Im Rahmen dieser Arbeit soll ein Abriss über das Weltgeschehen aus der Zeit von Schmidt-Phiseldek erfolgen und anschließend der Europadenker vorgestellt werden. Dann werden seine beiden erwähnten Schriften beziehungsweise die darin enthaltenen Ideen Schmidts-Phiseldeks zusammenführend vorgestellt. Daran schließt eine Darstellung der Rezeption und es werden die Gründe des Scheiterns betrachtet. Abschließend soll in der Schlussbetrachtung eine subjektive Einschätzung, ob und wie viel "Schmidt-Phiseldek" in der heutigen Europäischen Union steckt, gegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Weltgeschehen
3. Biografie
4. Europaplan
5. Rezeption
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die visionären Europapläne von Conrad Friedrich von Schmidt-Phiseldek im Kontext der politischen Entwicklungen des frühen 19. Jahrhunderts und setzt diese in Bezug zur modernen Europäischen Union. Die zentrale Forschungsfrage widmet sich der Frage, wie ein historisch lange unbeachteter Denker bereits frühzeitig Strukturen für einen europäischen Bundesstaat entwarf und inwiefern diese heute als Vorwegnahme aktueller politischer Realitäten betrachtet werden können.
- Historischer Kontext der frühen 19. Jahrhunderts und die Rolle der USA
- Biografische Einordnung von Conrad Friedrich von Schmidt-Phiseldek
- Detaillierte Analyse der Europaschriften und Konzepte eines Bundesstaates
- Beurteilung der Rezeption und der Gründe für das Scheitern des Entwurfs
- Vergleichende Analyse der historischen Pläne mit der heutigen EU
Auszug aus dem Buch
Europaplan
Schmidt-Phiseldek verfasste, neben einigen weiteren ´europarelevanten´ Schriften, die beiden wichtigsten Werke für seines Europaplans in direkt aufeinanderfolgenden Jahren 1820 (Europa und Amerika oder die künftigen Verhältnisse der civilisierten Welt) und 1821 (Der europäische Bund). Er war der Erste, der erkannte, dass die Emanzipation der Vereinigten Staaten von Amerika weitreichende Folgen für Europa haben wird, die sogar vergleichbar mit den Auswirkungen der Entdeckung der Neuen Welt wenige Jahrhunderte vorher sein könnte. Dabei zählte Schmidt-Phiseldek neben der geistigen Überlegenheit Europas vor allem seine wirtschaftliche Vormachtstellung in der Welt an. Amerikas Ideale von Freiheit zog Menschen aus Europa an, welche damit nicht nur die Vereinigten Staaten von Amerika stärkten, sondern um den geleichen Faktor Europa schwächen. Der amerikanische Bevölkerungswachstum gehe, so Schmidt-Phiseldek, mit einer kulturellen Veränderung einher, die sich zum Beispiel in technischen, wissenschaftlichen und auch künstlerischen Aspekten des Lebens äußern sollte. Zentral erscheint ihm aber der wirtschaftliche Aspekt: Sobald sich die USA auch hier von Europa unabhängig machen können, so werden sie bald Europa überflügeln und Europa in seine Abhängigkeit drängen. Amerika galt für Schmidt-Phiseldek allerdings nicht nur als Konkurrenten, sondern auch als ein Vorbild. Während in Europa „Verbote der Einfuhr und Ausfuhr gegen den Nachbarn, […] Sperren der Flüsse und Häfen [und] Privilegien und monopolistische Handelskompanien“ aufgrund der Konkurrenz der vielen verschiedenen Staaten existieren,
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die politische Stimmung des frühen 19. Jahrhunderts und stellt das Forschungsziel vor, Schmidt-Phiseldeks unbeachtete Europaschriften zu analysieren.
2. Weltgeschehen: Das Kapitel beleuchtet die Umbrüche durch die Französische Revolution und die Napoleonischen Kriege sowie die wirtschaftliche Erstarkung der jungen USA.
3. Biografie: Hier wird der Lebensweg von Conrad Friedrich von Schmidt-Phiseldek nachgezeichnet, von seiner Erziehung in Braunschweig bis zu seiner Tätigkeit in der dänischen Staatsverwaltung.
4. Europaplan: Dieses Kapitel detailliert Schmidt-Phiseldeks visionäre Vorschläge für einen europäischen Bundesstaat, einschließlich gemeinsamer Währung, Handelsmarkt und Bundesheer.
5. Rezeption: Dieses Kapitel erläutert, warum der zeitgenössische Erfolg der Schriften ausblieb und Schmidt-Phiseldek lange außerhalb des Kanons der Historiker stand.
6. Resümee: Die Schlussbetrachtung wägt ab, inwieweit die damaligen Utopien in der heutigen Europäischen Union als realpolitische Errungenschaften verankert sind.
Schlüsselwörter
Conrad Friedrich von Schmidt-Phiseldek, europäische Einigung, Europaplan, Bundesstaat, Europäischer Bund, 19. Jahrhundert, internationale Politik, politische Theorie, wirtschaftliche Konkurrenz, USA, europäische Integration, Historie, politischer Denker, Nationalstaat, transatlantische Beziehungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der historischen Europaschriften von Conrad Friedrich von Schmidt-Phiseldek und seiner Vision eines geeinten Europas im frühen 19. Jahrhundert.
Welche Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt?
Zentral sind die historische Einordnung des 19. Jahrhunderts, die Biografie des Denkers, sein konkreter Entwurf eines europäischen Bundesstaates und der Vergleich mit der heutigen EU.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Schmidt-Phiseldeks vernachlässigte Ideen aufzuarbeiten und ihre Aktualität in Bezug auf die heutige Europäische Union kritisch zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die Quellenschriften auswertet und diese in den zeitgeschichtlichen Kontext einbettet.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Vorstellung der Biografie sowie eine dezidierte Darstellung der Europapläne und deren anschließende Rezeption.
Welche Schlüsselbegriffe sind für die Arbeit entscheidend?
Wichtige Begriffe umfassen u.a. Europaplan, Bundesstaat, europäische Einigung, transatlantische Konkurrenz und politische Integration.
Warum blieb Schmidt-Phiseldeks Werk laut der Arbeit zunächst weitgehend wirkungslos?
Die Arbeit argumentiert, dass seine Gedanken zu stark im Widerspruch zum nationalen Zeitgeist nach dem Wiener Kongress standen und er zudem aus einer eher unbedeutenden europäischen Randzone agierte.
Inwieweit sieht der Autor Parallelen zwischen Schmidt-Phiseldek und der heutigen EU?
Der Autor vergleicht Konzepte wie eine gemeinsame Währung, den Wegfall von Binnenzöllen und die Idee eines europäischen Heeres mit heutigen Institutionen und Realitäten innerhalb der EU.
- Citar trabajo
- Dominik Faber (Autor), 2019, Conrad Georg Friedrich Elias von Schmidt-Phiseldek. Ein vergessener Europadenker aus der Zeit nach dem Wiener Kongress, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1289954