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Die Charakterisierung Ottos aus Wolfdietrich Schnurres Roman in Geschichten "Als Vaters Bart noch rot war"

Title: Die Charakterisierung Ottos aus Wolfdietrich Schnurres Roman in Geschichten "Als Vaters Bart noch rot war"

Term Paper , 2009 , 14 Pages , Grade: gut

Autor:in: Natascha Weimar (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Wolfdietrich Schnurres Vater-Sohn-Geschichten spielen in Berlin und handeln von dem Vater Otto und seinem Sohn Bruno. Die zwanzig Episoden spielen in den zwanziger und anfangenden dreißiger Jahren in einer vom Umbruch geprägten Zeit. Zu nennen sind hier die Weltwirtschaftskrise, der beginnende Nationalsozialismus und der bevorstehende Weltkrieg. Sie erschienen mit wenigen Ausnahmen alle in Schnurres „Als Vaters Bart noch rot war - Ein Roman in Geschichten“ . Einige erschienen erst nach 1958. Sie waren für einen zweiten Band geplant, den Schnurre nie beenden konnte. Der geplante Titel „Als Vater sich den Bart abnahm“ bezeugt eine Zugehörigkeit der Geschichten zu Schnurres Vater-Sohn-Geschichten-Sammlung. Hierzu zählen „Die Weihnachtsmannaffäre“ und „Der Abschlussball“ von 1964, „Eine schwierige Reparatur“ von 1976 und „Ein Held der neuen Zeit“ von 1984. Auf deren Inhalte soll in der vorliegenden Hausarbeit jedoch verzichtet werden. Neben politisch brisanten Themen spielt auch der Berliner Idealismus der Zeit eine bedeutende Rolle in dieser anderen Art von Kurzgeschichten, die sich aufgrund ihres Themas und ihres melancholisch anmutenden Tones von den bisherigen Kurzprosa Schnurres absetzen. Die Darstellung der Stadt Berlin oder politischer Inhalte soll in dieser Arbeit nur dann erfolgen, wenn sie zur Beantwortung der Fragestellung beiträgt. Besonders interessant an diesen Geschichten ist das vom Autor vermittelte Bild der Beziehung zwischen Vater und Sohn. Hier gelingt es Schnurre durch eine „Doppelbödigkeit“ , die sich wie ein roter Faden durch alle Geschichten zieht, die Autorität des Vaters zu schwächen und dem Sohn eine Abhängigkeit von seinem Vater zu ersparen. In der folgenden Arbeit soll geklärt werden, welche Charakterisierung des Vaters den Geschichten zugrunde liegt und welche Motive Wolfdietrich Schnurre gehabt haben könnte, dem Vater einen solchen Charakter zu geben. Hierbei muss zunächst das Leben des Autors betrachtet werden, um Rückschlüsse auf dessen Motive ziehen zu können. Weiterhin sollen die Kurzgeschichten aus „Als Vaters Bart noch rot war“ hinsichtlich der oben genannten Fragestellung untersucht werden. In einem abschließenden Fazit soll die vorangegangene Fragestellung hinreichend geklärt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Fragestellung

2. Wolfdietrich Schnurre

3. Charakterisierung des Vaters Otto

3.1 Äußere Erscheinung

3.2 Soziale und familiäre Situation

3.3 Äußeres und inneres Verhalten

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Charakterisierung des Vaters Otto in den Vater-Sohn-Geschichten von Wolfdietrich Schnurre, insbesondere in dessen Werk „Als Vaters Bart noch rot war“. Ziel ist es, das durch den Autor vermittelte Bild der Vater-Sohn-Beziehung zu analysieren und die Motive hinter der spezifischen Charaktergestaltung des Vaters unter Berücksichtigung autobiographischer Hintergründe sowie historischer Kontexte der 1920er und 1930er Jahre in Berlin zu beleuchten.

  • Analyse der Vater-Sohn-Beziehung und der Autoritätsstruktur
  • Untersuchung der sozialen und finanziellen Lebensumstände von Otto
  • Betrachtung von Ottos Verhalten, Werten und sozialem Engagement
  • Autobiographische Bezüge im Werk von Wolfdietrich Schnurre
  • Die Rolle von Politik und Historie in den Kurzgeschichten

Auszug aus dem Buch

3.3 Äußeres und inneres Verhalten

Im Folgenden soll auf Ottos Verhalten eingegangen werden. Hierbei wird zwischen seinem äußeren Verhalten, also seinen Eigenarten, Gewohnheiten, Verhaltens und Handlungsweisen und seinem inneren Verhalten, also seinen Interessen, Gefühlen, Denkweisen und Einstellungen unterschieden.

Schon in der ersten Geschichte „Ruß in der Luft“ tritt eine Verhaltensweise Ottos hervor. Als er seine Arbeit verliert, lacht er, obwohl er „sonst nie lachte“.26 In „Das Geschenk“ zeigt sich Otto als durchaus durchsetzungsfähiger, autoritärer Vater, denn er schimpft Bruno aus, als dieser dreckig nach Hause kommt.27 Diese Eigenschaft ist eher selten zu beobachten. Nach der Trennung von seiner Frau und mit der Arbeitslosigkeit wird er ruhiger und das Vater-Sohn-Verhältnis wird ein eher freundschaftliches. Dass Otto sich nichts aus Äußerlichkeiten macht, erkennt man an „Veitel und seine Gäste“. Bruno und Heini mögen Veitel nicht - Veitel, einen blassen, kleinen Jungen „mit schwarzen Locken, langen Kotletten und dicken Brauen und Beine, die aussehen wie Häkelhaken“.28 Otto hingegen bemüht sich sehr darum, dass die beiden sich mit ihm unterhalten und spielen. Veitel hat beide Beine gelähmt, doch Otto sieht dies nicht als Hindernis für eine Freundschaft, sondern als Chance. Hier lernt man Otto als außerordentlich toleranten und menschenfreundlichen Mann kennen. Auch merkt man in dieser Geschichte, dass Otto stets konsequent ein Ziel verfolgt. Er fragt solange nach Veitel, bis die beiden Kinder ihn immer öfter besuchen. Auch lobt er seinen Sohn, wenn er für Veitel etwas getan hat.29 Gesellschaft und Freunde sind Otto sehr wichtig. Als Veitel die beiden Kinder zu seinem Geburtstag einlädt, stellt Otto außer Frage, dass sie sich darüber freuen müssten.30 In „Der Verrat“ zeigt sich, dass Otto trotz seiner finanziellen Lage bereit ist, anderen abzugeben. Von den zwei Mark, die er und Bruno beim Teppichklopfen verdient hatten, kaufen sie dem

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fragestellung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, skizziert die historische Einordnung der Geschichten in das Berlin der 1920er und 1930er Jahre und definiert das Ziel der Analyse der Vater-Sohn-Beziehung.

2. Wolfdietrich Schnurre: Hier wird der Autor porträtiert, wobei insbesondere die autobiographischen Parallelen zwischen Schnurres eigenem Leben und den Erzählungen über Otto und Bruno hervorgehoben werden.

3. Charakterisierung des Vaters Otto: Das zentrale Kapitel analysiert die äußere Erscheinung, die sozialen Verhältnisse sowie das äußere und innere Verhalten des Vaters, um seine facettenreiche Persönlichkeit zu entschlüsseln.

3.1 Äußere Erscheinung: Dieser Unterpunkt befasst sich mit der physischen Beschreibung Ottos, seiner Kleidung und der Schwierigkeit, sein Alter anhand der spärlichen Informationen im Text zu bestimmen.

3.2 Soziale und familiäre Situation: Hier wird die prekäre finanzielle Lage Ottos, seine Rolle als alleinerziehender Vater und sein weitreichendes soziales Netzwerk aus Freunden und Bekannten untersucht.

3.3 Äußeres und inneres Verhalten: Dieser Abschnitt differenziert zwischen Ottos sichtbaren Handlungsweisen und seinen tieferliegenden Einstellungen, Werten sowie seinem Umgang mit Gefühlen und Konflikten.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion, die die Ergebnisse zur Charakterisierung Ottos bündelt und die Bedeutung des Werks als zeithistorisches sowie zeitloses Dokument unterstreicht.

Schlüsselwörter

Wolfdietrich Schnurre, Als Vaters Bart noch rot war, Vater-Sohn-Beziehung, Otto, Bruno, Berlin, Nachkriegsliteratur, Arbeitslosigkeit, Charakterisierung, Sozialverhalten, Autobiographie, Kurzgeschichten, Zeitgeschichte, Werte, Freundschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Analyse der Vater-Sohn-Geschichten von Wolfdietrich Schnurre, insbesondere mit der zentralen Figur des Vaters Otto.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Charakterisierung des Vaters, die Auswirkungen der sozialen und ökonomischen Situation der 1920er und 30er Jahre, die Vater-Sohn-Bindung sowie die Rolle des Autors.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, welche Charakterisierung des Vaters den Geschichten zugrunde liegt und welche Motive der Autor hatte, dem Vater diesen spezifischen Charakter zu verleihen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine werkbiographische und analytische Methode, wobei der Text der Kurzgeschichten im Kontext des Lebens und der Absichten des Autors Wolfdietrich Schnurre interpretiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine eingehende Charakteranalyse von Otto, unterteilt in äußere Erscheinung, soziale Einbindung sowie die Untersuchung seines Verhaltens und seiner Weltanschauung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind Begriffe wie Vater-Sohn-Beziehung, Wolfdietrich Schnurre, Charakterisierung, Berlin, soziale Not, Arbeitslosigkeit und autobiographische Züge.

Wie bewertet der Autor Ottos politische Haltung?

Der Autor stellt Otto als politisch naiv dar, was durch seine mangelnde Wahrnehmung gesellschaftlicher Zusammenhänge und seinen Verzicht auf demokratische Mitwirkung wie das Wählen verdeutlicht wird.

Welche Bedeutung haben die Werte in den Geschichten?

Die Geschichten vermitteln, dass immaterielle Werte wie Freundschaft, gegenseitiger Zusammenhalt und Verständnis von größerer Bedeutung sind als finanzieller Wohlstand.

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Details

Title
Die Charakterisierung Ottos aus Wolfdietrich Schnurres Roman in Geschichten "Als Vaters Bart noch rot war"
College
University of Wuppertal
Grade
gut
Author
Natascha Weimar (Author)
Publication Year
2009
Pages
14
Catalog Number
V128811
ISBN (eBook)
9783640341474
ISBN (Book)
9783640337446
Language
German
Tags
Charakterisierung Ottos Wolfdietrich Schnurres Roman Geschichten Vaters Bart
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natascha Weimar (Author), 2009, Die Charakterisierung Ottos aus Wolfdietrich Schnurres Roman in Geschichten "Als Vaters Bart noch rot war", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128811
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