Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Das Leben in der DDR als zentrales Motiv im Spielfilm. Alles nur Film oder Reproduktion der Realität in der DDR?

Titel: Das Leben in der DDR als zentrales Motiv im Spielfilm. Alles nur Film oder Reproduktion der Realität in der DDR?

Facharbeit (Schule) , 2019 , 52 Seiten , Note: 1,00

Autor:in: Laurenz Rudrof (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Inwiefern Spielfilme, die von der DDR handeln und nach der Wende produziert worden sind, das Resultat eines verzerrten Geschichtsbildes hervorrufen könnten, wird im Laufe dieser Arbeit untersucht und erläutert. Auf Grundlage eines Interviews mit dem Zeitzeugen Erhard Neubert, der selbst mehrfach von der Stasi inhaftiert wurde, und stützend auf originale und ihn betreffende Stasi-Akten lässt sich hier ein geschichtliches Fundament schaffen, auf Basis dessen im Folgenden geschichtliche Fakten mit den Filmen, die die Stasi inszenieren, verglichen werden können.

„Spielfilme sind kein Museum für Zeitgeschichte – das Fiktionale hat Priorität.“ Diese Aussage Waltraud Wendes betont die Vorsichtigkeit und Behutsamkeit, mit denen filmische Produktionen hinsichtlich ihrer historischen Faktentreue analysiert werden müssen. Denn Film und Fernsehen haben seit jeher eine wichtige Rolle in geschichtlichen Prozessen gespielt: Sie produzieren eigene Geschichtsbilder, die wiederum die Zuschauer beeinflussen und prägen. Dabei ist stets zu beachten, dass solche Massenmedien niemals deutungsneutrale und historisch hundertprozentig exakte Spiegelbilder der Vergangenheit vermitteln oder Reproduktionen der Geschichte anstreben. Sie bieten vielmehr Unterhaltung, deuten historische Befindlichkeiten, unterstellen sich selbst sogar Authentizität. Die Gefahr der Ausprägung eines verzerrten Geschichtsbewusstseins ist bereits vorprogrammiert. Das wird besonders dann problematisch, wenn die „bewegten Bilder“ im Zusammenhang mit der Darstellung totalitärer und diktatorischer Herrschaften die persönliche Aufarbeitung dieser Systeme nicht nur hervorrufen, sondern maßgeblich beeinflussen.

Die nach der Jahrtausendwende aufkommenden „Ostalgie-Shows“, die das Leben in der DDR nahezu nostalgisch und beschönigt wiedergeben, bewirken eine individuelle Vergangenheitsbewältigung, die die Verklärung alter ostdeutscher Werte hervorhebt, hinter denen diktatorische Strukturen, die den historisch eindeutig wichtigeren Teil bilden, zurücktreten. Dies birgt die Gefahr der unbewussten Verharmlosung der Organisation und Macht der autoritären SED-Herrschaft.

Leseprobe


Inhalt

I. Spielfilme und Ostalgie-Shows als Vermittler von Geschichte?

II. Das Leben in der DDR als zentrales Motiv im Spielfilm

1. Spielfilme der 90er Jahre und ihr komödiantischer Unterhaltungswert

1.1. „Go Trabi Go“ – Der Trabant als „Pappschachtel auf Rädern“

1.2. „Sonnenallee“ – Das Streben eines Jugendlichen nach westlichem Lebensstil

2. Produktionen nach dem Milleniumswechsel: Übergang von der Komödie zum Leitmotiv des Staatssicherheitsdienstes

2.1. „Good Bye, Lenin!“ – Ironische Erinnerung an Werte, Lebensweise und Alltagskultur in der ehemaligen DDR

2.2. „Das Leben der Anderen“ – eine Zäsur: Totaler Überwachungsanspruch der Stasi und damit einhergehender „Täter-Opfer-Diskurs“

2.3. Fernsehserie „Tatort“ und ihr heutiger Bezug zur Staatssicherheit

3. Filmproduktionen unter die Lupe genommen: Prüfung der historischen Faktentreue ausgewählter Filme

3.1. Omnipräsenz und tatsächliche Machtbefugnis des „Ministeriums für Staatssicherheit“

3.2. Vergleich der geschichtlichen Fakten mit filmischen Inszenierungen

III. Alles nur Film oder historisch treue Wiedergabe der Geschichte?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Spielfilme, die nach der Wende über das Leben in der DDR produziert wurden, eine historisch treue Reproduktion der Realität darstellen oder eher verzerrte Geschichtsbilder vermitteln. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Entwicklung der filmischen Darstellung von der komödiantischen Aufarbeitung in den 90er-Jahren bis hin zur ernsthaften, oft stasilastigen Inszenierung im neuen Jahrtausend.

  • Entwicklung von Ostkomödien der 90er-Jahre („Go Trabi Go“, „Sonnenallee“)
  • Übergang zum Leitmotiv der Staatssicherheit in moderneren Produktionen
  • Analyse von „Good Bye, Lenin!“ und „Das Leben der Anderen“
  • Untersuchung der historischen Faktentreue von Stasi-Darstellungen
  • Empirische Einordnung durch Zeitzeugeninterviews und Originalakten

Auszug aus dem Buch

I. Spielfilme und Ostalgie-Shows als Vermittler von Geschichte?

„Spielfilme sind kein Museum für Zeitgeschichte – das Fiktionale hat Priorität.“ Diese Aussage Waltraud Wendes betont die Vorsichtigkeit und Behutsamkeit, mit denen filmische Produktionen hinsichtlich ihrer historischen Faktentreue analysiert werden müssen. Denn Film und Fernsehen haben seit jeher eine wichtige Rolle in geschichtlichen Prozessen gespielt: Sie produzieren eigene Geschichtsbilder, die wiederum die Zuschauer beeinflussen und prägen. Dabei ist stets zu beachten, dass solche Massenmedien niemals deutungsneutrale und historisch hundertprozentig exakte Spiegelbilder der Vergangenheit vermitteln oder Reproduktionen der Geschichte anstreben. Sie bieten vielmehr Unterhaltung, deuten historische Befindlichkeiten, unterstellen sich selbst sogar Authentizität.

Die Gefahr der Ausprägung eines verzerrten Geschichtsbewusstseins ist bereits vorprogrammiert. Das wird besonders dann problematisch, wenn die „bewegten Bilder“ im Zusammenhang mit der Darstellung totalitärer und diktatorischer Herrschaften die persönliche Aufarbeitung dieser Systeme nicht nur hervorrufen, sondern maßgeblich beeinflussen. Die nach der Jahrtausendwende aufkommenden „Ostalgie-Shows“, die das Leben in der DDR nahezu nostalgisch und beschönigt wiedergeben, bewirken eine individuelle Vergangenheitsbewältigung, die die Verklärung alter ostdeutscher Werte hervorhebt, hinter denen diktatorische Strukturen, die den historisch eindeutig wichtigeren Teil bilden, zurücktreten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Spielfilme und Ostalgie-Shows als Vermittler von Geschichte?: Einleitend wird die theoretische Problematik erörtert, inwieweit Spielfilme als Quelle für historische Erkenntnisse dienen können und welche Gefahren einer verzerrten Wahrnehmung durch Unterhaltungsmedien bestehen.

II. Das Leben in der DDR als zentrales Motiv im Spielfilm: Das Hauptkapitel analysiert chronologisch verschiedene Filmgenres und deren Wirkmacht, beginnend bei den Komödien der 90er-Jahre bis hin zur detaillierten Untersuchung des Stasi-Komplexes in späteren Produktionen.

III. Alles nur Film oder historisch treue Wiedergabe der Geschichte?: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und bewertet die filmische Auseinandersetzung mit der DDR als ein Angebot zur individuellen Vergangenheitsbewältigung, das trotz historischer Ungenauigkeiten eine wichtige gesellschaftliche Funktion erfüllt.

Schlüsselwörter

DDR, Stasi, Spielfilm, Geschichtsbild, Ostalgie, Staatssicherheit, Historische Faktentreue, Zeitgeschichte, SED-Herrschaft, DDR-Alltag, Propaganda, Täter-Opfer-Diskurs, Vergangenheitsbewältigung, Spielfilmkomödie, DDR-Wirklichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Darstellung der ehemaligen DDR in Spielfilmen nach der deutschen Wiedervereinigung und hinterfragt, inwieweit diese Filme als historische Reproduktion oder als fiktionale Inszenierung einzustufen sind.

Welche Medien und Filme stehen im Zentrum?

Untersucht werden insbesondere die Ostkomödien „Go Trabi Go“ und „Sonnenallee“, das Werk „Good Bye, Lenin!“, der Film „Das Leben der Anderen“ sowie ausgewählte Episoden der Fernsehreihe „Tatort“.

Welches primäre Ziel verfolgt der Verfasser?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen filmischer Inszenierung und historischer Realität aufzuzeigen, wobei ein besonderer Fokus auf der filmischen Darstellung des Staatssicherheitsdienstes liegt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Neben einer umfassenden Filmanalyse werden historische Dokumente (Originalakten der Stasi) sowie ein telefonisches Zeitzeugeninterview mit Erhard Neubert genutzt, um einen Abgleich mit der Realität zu ermöglichen.

Was wird im theoretischen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der DDR-Filme, die Rolle der Mangelwirtschaft, die zunehmende Fokussierung auf das MfS und kritische Auseinandersetzungen mit der historischen Genauigkeit.

Was zeichnet die zentralen Begriffe dieser Arbeit aus?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Stasi“, „Ostalgie“, „Diktatur“, „Scheinwelt“ und „Historische Faktentreue“ definiert, welche die zentralen Spannungsfelder zwischen Unterhaltung und Erinnerungskultur beschreiben.

Wie bewertet der Zeitzeuge die filmische Stasi-Darstellung?

Der Zeitzeuge kritisiert, dass viele Details, wie etwa das Verhalten von Stasi-Angehörigen in Filmen oder die baulichen Umsetzungen (z. B. Dachböden), als unrealistisch oder als „Blech“ eingestuft werden müssen, erkennt jedoch die emotionale Wirkung der Stasi-Bedrohung als realistisch an.

Warum ist der Begriff „Staat im Staate“ in dieser Arbeit wichtig?

Die Arbeit verdeutlicht durch historische Quellen, dass die Stasi lediglich ein mächtiges Instrument der SED-Führung war und nicht autark agierte, was der oft in Filmen gezeigten „Allmacht“ entgegensteht.

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Leben in der DDR als zentrales Motiv im Spielfilm. Alles nur Film oder Reproduktion der Realität in der DDR?
Note
1,00
Autor
Laurenz Rudrof (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
52
Katalognummer
V1289753
ISBN (PDF)
9783346752277
ISBN (Buch)
9783346752284
Sprache
Deutsch
Schlagworte
DDR Diktatur Nachkriegszeit SED Stasi Staatssicherheit Inszenierung Darstellung Geschichte leben film reproduktion realität Deutsche Teilung Berliner Mauer Volksaufstand Wiedervereinigung Wende Osten spielfilm motiv
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Laurenz Rudrof (Autor:in), 2019, Das Leben in der DDR als zentrales Motiv im Spielfilm. Alles nur Film oder Reproduktion der Realität in der DDR?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1289753
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  52  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum