Die Grundlage zur Stunde: „Die Heilung des blinden Bartimäus“ ist der neu-testamentliche Text Mt 9, 27-31. In diesem Text bittet ein blinder Bettler Je-sus um Erbarmen. Sein Glauben an Jesus, dass er ihn von seiner Blindheit befreit ist stark genug, um ihn wieder sehend zu machen.
In diesem Text geht es also nicht nur darum, dass jemand, der nicht mehr mit den Augen se¬hen kann, geheilt wird. Es geht vielmehr um die innere Blindheit, an der viele Menschen leiden. Dieser Bibeltext soll uns die Augen öffnen. Wir sollen kranken Menschen beistehen und ihnen helfen, so gut wir können.
Inhaltsverzeichnis
Sachanalyse
Didaktischer Kommentar
Unterrichtsziele
Unterrichtsverlauf
Bartimäus- Geschichte (MK 10, 46-52)
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Unterrichtseinheit ist es, den Schülern durch praktisches Erleben die anthropologische Bedeutung von Blindheit und die symbolische Dimension des „Sehens mit dem Herzen“ im Kontext der biblischen Erzählung von Bartimäus nahezubringen.
- Sensibilisierung für die Lebenssituation und Hilflosigkeit blinder Menschen
- Erfahrung des Vertrauens und der zwischenmenschlichen Hilfe
- Gegenüberstellung von physischem Sehen und emotionaler Empathie (Sehen mit dem Herzen)
- Auseinandersetzung mit der biblischen Erzählung der Heilung des Bartimäus
- Förderung der sozialen Wahrnehmung und Hilfsbereitschaft
Auszug aus dem Buch
Bartimäus- Geschichte (MK 10, 46-52)
Es ist ein sehr heißer Tag. Draußen vor der Stadt Jericho ist jede Menge los. Viele Leute strömen in die Stadt, viele Leute gehen hinaus. Die Menschen haben es eilig, man hört wie jemand ruft: „Aus dem Weg, Platz da...“. Die meisten Leute sehen gar nicht , dass da jemand am Weg sitzt. Viele Menschen schauen auch extra weg, damit sie kein schlechtes Gewissen bekommen, denn der Mann ist ein Bettler. Es ist der blinde Bartimäus, er sitzt jeden Tag dort am Rande des Weges und bettelt. Da er blind ist und nicht arbeiten kann, muss er betteln. Bartimäus kennt viele der Menschen, die hier vorbeikommen. Er kennt ihre Stimmen und Schritte, denn er kann sehr gut hören, besser als viele, die auch sehen können. Heute kann Bartimäus etwas besonderes hören. Die Leute reden über einen Jesus von Nazareth. Er hört, wie sie sagen: „Jesus kommt gleich hier vorbei, er will Jericho verlassen.“ - „Gleich wird er hier vorbeikommen.“ Bartimäus kann auch hören, dass eine große Menschenmenge immer näher kommt. Immer wieder hört er: „Jesus, Jesus kommt.“ Bartimäus hat schon viel über diesen Jesus gehört:
Er hatte kranken Menschen geholfen, Lahme konnten wieder gehen, Blinde wieder sehen. Bartimäus denkt: „Jesus wird mir sicher auch helfen.“ Er nimmt all seinen Mut zusammen und ruft so laut er kann: „Jesus erbarme dich meiner!“ – „Jesus, hilf mir.“ Die Leute, die um ihn herum stehen, sagen: „He, du blinder Bartimäus, sei ruhig, schrei nicht so herum. Was willst du schon von Jesus, der hat sicher besseres zu tun, als einem Blinden wie Dir zu helfen! Halt bloß den Mund!“ Es wird immer lauter. Bartimäus hört, dass die Menschenmenge immer näher kommt. Er schreit wieder, viel lauter, mit aller Kraft: „Jesus, hilf mir!“ Auf einmal wird es still. Bartimäus merkt, wie sich jemand zu ihm kniet und sagt: „Komm, beruhige dich, steh auf. Jesus ruft dich, er möchte, dass du zu ihm kommst.“
Zusammenfassung der Kapitel
Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert die biblische Grundlage der Bartimäus-Erzählung und thematisiert Blindheit als physische Einschränkung sowie als Metapher für mangelnde geistliche Wahrnehmung.
Didaktischer Kommentar: Hier werden die methodischen Überlegungen dargelegt, die durch Sinneserfahrungen und Rollenspiele die Empathie der Schüler fördern sollen.
Unterrichtsziele: Die Zielsetzung fokussiert sich auf die Unterscheidung zwischen reinem „physischem Sehen“ und der Fähigkeit, mit dem Herzen Not zu erkennen und zu handeln.
Unterrichtsverlauf: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte zeitliche und methodische Planung der Unterrichtsstunde mit konkreten Lehrer-Schüler-Interaktionen.
Bartimäus- Geschichte (MK 10, 46-52): Dies ist die erzählerische Aufbereitung des biblischen Textes, die als inhaltlicher Anker für die gesamte Unterrichtseinheit dient.
Schlüsselwörter
Bartimäus, Blindheit, Sehen, Glauben, Empathie, Religionsunterricht, Bibel, Heilung, Vertrauen, Nächstenliebe, Sinneserfahrung, Didaktik, Jesus, Herz, Wahrnehmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Aufarbeitung der biblischen Geschichte von der Heilung des blinden Bartimäus für den Religionsunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die physische Blindheit, die metaphorische Bedeutung des Sehens und die Bedeutung von Empathie im Sinne eines „Sehens mit dem Herzen“.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Ziel ist es, Schülern durch Selbsterfahrung die Lebensrealität blinder Menschen nahezubringen und die moralische Notwendigkeit zu vermitteln, auf die Bedürfnisse anderer einzugehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein erfahrungsorientierter, schülerzentrierter Ansatz gewählt, der durch praktische Blindenspiele die Brücke zum biblischen Text schlägt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine tiefgreifende Sachanalyse, didaktische Kommentare zur Umsetzung, konkrete Lernziele sowie einen detaillierten Ablaufplan für die Unterrichtsgestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Bartimäus, Empathie, Sinneserfahrung, Religionsdidaktik und Nächstenliebe charakterisiert.
Warum wird zu Beginn der Unterrichtsstunde der Name des Themas bewusst vermieden?
Dies dient dazu, die Schüler unvoreingenommen in die Sinneserfahrung des Blindseins starten zu lassen, ohne dass vorgefertigte Meinungen oder Mitleidsreflexe das Erleben beeinflussen.
Welche Rolle spielt Jesus in der erzählten Geschichte?
Jesus fungiert als das Gegenbild zu den ignoranten Menschenmengen, da er die Not des Einzelnen erkennt und mit dem Herzen handelt, anstatt den Bettler zu übersehen.
Warum sind die praktischen Blindenspiele für den Lernprozess so wichtig?
Durch das bewusste Ausschalten der visuellen Wahrnehmung sollen die Schüler physische Hilflosigkeit erfahren und die Bedeutung von Vertrauen und Hilfe durch Mitmenschen am eigenen Leib spüren.
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- Merle Umnirski (Author), 2004, Unterrichtsskizze: Die Heilung des blinden Bartimäus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128917