Vor gut einem Jahrzehnt erschütterte die Replikationskrise die Wissenschaft. Seitdem setzt sich die psychologische Forschung intensiv mit Ursachen und Wegen zur Überwindung dieser Krise auseinander. Eine empirische Zeitschriftenanalyse untersuchte den Status quo und verglich dazu Stichprobengrößen und Effektstärken in den Subdisziplinen Sozial-, Persönlichkeits- und Neuropsychologie vor und nach Einschnitt der Replikationskrise. Weiterhin wurde die Anzahl berichteter Präregistrierungen, a priori Poweranalysen und Statements zur Veröffentlichung zusätzlicher Daten betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Begriffsbestimmungen und Forschungsstand
2.2 Fragestellung und Hypothesen
3 Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Durchführung
3.3 Instrumente und Kodierungsschema
3.4 Statistische Analysen
4 Ergebnisse
4.1 Prüfung der Voraussetzungen und deskriptive Statistik
4.2 Prüfung der Hypothesen
4.2.1 Stichprobengrößen in JPSP
4.2.2 Stichprobengrößen in NP
4.2.3 Effektstärken in JPSP und NP
4.2.4 Präregistrierungen, Poweranalysen, Veröffentlichung zusätzlicher Daten
4.3 Zusätzlich erhobene Variablen und explorative Analysen
4.3.1 Art der Stichprobe
4.3.2 Weitere Variablen
4.4 Berechnung des N-Pact Factor
5 Diskussion
5.1 Diskussion der Ergebnisse und Schlussfolgerungen
5.1.1 Stichprobengrößen und -zusammensetzungen
5.1.2 Poweranalysen und Datenveröffentlichung
5.1.3 N-Pact Factor und Effektstärken
5.1.4 Generalisierbarkeit der Ergebnisse
5.2 Einordnung in die bestehende Literatur und Ausblick
5.3 Limitationen
5.4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Replikationskrise auf die psychologische Forschung, indem sie mittels einer empirischen Zeitschriftenanalyse den Status quo in den Subdisziplinen Sozial-, Persönlichkeits- und Neuropsychologie bewertet.
- Analyse von Stichprobengrößen in den Jahren 2005, 2011 und 2017
- Vergleich von berichteten Effektstärken über die Zeit hinweg
- Untersuchung der Nutzung von Präregistrierungen und Poweranalysen
- Evaluation der Veröffentlichung von zusätzlichen Forschungsdaten
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Die aktuelle Replikationskrise, deren Startpunkt spätestens auf das Jahr 2011 datiert wird, führte zur Entdeckung schwerwiegender und anhaltender Probleme im Berichten, Analysieren und selektiven Publizieren von Daten in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, darunter auch in der Psychologie, wodurch Ergebnisse von Untersuchungen verfälscht und somit nicht replizierbar werden (Renkowitz & Heene, 2019). Einige Subdisziplinen der Psychologie scheinen stärker davon betroffen zu sein als andere, so gibt die Open Science Collaboration (2015) an, dass insgesamt lediglich 36 Prozent der von ihnen replizierten Studien signifikante Ergebnisse aufwiesen, es dabei aber große Unterschiede gab zwischen den untersuchten Subdisziplinen Sozialpsychologie, mit einer Replikationsrate von 25 Prozent, und Kognitiver Psychologie, mit einer Replikationsrate von 50 Prozent. Als mögliche Begründung für diese Diskrepanz wird neben den kleineren untersuchten Effekten in der Sozialpsychologie auch die Tatsache genannt, dass in der Kognitiven Psychologie häufiger Designs mit Messwiederholungen vorkamen, die per se eine höhere Teststärke aufweisen (Open Science Collaboration, 2015).
Seit diesen Befunden der Open Science Bewegung wird in der psychologischen Forschung vielseitig und kontrovers über Ursachen und Maßnahmen zur Überwindung der Replikationskrise debattiert. Neben den oben genannten Faktoren Studiendesign und Effektstärke scheinen auch weitere Faktoren eine Rolle zu spielen. Renkowitz und Heene (2019) nennen die Tendenz zur einseitigen Veröffentlichung positiver Befunde, den sogenannten Publication Bias, fragwürdige Forschungspraktiken, bekannt als QRP (aus dem Englischen questionable research practices), sowie ungünstige Förderstrukturen seitens der Fachzeitschriften und Geldgeberorganisationen. Neben diesen Faktoren mit negativem Einfluss auf die Verlässlichkeit und Replizierbarkeit von Studien werden aber auch positive Aspekte als protektive Faktoren benannt, darunter ausreichende Teststärke und, damit verbunden, größere Stichproben (z. B. Erdfelder, 2018; Sassenberg & Ditrich, 2019).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Hintergrund der Replikationskrise und die Zielsetzung der empirischen Untersuchung in drei Subdisziplinen der Psychologie.
2 Theorie: Hier werden zentrale Begriffe definiert, der aktuelle Forschungsstand dargestellt und die Hypothesen für die vorliegende Arbeit hergeleitet.
3 Methode: Dieser Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die Stichprobenauswahl, die Instrumentarien sowie die statistischen Analyseverfahren.
4 Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die deskriptiven Statistiken präsentiert, die Hypothesen geprüft und explorative Analysen durchgeführt.
5 Diskussion: Das letzte Kapitel interpretiert die Ergebnisse, ordnet sie in den wissenschaftlichen Kontext ein und benennt Limitationen sowie zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.
Schlüsselwörter
Replikationskrise, Stichprobengröße, Effektstärke, Präregistrierung, a priori Poweranalyse, Open Science, Zeitschriftenanalyse, Statistik, Forschungsdesign, Publikationsbias, psychologische Forschung, Replizierbarkeit, Teststärke.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich die psychologische Forschung im Kontext der sogenannten Replikationskrise empirisch verändert hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen Stichprobengrößen, Effektstärken sowie die Anwendung von Transparenzmaßnahmen wie Präregistrierungen und Poweranalysen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, zu untersuchen, ob Forscherinnen und Forscher auf die Replikationskrise reagiert haben, indem sie beispielsweise größere Stichproben wählen oder wissenschaftliche Verfahren transparenter gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine empirische Zeitschriftenanalyse, bei der Artikel aus Fachzeitschriften der Sozial-, Persönlichkeits- und Neuropsychologie über drei Zeitpunkte (2005, 2011, 2017) hinweg ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die methodische Vorgehensweise und die detaillierte Darstellung der empirischen Ergebnisse sowie deren kritische Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Replikationskrise, Stichprobengröße, Effektstärke, Präregistrierung, Poweranalyse und Open Science.
Warum wurde SPSS 28.0.1.1 für die Analysen gewählt?
Diese Statistiksoftware ermöglichte die notwendigen deskriptiven und schließenden statistischen Analysen, um die Hypothesen zur Veränderung der Stichprobengrößen und Effektstärken zu prüfen.
Welche Rolle spielt der sogenannte "N-Pact Factor"?
Der N-Pact Factor wurde als Instrument eingesetzt, um die Stichprobengrößen und indirekt die Teststärke der untersuchten Fachartikeln vergleichbar zu machen und zu bewerten.
- Citar trabajo
- Anna Ippensen (Autor), 2022, Die Replikationskrise. Ihr Einfluss auf Stichproben in verschiedenen psychologischen Subdisziplinen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1288067