In der vorliegenden Hausarbeit wird auf Andreas Reckwitz´ Singularisierungstheorie eingegangen und seine Singularisierungsprozesse durch plattformökonomische Ansätze erweitert. Als Beispiel dient Instagram, welches als Plattform einerseits von den Nutzer*innen zur Singularisierung genutzt wird und anderseits auf anderen Plattformen um die Aufmerksamkeit von potenziellen Nutzer*innen konkurriert und unter einem Singularisierungszwang steht.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Reckwitz: Die Gesellschaft der Singularitäten
Singularisierung von Subjekten
Singularisierung von Gütern
Kulturelle Singularitätsmärkte
Digitale Singularisierung von Subjekten und Gütern
Beispiel Instagram
Zusammenwirkung von Singularitätstheorie und Plattformökonomie
Plattformen als kulturelle Märkte
Plattformen als Güter
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Zusammenspiel zwischen Andreas Reckwitz’ Theorie der Singularisierung und der Funktionsweise der Plattformökonomie am konkreten Beispiel von Instagram. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie der ökonomische Druck von Plattformen und der Wunsch der Nutzer nach Selbstdarstellung die Prozesse der Singularisierung voneinander beeinflussen.
- Analyse der Singularitätstheorie nach Reckwitz im Kontext der Postmoderne.
- Untersuchung von Plattformen als Akteure und Märkte für kulturelle Güter.
- Charakterisierung von Instagram als digitale Kulturmaschine und Profitgenerator.
- Diskussion des Einflusses von Algorithmen auf das Nutzerverhalten.
- Betrachtung von Exit-Kapitalismus und der personalisierten digitalen Umwelt.
Auszug aus dem Buch
Digitale Singularisierung von Subjekten und Gütern
Technologien dienen für Reckwitz in der Postmoderne als Motor und Katalysator der Singularisierung. Insbesondere die „Technologien des digitalen Computernetzes“, bestehend aus dem algorithmischen Verfahren des Computing, der Digitalisierung medialer Formen und dem Kommunikationsnetzwerk des Internets, forcieren die Singularisierung des Sozialen, der Subjekte und Objekte. „Während die Industrietechnik ein Motor der funktionalen Rationalisierung und Versachlichung war, ist das digitale Netz ein Generator der gesellschaftlichen Kulturalisierung und Affektintensivierung.“ (Reckwitz 2019: 226-227).
Reckwitz bezeichnet das Computernetz als eine „Kulturmaschine“, in der kulturelle Formate zirkulieren, produziert- und rezipiert werden (vgl. Reckwitz 2019: 234). Im Gegensatz zu anderen postindustriellen Theoretikern sind für ihn nicht Informationen und Wissen die Merkmale der digitalen Gesellschaft, sondern die Allgegenwärtigkeit von Kultur und damit von Affektivität. Täger dieser Affektivität seien hauptsächlich Bilder, Texte rücken in den Hintergrund und werden „Entinformationalisiert und Emotionalisiert“. Blogs und Nachrichtenportale verbreiten Narrative und dienen als moralisches Erregungspotenzial und Identifikationskraft.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in Reckwitz' Theorie der Singularisierung ein und skizziert die methodische Konzentration auf Plattformen am Beispiel von Instagram.
Reckwitz: Die Gesellschaft der Singularitäten: Hier werden die theoretischen Grundlagen zur Singularisierung von Subjekten und Gütern erläutert sowie die Rolle der digitalen Kulturmaschine beschrieben.
Beispiel Instagram: Dieser Abschnitt beschreibt die Funktionsweise und das Geschäftsmodell von Instagram als bedeutende Plattform der heutigen Zeit.
Zusammenwirkung von Singularitätstheorie und Plattformökonomie: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Konzepte mit der Realität der Plattformökonomie und analysiert Instagram sowohl als Markt als auch als (kulturelles) Gut.
Zusammenfassung: Den Abschluss bildet die Synthese der Arbeit, in der verdeutlicht wird, wie die Plattformlogik und Singularisierungsprozesse gegenseitig interagieren.
Schlüsselwörter
Singularisierung, Plattformökonomie, Instagram, Andreas Reckwitz, Authentizität, Digitale Kulturmaschine, Aufmerksamkeitskapital, Algorithmen, Selbstdarstellung, Überwachungskapitalismus, Kulturelle Märkte, Postmoderne, Nutzerdaten, Social Media, Affektivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Verschränkung zwischen Andreas Reckwitz’ soziologischer Theorie der „Gesellschaft der Singularitäten“ und den ökonomischen Strukturen moderner Digitalplattformen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit fokussiert auf die Themenbereiche der digitalen Selbstdarstellung, des algorithmisch gesteuerten Aufmerksamkeitswettbewerbs und der Rolle von Daten als Rohstoff in der Plattformökonomie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie der ökonomische Verwertungsdruck von Plattformen wie Instagram die Singularisierungsprozesse von Subjekten beeinflusst und umgekehrt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es handelt sich um eine theoriegeleitete Analyse, die einen soziologischen Theorieentwurf auf ein praktisches, medienökonomisches Fallbeispiel (Instagram) anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Reckwitz, die empirische Beschreibung von Instagram als „Kulturmaschine“ sowie die Diskussion der Zusammenwirkung von Plattformlogik und Individuum.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Singularisierung, digitale Plattformen, Aufmerksamkeitskapital, Algorithmen und Authentizität definiert.
Wie unterscheidet sich die Singularisierung im Netz von anderen Prozessen?
Im Netz findet die Singularisierung unter dem spezifischen Druck der algorithmischen Beobachtung und der Notwendigkeit zur performativen Authentizität statt, was Reckwitz als paradox beschreibt.
Welche Auswirkung hat die Plattformregulierung auf die Nutzer?
Plattformen kuratieren Soziabilität durch strikte Richtlinien, was die Möglichkeiten der Nutzer einschränkt, sich als Singularität zu präsentieren, wenn der Inhalt nicht „werbefreundlich“ ist.
Warum wird Instagram als „Kulturmaschine“ bezeichnet?
Weil Instagram als ein System fungiert, in dem kulturelle Formate in hoher Frequenz produziert, rekomboniert und konsumiert werden, wobei Affektivität wichtiger ist als reine Information.
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- Nils Jatho (Author), 2022, Das Zusammenwirken von Reckwitz' Singularisierungsprozessen und Plattformökonomie anhand des Beispiels Instagram, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1287595