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Die CDU im Spannungsfeld zwischen Liberalismus, traditionellen Bindungen und Modernität

Droht der CDU eine Identitätskrise?

Title: Die CDU im Spannungsfeld zwischen Liberalismus, traditionellen Bindungen und Modernität

Term Paper , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jens Gmeiner (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Als am 18. September 2005 kurz nach 18 Uhr die ersten Hochrechnungen der Union für die Zusammensetzung des 16. Deutschen Bundestages im Fernsehen ausgestrahlt wurden, war unmissverständlich klar, dass die Union zum wiederholten Male keine deutliche Mehrheit hatte erzielen können. Zum dritten Male in Folge konnte die Union die anvisierte Hürde von 40% der abgegebenen Wählerstimmen nicht auf sich vereinen und fuhr zudem ihr zweitschlechtstes Ergebnis seit 1949 ein. Gemessen an den Meinungsumfragen und Prognosen der Demoskopen sowie an der evident politisch suggerierten Handlungsunfähigkeit von Rot-Grün, welche schließlich in der Vertrauensfrage des Bundeskanzlers mün-dete, erscheint das Ergebnis der Union in einem noch weitereichendem Kontext.
In dieser Hausarbeit werde ich nun versuchen genau diesen Kontext näher beleuchten. Deshalb will ich mich vor allem darauf konzentrieren, Erklärungspunkte für die gesunkene politische Zustimmung der Bevölkerung, speziell zur CDU, zu deuten und mit gesellschaftlichen wie auch politischen Umbrüchen kontrastieren. Innerparteilich werde ich dezidiert versuchen die Identität und die fest verankerten gesellschaftlichen Milieus und Strömungen der CDU sowie ihre Wählerschaft darzustellen um Erklärungsansätze für die enttäuschenden Wahlergebnisse zu gewinnen.
Das Hauptaugenmerk dieser Hausarbeit soll jedoch spezifisch auf den Wandel und Prozess der CDU von einer zum Ausgleich aller Interessen und integrierten Strömungen geneigten Volkspartei zu einer immer stärker sich entwickelten technokratisch operierenden Ökonomisierungs- und Modernisierungspartei abzielen. Dabei stellen sich für die CDU im Span-nungsfeld zwischen Modernisierung, Liberalisierung und Tradition nicht nur Fragen nach der Zukunftsfähigkeit sondern spezifisch auch nach ihrer eigenen Identität. Dieses verlässliche Koordinatensystem, welches die Marktwirtschaft mit einem bewahrenden Sozial-staat versöhnen konnte, scheint sich seit dem Ende der Ära Kohl folgenschwer verschoben zu haben. Ist eine Partei wie die CDU, die ihre traditionelle Identität und ihre Programmatik zu großen Teilen aus dem sozialen Katholizismus gespeist hat mit einem aufkommenden propagierten Modernisierungsdrang überhaupt vereinbar, oder vollzieht sich bei der CDU eine neoliberale Trendwende?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DIE ERSTE VOLKSPARTEI NACH 1945- MILIEU UND IDENTITÄT

2.1 MODELL EINER KATHOLISCHEN VOLKSPARTEI

2.2 DIE REGIONALPARTEI CDU

2.3 DIE KONSENSPARTEI CDU

3 DIE CDU IM SPANNUNGSFELD

3.1 DIE GESELLSCHAFT IM WANDEL- EROSION DES KATHOLISCHEN MILIEUS

3.2 ZWISCHEN TRADITION UND MODERNISIERUNG- ALTE WERTE, NEUE WÄHLER UND PROGRAMMATIK.

3.3 DIE „NEUE LIBERALITÄT“ DER CDU- IM ZEICHEN DER FREIHEIT

4 FAZIT UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der CDU von einer integrativen Volkspartei hin zu einer technokratisch geprägten Modernisierungspartei und analysiert, ob dieser Prozess mit einer schleichenden Identitätskrise einhergeht, die durch die Entfremdung von traditionellen Milieus und Werten gekennzeichnet ist.

  • Historische Entwicklung der CDU als katholische Volkspartei
  • Die Bedeutung von Milieubindungen und regionaler Identität
  • Der Einfluss von Modernisierungsdruck und Liberalisierung auf die Programmatik
  • Wahlverhalten und Mitgliederstruktur im Kontext gesellschaftlicher Umbrüche

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Gesellschaft im Wandel- Erosion des katholischen Milieus

Die CDU vermochte es über Jahrzehnte von den historisch gewachsenen katholischen Lebenswelten und dem Milieu zu profitieren. Das katholische Lager unterstütze die CDU und ihre Parteivorsitzenden in fast allen Entscheidungen und begleitete die Christdemokraten in beinahe schon bedingungsloser Loyalität von Wahl zu Wahl. Diese Milieus sind noch heute auf der Landkarte auszumachen. Es sind Wirkungskreise wie Paderborn in Ostwestfalen, das ursprünglich eine Vorreiterrolle der christlichen Arbeiterbewegung darstellte oder das katholische Eichsfeld in Thüringen, das 2 Diktaturen überdauerte und seine Binnenkraft durch den Außendruck bewahren konnte sowie das Bistum Fulda, eine Hochburg der CDU in Hessen.

Man könnte meinen, es hätte sich nichts für die CDU verändert, aber bei genauerem Hinsehen wird schnell bewusst, dass sich eine gewaltige Zäsur vollzogen hat. Schon Anfang der 60er Jahren formierten sich pazifistische, sozialistische und christliche Gruppierungen in den sogenannten „Ostermärschen“, um gegen Aufrüstung und Atomwaffen zu protestieren. Dieser Vorläuferorganisation der APO fand immer mehr Zuspruch vor allem bei Intellektuellen, Gewerkschaftlern und Geistlichen. Als Kern der APO trat insbesondere die ehemalige Studentenorganisation der SPD in den Vordergrund, die sich zu Ziel gemacht hatte, eine „Demokratisierung der Hochschule“ durchzusetzen. Zudem kritisierten die Studenten die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse in der BRD und bezeichneten jene als „reaktionär“ und „verkrustet“. Zu jener Zeit vollzog sich neben dem studentischen und gesellschaftlichen Aufbruch auch ein medialer. Das Fernsehen hielt Einzug in die bundesdeutschen Wohnzimmer, alternative Lebensformen und Trends kamen in Mode, kritische Sozialphilosophen wie Habermas und Adorno nahmen Einfluss auf die Politik.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet das enttäuschende Wahlergebnis der Union von 2005 und leitet die Forschungsfrage nach dem Wandel der CDU zu einer technokratisch operierenden Modernisierungspartei ein.

2 DIE ERSTE VOLKSPARTEI NACH 1945- MILIEU UND IDENTITÄT: Dieses Kapitel analysiert die historischen Grundlagen der CDU als katholische Volkspartei, ihre föderale Struktur und ihre Rolle als ausgleichende Konsenspartei.

3 DIE CDU IM SPANNUNGSFELD: Dieser Teil untersucht die Erosion traditioneller Milieus, den Wandel der Wählerschaft und die zunehmende Hinwendung zu einem wirtschaftsliberalen Kurs unter der Parteiführung von Angela Merkel.

4 FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die programmatische Verschiebung der CDU zusammen und betont die Notwendigkeit, das christliche Identitätsmerkmal in einer veränderten Gesellschaft neu zu definieren.

Schlüsselwörter

CDU, Volkspartei, Katholizismus, Konsenspolitik, Modernisierung, Liberalismus, Identitätskrise, Milieubindung, Wahlverhalten, Angela Merkel, Transformation, christliche Werte, Sozialstaat, Parteigeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Identität und den programmatischen Wandel der CDU von einer christlich-konservativen Volkspartei hin zu einer modernisierungsorientierten Partei.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Auswirkungen der gesellschaftlichen Säkularisierung, die Erosion katholischer Milieus und die Auswirkungen einer zunehmend wirtschaftsliberalen Ausrichtung auf die Parteibasis.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Erklärungspunkte für die gesunkene Zustimmung in der Bevölkerung zu finden und zu hinterfragen, ob sich die Partei von ihrem ursprünglichen, identitätsstiftenden Selbstverständnis entfernt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis von Literaturstudien, Wahldatenanalysen und dem Vergleich politischer Programmatiken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehungsgeschichte der CDU, die Analyse der Milieueffekte sowie die kritische Betrachtung des liberalen Richtungswechsels unter Angela Merkel.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Wesentliche Begriffe sind "Volkspartei", "Konsenspolitik", "Säkularisierung", "Modernisierung" und "Identität".

Welche Rolle spielt Angela Merkel in dieser Analyse?

Die Autorin sieht in Angela Merkel eine Parteivorsitzende, die den Liberalisierungstrend der CDU maßgeblich verstärkt und sich dabei vom traditionellen rheinisch-katholischen Führungstypus abhebt.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung bezüglich einer möglichen Identitätskrise?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass man eher von einer programmatischen Verschiebung als von einer Identitätskrise sprechen sollte, warnt jedoch vor den Risiken für die langfristige Bindungskraft der Partei.

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Details

Title
Die CDU im Spannungsfeld zwischen Liberalismus, traditionellen Bindungen und Modernität
Subtitle
Droht der CDU eine Identitätskrise?
College
University of Göttingen  (Seminar für Politikwissenschaft)
Course
Parteien und Gesellschaft
Grade
1,0
Author
Jens Gmeiner (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V128971
ISBN (eBook)
9783640351664
Language
German
Tags
Spannungsfeld Liberalismus Bindungen Modernität Droht Identitätskrise
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Gmeiner (Author), 2006, Die CDU im Spannungsfeld zwischen Liberalismus, traditionellen Bindungen und Modernität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128971
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