Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Pédagogie - Pédagogie pour écoles

Macht Sitzenbleiben Sinn?

Mögliche bildungspolitische Konsequenzen aus den Ergebnissen der PISA-Studie

Titre: Macht Sitzenbleiben Sinn?

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2006 , 21 Pages , Note: 1

Autor:in: Christine Beier (Auteur)

Pédagogie - Pédagogie pour écoles
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Das „Sitzenbleiben“ ist im deutschen Schulsystem seit mehreren hundert Jahren fest verankert. Die Kritik am Sitzenbleiben ist nach Bekanntwerden der Ergebnisse der PISA-Studie neu entfacht; nachdem die deutschen Schüler bei dieser internationalen Vergleichsstudie so schlecht abschnitten, plädierte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) dafür, eher in vorbeugende Förderung zu investieren, statt bundesweit jährlich etwa 250.000 Schüler eine Jahrgangsstufe wiederholen zu lassen.

An die Maßnahme der Wiederholung einer Klassenstufe wird die Erwartung geknüpft, dass dies zu einer Steigerung der Homogenität innerhalb einer Lerngruppe führe und somit zu einem insgesamt besseren Lernerfolg. Für denjenigen, der eine Klasse wiederholt, soll das Sitzenbleiben dazu dienen, dass er in der neuen, weniger anspruchsvollen Lerngruppe wieder Fuß fasst und sich seine Leistung verbessert. In den letzten Jahren ist dieser Zusammenhang jedoch mehrfach in Frage gestellt worden, was sich nicht zuletzt in jüngsten Forderungen der GEW ausdrückt, das Sitzenbleiben doch ganz abzuschaffen.

In der vorliegenden Arbeit soll zunächst das Sitzenbleiben als Instrument in das deutsche gegliederte Schulsystem eingeordnet werden. Es soll erläutert werden, welche Erwartungen an die Klassenwiederholung geknüpft werden und welche Funktion das Sitzenbleiben erfüllen soll. Im Anschluss daran wird aufgezeigt, welche geschichtliche Bedeutung die Klassenwiederholung hat und aus welchem Kontext heraus sie vor etwa zweihundert Jahren entstanden ist.

Daran schließt sich im zweiten Kapitel eine Diskussion der Frage an, als wie sinnvoll das Sitzenbleiben in der heutigen Zeit angesehen werden kann und welche Probleme damit verbunden sind.
Im dritten Kapitel sollen Möglichkeiten diskutiert werden, was Deutschland tun könnte um aus dem Bildungsmittelmaß heraus wieder weiter an die internationale Spitze zu kommen. Anhand des PISA-Siegers Finnland soll gezeigt werden, wie eine ausgeprägte Förderkultur eventuell als Alternative zu einer starken Selektionskultur gesehen werden kann, um die Leistungsfähigkeit der Schüler zu steigern.

Daran schließt sich eine Darstellung des derzeitigen Meinungsbildes an, das derzeit in Deutschland zum Thema Sitzenbleiben zu finden ist. Dabei werden sowohl Meinungen des Volkes als auch die Stimmung innerhalb der Politik aufgegriffen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die Klassenwiederholung. Definition und Historisches

1.1 Einordnung des Sitzenbleibens in die Grundstruktur des deutschen Schulsystems

1.2 Geschichte des Sitzenbleibens

2 Mit der Klassenwiederholung auftretende Probleme

2.1 Homogene Lerngruppen = leistungsstarke Lerngruppen?

2.2 Psychologische Aspekte des Sitzenbleibens

2.3 Gesellschaftliche Auswirkungen des Sitzenbleibens

3 Mögliche Konsequenzen

3.1 Was kann Deutschland vom PISA-Sieger Finnland lernen?

3.2 Stimmungslage in Deutschland zum Thema Abschaffen des Sitzenbleibens

4 Fazit

Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Sinnhaftigkeit der Klassenwiederholung (Sitzenbleiben) im deutschen Schulsystem. Ziel ist es, die historischen Hintergründe und aktuellen Probleme der Selektionspraxis aufzuzeigen, den pädagogischen Mehrwert anhand von PISA-Ergebnissen zu hinterfragen und alternative Ansätze, insbesondere durch den Vergleich mit Finnland, zu diskutieren.

  • Historische Entwicklung und Einordnung der Klassenwiederholung
  • Leistungshomogenität vs. individuelle Förderung
  • Psychologische Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung
  • Volkswirtschaftliche Aspekte und PISA-Vergleiche
  • Politisches Meinungsbild zur Abschaffung

Auszug aus dem Buch

2.1 Homogene Lerngruppen = leistungsstarke Lerngruppen?

Traditionell wird im deutschen Schulsystem versucht, möglichst homogene Lerngruppen herzustellen. Hintergrund für diese Bestrebungen ist wahrscheinlich die Erwartung, dass sich damit Komplexität der Lehr- und Lernprozesse reduzieren lasse. Es ist dahinter der Wunsch nach Vereinfachung zu vermuten.

Die Gleichsetzung von Homogenität der Lerngruppe mit einer hohen Effizienz des Lernens im Klassenverband ist in den letzten Jahren vermehrt in Frage gestellt worden. Hinter der bereits in Kapitel 1 angesprochenen Selektionspraxis im deutschen Schulsystem steht die Philosophie, dass große Leistungsunterschiede innerhalb einer Klasse das Lernen der Schüler negativ beeinflussen würde; das heißt, dass die Schwächeren die Stärkeren am Lernfortschritt behinderten. Entferne man diese nun aus dem Klassenverband, so sollte das Lernen wieder effizienter werden, so die Annahme der Befürworter des Sitzenbleibens.

Gegen die Erfüllung dieser Erwartung sprechen mehrere Gründe. Die PISA Ergebnisse zeigen, dass wir in Deutschland aufgrund der Sortierung der Schüler auf unterschiedliche Schulen in der Sekundarstufe theoretisch zwar die homogensten Lerngruppen haben, die Leistungen unserer Schüler jedoch unterdurchschnittlich sind. Klaus-Jürgen TILLMANN spitzt diese Situation zu, indem er bemerkt: „Homogenisierung ist kein Instrument der Förderung, sondern vor allem ein Instrument der Lernbehinderung für Schüler“. Er weist außerdem auf den Umstand hin, dass schwache Schüler, die häufig auch aus bildungsfernen Elternhäusern stammen, schon sehr früh in gesonderten Lerngruppen unterrichtet würden und dort wenig Chancen haben, innerhalb des gegliederten Schulsystems in höhere Bildungsstufen aufzusteigen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Klassenwiederholung und ihre Kritik im Kontext der PISA-Studien.

1 Die Klassenwiederholung. Definition und Historisches: Erläuterung der Begriffe und Darstellung der historischen Entwicklung des Jahrgangsklassensystems.

2 Mit der Klassenwiederholung auftretende Probleme: Kritische Analyse der Homogenisierung, psychologischer Belastungen und gesellschaftlicher Auswirkungen.

3 Mögliche Konsequenzen: Diskussion von Lösungsansätzen durch Vergleich mit Finnland und Analyse des aktuellen politischen Meinungsbildes.

4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Sinnhaftigkeit von Klassenwiederholungen und Plädoyer für individuelle Förderung.

Schlüsselwörter

Sitzenbleiben, Klassenwiederholung, PISA-Studie, Bildungssystem, Selektionskultur, Förderkultur, Homogene Lerngruppen, Schulversagen, Schullaufbahn, Individuelle Förderung, Bildungsreform, Risikoschüler, Pädagogik, Jahrgangsklasse, Lernfortschritt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob das in Deutschland fest verankerte Instrument des Sitzenbleibens pädagogisch sinnvoll ist oder ob es durch alternative Ansätze ersetzt werden sollte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die historische Entwicklung, die Problematik homogener Lerngruppen, psychologische Auswirkungen, gesellschaftliche Kosten und internationale Vergleiche mit Finnland.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Wirksamkeit der Klassenwiederholung kritisch zu hinterfragen und bildungspolitische Konsequenzen aufzuzeigen, die auf individuelle Förderung statt auf Selektion setzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Literaturrecherche, empirischen PISA-Daten und der Auswertung politischer Stellungnahmen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Probleme der Klassenwiederholung, diskutiert das finnische Fördersystem als Kontrastmodell und analysiert das deutsche politische Meinungsspektrum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Sitzenbleiben, Selektionskultur, Förderkultur, Schulversagen und individuelle Förderung.

Wie bewerten die untersuchten Politiker das Sitzenbleiben?

Das Meinungsbild ist gespalten: Während einige, wie Annette Schavan, es als notwendiges Sanktionsmittel verteidigen, fordern andere, wie die GEW oder Ute Erdsiek-Rave, eine deutliche Reduzierung zugunsten individueller Förderung.

Welche Rolle spielt der Vergleich mit Finnland?

Finnland dient als positives Beispiel dafür, wie ein ausgeprägtes Fördersystem Schüler erfolgreich unterstützt, ohne das Instrument der Klassenwiederholung nutzen zu müssen.

Fin de l'extrait de 21 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Macht Sitzenbleiben Sinn?
Sous-titre
Mögliche bildungspolitische Konsequenzen aus den Ergebnissen der PISA-Studie
Université
University of Marburg
Note
1
Auteur
Christine Beier (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
21
N° de catalogue
V128801
ISBN (ebook)
9783640348756
ISBN (Livre)
9783640348275
Langue
allemand
mots-clé
Macht Sitzenbleiben Sinn Mögliche Konsequenzen Ergebnissen PISA-Studie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christine Beier (Auteur), 2006, Macht Sitzenbleiben Sinn?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128801
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint