Die Heilung des Sohnes des Hauptmanns von Kapernaum


Hausarbeit, 2007

29 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Inhaltsangabe

3 Sprachliche Analyse
3.1 allgemein
3.2 Anwendung

4 Quellenanalyse
4.1 allgemein
4.2 Anwendung

5 Gattungsanalyse
5.1 allgemein
5.2 Anwendung

6 Traditionsanalyse
6.1 allgemein
6.2 Anwendung

7 Kompositionsanalyse
7.1 allgemein
7.2 Anwendung

8 Theologische Würdigung
8.1 allgemein
8.2 Anwendung

9 Literaturverzeichnis
9.1 Quelle
9.2 Hilfsmittel
9.3 Sekundärliteratur

1 Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der neutestamentlichen Geschichte „Der Hauptmann von Kapernaum“, die im Matthäusevangelium 8,5- 8,13 steht. An diesem Text werde ich exemplarisch das Arbeiten mit neutestamentlichen Texten sowie die Anwendung der exegetischen Methoden aufzeigen. Diese Methoden dienen dem verantwortungsbewussten Umgang sowie dem sachgemäßen Verstehen neutestamentlicher Texte.

Zuerst stelle ich den Inhalt dieser Geschichte vor, damit die nun folgenden Arbeitsschritte auch für die Menschen nachvollziehbar sind, die den Inhalt dieses Textes nicht genau kennen.

Nun folgen die sieben Exegeseschritte: die Sprachliche Analyse, die Quellenanalyse, die Gattungsanalyse, die Traditionsanalyse, die Kompositionsanalyse, die theologische Würdigung und die Situationsanalyse.

Jeden einzelnen Arbeitsschritt stelle ich zuerst allgemein vor. Damit möchte ich nicht nur die Bedeutung und die Funktion jedes Schrittes aufzeigen, sondern auch die Vorgehensweise, die Methode erläutern, die mit der Anwendung dieses Arbeitsschrittes auf einen beliebigen Text verbunden ist. Anschließend werde ich das allgemein Erläuterte auf meinen speziellen Text anwenden.

Den Abschluss meiner Hausarbeit bildet die Zusammenfassung, in der ich die wichtigsten Ergebnisse nochmals hervorhebe.

Zu diesem Themenbereich gibt es eine umfassende Literatur und deshalb stellt mein Literaturverzeichnis nur eine Auswahl, der mir zur Verfügung stehender Literatur dar. Bei meiner Hausarbeit habe ich vor allem mit den Büchern von Thomas Söding und von Klaus- Michael Bull gearbeitet. Dies liegt begründet in der leichten Verständlichkeit und in der übersichtlichen Gliederung der Bücher.

2 Inhaltsangabe

Die Geschichte „Der Hauptmann von Kapernaum“ handelt von der Heilung eines Knechtes des Hauptmanns in der Stadt Kapernaum. Kapernaum ist ein galiläisches Fischerdorf an der nordwestlichen Küste des Sees Genezareths.[1] Hier bittet der Hauptmann Jesus seinen gelähmten, unter Qualen stehenden Knecht zu heilen. Er lehnt jedoch das Angebot von Jesus direkt zu dem Leidenden zu gehen ab, da er meint, dass er die Anwesenheit Jesu in seinem Hause nicht wert sei. Jesus solle stattdessen ein Wort sprechen, so dass sein Knecht wieder gesund werde. Diese Aussage begründet er mit einem Vergleich zwischen sich und Jesus. Der Vergleich besagt, dass sie beide Menschen seien, die einer Obrigkeit unterstehen. Somit wird ein Wort von Jesus ausreichen um den Knecht zu heilen, genauso wie ein Wort von ihm ausreicht, um Soldaten einen Befehl zu geben, den diese sogleich befolgen. Jesus war von diesem tiefen Glauben sehr überrascht und nahm dies zum Anlass für eine kurze Rede an die Menschen, die ihm nachgefolgt sind. In seiner Rede sagt er, dass nicht nur die „Kinder Israels“ in das Reich Gottes gelangen, sondern dass jeder der gläubig ist diesen Ort erreichen kann. Die Ungläubigen werden, auch wenn sie Israeliten sind, in die Finsternis ausgestoßen. Abschließend spricht Jesus zu dem Hauptmann, dass er hingehe und sich von seinem Geglaubten vergewissern solle. Und der Knecht wurde gesund.

3 Sprachliche Analyse

3.1 allgemein

Jeder Text weist eine bestimmte sprachliche Form auf. Da die Form und der Inhalt des Textes untrennbar miteinander verbunden sind, gibt die sprachliche Analyse Hinweise auf die inhaltlichen Aussagen des Textes. Sie stellt damit einen wichtigen exegetischen Arbeitsschritt dar, der Voraussetzungen für weitere Schritte, ist. Deshalb steht die sprachliche Analyse auch meistens am Anfang der Exegese. Die Untersuchung des Textes hinsichtlich der Form beschäftigt sich vor allem mit den folgenden zwei Schwerpunkten: mit der Abgrenzung der Geschichte und mit der Struktur. Die Abgrenzung untersucht den Anfang und das Ende einer Geschichte. Dabei wird die Eingliederung des Textes in den Gesamtkontext untersucht. Die Strukturanalyse beschäftigt sich mit dem inneren Gefüge eines Textes. Dabei erschließt sich aus der Analyse der internen Beziehungen, ob es sich um eine Textkohärenz oder eine Opposition handelt. Des Weiteren wird der Text auf die nun folgenden Ebenen hin untersucht: die Textebene, die Wortebene und die Satzebene.[2][3]

3.2 Anwendung

1. Abgrenzung der Geschichte

Die Geschichte „Der Hauptmann von Kapernaum“ wird am Anfang von der vorhergehenden Geschichte durch einen Ortswechsel und durch einen Personenwechsel abgetrennt. Somit präsentiert sich diese Geschichte aus dem Gesamtkontext als eine zusammengehörige Einheit. Beim Vergleich der vorherigen Geschichte mit dieser, ist festzustellen, dass beide das gleiche Thema, also Heilungs- oder Wundergeschichten behandeln. Also gehen die Argumentation und die Darstellung Jesus als Heiler, die in Kapitel 8 Vers 1 beginnen, weiter. Neben dem thematischen Zusammenhang ist auch die Zeit, in der die Geschichten passieren dieselbe. So spielen sie sich im Verlauf eines bestimmten Tages ab. Weiter ist festzustellen, dass das Erzähltempus der beiden Geschichten gleich ist. Sie werden im Imperfekt erzählt. Im Gegensatz dazu kann jedoch ein Ortswechsel aufgezeigt werden. So spielt sich die vorherige Geschichte auf dem Abstieg von einem Berg ab („Als er aber vom Berge herabging...“) und die Geschichte vom Hauptmann von Kapernaum ereignet sich, als Jesus die Stadtgrenze von Kapernaum betreten hat („Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging...“). Wie oben im Text bereits erwähnt, ändern sich neben dem Ort auch die Personen. So handelt die vorherige Geschichte von zwei Personen, nämlich von Jesus und von einem Aussätzigen, der geheilt wird. Diese Geschichte jedoch erzählt von mehreren Personen, von Jesus, von einem Diener, der geheilt wird, von seinem Herrn, dem Hauptmann, der Jesus um die Heilung bittet sowie von einer Menschenmenge, zu denen Jesus im Anschluss spricht.

Das Ende der Geschichte zu der folgenden Erzählung „Jesu im Haus des Petrus“ wird wiederum durch einen Ortswechsel und durch einen Personenwechsel abgegrenzt. Hier ist wiederum die Zeit die gleiche. Es ist nämlich immer noch derselbe Tag, jedoch schon später am Nachmittag. Auch das Erzähltempus, Imperfekt, und der Themenbereich Heilungs- oder Wundergeschichten sind dieselben. Der Themenbereich des Wirkens Jesus erstreckt sich von 8,1 bis 9,34. Ausschließlich durch den Ortswechsel, von der Stadtgrenze von Kapernaum hin zu Petrus Haus und durch die neue Personenkonstellation wird die Geschichte von dem Hauptmann abgegrenzt. In der folgenden Geschichte geht es um die Heilung der kranken Schwiegermutter von Petrus und um zu Jesus gebrachte Besessene, die er am Abend heilt.[4]

2. Struktur der Geschichte

Textebene

Die Geschichte „Der Hauptmann von Kapernaum“ (8,5- 8,13) lässt sich in neun Teile einteilen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Den Zusammenhalt und die Einheit des Textes wird vor allem durch die Konjunktionen wie „und“, „denn“ und „aber“ hergestellt. Diese wirken verbindend, so dass der Text als Einheit erscheint. Aber nicht nur durch die Konjunktionen, sondern auch durch den Rahmen, Dialog zwischen Jesus und dem Hauptmann, erscheint der Text als zusammenhängendes Gefüge. Es werden zwar innerhalb der Geschichte die Adressaten gewechselt, aber durch diesen Rahmen bildet die Geschichte trotzdem eine Einheit.[5]

Der Text wird durchzogen von drei Spannungsbögen. Der erste Spannungsbogen verläuft von Vers 5 a bis 9, wo die Fernheilungsbitte des Hauptmanns ausgesprochen wird und es offen bleibt, wie Jesus letztendlich handeln wird. Der zweite Spannungsbogen befindet sich von Vers 10 bis 12, in denen das Schicksal der Israeliten von Jesus aufgezeigt wird. Der letzte Spannungsbogen wird von Vers 13 gebildet, wo das Wort Gottes durch die Tat, also die Heilung bestätigt wird.

In diesem Text sind auch Wortfelder zu finden, die ein bestimmtes Metier darstellen. So sagt allein schon das Wort „Hauptmann“ einiges über die Situation aus, denn der Hauptmann ist ein Heide. Dieses Wort steht im Gegensatz zu den „Kindern des Reiches“, an die Jesus in der Rede sein Wort richtet. Ein weiterer zentraler Begriff ist das „Wort“. Der Hauptmann beschreibt dreimal mit einem Schluss vom Kleineren aufs Größere die Mächtigkeit und die Ausführung seiner Befehle. Damit drückt er die Mächtigkeit des Wort Gottes aus, denn wenn seine Befehle schon beachtet werden, wie müssen erst die Befehle von Gott in die Tat umgesetzt werden. Das Wort ist ein sehr bedeutendes Element in der Theologie.[6]

Satzebene

In diesem Text sind vor allem lange Sätze vorzufinden, die ausführlich die Situation beschreiben. Auffällig ist hierbei der große Anteil an wörtlicher Rede, bzw. Dialog. Diese stammt von Jesus sowie von dem Hauptmann.[7]

Wortebene

Der Wortschatz des Textes ist einfach, so dass daraus geschlossen werden kann, dass die Geschichte eine Alltagssituation schildern soll und keine fiktive Abfolge. Anhand dieses Textes kann auch darauf hingewiesen werden, dass der Synoptiker Matthäus den Ausdruck „Himmelreich“ oder „Reich der Himmel“ verwendet und nicht wie die anderen Synoptiker den Ausdruck „Reich Gottes“ („... im Himmelreich zu Tisch sitzen.“).[8]

interne Beziehung

Die interne Beziehung dieses Textes ist die Opposition. Dies liegt begründet in dem Personen-, in dem Themen-, in dem Tempus- und in dem Stilwechsel. So handelt die Geschichte beginnend von Vers 5 bis 9 und der letzte Vers 13 von dem Dialog zwischen Jesus und dem Hauptmann. Dazwischen aber, von Vers 10 bis 12 wird die Rede von Jesus an die Israeliten, die ihm nachgefolgt sind, eingeschoben. Dies zeigt, dass der Text nicht einheitlich strukturiert ist, sondern dass ein Absatz existiert, in dem die bisherige Personenkonstellation aufgehoben wird. Daneben ändert sich aber auch das Thema. Dieser Absatz handelt nicht mehr von der Fernheilung eines Kranken, sondern von dem Glauben der israelitischen Bevölkerung. Auch das Tempus wechselt in diesem besagten Abschnitt. So redet Jesus zu den Menschen im Futur. Er beschreibt also, was in der Zukunft mit den „Kindern des Reiches“ geschehen wird. Insgesamt gesehen wechselt sich auch der gesamte Stil. Jesus redet nun in einem drohenden Ton zu den Menschen. In zwei langen, ausgeschmückten Sätzen beschreibt er mit Hilfe von Metaphern wie „Finsternis“, „Heulen und Zähneklappern“ ausführlich die Situation der Israeliten im Himmelreich.[9]

[...]


[1] Bruce, F. F.: Illustrierter Bibel- Atlas, Jerusalem 1994, Seite 20-21.

[2] Wilcke, Hans- Alwin: Das Arbeiten mit neutestamentlichen Texten. Eine Einführung in die exegeti- schen Methoden, Essen 1993, Seite 48- 70.

[3] Söding, Thomas: Wege der Schriftauslegung. Methodenbuch zum Neuen Testament, Freiburg/ Basel/ Wien 1998, Seite 128- 155.

[4] Conzelmann, H./ Lindemann, A.: Arbeitsbuch zum Neuen Testament, Tübingen 1998, Seite 20-24.

[5] Pesch, Rudolf/ Kratz, Reinhard: So liest man synoptisch. Anleitung und Kommentar zum Studium der synoptischen Evangelien, Seite 77-79.

[6] Söding, Thomas, Seite 137-139.

[7] Ebd. Seite 136-137.

[8] Ebd. Seite 133-136.

[9] Ebd. Seite 120-121.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Die Heilung des Sohnes des Hauptmanns von Kapernaum
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Grundwissen: Neues Testament
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2007
Seiten
29
Katalognummer
V128919
ISBN (eBook)
9783640355426
ISBN (Buch)
9783640355228
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heilung, Sohnes, Hauptmanns, Kapernaum
Arbeit zitieren
Merle Umnirski (Autor), 2007, Die Heilung des Sohnes des Hauptmanns von Kapernaum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128919

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