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Wissenschaft oder Kunst? Kurzessay zu „Klio am Scheideweg – Ein Entscheidungsbaum für Historiker“ von Oliver R. Scholz

Title: Wissenschaft oder Kunst? Kurzessay zu „Klio am Scheideweg – Ein Entscheidungsbaum für Historiker“ von Oliver R. Scholz

Essay , 2020 , 6 Pages

Autor:in: Fabian Meiners (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Klio, die Muse der Geschichtsschreibung, und Kalliope, ihre Schwester und Muse der Philosophie und der Wissenschaften, haben sich in den letzten Jahren zunehmend voneinander distanziert. Während sich Klio immer weiter von dem Anspruch der Objektivität und Wahrheit in ihren Aussagen und Erkenntnissen entfernt hat, so entstand Skepsis und Unmut über die metatheoretische Reflexion der historischen Disziplinen sowie ihrer Selbst- und Fremddarstellungen.

Welchen Beitrag zur metatheoretischen Reflexion der modernen und bereits lange institutionalisierten Geschichtswissenschaften kann die Wissenschaftsphilosophie heute noch leisten? Ein erneuter Dialog zwischen beiden Schwestern mit dem Ziel der Klarheit und des Konsenses sollte angestrebt werden.

So kann die Wissenschaftsphilosophie zum Beispiel einen Entscheidungsbaum für die methodologische Orientierung und Reflexion in der desorientierten metatheoretischen Reflexion der Geschichts- und Sozialwissenschaft liefern.

Oliver R. Scholz hat dieses Vorhaben in seinem 2018 verfassten Aufsatz „Klio am Scheideweg – Ein Entscheidungsbaum für Historiker“ umgesetzt. Die drei zentralen Leitfragen dieses Entscheidungsbaumes, gewissermaßen die Weggabelungen, werden dabei wie folgt definiert:

1. Ist Geschichtsforschung wissenschaftlich?
2. Wenn ja, sollen die beschriebenen Geschehnisse mit wissenschaftlichen Erklärungen verständlich gemacht werden?
3. Greifen diese Erklärungen auf Gesetze zurück?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. WISSENSCHAFT – ERKLÄRUNGEN – GESETZTE

3. KUNST ODER WISSENSCHAFT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die methodologischen Grundlagen der Geschichtswissenschaft im Lichte der Wissenschaftsphilosophie. Ziel ist es, zu klären, unter welchen Bedingungen die historische Forschung als wissenschaftlich gelten kann, insbesondere in Bezug auf die Verwendung von Erklärungsmodellen und Gesetzen.

  • Wissenschaftsphilosophische Fundierung historischer Erklärungsmodelle
  • Anwendung des deduktiv-nomologischen Modells in den Geisteswissenschaften
  • Problematik von Kausalität und Gesetzesbegriffen in der Geschichte
  • Diskurs um Normische Gesetze und historische Plausibilität
  • Die Spannung zwischen wissenschaftlicher Strenge und künstlerischer Interpretation

Auszug aus dem Buch

WISSENSCHAFT – ERKLÄRUNGEN – GESETZTE

In der wissenschaftlichen Praxis sollten, den Urvätern des deduktiv-nomologischen Erklärungsmodells Carl Gustav Hempel und Paul Oppenheim zufolge, gute wissenschaftliche Begründungen durch die logische Referenz auf ein allgemeines Gesetz mit empirischem Gehalt realisiert werden. Die Gesetze des deduktiv-nomologischen Modells sind dabei strikte und allgemeingültige, oft naturwissenschaftliche oder physikalische Gesetze. Das angestrebte Verstehen eines Ereignisses durch Erklärungen ist ein holistischerer Prozess als lediglich zu Wissen Wie, Was oder mit Wem etwas passiert ist. Relevante Informationen müssen über Gesetze mit weiteren Wissensbausteinen verknüpft werden, um ein Verständnis für einen perspektivischen Zusammenhang, für die enthaltenen Prozesse sowie deren Begründungen im Rahmen geschichtlicher Ereignisse entwickeln zu können.

In den historischen Wissenschaften existieren jedoch keine strikten Naturgesetze, keine standardisierten Wahr-macher, wenn man sie so bezeichnen möchte, sondern lediglich nicht-strikte Generalisierungen, oftmals versehen mit ceteris paribus-Klauseln. Diese Generalisierungen haben zur Aufgabe, zeitlich-räumlich individuelle Ereignisse erklärbar zu machen und dienen nicht der Suche nach allgemeingültigen Gesetzten zum Selbstzweck.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Distanz zwischen Geschichtsschreibung und Wissenschaftsphilosophie und führt das Konzept des Entscheidungsbaums nach Oliver R. Scholz als methodisches Hilfsmittel ein.

WISSENSCHAFT – ERKLÄRUNGEN – GESETZTE: Dieses Kapitel diskutiert die Anwendbarkeit des deduktiv-nomologischen Modells auf die Geschichtswissenschaft und untersucht Ansätze wie Tendenz- und Normische Gesetze zur empirischen Fundierung historischer Analysen.

KUNST ODER WISSENSCHAFT: Das letzte Kapitel reflektiert die Rolle menschlicher Intuition und künstlerischer Interpretation innerhalb der historischen Arbeit und positioniert das Fach in einem Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Strenge und narrativer Freiheit.

Schlüsselwörter

Wissenschaftsphilosophie, Geschichtswissenschaft, Deduktiv-nomologisches Modell, Erklärungstheorie, Historische Darstellung, Kausalerklärung, Normische Gesetze, Web of Belief, Ceteris paribus, Methodologie, Epistemologie, Wissenschaftliche Praxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftstheoretischen Einordnung der Geschichtswissenschaft und hinterfragt deren methodologische Grundlagen sowie den Status historischer Erklärungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Struktur wissenschaftlicher Erklärungen nach dem Modell von Hempel und Oppenheim, die Problematik von Gesetzmäßigkeiten in der Geschichte und das Spannungsfeld zwischen Kunst und Wissenschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die methodologische Orientierung für Historiker, indem durch einen Entscheidungsbaum geklärt wird, wie historische Ereignisse wissenschaftlich erklärt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine wissenschaftsphilosophische Analyse und kritische Reflexion auf Basis der Ansätze von Oliver R. Scholz und anderen Theoretikern durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Möglichkeiten und Grenzen der historischen Erklärung sowie die Rolle von Wahrscheinlichkeitsaussagen und historischen Darstellungen als "Web of Belief" erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Wissenschaftsphilosophie, Erklärungsmodelle, historische Gesetzmäßigkeiten und der Dualität von Kunst und Wissenschaft charakterisiert.

Inwiefern unterscheiden sich historische Gesetze von physikalischen Naturgesetzen?

Während Naturgesetze meist strikt und allgemeingültig sind, basieren historische Generalisierungen auf nicht-strikten Bedingungen oder Ceteris-paribus-Klauseln, da keine universellen Naturgesetze für menschliches Handeln existieren.

Was ist unter dem "Web of Belief" in der Geschichtsforschung zu verstehen?

Der Begriff beschreibt die historische Darstellung als ein komplexes Netz aus Aussagen und Hypothesen, deren Qualität sich aus der Gesamtplausibilität und der inneren Konsistenz der Theorien ergibt.

Warum spielt die Intuition des Forschers eine Rolle?

Die Intuition ist notwendig, um komplexe historische Zusammenhänge zu interpretieren, da die Grenzen strikter wissenschaftlicher Methodik bei der menschlichen Geschichte oft erreicht sind.

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Details

Title
Wissenschaft oder Kunst? Kurzessay zu „Klio am Scheideweg – Ein Entscheidungsbaum für Historiker“ von Oliver R. Scholz
College
University of Münster
Author
Fabian Meiners (Author)
Publication Year
2020
Pages
6
Catalog Number
V1290064
ISBN (PDF)
9783346751553
Language
German
Tags
wissenschaft kunst kurzessay klio scheideweg entscheidungsbaum historiker oliver scholz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Meiners (Author), 2020, Wissenschaft oder Kunst? Kurzessay zu „Klio am Scheideweg – Ein Entscheidungsbaum für Historiker“ von Oliver R. Scholz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1290064
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