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Foucaults soziohistorische Theorie der Biomacht und die Eugenik

Titel: Foucaults soziohistorische Theorie der Biomacht und die Eugenik

Bachelorarbeit , 2008 , 60 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Konrad Kalisch (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Theorierichtungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die „Technisierung der menschlichen Natur“ (Vgl.Habermas:2005,S. 46), die über die medizinischen Fortschritte der Impfungen, Herz- & Gehirn-OP´s, Organtransplantationen, der künstlichen Organeinpflanzung bis hin zur modernen Gentherapierung vorangeschritten ist, steht vor neuen Durchbrüchen: Im Mai08 haben amerikanische Forscher den ersten genetisch manipulierten Embryo erschaffen & in England gaben die Volksvertreter grünes Licht für die Züchtung einer transgenen Menschtierchimäre (Vgl.Bahnsen/Spiewak:2008,S.35). Was über Jahrhunderte lang nur Vision, Utopie oder auch Dystopie in wissenschaftlichen Werken,literarischen Erzeugnissen(Science-Fiction)und in der "neuen" Mediensparte der Filmproduktion gewesen war, könnte sich nahe an der Grenze zur möglichen Realisierung befinden. Der technologische Fortschritt der großen Zivilisationen ist bereits neben den oben genannten Errungenschaften soweit entwickelt, das Verfahren der biotechnologischen Menschenklonierung, der gezielten genetischen Manipulierung, Genoptimierung, Selektionierung,Programmierung, Therapierung und weitere Praktiken der Eugeniker & Gentechniker möglich wären, wenn nicht die pol. Gesetzgebung und der rege Diskurs der moralisierenden & normierenden Bioethiken den Naturwissenschaftlern mehrere Striche durch die Rechnung machen würden. Die Thematiken dieser Arbeit sind brandaktuell.Es geht hier um viele Facetten: Einerseits soll die Herstellung einer Brücke zwischen Foucaults „Theorie der Biomacht“& alten sowie modernen Vorstellungen, Möglichkeiten & Grenzen der wissenschaftlichen Eugenik(en) bewerkstelligt werden. Vor & mit diesem historischen Hintergrund geht es dann darum,die biologischen Möglichkeiten der politischen&wissenschaftlichen Menschenhütung auszuloten & nach deren Legitimität zu fragen,die sich der verwestlichte Mensch als Gattungswesen durch die Säkularisierung & Entgöttlichung in der neuzeitlichen Moderne selbst auferlegt hat: „Die Hütung der menschlichen Herde erfolgt ausschließlich durch den Menschen selbst“(Gerhardt:2001,S.135). Zunächst wollen wir Foucaults Konzeption unter die Lupe nehmen. Dann folgt eine soziohistorische Analyse der eugenischen Ideengeschichte & der Eugenik als Wissenschaft. Danach wird versucht, diese beiden Komplexe miteinander zu verquicken.Von dort aus geht es dann weiter mit gegenwärtigen biopolitischen Positionen, Kontroversen & Debatten rund um die Philosophen Peter Sloterdijk und Jürgen Habermas.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biomacht und Biopolitik bei Foucault

3. Ein historischer Abriss eugenischer Utopien

3.1 Die Degenerationsthese, Evolutionstheorie und die Eugenik

3.2 Die moderne Humangenetik, Biotechnologie und die „neue Eugenik“

4. Die Einbettung der Eugenik in das Konzept der Biomacht

5. Peter Sloterdijks Elmauer Rede

6. Jürgen Habermas – Zur Zukunft der menschlichen Natur

7. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die soziohistorischen Zusammenhänge zwischen Foucaults Theorie der Biomacht und der Eugenik, um die Auswirkungen moderner Biotechnologien und die damit verbundenen biopolitischen Kontroversen kritisch zu beleuchten.

  • Analyse der Machtstrukturen nach Michel Foucault (Biomacht und Biopolitik)
  • Historische Betrachtung eugenischer Utopien und deren Transformation
  • Diskursanalyse zu Peter Sloterdijks „Regeln für den Menschenpark“
  • Ethische Bewertung der „liberalen Eugenik“ bei Jürgen Habermas
  • Reflektion über die Technisierung der menschlichen Natur und den sozialen Einfluss

Auszug aus dem Buch

3. Ein historischer Abriss eugenischer Utopien

Was bedeutet überhaupt Eugenik als Menschenzüchtung? Der Züchtungsbegriff impliziert für viele, durch vor allem die historischen Ereignisse in Nazideutschland, eine negative Konnotation. Die moderne Vorstellung von Zucht und Züchten, begriffen als tiefes, genetisch merkmalsveränderndes, künstlich präparierendes und prädestinierendes, die natürlichen An- und Veranlagungen verbesserndes und so intervenierendes Eingreifen in die Zufälligkeit und Naturwüchsigkeit der menschlichen Reproduktion, um diese quasikybernetisch zu steuern und zu lenken, gab es nicht immer in der Form, Art und Weise und reicht doch historisch weit zurück. Das Züchten lässt sich tatsächlich begreifen als eine manipulatorische und willkürliche Kunst, die eine Macht ist „und in einem nicht nur metaphorischen Sinne Schöpfung und Gestaltung des Lebendigen“ darbietet. Die alte Idee der Menschenzüchtung entstand dabei schon in der Antike. Platon und Sokrates entwarfen im Rahmen der Konstruktion ihres idealen Staates Politeia „ein Verfahren der institutionalisierten Zuchtwahl für die Fortpflanzung“ um eine edle und tugendhafte Menschenherde der „Trefflichsten“ zu züchten. Diese „Protoeugenik“ sah dementsprechend vor, alle andersartigen und verstümmelten, behinderten, deformierten oder lasterhaften Sprösslinge an einen unzugänglichen Ort zu bringen und dort zu verbergen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung von Machtstrukturen ein und problematisiert die Verschiebung von Menschenführung hin zur biotechnologischen Menschenkonstitution.

2. Biomacht und Biopolitik bei Foucault: Dieses Kapitel erläutert Foucaults Konzept der Biomacht als eine Machtform, die sich auf die Regulierung der Bevölkerung und die Fürsorge für das biologische Leben stützt.

3. Ein historischer Abriss eugenischer Utopien: Es wird die Genese der Eugenik von antiken Vorstellungen über die Degenerationsthese bis zur modernen Humangenetik dargestellt.

4. Die Einbettung der Eugenik in das Konzept der Biomacht: Das Kapitel analysiert, wie die Eugenik als biopolitisches Werkzeug zur Optimierung der menschlichen Spezies in das Konzept der Biomacht integriert ist.

5. Peter Sloterdijks Elmauer Rede: Es wird die kontroverse Debatte um Sloterdijks „Regeln für den Menschenpark“ analysiert, insbesondere im Hinblick auf Anthropotechniken.

6. Jürgen Habermas – Zur Zukunft der menschlichen Natur: Dieses Kapitel thematisiert Habermas' kritische Auseinandersetzung mit der „liberalen Eugenik“ und den Gefahren der genetischen Selbstgestaltung.

7. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Positionen und reflektiert die Notwendigkeit einer ethischen Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Biotechnologie.

Schlüsselwörter

Biomacht, Biopolitik, Eugenik, Menschenzüchtung, Humangenetik, Biotechnologie, Foucault, Sloterdijk, Habermas, Bioethik, Degenerationsthese, Anthropotechnik, liberale Eugenik, Bevölkerungspolitik, Sozialdarwinismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische und theoretische Verbindung zwischen Michel Foucaults Konzept der Biomacht und den eugenischen Praktiken sowie deren modernen Entsprechungen in der Gentechnologie.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf Machttheorien, der Geschichte der Eugenik, modernen bioethischen Debatten und der Frage, wie biotechnologische Eingriffe das Selbstverständnis des Menschen beeinflussen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die biopolitischen Implikationen moderner gentechnischer Verfahren zu verstehen und die ethischen Bedenken gegenüber einer „Optimierung“ der menschlichen Natur kritisch aufzuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine diskursanalytische Arbeit, die sich auf philosophische und soziologische Schriften stützt, um den Wandel von Machttechnologien und eugenischen Ideologien nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert Foucaults Biomacht, die historische Entwicklung der Eugenik, die kontroversen Thesen von Peter Sloterdijk und die differenzierte Kritik von Jürgen Habermas an der liberalen Eugenik.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Begriffe wie Biopolitik, Gentechnik, Menschenzüchtung, Selbstoptimierung und Gattungsethik sind zentral für das Verständnis der Argumentation des Autors.

Was unterscheidet die „neue Eugenik“ von der historischen Eugenik?

Im Gegensatz zur staatlich gelenkten Eugenik des frühen 20. Jahrhunderts, zeichnet sich die „neue Eugenik“ durch die individuelle Entscheidungsfreiheit der Eltern aus, Kinder genetisch zu optimieren.

Wie bewerten die Philosophen den Einfluss der Gene auf die Moral?

Insbesondere Ernst Tugendhat und Jürgen Habermas betonen, dass Moral und Sitte kulturelle Phänomene sind, die durch Erziehung und Sozialisation geformt werden und nicht genetisch determiniert sind.

Ende der Leseprobe aus 60 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Foucaults soziohistorische Theorie der Biomacht und die Eugenik
Hochschule
Universität Kassel  (Fachbereich 05 - Gesellschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Michel Foucault, Peter Sloterdijk & Jürgen Habermas in Zusammenhang gebracht.
Note
1,3
Autor
Konrad Kalisch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
60
Katalognummer
V129068
ISBN (eBook)
9783640347810
ISBN (Buch)
9783640347476
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Foucaults Theorie Biomacht Eugenik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Konrad Kalisch (Autor:in), 2008, Foucaults soziohistorische Theorie der Biomacht und die Eugenik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129068
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Leseprobe aus  60  Seiten
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