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Die sokratische Erkenntnistheorie in Platons Menon

Title: Die sokratische Erkenntnistheorie in Platons Menon

Term Paper , 2005 , 10 Pages

Autor:in: Anja Riedeberger (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Im Menon entwickelt Platon einen Dialog zwischen seinem Lehrer Sokrates und dem Sophistenschüler Menon. Wie auch im „Protagoras“ steht die Frage nach dem Wesen der Tugend im Mittelpunkt des Gesprächs. Anhand dieses Dialogs lassen sich wichtige Methoden und Aspekte der sokratischen Philosophie aufzeigen: der sokratische Dialog, die sokratische Erkenntnistheorie und das Hypothesisverfahren.

Ziel dieser Hausarbeit wird es sein, diese wesentlichen Punkte herauszuarbeiten. Es werden also folgende Fragen gestellt: Durch welche Methode gelangt man zur Erkenntnis? Wie ist Erkenntnis überhaupt möglich?

Inwiefern die im Menon deutlich werdenden philosophischen Positionen dem historischen Sokrates zugeschrieben werden können oder vielmehr Ausdruck der Gedankenwelt Platons sind, ist in der Literatur umstritten. Charles H. Kahn weist ebenfalls auf die Problematik der sich widersprechenden Standpunkte des Sokrates in den sokratischen Dialogen Platons hin. In dieser Hausarbeit sollen aber nur die im Menon vertretenen Positionen erläutert werden, daher finden diese Forschungsfragen zwar Erwähnung, auf sie kann aber nicht gesondert eingegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sokratische Frage und sokratischer Dialog

3. Sokrates Erkenntnistheorie – Anamnesis und Mäeutik

4. Hypothesisverfahren

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die erkenntnistheoretischen Methoden in Platons Dialog "Menon", mit dem Ziel herauszuarbeiten, wie nach sokratischem Verständnis Erkenntnis gewonnen werden kann und welche Rolle zentrale Konzepte dabei spielen.

  • Die Methode des sokratischen Dialogs
  • Der Elenchos als Mittel der Widerlegung
  • Die Theorie der Anamnesis (Wiedererinnerung)
  • Die Mäeutik (Hebammenkunst)
  • Das Hypothesisverfahren zur Untersuchung von Bedingungen

Auszug aus dem Buch

3. Sokrates Erkenntnistheorie – Anamnesis und Mäeutik

Nach dem erneuten Scheitern seiner Definition verweigert Menon einen weiteren Versuch und wirft Sokrates stattdessen vor, seine Fragen hätten ihn „betäubt“, so dass er nun gar nicht mehr sagen könne, was er doch eigentlich immer gewusst habe. Schließlich bezweifelt er die Möglichkeit einer Suche nach Erkenntnis überhaupt: „Und auf welche Weise wirst du die Suche auf etwas richten, von dem du nicht einmal weißt, was es ist? [...] Oder wie wüßtest du, wenn du zufällig darauf kämest, daß es das ist, was du nicht wußtest?“

Sokrates gesteht der Frage Schlüssigkeit zu, lässt sie aber trotzdem nicht gelten. Er entgegnet Menon, dass es eine Lehre gebe, die er bei weisen Priestern gehört habe: „Da also die Seele unsterblich und oft wiedererstanden ist, und da sie alles hier und im Hades geschaut hat, gibt es nichts, was sie nicht weiß. Deshalb ist es nicht erstaunlich, wenn es um Gutsein und andere Dinge geht, daß sie sich an das zu erinnern vermag, was sie ja vorher gewußt hat. [...] Das Suchen und das Lernen sind also gänzlich Wiedererinnerung.“ Die hier formulierte Erkenntnistheorie Sokrates wird mit dem Begriff Anamnesis (griech. anamnesis = Wiedererinnerung) bezeichnet. Die Seele ist also unsterblich und schon mehrmals wiedergeboren wurden. Sie hat alles auf der Welt gesehen und erfahren, und sie hat auch „im Hades“, also in der Zeit vor ihrer Wiedergeburt, „alles geschaut.“ All dieses Wissen geht bei ihrer Wiedergeburt verloren, wenn sich der Mensch aber bemüht und sein Suchen auf etwas konzentriert, kann sie sich an das einstige Wissen erinnern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den Dialog zwischen Sokrates und Menon ein, benennt die zentrale Frage nach dem Wesen der Tugend und skizziert die zu untersuchenden philosophischen Methoden.

2. Sokratische Frage und sokratischer Dialog: Dieses Kapitel erläutert den Ausgangspunkt des Dialogs, das Bestreben nach allgemeingültigen Definitionen und den Elenchos als Methode der kritischen Prüfung.

3. Sokrates Erkenntnistheorie – Anamnesis und Mäeutik: Hier werden die Anamnesis-Lehre zur Seelenwiedererinnerung und die Mäeutik als fragende Methode der Wissensgewinnung anhand eines Sklavenbeispiels dargelegt.

4. Hypothesisverfahren: Es wird dargelegt, wie durch das Hypothesisverfahren komplexe Fragen auf leichter zu prüfende Bedingungen zurückgeführt werden, um etwaige Zusammenhänge zwischen Tugend und Wissen zu untersuchen.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert, dass trotz des aporetischen Ausgangs des Dialogs die methodischen Ansätze der sokratischen Erkenntnissuche, insbesondere das Freilegen "wahrer Meinungen", klar hervortreten.

Schlüsselwörter

Platon, Sokrates, Menon, Erkenntnistheorie, Aporie, Elenchos, Anamnesis, Mäeutik, Hypothesisverfahren, Tugend, Gutsein, Wiedererinnerung, Wahrheit, Definition, Dialektik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die sokratische Erkenntnistheorie, wie sie sich im platonischen Dialog "Menon" darstellt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Methode des sokratischen Dialogs, die Konzepte von Anamnesis und Mäeutik sowie das Hypothesisverfahren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die philosophischen Methoden herauszuarbeiten, durch die Sokrates im Dialog nach Erkenntnis strebt und dem Gesprächspartner Menon begegnet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textanalytische Herangehensweise, um die im Menon explizierten philosophischen Positionen und Methoden zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der sokratischen Dialogführung, die Untersuchung der Anamnesis- und Mäeutik-Lehre sowie die Anwendung des Hypothesisverfahrens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Aporie, der Elenchos, die Anamnesis-Lehre, Tugend (Areté) und die dialektische Suche nach Definitionen.

Warum endet der Dialog im "Menon" laut der Arbeit aporetisch?

Da keine abschließende, allgemeingültige Definition von Tugend gefunden werden kann, die logisch konsistent bleibt, endet das Gespräch vorerst in einer ausweglosen Situation (Aporie).

Welche Rolle spielt der Sklave im Argumentationsgang von Sokrates?

Sokrates nutzt den Sklaven als Beispiel, um durch geschicktes Fragen (Mäeutik) zu demonstrieren, dass Erkenntnis durch Wiedererinnerung (Anamnesis) statt durch Belehrung möglich ist.

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Details

Title
Die sokratische Erkenntnistheorie in Platons Menon
College
University of Leipzig
Author
Anja Riedeberger (Author)
Publication Year
2005
Pages
10
Catalog Number
V128936
ISBN (eBook)
9783640402106
ISBN (Book)
9783640402489
Language
German
Tags
Erkenntnistheorie Platons Menon
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Riedeberger (Author), 2005, Die sokratische Erkenntnistheorie in Platons Menon, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128936
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