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Männliche Beißreflexe in Feuilleton-Rezensionen zum Roman "Miroloi". Bestandsaufnahme und Diskussion

Titel: Männliche Beißreflexe in Feuilleton-Rezensionen zum Roman "Miroloi". Bestandsaufnahme und Diskussion

Hausarbeit , 2020 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Frederike Gadeberg (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Fokus dieser Arbeit liegt nicht auf dem literarischen Primärtext "Miroloi", sondern auf den Primärtexten der feuilletonistischen Rezeption überregionaler Tageszeitungen. Das Studium des Rezensionskorpus wirft Fragen auf: In den meisten Kritiken scheint es weniger um eine tatsächliche Buchbesprechung zu gehen, als vielmehr um eine Metadiskussion über die Krise der Literaturkritik und seiner Kriterien, um die Frage nach "Schönheit, Stil und Geschmack" von aktueller Literatur und den Verriss des "Trend-Thema[s] Feminismus". Zeitgleich tun sich in derselben Instanz Stimmen über "männliche Beißreflexe" auf.

Letzterer Kommentar stammt von der Journalistin Dana Buchzik. Sie behauptet, dass Bücher, in denen es um die Gewalt gegen Frauen und die Selbstermächtigung derer geht, eine Provokation für die "konservative Riege des deutschsprachigen Feuilletons" darstellen. Anlässlich Buchziks These zur "Miroloi"-Debatte liest diese Abhandlung ausgewählte Kritiken männlicher Rezensenten hinsichtlich ihrer "männliche[n] Beißreflexe". Werden in den Rezensionen tatsächlich Karen Köhler als Frau, "Miroloi" als Frauenliteratur oder Alina als Heldin angegriffen?

Diese Arbeit untersucht an einem existierenden Beispiel, was sich in ihm zeigt. Hierfür wird sich speziell auf polarisierende Beiträge der "Miroloi"-Debatte beschränkt. Zunächst wird der Roman mit Blick auf die Diskussion und seiner medialen Aufmachung kurz vorgestellt. Daraufhin folgt ein Abriss grundlegender Aspekte von Literaturkritik. Im nächsten Kapitel wird Buchziks Beitrag und ihre daraus resultierende These über "männliche Beißreflexe" erläutert und entfaltet. Auf dieser Grundlage werden im Hauptteil dieser Arbeit die Feuilleton-Beiträge von fünf Rezensenten hinsichtlich der Buchzik’schen These analysiert, um anschließend zu diskutieren, wie sich die Beiträge mit Buchziks These verhandeln lassen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhalt und Aufmachung Karen Köhlers Roman Miroloi

3. Ein Abriss theoretischer Grundlagen der Literaturkritik

4. Zur literaturkritischen Besprechung Karen Köhlers Miroloi

4.1 Dana Buchzik über „männliche Beißreflexe“ – Eine These

4.2 Analyse „männlicher Beißreflexe“

4.2.1 Carsten Otte: „Miroloi“ von Karen Köhler. Ich mach‘ mich dann mal weg…

4.2.2 Jan Drees: Debatte: Klagelied für die Literatur

4.2.3 Moritz Baßler: Neue Maßstäbe der Gegenwartsliteratur. Schönheit, Stil und Geschmack

4.2.4 Burkhard Müller: Hier stellt sich jemand dumm

4.2.5 Jan Küveler: Dieses Buch ist schlecht. Warum sagt es niemand?

4.3 Diskussion

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die feuilletonistische Rezeption des Romans „Miroloi“ von Karen Köhler, wobei der Fokus auf dem Diskurs um vermeintlich „männliche Beißreflexe“ in der Literaturkritik liegt. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Rezensenten den Roman durch eine einseitige, teils abwertende Perspektive in einen gesellschaftskritischen Kontext rücken oder diesen negieren.

  • Analyse der feuilletonistischen Rezensionen zu „Miroloi“
  • Untersuchung der rhetorischen Strategien in den Kritiken
  • Diskussion über die Rezeption weiblicher Autorenschaft und feministischer Themen
  • Hinterfragung der Literarizität und der Rolle der Literaturkritik
  • Systematisierung der Wertungsdiskurse

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Carsten Otte: „Miroloi“ von Karen Köhler. Ich mach‘ mich dann mal weg.

Am 17.08.2019 veröffentlicht der Tagesspiegel Carsten Ottes Buchkritik mit dem Titel „Miroloi von Karen Köhler. Ich mach‘ mich dann mal weg“32. Sein Artikel beginnt mit einer einleitenden Inhaltsangabe des Romans, wobei sich Otte auf die problematische Situation der Romanheldin und ihren Schutz durch den Betvater bezieht, „der in einer seltsam fremden, patriarchal organisierten Dorfgemeinschaft Kraft seines Amtes Respekt genießt“33. Die überspitzte Syntax Ottes erweckt hier bereits zu Beginn den Eindruck, als erschiene ihm eine patriarchal organisierte Gemeinschaft seltsam fremd. Weiter fasst er die Insel als einen Schauplatz zusammen, der „vergangen scheint“34. Außerdem „soll [der Roman] ein Klagelied sein“35. Seine distanzierte Zusammenfassung zeigt Ottes zweifelnde Einstellung gegenüber dem Roman, außerdem spricht er Miroloi gleichzeitig seine Glaubwürdigkeit ab. Verstärkt wird dieser Eindruck durch seinen Titel: „Ich mach mich dann mal weg“36 – dieses Zitat aus Miroloi37 kennzeichnet Otte nicht als ein Zitat, wodurch es doppelndeutig aufgeladen wird: Einerseits als ein Zitat aus dem Roman, andererseits als eine tatsächliche Aussage Ottes, sich bei der Lektüre Mirolois „weg zu machen“. Bereits diese ersten zwei einleitenden Absätze der Rezension, die sich lediglich auf eine „neutrale“ Angabe des Inhalts beziehen (sollten), verdeutlichen die despektierliche Haltung Ottes zum Roman.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Roman Miroloi und die nach seiner Veröffentlichung entstandene Debatte vor, wobei der Forschungsfokus auf die kritische Rezeption im Feuilleton gelegt wird.

2. Inhalt und Aufmachung Karen Köhlers Roman Miroloi: Dieses Kapitel gibt einen Abriss über die Handlung und die sprachliche Struktur des Romans sowie dessen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.

3. Ein Abriss theoretischer Grundlagen der Literaturkritik: Es werden zentrale Funktionen und Aufgaben der Literaturkritik erläutert, um das theoretische Fundament für die anschließende Analyse zu bilden.

4. Zur literaturkritischen Besprechung Karen Köhlers Miroloi: In diesem Kapitel werden die Rezensionen von fünf männlichen Kritikern detailliert analysiert und hinsichtlich ihrer rhetorischen Vorgehensweise untersucht.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Rezensionen maßgeblich durch voreingenommene Perspektiven auf feministische Inhalte geprägt sind.

Schlüsselwörter

Miroloi, Karen Köhler, Literaturkritik, Feuilleton, männliche Beißreflexe, Feminismus, Rezension, Literaturtheorie, Geschlechterverhältnis, Diskursanalyse, Literarizität, Rezeptionsgeschichte, Patriachat, Wertungsdiskurs, Literaturbetrieb

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch, wie der Roman „Miroloi“ von Karen Köhler in deutschsprachigen Feuilletons rezensiert wurde und welche Rolle geschlechtsspezifische Diskursmuster dabei spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Literaturkritik an sich, feministische Literatur, die Konstruktion von Geschlechterrollen im Literaturbetrieb und die Rhetorik negativer Rezensionen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob männliche Rezensenten den Roman aufgrund seines feministischen Gehalts abwerten und ob dabei tatsächlich „männliche Beißreflexe“ am Werk sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine systematische Analyse von fünf ausgewählten feuilletonistischen Beiträgen durchgeführt, flankiert durch eine Auseinandersetzung mit literaturwissenschaftlichen Theorien zur Kritikfunktion.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Rezensionen von Carsten Otte, Jan Drees, Moritz Baßler, Burkhard Müller und Jan Küveler detailliert zerlegt und in Hinblick auf ihre Argumentationsstruktur kritisiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie „männliche Beißreflexe“, „feuilletonistische Rezension“, „feministisches Potenzial“ und „Literarizität“.

Inwiefern spielt der Begriff der „männlichen Beißreflexe“ eine Schlüsselrolle?

Dieser Begriff dient als theoretisches Gerüst, um die oft unsachliche oder abwehrende Art zu erklären, mit der männliche Kritiker auf die feministische Thematik des Romans reagieren.

Welche besondere Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Literaturkritik?

Die Autorin schlussfolgert, dass die Literaturkritik im Falle von Miroloi instrumentalisiert wurde, um sich gegen eine als provokant empfundene feministische Literatur zu positionieren, anstatt das Werk mit literaturkritischen Maßstäben zu bewerten.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Männliche Beißreflexe in Feuilleton-Rezensionen zum Roman "Miroloi". Bestandsaufnahme und Diskussion
Note
1,0
Autor
Frederike Gadeberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
25
Katalognummer
V1290539
ISBN (PDF)
9783346757456
ISBN (Buch)
9783346757463
Sprache
Deutsch
Schlagworte
männliche beißreflexe feuilleton-rezensionen roman miroloi bestandsaufnahme diskussion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Frederike Gadeberg (Autor:in), 2020, Männliche Beißreflexe in Feuilleton-Rezensionen zum Roman "Miroloi". Bestandsaufnahme und Diskussion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1290539
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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