Unter Fundraising versteht man die „systematische und zielgerichtete, zukunfts- und erfolgsorientierte Gestaltung der Beziehung zwischen einer Organisation und (derzeitigen und potentiellen) Ressourcengebern.“ (Dahle / Schrader, 2008: 9). Auf Grund des Auseinanderfallens von RessourcengeberInnen und AbnehmerInnen der Leistung, ist es Ziel des Fundraisings, zur Verfolgung von gemeinwohlorientierten Zwecken benötigte Ressourcen ohne marktadäquate Gegenleistung zu beschaffen (vgl. Haibach 2002, 21). Im Rahmen dieser Arbeit beschäftige ich mich mit Fundraisingmaßnahmen im Hinblick auf kleinere Organisationen und schnelle Mittelzuflüsse. Da allerdings Fundraising nicht ein planloses Verwenden von Einzelmaßnahmen, sondern ein strategisch geplantes Gesamtvorgehen im Hinblick auf den Markt erfordert, betrachte ich zunächst die MarktteilnehmerInnen und deren Beziehung. Nachdem ich mich mit den (organisatorischen) Voraussetzungen für Fundraising und den Besonderheiten kleinerer Organisationen beschäftigt habe, betrachte ich die UnterstützerInnen von (kleineren) gemeinwohlorientierten Organisationen und ihre Motive. Obwohl durch Fundraising selbstverständlich auch Unterstützung von staatlichen Stellen eingeworben werden kann, beschränke ich mich im Rahmen dieser Arbeit auf den Bereich der privaten und unternehmerischen UnterstützerInnen. Im nächsten Schritt betrachte ich die Beziehung zwischen Organisation und UnterstützerInnen, bevor ich mich dann einzelne relevante Fundraisingmaßnahmen zuwende und sie auf die Attraktivität für kleinere Organisationen bewerte. Gleich wenn es beim Fundraising auch um die Beschaffung von Sachwerten und für das Gemeinwohl zur Verfügung gestellte Zeit (freiwillige Mitarbeit / Ehrenamt) geht, liegt doch der Schwerpunkt in der Einwerbung von finanziellen Mitteln (vgl. Fabisch 2006, 7 / Haibach 2008, 88). Vor diesem Hintergrund werde ich mich im Rahmen dieser Arbeit auf die Einwerbung finanzieller Mittel beschränken.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Organisation
2.1 (Organisatorische) Voraussetzungen für Fundraising
2.2 Besonderheiten kleinerer Organisationen
2.3 Fundraisingziel(-perspektiven) kleiner Organisationen
3 Die UnterstützerInnen
3.1 SpenderInnen, ihre Wünsche und Motive
3.2 Andere UnterstützerInnen
4 Die Fundraisingbeziehung
4.1 UnterstützerInnen finden – Maßnahmen zum Kontaktaufbau
4.2 Binden, Pflegen und Verstärken
5 Fundraisingmaßnahmen für kleinere Organisationen
5.1 Maßnahmen auf dem Spendenmarkt
5.1.1 Mailings und eMails
5.1.2 Telefonmarketing
5.1.3 Haus-, Stand- und Straßensammlungen
5.1.4 Anlassspenden
5.1.5 (Förder-)Mitgliedschaften und Patenschaft
5.1.6 Erbschaften
5.2 Sponsorenmarkt
5.3 Bußgeldmarkt
5.4 Stiftungsmarkt
5.5 Events, Lotterien und eigenwirtschaftliche Tätigkeit
6 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht geeignete Fundraisingmaßnahmen für kleinere, gemeinwohlorientierte Organisationen, wobei der Schwerpunkt auf der Identifikation von Strategien zur Generierung finanzieller Mittel liegt. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie durch den gezielten Aufbau von Beziehungen zu privaten und unternehmerischen Unterstützern trotz begrenzter Ressourcen erfolgreiches Fundraising betrieben werden kann, wobei auch Möglichkeiten für schnelle Mittelzuflüsse betrachtet werden.
- Strategische Grundlagen und organisatorische Voraussetzungen für Fundraising in NPOs
- Analyse der Motive und Bedürfnisse verschiedener Unterstützergruppen
- Beziehungsmanagement als zentrales Element erfolgreicher Mittelakquise
- Bewertung spezifischer Fundraisingmaßnahmen für den Einsatz in kleineren Organisationen
- Integration von Aspekten zur Realisierung schneller Mittelzuflüsse
Auszug aus dem Buch
5.1.1 Mailings und eMails
„Das Mailing (…) ist die schriftliche, adressierte Werbung per Post und das am häufigsten genutzte Direktwerbemittel im Fundraising. Bis heute werden 80 Prozent aller Spenden über Mailings generiert.“ (Urban- Engels 2008, 489). Die Gründe für den Erfolg liegen vor allem darin, dass mit personalisierten Mailings bei einem verhältnismäßig geringen Aufwand viele Menschen gleichzeitig persönlich angesprochen werden können (vgl. Urselmann 2002, 124, vgl. Haibach 2002, 242ff). Allerdings erfordern Massen- Mailings „Investitionen (für die Anmietung fremder Adressen und Postversandt, T.S.) und langen Atem. Die Initialkosten rechnen sich nur dann, wenn regelmäßig Aussendungen stattfinden und die Spendendaten optimal ausgewertet werden.“ (Fabisch 2006, 148). Mailings eigenen sich daher also in der Regel nicht für schnelle Mittelzuflüsse, wohl aber für kleinere Organisationen. Statt Massenmailings sollten diese allerdings eher „persönliche Briefe an potentielle Unterstützer schreiben.“ (Gregory u.a. 2005 , 33).
Bei der Gestaltung des Mailings sind unterschiedliche Aspekte zu beachten. Als Beginn der Kommunikation hat die Gestaltung des Umschlages eine nicht zu unterschätzende Bedeutung (vgl. Fabisch 2006, 151). Gerade bei geringerer Auflage empfiehlt es sich, den Umschlag per Hand zu beschreiben und eine schöne Briefmarke – die keine Wohlfahrtsmarke sein sollte – zu verwenden, um sich von Massenmailings und üblicher Post abzuheben (vgl. Haibach 2002, 269, vgl. Gregory u.a. 2005, 39). Im Mailing selbst sollte das Projekt so konkret und plastisch wie möglich dargestellt werden. „In Zeiten der Informationsflut scheint (hierbei, T.S.) eher in der Kürze die Würze zu liegen.“ (Fabisch 2006, 156). Nach Möglichkeit sollte auch die gewünschte Spendensumme klar benannt sein, um dem potentiellen Spender Sicherheit zu geben (vgl. Urban- Engels 2008, 490).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert Fundraising im Kontext der Sozialen Arbeit und umreißt das Ziel, geeignete Maßnahmen zur Mittelbeschaffung für kleinere Organisationen zu identifizieren.
2 Die Organisation: Das Kapitel behandelt die notwendigen organisatorischen Voraussetzungen und die spezifischen Herausforderungen sowie Stärken kleinerer NPOs im Fundraising.
3 Die UnterstützerInnen: Es wird analysiert, welche Motive und Bedürfnisse verschiedene Spender- und Unterstützergruppen haben und wie diese Erkenntnisse für die Ansprache genutzt werden können.
4 Die Fundraisingbeziehung: Dieses Kapitel verdeutlicht die Relevanz dauerhafter Beziehungen und beschreibt Strategien für den Aufbau, die Pflege und die Bindung von Unterstützern.
5 Fundraisingmaßnahmen für kleinere Organisationen: Hier werden diverse Instrumente, vom Spenden- bis zum Stiftungsmarkt, detailliert auf ihre Eignung und Attraktivität für kleinere Organisationen bewertet.
6 Ausblick: Der Ausblick fasst zusammen, dass Fundraising für kleine Organisationen zwar möglich ist, jedoch eine langfristige Planung erfordert, und deutet weitere Potenziale an.
Schlüsselwörter
Fundraising, Non-Profit-Organisation, NPO, Sozialmanagement, Spenderbindung, Marketing, Mittelakquise, Spendenmarkt, Sponsoring, Bußgeldmarketing, Stiftungsmarketing, UnterstützerInnen, Beziehungspflege, Ressourcenmanagement, Kleiner Organisationen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie kleinere, gemeinnützige Organisationen effektiv Fundraising betreiben können, um benötigte finanzielle Ressourcen zu erschließen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die organisatorischen Rahmenbedingungen, das Verständnis von Unterstützermotiven, den Aufbau langfristiger Beziehungen sowie die Bewertung spezifischer Fundraisinginstrumente.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Identifikation von für kleinere NPOs geeigneten Maßnahmen, die eine erfolgreiche Mittelakquise ermöglichen, unter besonderer Berücksichtigung der Attraktivität für schnelle Mittelzuflüsse.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Anwendung theoretischer Fundraising-Konzepte auf die spezifische Situation kleinerer Organisationen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Voraussetzungen für Organisationen, die Bedürfnisse der Unterstützer, die Beziehungsführung sowie eine Vielzahl konkreter Maßnahmen, von Mailings bis zum Sponsoring.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Fundraising, Non-Profit-Organisationen, Spenderbindung, Ressourcenmanagement und Beziehungsmarketing charakterisiert.
Warum ist der persönliche Kontakt für kleinere Organisationen so wichtig?
Kleine Organisationen verfügen oft nicht über große Budgets oder Markenbekanntheit. Ihre größte Stärke ist jedoch die räumliche oder thematische Nähe und die hohe Glaubwürdigkeit durch direkten, persönlichen Kontakt.
Sind Mailings für kleinere Organisationen zu empfehlen?
Ja, aber anstelle von teuren Massenmailings sollten kleinere Organisationen auf personalisierte, qualitativ hochwertige Briefe an einen ausgewählten Personenkreis setzen, um Kosten zu optimieren und die Erfolgsaussichten zu erhöhen.
Wie können Bußgelder für das Fundraising genutzt werden?
Durch die Aufnahme in regionale oder überregionale Bußgeldlisten und eine gezielte, schriftliche Vorstellung bei zuständigen Richtern und Staatsanwälten können NPOs ihre Chancen auf Zuweisungen erhöhen.
- Quote paper
- Torsten Schrodt (Author), 2009, Relevante Fundraisingmaßnahmen für kleinere Organisationen unter Berücksichtigung schneller Mittelzuflüsse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129072