Während der letzten 50 Jahre haben sich die Verflechtungen und die Arbeitsteilung innerhalb von Unternehmen stark erhöht. Zugleich wuchs der Termindruck infolge der stärkeren Konkurrenz ständig an. Dies sind nur einige Gründe, die es erforderlich machten, neue Projektplanungsinstrumente zu entwerfen.
Bereits vor über 100 Jahren entwickelte Henry L. Gantt ein erstes graphisches Planungs-instrument, wodurch die Terminierung übersichtlicher wurde. Jedoch weisen die sogenannten Gantt-Diagramme (benannt nach Henry Gantt) einige Schwächen auf, wodurch sie für die heutigen komplexen Projekte weniger tauglich sind. In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden erstmals Verfahren der Netzplantechnik entwickelt.
Eine der ersten Anwendungen der Netzplantechnik lag in Bauprojekten des Militärs (U-Boote). Infolge der großen Erfolge, wurde damit begonnen, die Technik auch auf zivile Vorhaben zu übertragen. Es bleibt zu untersuchen, ob sich die deterministische Netzplantechnik auch für die Ablaufplanung von innovativen Projekten eignet.
Die vorliegende Arbeit besteht aus zwei wesentlichen Teilen. Im ersten Teil, der das Kapitel zwei einschließt, wird auf die Besonderheiten der Planung von innovativen Vorhaben eingegangen. Der zweite Teil der Arbeit, der das Kapitel drei umfasst, beschäftigt sich mit dem Vorgehen, den verschiedenen Methoden, weiteren Aspekten sowie den wesentlichen Vor- und Nachteilen der deterministischen Netzplantechnik in Bezug auf innovative Projekte. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Besonderheiten der Planung von innovativen Projekten
3. Deterministische Netzplantechniken
3.1 Elemente und Planung eines Netzplanes
3.2 Netzplanmethoden
3.2.1 Vorgangsknotennetzpläne
3.2.2 Vorgangspfeilnetzpläne
3.2.3 Ereignisknotennetzpläne
3.3 Weitere Aspekte der Netzplantechnik
3.3.1 Teilnetztechnik
3.3.2 EDV – Unterstützung
3.4 Vorteile von deterministischen Netzplantechniken
3.5 Nachteile von deterministischen Netzplantechniken
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Eignung deterministischer Netzplantechniken für die Ablaufplanung komplexer und innovativer Projekte unter Berücksichtigung von Zeit-, Kosten- und Kapazitätsaspekten. Dabei wird analysiert, wie diese Instrumente bei der Bewältigung von Termindruck und Planungsunsicherheit in Forschung und Entwicklung unterstützen können.
- Grundlagen und Elemente deterministischer Netzplantechniken
- Vergleichende Analyse von VKN, VPN und PERT
- Anwendung von Teilnetztechnik und EDV-Unterstützung
- Vorteile und Grenzen bei der Planung innovativer Vorhaben
- Evaluierung der Netzplantechnik für Forschung und Entwicklung
Auszug aus dem Buch
3.1 Elemente und Planung eines Netzplanes
Zunächst ist die Unterscheidung zwischen stochastischen und deterministischen Netzplantechniken von Bedeutung. Bei den stochastischen Netzplantechniken werden Wahrscheinlichkeitsvorgaben für Vorgänge ermittelt, von denen der weitere Projektverlauf abhängt. Dagegen werden in deterministischen Netzplänen Dauer und Abläufe vorgegeben (d.h. ohne Wahrscheinlichkeiten). Zudem müssen in deterministischen Netzplänen, im Unterschied zu stochastischen Netzplänen, alle Wege im Netzplan auch durchlaufen werden.
Bevor mit der Zeichnung eines Netzplanes begonnen werden kann, sind einige grundlegende Schritte erforderlich.
Ein Netzplan besteht aus drei Hauptelementen: Vorgänge, Ereignisse und Abhängigkeiten zwischen Vorgängen. Ein Vorgang nimmt eine gewisse Zeitspanne in Anspruch und verfügt über ein Anfang und ein Ende. Ein Ereignis ist definiert als der Punkt, bei dem ein Projektzustand erreicht wird.
Die Planung eines Netzplanes erfolgt nach folgendem Schema: Zunächst erfolgt die Definition der Aufgaben (Projektdefinition). Sie enthält das Projektziel, Teilprojekte und Kompetenzen während des Projektablaufs.
Danach folgt in der Projektanalyse eine Untergliederung in Teilaufgaben. Dies lässt sich anhand eines Projektstrukturplanes erreichen. Dieser analysiert Projekte bezüglich ihrer Aufgaben. Dabei werden die einzelnen Aufgaben in Teilaufgaben zerlegt. Am Ende stehen sogenannte Arbeitspakete, die oft aus Vorgängen bestehen und für die Bildung der späteren Netzpläne von Bedeutung sind. Projektstrukturpläne bilden ein erstes übersichtliches und einfaches Abbild der Ebenen und Teilaufgaben. Unterscheiden lassen sich drei Arten von Projektstrukturplänen: objektorientierte, funktionsorientierte und ablauforientierte Projektstrukturpläne. Objektorientierte Projektstrukturpläne nehmen die Aufteilung anhand von technischen Strukturen des Produkts vor. Funktionsorientierte Projektstrukturpläne gliedern die Projekte nach Funktionsbereichen in der Entwicklung, z.B. Produktentwurf, Konstruktion.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Netzplantechnik und begründet die Relevanz der Untersuchung für die Ablaufplanung in modernen, komplexen Unternehmen.
2. Besonderheiten der Planung von innovativen Projekten: Dieses Kapitel arbeitet heraus, dass innovative Vorhaben durch hohen Termindruck, Unsicherheit und hohen Kostenaufwand geprägt sind, was spezielle Anforderungen an Planungsinstrumente stellt.
3. Deterministische Netzplantechniken: Das zentrale Hauptkapitel erläutert theoretische Grundlagen, verschiedene Netzplanarten (VKN, VPN, PERT) sowie praktische Hilfsmittel wie Teilnetztechnik und EDV-Einsatz.
4. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass deterministische Netzpläne zwar für eine strukturierte Termin- und Kostenplanung nützlich sind, jedoch aufgrund ihrer starren Logik bei sehr unsicheren innovativen Projekten an ihre Grenzen stoßen.
Schlüsselwörter
Netzplantechnik, Projektplanung, Innovation, Forschung und Entwicklung, Vorgangsknotennetzplan, Vorgangspfeilnetzplan, PERT, Meilensteine, Projektstrukturplan, Ablaufplanung, Termineinhaltung, EDV-Unterstützung, Teilnetztechnik, Kapazitätsplanung, kritischer Weg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Nutzen von deterministischen Netzplantechniken für die Ablaufplanung in innovativen Projekten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Terminplanung, der Kostenkontrolle, der Projektstrukturierung und dem Vergleich verschiedener Netzplanmethoden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu untersuchen, inwieweit deterministische Netzplantechniken bei der Bewältigung der spezifischen Unsicherheiten innovativer Vorhaben unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die verschiedene Netzplanverfahren und deren Anwendungsmöglichkeiten systematisch gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil erörtert die technischen Elemente von Netzplänen, die drei Methoden VKN, VPN und PERT sowie ergänzende Aspekte wie EDV-Einsatz und Teilnetzbildung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind Netzplantechnik, Projektmanagement, Vorgangsknoten, kritischer Weg und Innovationsgrad.
Warum ist die Unterscheidung zwischen deterministischen und stochastischen Netzplänen wichtig?
Deterministische Verfahren setzen feste Vorgaben voraus, während stochastische Verfahren mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten, was bei unsicheren Innovationsvorhaben oft realistischer ist.
Wie unterscheidet sich die PERT-Methode von anderen Ansätzen?
PERT nutzt drei verschiedene Zeitangaben für eine Vorgangsdauer, um Unsicherheiten besser abzubilden, ist jedoch bei Änderungen aufwendiger in der Handhabung.
Welchen Einfluss hat die EDV auf die Netzplantechnik?
EDV ermöglicht eine schnellere Aktualisierung, Simulation von Szenarien und eine effizientere Auswertung großer, komplexer Netzpläne gegenüber manuellen Erstellungen.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Eignung für Innovationen?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass deterministische Methoden zwar hilfreich für die Strukturierung sind, bei hohen Innovationsgraden jedoch stochastische Ansätze vorzuziehen wären.
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- Dipl.-Kfm. Jan-Philipp Das (Author), 2005, Können deterministische Netzplantechniken die Ablaufplanung innovativer Vorhaben unterstützen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128964