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Foucaults Begriffe Macht, Wissen und Diskurs - Bringen sie eine noch genauere Erkenntnismöglichkeit in die Perspektive der Theorie und Analyse institutioneller Mechanismen (TAIM)?

Title: Foucaults Begriffe Macht, Wissen und Diskurs - Bringen sie eine noch genauere Erkenntnismöglichkeit in die Perspektive der Theorie und Analyse institutioneller Mechanismen (TAIM)?

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 33 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jens Klinkicht (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Einführende Gedanken und Bemerkungen

Wolfgang Lipp diagnostizierte in einem Aufsatz von 1990 eine, wie er es nannte, „... zweite Blüte...” (S.42) oder sogar Reifung der Institutionenlehre bzw. -theorie. Sie habe sich seit den Jahren der Kritik in den 60-igern und 70-igern wesentlich offener gestaltet und sei darüber hinaus nun auch in der Lage Rückfragen, Anregungen und Perspektiven aus anderen Theoriepositionen aufzunehmen. Lipp betont allerdings weiter, dass bei allen Bestrebungen hin zu Pluralismus und Verständigung der verschiedenen Positionen untereinander man doch bitte die eigenen Überzeugungen, Ziele und Gesichtspunkte (kurz: Paradigma) nicht aus den Augen verlieren sollte. Denn, so der Autor, wer von Institutionen spricht darf von dem notwendigen Bezug auf sie nicht schweigen und sollte auch nicht auf Begriffe wie z.B. Diskurse oder Systeme zurückgreifen (vgl. Lipp 1990, S.42). Diese etwas feindlich klingende Einschätzung muss man durchaus nicht teilen, denn a) gehören beide Begriffe seit geraumer Zeit schon zum allgemein anerkannten „Repertoire” der soziologischen Disziplin, b) finden diese auch über die Fachgrenzen hinaus Verwendung (und wurden sogar von außen an die Soziologie herangetragen), und c) lässt sich mit Blick auf ein ausreichendes Maß an kritisch-theoretischer Reflexion ein mögliches Problem von Perspektivenverlust weitgehend ausblenden.

Man kann sich nun die Frage stellen: „Institutionen - was ist das?” (Lipp 1990, S.42). Bei der Annäherung an dieses Problem ergeben sich eine Fülle von möglichen Antworten, Definitionen, Formen, neuen Fragen usw. Ein Beispiel: Wie kann man eine Verbindung zwischen Rechtsordnung und Institution herstellen bzw. beschreiben? (vgl. Kimminich 1990, S.92). Dass vor allem unter den professionellen Soziologen(innen), aber auch anderen Wissenschaftlern die sich mit Institutionen beschäftigen, Uneinigkeit über den Sinn und Gehalt einer Definition dieses Begriffs herrscht, dürfte hinlänglich bekannt sein. Diese Tatsache zeigt sich nicht nur im folgenden Zitat aus einem Handbuch für Soziologie: „Institution ist ein soziologisch uneinheitlich definierter Begriff mit verschiedenen Konnotationen und unterschiedlichen Anwendungsbereichen.” (Ferraris 1990, S.115). Ein ähnliches Resümee zieht auch Rehberg in seinem Abschlußbericht zur TAIM, wo er allen dort untersuchten Artikeln zumindest einen Hinweis zum Begriff Institution als „...eine Form sozialer Ordnung...” bescheinigt (vgl. Rehberg et al. 1999, S.24)...

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Inhaltsverzeichnis

I. Einführende Gedanken und Bemerkungen

II. TAIM – Hauptargumente, -thesen, und -prämissen

2.1. Das Problem: Institution – Organisation

2.2. Die drei Grundkategorien

2.2.1. Der Eigenraum

2.2.2. Die Eigenzeit

2.2.3. Die Eigengeschichte

2.2.4. Resümee

2.3. weitere Kategorien einer institutionellen Analyse

III. Michel Foucault – Macht, Wissen und Diskurs in institutioneller Analyse

3.1. Begriffsbestimmung im Werk von Foucault

3.1.1. Wissen

3.1.2. Diskurs

3.1.3. Macht

3.2. Die Frage nach der Fruchtbarkeit der Begriffe Foucaults für die TAIM

3.3. „Überwachen und Strafen“ – institutionell gelesen

3.3.1. Macht als institutioneller Mechanismus

3.3.2. Diskurs als institutioneller Mechanismus

3.3.3. Wissen als institutioneller Mechanismus

IV. Zusammenfassung und Schluss – Was bringt die vorgeschlagene Perspektive an Neuem für die institutionelle Analyse?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Konzepte von Michel Foucault (Macht, Wissen und Diskurs) dazu beitragen können, die "Theorie und Analyse institutioneller Mechanismen" (TAIM) zu erweitern und ein kritischeres Verständnis institutioneller Dynamiken zu ermöglichen.

  • Analyse institutioneller Stabilisierungs- und Ordnungsleistungen.
  • Integration Foucaultscher Begriffe in den institutionentheoretischen Kontext.
  • Untersuchung der Macht als grundlegender Mechanismus in Institutionen.
  • Kritische Reflexion von Wissensformen und Diskursordnungen in Organisationen.
  • Überprüfung theoretischer Thesen anhand von "Überwachen und Strafen".

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Diskurs

Jetzt und hier eine Definition für den Diskurs-Begriff bei Foucault zu erwarten wäre nicht klug, denn es gibt keine erschöpfende oder schlichte Möglichkeit dafür. Es kann sich nur von verschiedenen Perspektiven diesem Ziel genähert werden, was den Inhalt aber nicht ein für allemal und entgültig festlegt. Diskurse sind keine Gesamtheit von Zeichen die auf Inhalte/Repräsentationen verweisen, sondern Praktiken, welche die Gegenstände systematisch bilden, von denen sie sprechen. Die Zeichen stehen für mehr als nur die Bezeichnung der Gegenstände. Dieses „mehr“ muss man nach Foucault versuchen zu erkennen, zu beschreiben und ans Tageslicht bringen.

Der Diskurs ist auf keinen Fall „...eine reine und einfache Verschränkung der Dinge und der Wörter...” oder aber „...dunkler Rahmen der Dinge, greifbare, sichtbare und farbige Kette der Wörter...” Im hinteren Teil des Buches äußert Foucault einige Bedenken über die Bedeutung des Begriffs und glaubt nun selbst mehrere gefunden zu haben (je nachdem, wie der Blick gewendet wird): Er ist unter anderem „...allgemeines Gebiet aller Aussagen, (.) individualisierbare Gruppe von Aussagen, (.) regulierte Praxis, die von einer bestimmten Zahl von Aussagen berichtet...”

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einführende Gedanken und Bemerkungen: Einführung in die aktuelle Debatte der Institutionentheorie und die Motivation zur Einbeziehung Foucaultscher Analysen.

II. TAIM – Hauptargumente, -thesen, und -prämissen: Darstellung der theoretischen Grundlagen der TAIM, insbesondere der Kategorien Eigenraum, Eigenzeit und Eigengeschichte.

III. Michel Foucault – Macht, Wissen und Diskurs in institutioneller Analyse: Untersuchung der drei Kernbegriffe Foucaults und deren Anwendung auf institutionelle Mechanismen, illustriert am Beispiel von "Überwachen und Strafen".

IV. Zusammenfassung und Schluss – Was bringt die vorgeschlagene Perspektive an Neuem für die institutionelle Analyse?: Reflexion über die Ergebnisse der Arbeit und das Potenzial der Foucaultschen Perspektive für zukünftige institutionelle Analysen.

Schlüsselwörter

Institutionen, TAIM, Macht, Wissen, Diskurs, Michel Foucault, Institutionelle Analyse, Disziplinarmacht, Sozialordnung, Legitimation, Überwachung, Gesellschaftstheorie, Organisation, Symbolische Ordnungsleistungen, Machtverhältnisse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit die theoretischen Konzepte von Michel Foucault zu Macht, Wissen und Diskurs die soziologische Perspektive der "Theorie und Analyse institutioneller Mechanismen" (TAIM) bereichern und kritisch erweitern können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Untersuchung von Institutionen als symbolische Ordnungsgefüge, der Rolle von Macht als Kräfteverhältnis sowie der Bedeutung von Wissens- und Diskursordnungen für die Stabilisierung sozialer Zusammenhänge.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, eine Brücke zwischen der TAIM und Foucaults Werken zu schlagen, um ein tieferes Verständnis für die Funktionsweise und das "Innenleben" von Institutionen zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die bestehende Ansätze der Institutionentheorie (u.a. von Rehberg, Göhler, Weber) mit Foucaults Analytik verbindet und durch eine exemplarische Lektüre seines Werkes "Überwachen und Strafen" untermauert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verankerung der TAIM-Grundbegriffe, die Begriffsbestimmung von Wissen, Macht und Diskurs nach Foucault sowie deren konkrete Anwendung und Illustration an institutionellen Mechanismen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben den zentralen Begriffen wie Institutionen, Macht, Wissen und Diskurs spielen Begriffe wie "symbolische Ordnungsleistungen", "Disziplinarmacht" und "institutionelle Mechanismen" eine wesentliche Rolle.

Inwiefern ist das Buch "Überwachen und Strafen" für die Arbeit relevant?

Das Werk dient als Fallbeispiel, um die theoretischen Thesen der Arbeit zur Wirksamkeit von Macht, Wissen und Diskurs in Institutionen (hier: das Gefängnissystem) praktisch zu illustrieren und zu verifizieren.

Wie unterscheidet der Autor zwischen Institution und Organisation?

In Anlehnung an Göhler wird unterschieden, dass Institutionen als relative dauerhafte, durch Internalisierung verfestigte Verhaltensmuster fungieren, während Organisationen rational begründete Verbände mit spezifischen Effizienzkriterien und Mitgliedschaftsstrukturen darstellen.

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Details

Title
Foucaults Begriffe Macht, Wissen und Diskurs - Bringen sie eine noch genauere Erkenntnismöglichkeit in die Perspektive der Theorie und Analyse institutioneller Mechanismen (TAIM)?
College
Dresden Technical University  (Institut für Soziologie)
Course
Institutionentheorie
Grade
1,3
Author
Jens Klinkicht (Author)
Publication Year
2001
Pages
33
Catalog Number
V12874
ISBN (eBook)
9783638186650
Language
German
Tags
Foucault Institutionen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Klinkicht (Author), 2001, Foucaults Begriffe Macht, Wissen und Diskurs - Bringen sie eine noch genauere Erkenntnismöglichkeit in die Perspektive der Theorie und Analyse institutioneller Mechanismen (TAIM)?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12874
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