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Marguerite Duras "La douleur": Wie zeigt sich Duras’ 'Zeuge sein' in 'La douleur'?

Titre: Marguerite Duras "La douleur": Wie zeigt sich Duras’ 'Zeuge sein' in 'La douleur'?

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2006 , 19 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Silke Böhm (Auteur)

Philologie française - Littérature
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Résumé Extrait Résumé des informations

Eine sogenannte Zeugenliteratur weiblicher Betroffener des Holocausts entwickelte sich erst lange nach Kriegsende. Bis in die späten siebziger bzw. frühen achtziger Jahre gab es kaum veröffentlichte Zeugenberichte von Frauen über ihre Holocaust-Erfahrungen. Die einzigen Einblicke, wie Frauen die Zeit des Holocausts erlebt hatten, gaben meist Tagebücher wie zum Beispiel das Tagebuch der Anne Frank; im Großen und Ganzen waren solche femininen Zeugnisse jedoch äußerst rar. Allerdings enthüllen Zeugnisse weiblicher Betroffener meist, dass Frauen den Holocaust auf eine ganz andere Art und Weise erlebt und wahrgenommen haben als männliche Betroffene. Aus diesem Grund ist auch das Werk von Marguerite Duras, La douleur, von besonderer Bedeutung.

In diesem Zeugenbericht legt Marguerite Duras nicht Zeugnis über die Konzentrationslager selbst ab, sondern über die Gleichgültigkeit, die jenen entgegengebracht wurde, die in völliger Ungewissheit auf die Rückkehr von deportierten Angehörigen oder Freunden warteten. Leslie Hill argumentiert zudem in seinem Buch Marguerite Duras - Apocalyptic Desires, dass La douleur ein Werk ist, welches die Unmöglichkeit, das Unvorstellbare zu bezeugen, aufzeigt und Emma Wilson legt in ihrem Aufsatz La douleur – Duras, amnesia and desire dar, dass La douleur ebenfalls die Auffassung in Frage stellt, dass der Akt des Niederschreibens seiner Erfahrungen selbst erlösend sein kann. Ann Parry merkt zudem in ihrem Aufsatz Idioms for the Unrepresentable: Postwar Fiction and the Shoa an, dass bereits Primo Levi in seinem Buch Se questo è un uomo vor dem Gedanken gewarnt hat, man könne das, was George Steiner als the ‘unspeakable’ bezeichnet,jemals begreifen oder glauben. La douleur unterstützt diese These in jeglicher Hinsicht.
(Rest der Einleitung sowie Fußnoten aus Platzgründen nicht aufgeführt!!!)

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Zur Datierung und zur „Unveröffentlichbarkeit“ von La douleur

3.) Zur Person Robert L.

4.) Die Einzigartigkeit des Traumas

5.) Das Motiv des „Wartens“ in den Werken Duras

5.1 Das Warten auf Robert L.

5.2 Die Rückkehr von Robert L.

6.) Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk "La douleur" von Marguerite Duras mit dem Ziel, die spezifische Form des Zeugen-Seins der Autorin zu analysieren. Dabei wird insbesondere herausgearbeitet, wie Duras ihre persönlichen Erfahrungen als Angehörige der Résistance und als Partnerin eines Deportierten literarisch verarbeitet und wie sich ihr Warten auf die Rückkehr ihres Mannes sowie der anschließende Entfremdungsprozess in den Erzählstrukturen manifestieren.

  • Die literarische Darstellung des Wartens und seine psychologischen Auswirkungen.
  • Die Komplexität der Identitätsfindung und Entfremdung nach der Rückkehr des deportierten Ehemannes.
  • Die Unmöglichkeit der sprachlichen Repräsentation traumatischer Kriegserfahrungen.
  • Die Analyse der Grenzen zwischen privatem Zeugenbericht und öffentlicher Auseinandersetzung mit dem Holocaust.

Auszug aus dem Buch

5.1 Das Warten auf Robert L.

Das Tagebuch schwankt beständig zwischen der Hoffnung der Erzählerin, dass ihr Mann noch am Leben ist und der Überzeugung, dass er tot ist. Andererseits legt die Autorin ein Verlangen danach an den Tag, ihren Mann als bereits tot hinzustellen, um ihm das Sterben zu ersparen: „L’évidence fond sur moi, d’un seul coup, l’information: il est mort depuis quinze jours. Depuis quinze nuits, depuis quinze jours, à l’abandon dans un fossé.“; „Je sais seulement qu’il a eu faim pendant des mois et qu’il n’a pas revu un morceau de pain avant de mourir, même pas une seule fois. Les dernières satisfactions des morts, il ne les pas eues.“ Die Autorin schwankt zudem zwischen dem Hass auf den Deutschen, der in ihrer Einbildung ihren Mann ermordet hat, und der Liebe zu einem toten deutschen Soldaten, der ebenfalls nur in ihrer Einbildung existiert, zwischen ihrer Vorstellung über die Mitschuld aller europäischer Völker am Holocaust („La seule réponse à faire à ce crime est d’en faire un crime de tous. De le partager. De même que l’idée d’égalité, de fraternité. Pour le supporter, pour en tolérer l’idée, partager le crime.“) und dem Hass gegenüber jeglichen Verrätern. Der Text besteht aus einem einzigen Wechsel zwischen Überzeugung und Zweifel.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Werk im Kontext der Zeugenliteratur und legt den theoretischen Rahmen für die Untersuchung der traumatischen Erfahrungen der Autorin fest.

2.) Zur Datierung und zur „Unveröffentlichbarkeit“ von La douleur: Es wird erörtert, warum Duras die Veröffentlichung ihres Tagebuches über Jahrzehnte hinauszögerte und welche Rolle die zeitliche Distanz für die literarische Aufarbeitung spielt.

3.) Zur Person Robert L.: Dieses Kapitel identifiziert Robert L. als Robert Antelme und beschreibt dessen historischen Hintergrund als Widerstandskämpfer und Deportierter.

4.) Die Einzigartigkeit des Traumas: Die theoretische Grundlage wird geschaffen, um zu verstehen, warum Duras das Trauma durch eine ständige Verdopplung und Transposition darstellt, statt es direkt abzubilden.

5.) Das Motiv des „Wartens“ in den Werken Duras: Dieses Hauptkapitel analysiert das Warten als zentrales, zehrendes Motiv, das die Erzählerin an den Rand des Wahnsinns treibt.

5.1 Das Warten auf Robert L.: Der Fokus liegt hier auf dem psychischen Ausnahmezustand und den ständigen Schwankungen zwischen Hoffnung und Resignation während der Abwesenheit des Partners.

5.2 Die Rückkehr von Robert L.: Die Untersuchung konzentriert sich auf die Enttäuschung der Hoffnungen und die anschließende Entfremdung, die durch das Schweigen des Rückkehrers und die physischen Veränderungen bedingt ist.

6.) Schlussbetrachtung: Das Fazit zieht die Verbindung zwischen dem persönlichen Trauma der Autorin und ihrer literarischen Formensprache und stellt fest, dass die Trennung die notwendige Folge des Erlebten ist.

Schlüsselwörter

Marguerite Duras, La douleur, Robert Antelme, Holocaust, Zeugenliteratur, Warten, Trauma, Résistance, Deportation, Entfremdung, Gedächtnis, Wahnsinn, Holocaust-Erinnerung, Krieg, Unmögliche Liebe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Marguerite Duras’ Werk "La douleur" und untersucht die Art und Weise, wie die Autorin ihre Erlebnisse während und nach dem Zweiten Weltkrieg literarisch verarbeitet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das traumatisierte Warten auf einen deportierten Angehörigen, die Problematik des Zeugen-Seins sowie der Prozess der Entfremdung bei der Rückkehr des Überlebenden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifische Form des Zeugen-Seins von Duras zu ergründen und aufzuzeigen, wie das Warten und das Trauma als treibende, erzählstrukturbildende Kräfte fungieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse des Textes unter Einbeziehung von Sekundärliteratur zu Holocaust-Zeugnissen und den spezifischen Werken von Duras.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Datierung und Entstehung des Werkes, die Identifikation von Robert L., die theoretische Reflexion über die Einzigartigkeit von Traumata sowie eine detaillierte Analyse des Motivs des Wartens und der Rückkehr.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben dem Werktitel vor allem "Trauma", "Warten", "Entfremdung" und "Zeugenliteratur".

Warum konnte die Autorin ihren Mann nach seiner Rückkehr nicht mehr als Gatten akzeptieren?

Die Autorin erlebte eine tiefe Entfremdung, da ihr Mann durch die KZ-Haft physisch und psychisch zu einem Fremdkörper wurde, was sie durch ihr "Nichterleben" der Lagergräuel nicht mehr mit dem alten gemeinsamen Leben in Einklang bringen konnte.

Welche Bedeutung kommt der Beschreibung von Ausscheidungen im Text zu?

Diese drastischen Beschreibungen dienen der Dokumentation des Genesungsprozesses und verdeutlichen gleichzeitig die unüberbrückbare Distanz zwischen der Autorin und dem entmenschlichten Zustand ihres Mannes.

Warum hüllt sich Robert L. nach seiner Rückkehr in Schweigen?

Sein Schweigen reflektiert die Erfahrung, dass die Umwelt für die Grausamkeiten des Lagers keine Sprache besitzt und die Menschen die Wahrheit hinter den Erfahrungen der Rückkehrer eher ablehnen.

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Résumé des informations

Titre
Marguerite Duras "La douleur": Wie zeigt sich Duras’ 'Zeuge sein' in 'La douleur'?
Université
University of Stuttgart  (Romanistik/Literaturwissenschaft)
Cours
Proseminar: Erinnern und Vergessen: Erzählstrukturen in den Texten Marguerite Duras’
Note
1,0
Auteur
Silke Böhm (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
19
N° de catalogue
V128876
ISBN (ebook)
9783640354375
ISBN (Livre)
9783640354245
Langue
allemand
mots-clé
Marguerite Duras Duras’ Zeuge
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Silke Böhm (Auteur), 2006, Marguerite Duras "La douleur": Wie zeigt sich Duras’ 'Zeuge sein' in 'La douleur'?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128876
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Extrait de  19  pages
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