Das Verhältnis der Kunst zum absoluten Geist in Hegels Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften (§§562-563)


Referat (Ausarbeitung), 2009
11 Seiten

Leseprobe

Gliederung

1. Kunst in der EPW

2. Exegese
2.1 §562
2.2 §563

3. Quellen

1. Kunst in der EPW

In den Paragraphen §§556-563 legt Hegel in knapper Form die wesentlichen Gedanken seiner Philosophie der Kunst dar. Kunst sei dabei die erste Stufe auf dem Weg zu Selbsterkenntnis des Absoluten. Dabei führt er die geistesgeschichtliche Bedeutung der Kunst auf.

Kunst sei die Form, in der der absolute Geist sich selbst erfasse und zur Anschauung bringe. Hegel versteht die Kunst als Moment des absoluten Geistes. Der Sinn der Kunst sei, dass die Wahrheit in ihr ans Licht komme, jedoch könne die Art, in der die Kunst die Wahrheit zeige, durch die Gebundenheit der Kunst an bestimmte Gestaltungsweisen und den geschichtlichen Kontext, bloß eine unangebrachte sein, sie sei nur ein Anfang der in der Religion weitergeführt werden könne. Denn die unmittelbar schöne Gestalt der Kunst könne lediglich das Dasein des Göttlichen realisieren. So könne, nach Hegel, die Kunst das Absolute nur anschauen, nicht denken oder wissen. Kunst sei weder der angemessene Ausdruck für ihren Inhalt, noch vermöge sie die volle Wirklichkeit als Inhalt zu fassen. Die Kunst bleibe als greifbare Inhaltlichkeit geschichtlich und kulturell eingeschränkt, weil die schöne Gestalt, ihr Ideal, „nur das angeschaute bzw. vorgestellte Sein des absoluten Geistes“ sei (Hegels EPW, Seite 353). „Es ist die Absolutheit des absoluten Geistes und damit die vollendete Wahrheit, die eine vollendete Kunst verhindert und zwar dadurch verhindert, dass sie sich einer angemessenen Darstellung im sinnlichen Material entzieht.“ (Hegels Lehre vom absoluten Geist, Seite 206)

Die ersten Paragraphen §§556-561 analysieren das Schönheitsideal der griechischen Kunst. Diese habe die vollendete Gestalt. Sie zeichne sich durch die Angemessenheit von Idee und Gestaltung aus, erreiche so eine „gelungene Gestalt im Sinne einer adäquaten, harmonischen In-Eins-Bildung von Form und Inhalt“ (Hegels EPW, Seite 353). Hegel knüpft den Begriff der Kunst stark an den der Religion, da die Mythologien von denen die Kunst lebe und deren Vorstellungen sie enthalte, von religiösen Vorstellungen getragen würden. Adriaan Peperzak bezeichnet daher die Kapitel über die Kunst auch als Philosophie der griechischen Religion. Man könne die Kritik Hegels an der Kunst auch als Kritik an der griechischen Religion verstehen, das Empiristische der Kunst entspräche der Endlichkeit des Polytheismus der Griechen. Man könne den Gedankengang, den Hegel in diesen Paragraphen zeichnet, als kritische Analyse der Endlichkeit verstehen. Hegel weist auf die Überwindungsbedürftigkeit der schönen Gestalt hin. Der Übergang zur christlichen Religion in §563 zeigt, dass die wahre Idee nur in der Unendlichkeit der Gottmenschlichkeit zum Ausdruck kommt.

So wird in §§561-563 die religiöse Unzulänglichkeit aller Künste nachgewiesen. Dafür stellt er eine in der EPW sehr kurze Version seiner Bestimmung der Kunstformen an. Er unterscheidet drei Formen der Kunst, die romantische, griechische und symbolische Kunst. Was die symbolische Kunstform noch nicht hervorbringen könne, lasse die Romantik hinter sich, während das Ideal in der griechischen Kunst erreicht werde. In §563 beendet er seine Überlegungen damit, den Vergangenheitscharakter der Kunst zu zeigen.

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Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Das Verhältnis der Kunst zum absoluten Geist in Hegels Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften (§§562-563)
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Philosophie)
Veranstaltung
Der absolute Geist in Hegels EPW
Autor
Jahr
2009
Seiten
11
Katalognummer
V129005
ISBN (eBook)
9783640402137
ISBN (Buch)
9783640402502
Dateigröße
370 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verhältnis, Kunst, Geist, Hegels, Enzyklopädie, Wissenschaften
Arbeit zitieren
Ruth Flocke (Autor), 2009, Das Verhältnis der Kunst zum absoluten Geist in Hegels Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften (§§562-563), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129005

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