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Stadtbilder als Quellen im Geschichtsunterricht

Title: Stadtbilder als Quellen im Geschichtsunterricht

Term Paper , 2006 , 14 Pages , Grade: 2+

Autor:in: Florian Unzicker (Author)

Didactics - History
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Der Begriff Stadtbild ist definiert als der optische Eindruck einer Stadt beziehungsweise ihrer Teile. Bereits die frühesten orientalischen Kulturen haben Städte hervorgebracht, so finden sich auch seit jeher Abbildungen von Städten in der Kunst wieder.

In der Frühzeit meist mit symbolisch-allegorischem Gehalt aufgeladen, im Mittelalter in Abbildungen vielfach der Tradition des Himmlischen Jerusalem aus der Offenbarung des Johannes verhaftet, wird die Stadt seit dem Beginn der frühen Neuzeit zunehmend in ihren topographischen und architektonischen Eigenheiten abgebildet und spätestens seit der Vedutenmalerei des 17. und 18.Jahrhunderts zum eigenen künstlerischen Gegenstand.

In ihrer Geschichte verzeichnete die europäische Stadt zwei markante Entwicklungsschübe. Zum Einen ist dies die Stadtwerdung, die Entstehung der europäischen Stadtkultur des Mittelalters ab dem 11.Jahrhundert, an deren Ende die spätmittelalterliche Stadt als ein in sich selbst Genüge findender, politischer und sozialer „Mikrokosmos“ steht. Zum Anderen ist dies die Entstehung der modernen europäischen Großstadt im Zuge der Industriellen Revolution. Diese beiden Sachverhalte verdienen eine nähere Betrachtung im Geschichtsunterricht. Dabei ist die Beschäftigung mit dem Themenbereich Stadt für die SuS bedeutsam, da – die meisten von ihnen leben heute in Städten – sie Teil ihrer alltäglichen Lebenswelt ist und so treffen sie in den Stadtkernen, „sofern nicht Gründerzeit, Bombenkrieg und Wirtschaftswunder bzw. DDR-Sozialismus [...] allzu viel zerstört haben“, fast alltäglich auf bauliche Substanz des Mittelalters.

Aufgabe dieser Arbeit soll es sein, Einsatzmöglichkeiten von Stadtbildern als Quellen im Geschichtsunterricht aufzuzeigen, besonders dort, wo sie eindeutige Vorteile gegenüber schriftlichen Quellen bieten. Um hier einen möglichst breiten Überblick geben zu können, möchte ich, wie auch in meiner Präsentation geschehen, im Folgenden drei Beispiele für die Anwendung von Stadtbildern als Quellen im Geschichtsunterricht geben.

Excerpt


Kapitelverzeichnis

1. Einleitung

2. Mittelalterliche Stadtbilder

2.1. Allgemeines

2.2. Beispiel für die Anwendung im Unterricht

3. Im Zuge der Industriellen Revolution - Das Stadtbild wandelt sich rapide

3.1. Allgemeines

3.2. Beispiel für die Anwendung im Unterricht

4. „Ich und die Stadt“ - Großstadtmalerei des späten 19. und frühen 20.Jahrhunderts

4.1. Allgemeines

4.2. Beispiel für die Anwendung im Unterricht

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale von Stadtbildern als historische Quellen im Geschichtsunterricht und analysiert, wie diese visuellen Medien dazu beitragen können, historische Erkenntnisse über die Stadtentwicklung anschaulich und motivierend zu vermitteln.

  • Einsatzmöglichkeiten mittelalterlicher Stadtbilder im Unterricht
  • Darstellung des rasanten Wandels durch die Industrielle Revolution
  • Analyse von Großstadtmalerei als mentalitätsgeschichtliche Quelle
  • Methodische Ansätze zur Bildanalyse im Geschichtsunterricht
  • Fächerübergreifende Potenziale von Kunst und Geschichte

Auszug aus dem Buch

2.1 Allgemeines

Zwar gibt es mittelalterliche Abbildungen von Städten, doch war es keineswegs die Absicht der Maler die zeitgenössische Lebenswelt ihrer Städte zum Thema ihrer Werke zu machen. Die Stadt als eigenes Sujet, als eigenen künstlerischen Gegenstand gab es im Mittelalter nicht. Abbildungen von Städten und Landschaften dienten als Hintergrund für Szenen aus biblischen Erzählungen, dem Leben Christi oder Heiligenlegenden, die das eigentliche Thema des Bildes darstellten, und ersetzten so nach und nach den bis dahin üblichen Goldgrund. So bieten viele religiöse Themen einen Bezug zur Stadt, wie etwa der Untergang Sodoms, der Fall Babylons oder die Trompeten von Jericho. Dabei stellt der Maler die religiösen Szenen in der städtischen Wirklichkeit seiner Zeit dar; die Heiligen erscheinen – historisch nicht korrekt – in mittelalterlicher Gewandung vor und in mittelalterlichen Städten, sie sind dem Maler aus „religiösen Gründen Zeitgenossen.“

Auch gab der Maler die Stadt nicht als einmalige räumlich-architektonische Erscheinung wieder, topographische Besonderheiten wurden, wenn überhaupt, nur angedeutet, vielfach folgten die abgebildeten Städte dem Vorbild des Himmlischen Jerusalems. Der Maler bildete auf dem relativ begrenzten Raum, der ihm der Hintergrund der religiösen Erzählungen bot, formelhaft all das ab, was er als Zeitgenosse mit dem Begriff Stadt assoziierte, „was in der Sicht der Zeit die Besonderheit einer Stadt ausmachte.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung definiert den Begriff Stadtbild und umreißt die historische Bedeutung der Stadtwerdung sowie den Einfluss der Industriellen Revolution als zentrale Themen für den Unterricht.

2. Mittelalterliche Stadtbilder: Das Kapitel erläutert, dass mittelalterliche Stadtansichten meist als symbolischer Hintergrund religiöser Szenen dienten, jedoch wertvolle realistische Details über die damalige Lebenswelt enthalten.

3. Im Zuge der Industriellen Revolution - Das Stadtbild wandelt sich rapide: Hier wird der rasante städtische Wandel durch Industrialisierung, Landflucht und Bevölkerungswachstum beschrieben, der das äußere Stadtbild und die Infrastruktur nachhaltig veränderte.

4. „Ich und die Stadt“ - Großstadtmalerei des späten 19. und frühen 20.Jahrhunderts: Dieses Kapitel analysiert die ambivalente Wahrnehmung der modernen Großstadt als „Sinnbild der Modernität“ einerseits und als bedrohlicher „Moloch“ andererseits in der zeitgenössischen Kunst.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Themenkomplexe und unterstreicht den hohen didaktischen Wert von Bildquellen als spezifische und kritisch zu behandelnde Quellengattung.

Schlüsselwörter

Stadtbild, Geschichtsunterricht, Mittelalterliche Stadt, Industrielle Revolution, Bildquelle, Großstadtmalerei, Urbanität, Modernität, Mentalitätsgeschichte, Quellenarbeit, Stadtentwicklung, Bildanalyse, Didaktik, Visualität, Sozialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potenzial von Stadtbildern als historische Quellen und zeigt auf, wie diese im Geschichtsunterricht methodisch gewinnbringend eingesetzt werden können.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Darstellung der spätmittelalterlichen Stadt, dem rasanten Wandel während der Industriellen Revolution und der Verarbeitung der Großstadt in der Kunst des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, die didaktischen Einsatzmöglichkeiten von Stadtbildern aufzuzeigen, insbesondere dort, wo diese im Vergleich zu schriftlichen Quellen deutliche Vorteile bieten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es werden historische Analysen von Stadtbildern mit didaktischen Ansätzen verknüpft, wobei für die Bildanalyse insbesondere das Schema von Panowsky als methodische Grundlage herangezogen wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei epochenspezifische Abschnitte, die jeweils einen theoretischen Überblick geben und daran anschließend konkrete Anwendungsbeispiele für den Unterricht in der Mittel- oder Oberstufe formulieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stadtbild, Geschichtsunterricht, Bildquelle, Urbanität und Mentalitätsgeschichte geprägt.

Wie unterscheidet sich die Darstellung der Stadt im Mittelalter von der in der Industrialisierung?

Während die mittelalterliche Stadt in der Kunst oft symbolisch und formelhaft als religiöser Hintergrund diente, spiegelt die spätere Darstellung die physischen und sozialen Veränderungen durch Industrialisierung und Technisierung wesentlich konkreter wider.

Welchen Stellenwert nimmt die Großstadtmalerei in der Untersuchung ein?

Sie dient als mentalitätsgeschichtliche Quelle, da sie die gegensätzliche Haltung der Zeitgenossen zwischen Faszination für die Moderne und Furcht vor dem städtischen „Moloch“ eindrucksvoll reflektiert.

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Details

Title
Stadtbilder als Quellen im Geschichtsunterricht
College
University of Göttingen
Course
Bildquellen im Geschichtsunterricht
Grade
2+
Author
Florian Unzicker (Author)
Publication Year
2006
Pages
14
Catalog Number
V129035
ISBN (eBook)
9783640355815
ISBN (Book)
9783640356164
Language
German
Tags
Stadtbild Mittelalter Industrialisierung Weichbild Stadtrecht GU Geschichtsunterricht Quellen Kunst Meidner
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Unzicker (Author), 2006, Stadtbilder als Quellen im Geschichtsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129035
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