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Kindeswohl in Scheidungsprozessen. Das Gericht als Vermittler und der Wille des Kindes

Title: Kindeswohl in Scheidungsprozessen. Das Gericht als Vermittler und der Wille des Kindes

Term Paper (Advanced seminar) , 2018 , 22 Pages , Grade: 2,67

Autor:in: Manuel Bober (Author)

Pedagogy - Social pedagogy
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In dieser Hausarbeit werde ich mich mit der Fragestellung auseinandersetzen, inwiefern der Kindeswille im Zusammenhang mit dem Kindeswohl während eines hochstrittigen Scheidungsprozesses, im Kontext von Streit um das Sorge- oder Umgangsrecht, Beachtung findet. Weiterhin soll analysiert werden, mit welchen Herausforderungen die Beteiligten in familienrechtlichen Verfahren konfrontiert werden.

Das Ziel meiner Arbeit ist es, einen Überblick über den Begriff des Kindeswohls zu verschaffen, zu prüfen, inwiefern der Kindeswille in Zusammenhang mit dem Wohl des Kindes steht und wie diese Konstellation Beachtung findet, wenn es um hochstrittige Verfahren vor dem Familiengericht geht. Aufgrund der Fülle des Materials und den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, in denen Aussagen über das Kindeswohl getroffen werden, ist es weder beabsichtigt, noch wäre es auch nur annähernd möglich einen vollständigen Überblick in dieser kurzen Arbeit zu verschaffen.

Betrachtet man die veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamt 2016 für das Jahr 2015, so wird die Dringlichkeit einer Auseinandersetzung mit der Thematik des Kindeswohls bei hochstrittigen Elternkonflikten deutlich. Im Jahr 2015 waren bundesweit 131.749 minderjährige Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. Diese Zahl lässt Kinder aus Trennungsfamilien unberücksichtigt, in denen die versorgenden Elternteile nicht verheiratet waren. Vergleicht man die veröffentlichten Zahlen aus den Vorjahren, so erkennt man einen stetigen Anstieg von Ehescheidungen und den somit betroffenen minderjährigen Kindern. Eine Vielzahl von Paaren übernehmen nach ihrer Trennung die elterliche Verantwortung gemeinsam und organisieren sich mehr oder weniger einvernehmlich und autonom. Können die Eltern keinerlei Einvernehmen bezüglich des Sorge- und des Umgangsrechts mit ihren Kindern erzielen, besteht die Möglichkeit eines Antrages auf Regelung durch das Familiengericht. Von dieser Möglichkeit machen etwa 8 bis 10 Prozent der geschiedenen oder getrennten Eltern Gebrauch, die dann als hochstrittige oder hocheskalierte Fälle aktenkundig geführt werden.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Kindeswohl

2.1 Geschichtlicher Rückblick

2.2 Kindeswohl heute

3 Das Gericht als Vermittler und letzte Instanz

3.1 Streit um das Sorge- oder Umgangsrecht im Kontext Kindeswohl

3.2 Das Wächteramt „agieren“ oder „reagieren“ bei Kindeswohlgefährdung?

4 Der Wille des Kindes

5 Fazit

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Kindeswillens im Kontext von hochstrittigen Scheidungsprozessen und die damit verbundenen Herausforderungen für das Familiengericht sowie die beteiligten Akteure bei der Wahrung des Kindeswohls.

  • Analyse des Kindeswohlbegriffs und dessen Bedeutung im familienrechtlichen Diskurs.
  • Untersuchung der spezifischen Belastungssituationen für Kinder in hochstrittigen Trennungsfamilien.
  • Evaluation rechtlicher Rahmenbedingungen und Abläufe bei familiengerichtlichen Verfahren.
  • Reflektion über die Rolle des subjektiven Kindeswillens gegenüber dem Kindeswohl.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit interventionsorientierter Gesetzesreformen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Streit um das Sorge- oder Umgangsrecht im Kontext Kindeswohl

Die differentiellen Merkmale von hochstrittigen Elternsysteme während eines Scheidungsprozesses sind im normalen Verlauf starke und langanhaltende Konflikte zwischen den Elternteilen. Diese Konfliktphasen bestehen zwar auch bei Paaren, die sich einvernehmlich zur Trennung entschlossen haben, sind hier allerdings weniger ausgeprägt. Die in einer frühen Phase des Scheidungsprozesses entstandenen Merkmale, wie Wut, Verachtung des Partners, rachsüchtiges Verhalten, Konfliktspiralen, sowie polarisierte Ansichten, weisen auf ein hohes Risiko hin, im weiteren Verlauf hochstrittig zu werden. Durch dieses hohe Risiko wird die Gruppe aber nicht automatisch der „hoch Strittigen“ zugeordnet. Hierfür muss sich das Konfliktniveau der Parteien über Jahre nicht mindern und gerichtlich wie außergerichtliche Interventionen dürfen keinerlei Erfolge erzielen. Erst dann kann von Hochstrittigkeit gesprochen werden. In diesem verhärteten Konflikt und dessen Eskalationsgrad ist kaum ein Ende der persönlichen und rechtlichen Streitigkeiten zu erwarten, welches verheerende Folgen für die betroffenen Kinder haben kann (Vgl. Dietrich/Paul 2006, S. 14).

Die andauernde Spannung und Ungewissheit über viele Monate bis hinzu Jahren stellen, während dieser familienrechtliche Verfahren, eine hohe Belastung für die betroffenen Kinder dar. Die Autoren Dietrich und Paul berichten 2006 in ihrem Aufsatz “Hoch strittige Elternsysteme im Kontext Trennung und Scheidung.“, dass dem Faktor des elterlichen Konfliktniveaus eine zentrale Rolle zugesprochen werden kann, aufgrund der ihnen vorliegenden Studie. Der hervortretende Negativeffekt kann sich Abhängig von der Entwicklungsphase in folgenden Formen zeigen: Selbstwertprobleme, körperliche Beschwerden und emotionale Daueranspannung. Durch diesen drohenden und wohlmöglich andauernden Schaden für die betroffenen minderjährigen Kinder muss in einigen Fällen von einer Kindeswohlgefährdung im Sinne des § 1666 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) ausgegangen werden (Vgl. Dietrich/Paul 2006, ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die Fragestellung nach der Beachtung des Kindeswillens in hochstrittigen Scheidungsprozessen und definiert das Ziel der Arbeit, einen Überblick über den Kindeswohlbegriff im familiengerichtlichen Kontext zu geben.

2 Das Kindeswohl: Dieses Kapitel liefert eine historische und begriffliche Herleitung des Kindeswohlbegriffs als zentrales Rechtsgut und betont die Entwicklung des Kindes vom Objekt zum eigenständigen Subjekt mit verfassungsrechtlichem Status.

3 Das Gericht als Vermittler und letzte Instanz: Es wird die Rolle der Justiz bei hochstrittigen Trennungen beleuchtet, wobei das FamFG und das Wächteramt als Instrumente der Konfliktregulierung und Kindessicherung diskutiert werden.

4 Der Wille des Kindes: Das Kapitel untersucht die Bedeutung, Erhebung und Grenzen der Berücksichtigung des Kindeswillens unter Berücksichtigung der psychischen Belastung und Loyalitätskonflikte der betroffenen Minderjährigen.

5 Fazit: Das Fazit resümiert kritisch, dass trotz gesetzlicher Reformen zur Einigungsorientierung Kinder in diesen Verfahren oft eine nachgeordnete Rolle einnehmen und weist auf die Diskrepanz zwischen Norm und Wirklichkeit hin.

Schlüsselwörter

Kindeswohl, Kindeswille, hochstrittige Scheidung, Familiengericht, Sorge- und Umgangsrecht, FamFG, Kindschaftsrecht, Kindeswohlgefährdung, Loyalitätskonflikt, psychologische Gutachten, Kindesmissbrauch, Subjektstellung, Trennungsfamilie, Beratungsmodelle, Wächteramt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik, wie das Kindeswohl und der Kindeswille in hochstrittigen Scheidungsverfahren vor dem Familiengericht gewahrt werden und welche Herausforderungen sich hierbei für die Beteiligten ergeben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt die Begriffsdefinition des Kindeswohls, die Rolle des Familiengerichts als Vermittlungsinstanz, die Dynamik hochstrittiger Elternsysteme sowie die psycho-sozialen Aspekte der Kindesanhörung ab.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, einen Überblick über den Begriff des Kindeswohls zu geben und zu prüfen, inwieweit der Kindeswille in Zusammenhang mit dem Wohl des Kindes bei hochstrittigen Verfahren durch die Gerichte Beachtung findet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse und Zusammenführung aktueller familienrechtlicher und pädagogischer Diskurse sowie gesetzlicher Grundlagen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen und aktuellen Konzeptionen des Kindeswohls, die Bedeutung der Reform des Familiengerichtsverfahrens (FamFG) und die spezifische Situation von Kindern sowie deren Subjektstellung in Trennungskonflikten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kindeswohl, Kindeswille, hochstrittige Scheidung, Sorgerecht, Umgangsrecht sowie die psychische Belastung betroffener Kinder.

Welche Rolle spielt das sogenannte "Cochemer Modell" in der Arbeit?

Es wird als Beispiel für den Versuch angeführt, die Zusammenarbeit verschiedener Fachkräfte in familiengerichtlichen Verfahren zu verbessern, um eine einvernehmliche Lösung im Sinne des Kindeswohls zu fördern.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Kindeswohl und Kindeswille?

Die Arbeit rezipiert Ansichten, dass das Kindeswohl der umfassendere Begriff ist, während der Kindeswille einen Teilinhalt darstellt und als Ausdruck der emotionalen Bindung des Kindes zu verstehen ist, der nicht absolut gesetzt werden darf.

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Details

Title
Kindeswohl in Scheidungsprozessen. Das Gericht als Vermittler und der Wille des Kindes
College
University of Marburg  (Einführung in die Sozial- und Rehabilitationspädagogik)
Grade
2,67
Author
Manuel Bober (Author)
Publication Year
2018
Pages
22
Catalog Number
V1290340
ISBN (PDF)
9783346753410
ISBN (Book)
9783346753427
Language
German
Tags
Kindeswohl Kindeswille Sorgerecht Umgangsrecht Wächteramt Familiengericht Gericht Kindeswohlgefährdung Umgangsregelung Sorgerechtsstreit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Bober (Author), 2018, Kindeswohl in Scheidungsprozessen. Das Gericht als Vermittler und der Wille des Kindes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1290340
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