Mit der Fragestellung „Inwiefern werden Perspektivübernahme und literarische Figuren als Schreibanlass in Lesebegleitheften umgesetzt?“ soll untersucht werden, inwieweit diese Aspekte in bestimmten Lesebegleitheften realisiert werden. Neben der Perspektivübernahme wird auch der Schreibanlass thematisiert, da dieser relevant für das Schreibenlernen bei Kindern und die erste Station des Schreibprozesses ist.
Da die Bezeichnung des Lesebegleithefts in der Vergangenheit oft unterschiedlich verwendet und mit dem Lesetagebuch teilweise gleichgesetzt worden ist, wird zunächst der Unterschied zwischen Lesetagebuch und Lesebegleitheft dargestellt. Danach werden die Perspektivübernahme als Teilbereich des literarischen Lernens und spezifische Schreibanlässe, insbesondere der Schreibanlass zu literarischen Figuren, genauer vorgestellt. Zur Analyse werden Aufgaben aus drei Lesebegleithefte herangezogen und bezüglich der im Theorieteil erläuterten Aspekte hin untersucht. Ein abschließendes Fazit und ein Ausblick auf weitere Lesebegleithefte schließen diese Hausarbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 Der Unterschied zwischen Lesetagebuch und Lesebegleitheft
2.2 Perspektivübernahmekompetenz im literarischen Lernen
2.3 Literarische Figuren als Schreibanlässe
3. Beschreibung und Analyse der Lesebegleithefte
3.1 Achtung, streng geheim!
3.2 Ein Rucksack voller Sand
3.3 Du groß, und ich klein
4. Schluss
4.1 Fazit
4.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle von Perspektivübernahme und literarischen Figuren als Schreibanlässe innerhalb von ausgewählten Lesebegleitheften für den Grundschulunterricht. Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit diese didaktischen Instrumente die Schüler dazu anregen, sich in literarische Charaktere hineinzuversetzen und schreibend eine Auseinandersetzung mit dem Gelesenen zu führen.
- Differenzierung zwischen Lesetagebüchern und Lesebegleitheften
- Förderung der Perspektivübernahmekompetenz im Literaturunterricht
- Analyse von Aufgabenformen in Lesebegleitheften
- Literarische Figuren als Impulsgeber für das freie Schreiben
Auszug aus dem Buch
3.3 Du groß, und ich klein
Das Lesebegleitheft zu Du groß, und ich klein wurde 2018 in der Grundschulzeitschrift veröffentlicht. Inhaltlich geht es in dem dazugehörigen Buch um einen kleinen Elefanten, der keine Familie mehr hat und in den Palast des großen Löwen, dem König der Tiere, nach anfänglichem Widerstand hineingelassen wird. Sie freunden sich an wie Vater und Sohn, bis der kleine Elefant über den König hinauswächst und dieser ihn wieder hinauswirft, da der König sich nicht mehr groß genug fühlt. Einige Jahre später treffen sie sich wieder und der König ist mittlerweile verarmt und entmachtet. Diesmal nimmt sich der Elefant dem König an und die alte Freundschaft blüht wieder auf, auch wenn der Elefant groß und der König klein ist (vgl. Solotareff 1996, 4ff.).
Das Lesebegleitheft hat 16 Seiten und insgesamt weniger Aufgaben zum freien Schreiben als die zwei zuvor beschriebenen Lesebegleithefte, aber insgesamt auch viele verschiedene Aufgabenformate. Genau wie im Lesebegleitheft zu Ein Rucksack voller Sand gibt es auch hier Aufgaben zu bestimmten Buchseiten, die in der linken oder rechten Ecke angegeben werden. In diesem Fall sind die literarischen Figuren der Elefant und der Löwe, zwei Fabelwesen. Anhand dieser Figuren wird nun untersucht, inwiefern der Aspekt der Perspektivübernahme und eventuelle Schreibanlässe in einzelnen Aufgaben vorhanden sind (vgl. Hantschel 2018, 1ff.).
Durch die Aufgabenstellung „Betrachte die Seiten 4-7. Schreibe in die Gedankenblasen, was Löwe und Elefant denken könnten.“ wird der Leser dazu veranlasst, sich in die Perspektive beider literarischer Figuren hineinversetzen und ihre möglichen Gedanken zu verschriftlichen, ohne bereits viele Informationen über die Figuren zu haben. Auf diesen Seiten sind lediglich zwei Bilder und jeweils ein Satz über den Elefanten und ein Satz über den Löwen zu finden, weshalb der Leser seine eigene Fantasie anregen muss, um mögliche Gedanken der Figuren erkennen zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Lesemotivation und führt in die Fragestellung ein, wie Lesebegleithefte die Perspektivübernahme und das Schreiben fördern können.
2. Theorie: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Lesetagebuch und Lesebegleitheft, erläutert die Bedeutung der Perspektivübernahme für das literarische Lernen und beschreibt literarische Figuren als Schreibanlässe.
3. Beschreibung und Analyse der Lesebegleithefte: Hier erfolgt eine detaillierte Untersuchung der drei gewählten Lesebegleithefte hinsichtlich ihrer Aufgabenstruktur zur Perspektivübernahme.
4. Schluss: Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengeführt, während der Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf hinweist.
Schlüsselwörter
Lesebegleitheft, Lesetagebuch, Perspektivübernahme, literarisches Lernen, Schreibanlässe, Grundschule, Deutschunterricht, Lesemotivation, literarische Figuren, Schreibprozess, Rezeptionsprozesse, literarische Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einsatz von Lesebegleitheften im Deutschunterricht der Grundschule, speziell unter dem Aspekt, wie diese Kinder zur Perspektivübernahme anregen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretische Abgrenzung von Lesebegleitheften zu Lesetagebüchern sowie auf die didaktische Analyse von Schreibanlässen im Zusammenhang mit literarischen Figuren.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern werden Perspektivübernahme und literarische Figuren als Schreibanlass in Lesebegleitheften umgesetzt?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Analyse von Aufgabenformaten aus drei ausgewählten, praxisorientierten Lesebegleitheften.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert konkrete Aufgaben aus den Heften zu „Achtung, streng geheim!“, „Ein Rucksack voller Sand“ und „Du groß, und ich klein“ in Bezug auf deren Umsetzung der Perspektivübernahme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Perspektivübernahme, literarisches Lernen, Lesebegleitheft und Schreibanlässe.
Welche Rolle spielt die Perspektivübernahme bei der Analyse von „Du groß, und ich klein“?
Bei „Du groß, und ich klein“ wird untersucht, wie der Leser durch die Interaktion zweier literarischer Fabelwesen zur simultanen Übernahme zweier Perspektiven angeregt wird.
Gibt es bei jeder Aufgabe zur Perspektivübernahme auch zwingend einen Schreibanlass?
Nein, die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass Perspektivübernahme und Schreibanlass nicht zwingend miteinander gekoppelt sind; manche Aufgaben erfordern keine schriftliche Dokumentation.
- Citar trabajo
- Lina Bürsken (Autor), 2020, Die Anwendung von Perspektivübernahme und Schreibanlässen in ausgewählten Lesebegleitheften, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1288732