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Alles eine Frage der Marke? Eine Studie zur Wahrnehmung journalistischer Qualität

Título: Alles eine Frage der Marke? Eine Studie zur Wahrnehmung journalistischer Qualität

Tesis (Bachelor) , 2021 , 49 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Henry Behrens (Autor)

Medios / Comunicación: Periodismo, publicidad
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Resumen Extracto de texto Detalles

Sowohl für gesellschaftliche Systeme als auch für einzelne Rezipienten ist die Qualität von Informationsangeboten von enormer Bedeutung. Problematisch ist dabei allerdings, dass die Nutzer in Rezeptionssituationen wahrscheinlich nicht alle urteilsrelevanten Eigenschaften eines Medienproduktes bei der Qualitätsbeurteilung abwiegen (können). Die vorliegende Studie untersucht daher, inwiefern Medienmarken als Heuristiken die Qualitätsbewertung journalistischer Produkte beeinflussen. Dabei kontrolliert sie auch moderierende Einflüsse wie die Formalbildung, das Themeninteresse sowie Konsonanz bzw. Dissonanz der persönlichen Einstellung mit dem rezipierten Beitrag.

Es wurde ein Online-Experiment durchgeführt, um die dargestellten Zusammenhänge zu überprüfen. Dabei sollten die Teilnehmer einen inhaltlich identischen Stimulusbeitrag bewerten, welcher je nach Experimentalgruppe mit dem Logo der Tagesschau, dem Logo der Bild-Zeitung oder ohne Logo präsentiert wurde. Die Daten zeigen, dass die Tagesschau über alle Dimensionen hinweg besser als die Bild-Zeitung bewertet wurde. Dieser Effekt ist in der Gruppe "Tagesschau" bei hohem Interesse und konsonanter Themeneinstellung verhältnismäßig am stärksten. Formal niedrig gebildete Teilnehmer bewerten den Artikel der Tagesschau besser als im Gesamtbild, während hoch gebildete diesen deutlich schlechter einschätzen. Die in der Arbeit ausgeführten Annahmen wurden damit weitestgehend bestätigt, obwohl der Großteil der Ergebnisse keine Signifikanz aufweist. Die Effekte der Medienmarke sind allerdings in allen Bereichen verhältnismäßig gering und sollten daher keine gesellschaftlich dysfunktionalen Wirkungen entfalten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund

2.1 Journalistische Qualität

2.1.1 Mehrdimensionalität des Qualitätsbegriffes

2.1.2 Normative Qualitätskriterienkataloge

2.1.3 Ableitung zentraler Qualitätsdimensionen

2.2 Medienmarken und Medienmarkenimages

2.3 Intervenierende Variablen

2.3.1 Themeninteresse

2.3.2 Themeneinstellung

2.3.3 Soziodemographische Merkmale

3 Methode

3.1 Untersuchungsdesign und Stimulus

3.2 Messinstrumente

3.3 Untersuchungsablauf und Stichprobe

3.4 Datentransformation

4 Ergebnisse

4.1 Haupteffekt

4.2 Interaktionseffekte

4.2.1 Themeninteresse

4.2.2 Themeneinstellung

4.2.3 Formalbildung

5 Diskussion

5.1 Limitationen

5.2 Fazit

Zielsetzung & Thematik

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Medienmarken als Heuristiken bei der Qualitätsbeurteilung journalistischer Produkte fungieren. Dabei analysiert die Studie, ob Nutzer die Qualität eines identischen Nachrichtenartikels abhängig von der präsentierten Medienmarke (Tagesschau vs. Bild-Zeitung vs. keine Marke) unterschiedlich wahrnehmen und welche moderierenden Einflüsse, wie Themeninteresse, Themeneinstellung oder Formalbildung, auf diesen Prozess wirken.

  • Einfluss von Medienmarken auf die Qualitätswahrnehmung
  • Rolle von Medienmarken als Heuristiken bei Vertrauensgütern
  • Auswirkungen von Nutzer-Merkmalen (Interesse, Einstellung, Bildung) auf die Bewertung
  • Überprüfung theoretischer Annahmen wie des Heuristisch-Systematischen Modells (HSM)
  • Evaluation normativer Qualitätsdimensionen bei Nachrichtenbeiträgen

Auszug aus dem Buch

2.2 Medienmarken und Medienmarkenimages

Nachdem nun deutlich geworden ist, was und welche Dimensionen diese Arbeit unter journalistischer Qualität versteht, gilt es genauer auf Medienmarken einzugehen. Warum diese bei der Qualitätsbewertung eine Rolle spielen, lässt sich neben der zu Anfang erwähnten Problematik von Medienprodukten als Vertrauensgüter mit dem Heuristisch-Systematischen Modell erklären (HSM; Chaiken et al., 1989). Dieses geht von einer Informationsverarbeitung entlang zweier Routen aus: Fähige und motivierte Rezipienten kommen nach der Abwägung aller urteilsrelevanten Informationen zu einer fundierten Bewertung (systematische Verarbeitung). Geringere Fähigkeiten und Motivation der Rezipienten führen hingegen dazu, dass Heuristiken bei der Urteilsfindung angewandt werden (heuristische Verarbeitung) (Voigt, 2016, S. 116). Neben Fähigkeit und Motivation spielt im HSM die Genügsamkeitsschwelle eine entscheidende Rolle. Darunter versteht man eine Abwägung der Rezipienten zwischen dem benötigten Aufwand, ein korrektes Urteil zu fällen, sowie der Sicherheit mit der ein subjektiv richtiges Urteil gefällt werden kann (Chen & Chaiken, 1999, S. 74). Bei kleiner wahrgenommener Urteilsunsicherheit kann trotz vorhandener Fähigkeit und Motivation eine heuristische Verarbeitung erfolgen, da diese geringe Urteilsunsicherheit auch durch Heuristiken adäquat überbrückt werden können. Heuristiken können im Speziellen Merkmale der Quelle, sowie inhaltliche und formale Merkmale des Beitrags an sich sein.

Wie zu Beginn erwähnt, eignen sich Medienmarken als Heuristiken bei der Qualitätsbewertung, da sie über Nutzenbestandteile, die von einem Produkt erfüllt werden, Auskunft geben (Siegert, 2013, S. 215). Aufgrund der gesellschaftlichen Etablierung von Medienmarken (vgl. Siegert, 2001, S. 121) können sie die Urteilsunsicherheit stark reduzieren, was eine heuristische Verarbeitung bei vorhandener Medienmarke tendenziell fördert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz journalistischer Qualität für demokratische Systeme ein und erläutert die Problematik der Qualitätsbeurteilung von Informationsmedien als Vertrauensgüter.

2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert journalistische Qualität, klassifiziert Medienmarken als Heuristiken der Urteilsfindung und leitet intervenierende Variablen wie Interessen und Einstellungen her.

3 Methode: Die Methodik beschreibt den Aufbau des Online-Experiments, die Auswahl des Stimulus-Artikels, die eingesetzten Messinstrumente sowie das Vorgehen bei der Datentransformation.

4 Ergebnisse: Hier werden die Haupteffekte der Medienmarke und die Interaktionseffekte zwischen Medienmarke und weiteren Faktoren wie Themeninteresse und Bildung empirisch analysiert und dargestellt.

5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, Limitationen der Untersuchung benannt und ein zusammenfassendes Fazit der Studie gezogen.

Schlüsselwörter

Journalistische Qualität, Medienmarken, Heuristiken, Online-Experiment, Nutzereinstellungen, Themeninteresse, Formalbildung, Nachrichtenbewertung, Vertrauensgüter, Normative Qualitätskriterien, Urteilsfindung, Medienmarkenimage, Imagetransfer, Rezipientenforschung, Sozialwissenschaften.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob Medienmarken die individuelle Wahrnehmung journalistischer Qualität beeinflussen und ob diese Marken dabei als Heuristiken zur Urteilsfindung dienen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Im Fokus stehen die Begriffe der journalistischen Qualität, die Funktion von Medienmarken sowie psychologische Mechanismen der Informationsverarbeitung und Einstellungsbildung bei den Nutzern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel besteht darin, den Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Medienmarke eines Artikels und der darauf folgenden Qualitätsbewertung durch Rezipienten unter Berücksichtigung moderierender Faktoren zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Studie basiert auf einem experimentellen Online-Befragungsdesign, bei dem Probanden einen inhaltlich identischen Artikel mit unterschiedlichen Marken-Logos bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der systematischen Herleitung der theoretischen Grundlagen sowie der detaillierten Auswertung der empirisch gewonnenen Daten bezüglich der Haupteffekte und Interaktionseffekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Medienmarken, journalistische Qualität, Heuristiken, Rezipientenforschung und die normative Bewertung journalistischer Inhalte.

Welche Rolle spielt die Marke "Bild-Zeitung" in den Ergebnissen?

Die Daten deuten darauf hin, dass die Bild-Zeitung in der untersuchten Stichprobe mit einem negativeren Image verbunden ist, was zu einer im Schnitt schlechteren Qualitätsbewertung des Artikels führt als bei der Konkurrenz.

Warum wird die Tagesschau als Vergleichsmarke herangezogen?

Die Tagesschau wurde als Gegenpol zur Bild-Zeitung gewählt, da sie in der deutschen Medienlandschaft als vertrauenswürdige Nachrichtenquelle mit hohem Qualitätsimage gilt.

Welchen Einfluss hat die Formalbildung auf das Ergebnis?

Die Untersuchung zeigt, dass der Einfluss der Medienmarke bei formal niedriger gebildeten Teilnehmern deutlicher ausgeprägt ist, während höher Gebildete kritischere Bewertungsmuster zeigten.

Was ist das Fazit zur Wirkung von Medienmarken?

Das Fazit zeigt, dass Medienmarken zwar die Qualitätswahrnehmung beeinflussen, die Effekte jedoch gering genug sind, um keine unmittelbaren gesellschaftlich dysfunktionalen Wirkungen zu entfalten.

Final del extracto de 49 páginas  - subir

Detalles

Título
Alles eine Frage der Marke? Eine Studie zur Wahrnehmung journalistischer Qualität
Universidad
University of Hohenheim  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Calificación
1,3
Autor
Henry Behrens (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
49
No. de catálogo
V1290126
ISBN (PDF)
9783346750754
ISBN (Libro)
9783346750761
Idioma
Alemán
Etiqueta
alles frage marke eine studie wahrnehmung qualität
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Henry Behrens (Autor), 2021, Alles eine Frage der Marke? Eine Studie zur Wahrnehmung journalistischer Qualität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1290126
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Extracto de  49  Páginas
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