 Vgl. ebenda, 2.

125 Vgl. Königer, Großbotschaft, 50ff

126 Vgl. N. N., Bericht, 3ff.

127 Vgl. ebenda, 4.

128 N. N., Ausführliche Beschreibung Des Von Ihro Römisch= Kayserlich=und Königlich=Catholischen Majestät an die Ottomannische Bforte abgeschickten Groß=Botschaffters / (Tit.) Herrn Damian Hugo / Grafen von Virmond u. Allerhöchstgedacht=Ihrer Kayserl. Majestät würcklich=geheimen=und Hof=Kriegs=Raths / General=Feld=Zeugmeisters / wie auch bestellten Obristen über ein Regiment zu Fuß / von dem Tag dessen Aufbruchs von Nissa, und Anlan=gung zu Constantinopel / dann alda gehaltenen Einzugs / und sowohl bey dem Groß=Vezier / als Groß=Sultan selbsten gehabten Audientz. Vom 23. Junii bis 10. Augusti 1719, https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10893162?q=%28Virmond+1719%29&page=2,3 (04.06.2022).

129 Schönwetter, Ausführliche Beschreibung [.] Empfangs / Und Einbegleitung / Wie auch Einzugs Welchen [...] lbrahim Bassa, &c. [...] In [...] Wien / den 14. Augusti / 1719. Gehalten, 15-26.

130 ebenda, 22.

131 N.N., Ausführliche Beschreibung [...] Vom 23. Junii bis 10. Augusti 1719, 15.

132 Vgl. ebenda, 3.

133 Ebenda, 4ff.

134 Ebenda, 4ff.

135 Ebenda, 7.

136 Ebenda, 8ff.

137 Vgl. Strohmeyer, Theatralität, 424.

138 N. N., Ausführliche Beschreibung [...] Vom 23. Junii bis 10. Augusti 1719, 9.

139 Ebenda.

140 Würflinger, Kommunikation, 63.

141 Strohmeyer, Theatralität, 424.

142 N. N., Ausführliche Beschreibung [...] Vom 23. Junii bis 10. Augusti 1719, 9.

143 Strohmeyer, Theatralität, 424.

144 N. N., Ausführliche Beschreibung [...] Vom 23. Junii bis 10. Augusti 1719, 10.

145 ebenda, 11ff.

146 Vgl. Strohmeyer, Theatralität, 425.

147 Vgl. Ausführliche Beschreibung [...] Vom 23. Junii bis 10. Augusti 1719, 11.

148 HUEMER, Geschenke, 131.

149 Vgl. Brunner, Kleidung, 23.

150 N. N., Ausführliche Beschreibung [...] Vom 23. Junii bis 10. Augusti 1719, 9.

151 Vgl. Strohmeyer, Theatralität, 428ff.

152 Vgl. Ausführliche Beschreibung [...] Vom 23. Junii bis 10. Augusti 1719, 14.

153 Ebenda.

154 Strohmeyer, Theatralität, 429ff.

Ende der Leseprobe aus 145 Seiten

Details

Titel
Die habsburgisch-osmanische Großbotschaft 1719/20 in der zeitgenössischen Publizistik
Untertitel
Eine Edition ausgewählter Flugschriften
Hochschule
Universität Salzburg
Note
1,0
Jahr
2022
Seiten
145
Katalognummer
V1286639
ISBN (Buch)
9783346744050
Sprache
Deutsch
Schlagworte
großbotschaft, publizistik, eine, edition, flugschriften, Friedenvonpassarowitz, Türkenkriege, Ibrahimbassa, Hugo von Virmont, Symbolische Kommunikation, Osmanen, Habsburger
Arbeit zitieren
Anonym, 2022, Die habsburgisch-osmanische Großbotschaft 1719/20 in der zeitgenössischen Publizistik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1286639

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