Die Diskussion Rules vs. Discretion


Seminararbeit, 2007

19 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Das Zeitinkonsistenzproblem
1.1 Die diskretionäre Lösung (ohne Schocks)
1.2 Die Commitment-Lösung

2. Der Inflation Bias in wiederholten Spielen
2.1 Triggerstrategien
2.2 Reputation (Ansehen der Bank)

3. Lösungen im Zielkonflikt Glaubwürdigkeit vs. Flexibilität
3.1 Das Zeitkonsistenzproblem bei Stabilisierungsmotiven
3.1.1 Diskretionäre Lösung
3.1.2 Commitment Lösung
3.2 Der konservative Zentralbanker
3.3 Optimale Kontrakte
3.4 Zentralbankunabhängigkeit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Gesamtökonomische Struktur
(Quelle: Anker, P. (2007), Vorlesungsbeilagen Geldpolitik. S. 106.)

Abb. 2: Gleichgewicht zwischen Grenznutzen und Grenzkosten
(Quelle: Walsh (1998), Monetary Theorie and Policy. S. 330.)

Abb. 3: Versuchung (Temptation) und Bestrafung (Enforcement)
(Quelle: Walsh (1998), Monetary Theorie and Policy. S. 340.)

Einleitung

Die traditionelle Diskussion „Rules vs. Discretion“ findet zu Beginn der 90er Jahren ein starkes Interesse in der Theorie und somit auch in der Praxis. Dabei stellt sich die Frage ob die Zentralbank ihre Ziele nach einer regelgebundenen oder diskretionären Geldpolitik entscheiden soll. Eine Regelbindung beinhaltet exakte Handlungsvorgaben für die Geldpolitik, an die sich die Zentralbanken in jeder Situation und jedem zukünftigen Zeitpunkt halten muss. Die diskretionäre Geldpolitik bedeutet, dass die Zentralbank fallweise, also jeweils von der Situation abhängig macht und optimiert.1 Der Aspekt, dass eine regelgebundene Geldpolitik aufgrund von unvollständigen Informationen und Kontrollmöglichkeiten einer diskretionären Geldpolitik unterlegen sei, erscheint plausibel im Hinblick auf den eingeschränkten Entscheidungsspielraum, zumal eine Zentralbank ihre Ziele durch mehr Handlungsoptionen, besser erreichen kann2.

Im Verlauf dieser Arbeit wird aufgezeigt, das eine regelgebundene Geldpolitik trotz ihres starren Handlungsspielraums vorteilhaft sein kann, eben dann wenn es um die Wirkungsverzögerung (Lag-Problematik), Principle-Agent-Problem oder das Problem der Zeitinkonsistenz geht3. Zur Wirkungsverzögerung sei kurz angemerkt, dass die Maßnahmen der Zentralbank durch ihren diskretionären Entscheidungsspielraum, oft nicht optimal nutzen und so geldpolitische Maßnahmen die antizyklisch konzipiert waren, prozyklisch wirken4. Im Rahmen dieser Arbeit wird nicht weiter auf die Wirkungsverzögerung eingegangen, da das Hauptaugenmerk auf andere Schwerpunkte gerichtet ist. Das Principle-Agent-Problem wird im dritten Kaptitel kurz thematisiert, um einen Einblick in die Zielkonflikte zwischen der Zentralbank (Agent) und der Gesellschaft (Principle) zu bekommen.

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in dem Grundmodell der Zeitinkonsistenzproblematik von Barro/Gordon (1983). Im ersten Kapitel soll die spieltheoretische Analyse erörtert werden, die Lösungen durch eine fallweise optimierende Geldpolitik (Discretion) und regelgebundener Geldpolitik (Commitment) generiert. Im zweiten Kapitel werden verschiedene Aspekte für den Inflation Bias in wiederholten Spielen beschrieben, um damit eine Lösung des Zeitinkonsistenzproblems hervorzubringen. Diese Aspekte beinhalten die Triggerstrategie und den Aufbau einer Glaubwürdigkeit durch die Zentralbank, die als Reputation bezeichnet wird. Das dritte Kapitel befasst sich mit den Zielkonflikten Glaubwürdigkeit vs. Flexibilität. Für die Zentralbank ist es optimaler, flexibel auf Angebotsschocks zu reagieren (optimales Arrangement), als sich auf eine Inflation von Null festzulegen. Diese Flexibilität führt zu Glaubwürdigkeitsproblemen die ihre Lösung in Ansätzen wie dem konservativen Zentralbänker, optimale Kontrakte oder der Zentralbankunabhängigkeit formulieren.

1. Das Zeitinkonsistenzproblem

Das Modell von Barro/Gordon (1983) beschreibt ein Spiel zwischen der Zentralbank und dem privatem Sektor, um Vorteile der regelgebundener Geldpolitik gegenüber der diskretionären Geldpolitik aufzuzeigen5. Hierbei wird unterstellt, dass die Zentralbank durch ihre Geldmengensteuerung, die Inflationsrate perfekt steuern kann und der Angebotsschock (e) bekannt ist. Das Ziel der Zentralbank liegt darin, ihre Verluste so gering wie möglich zu halten bei gleichzeitiger Maximierung des Erwartungswertes (Nutzen). Die Privaten haben dagegen lediglich die Wahl der Inflationserwartung, die sie zu Beginn des Spieles fest- und offenlegen müssen. Dies resultiert aus dem Abschluss von Tarifverträgen, die über einen längeren Zeitraum gelten, worin der Nominallohn bei vorherrschender Inflationserwartung festgelegt wird. Dadurch ergibt sich die Zeitinkonsistenz, da die Zentralbank zu jedem Zeitpunkt ihre Strategie ändern kann (diskretionär Politik) auf die der private Sektor nicht imstande ist, zu reagieren6. Allgemein ausgedrückt ist eine geplante Politik zeitinkonsistent, wenn sie zum Zeitpunkt t optimal ist, bei der Durchführung im Zeitpunkt t+1 aber nicht mehr7.

Der Erwartungswert der Zentralbank soll maximiert werden durch die Nutzenfunktion:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Größen y und yN geben den Output und den natürlichen Output an. Das λ wird als Parameter angesehen und ist die Inflationsrate die durch das quadrieren den Nutzen überproportional sinken lässt. Der Nutzen U der Zentralbank ist somit höher, je weiter der Output (y) über dem natürlichen Output (yN) liegt und je niedriger der Betrag der Inflationsrate (Л ) ist.

Der private Sektor minimiert seine Verluste durch die Verlustfunktion:
(1.2)[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]

Der Verlust ergibt sich aus dem mathematischen bedingten Erwartungswert E(·) der sich aus der quadrierten Abweichung der Inflationsrate von der erwarteten Inflationsrate bemisst. Die Privaten bilden aufgrund von gegeben Informationen zum Zeitpunkt der erwarteten Inflation, rationale Erwartungen. Rationale Erwartungen bedeutet, dass die Privaten ihre Erwartungen durch Verwendung aller vorhandener und relevanter Informationen gebildet haben (optimale Prognosen). Demnach wird dem privaten Sektor unterstellt, dass sie die Wirtschaftsmodelle kennen und ihre Erwartungen aufgrund dieses Modells bilden können um Verluste entsprechend zu minimieren8.

Einen gesamtwirtschaftlichen Zusammen zwischen Outputerhöhung und Inflation lässt sich anhand der Angebotsfunktion nach Lucas verdeutlichen.

(1.3) [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]

Die Größen y und yN geben den Output und den natürlichen Output an. Das a wird als Parameter angesehen und Л und Лe sind die Inflationsrate und erwartete Inflationsrate. Das e steht für einen Angebotsschock mit dem Erwartungswert Null.

Abb. 1: Gesamtökonomische Struktur

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Anker,P. (2007), S. 106

Durch den Angebotsschock verschiebt sich die Short-Run-Aggregate-Supply (SRAS) mit Pe=P0 nach oben, entlang der Long-Run-Aggregat-Supply bis die SRAS mit Pe=P1 entspricht (vgl. Abb. 1). Neben dem erhöhten Preisniveau von P0 nach P1 ist auch der Output über dem natürlichen Output angestiegen, von Yn nach Y1. Hierbei handelt es sich um einen

[...]


1 Vgl. McCallum (1997), S. 3.

2 Vgl. Gischer/Herz/Menkhoff (2005), S. 277.

3 Vgl. Bofinger/Reischle/Schächter (1996), S. 128 ff.

4 Vgl. Mankiw (2003), S. 441.

5 Vgl. Barro und Gordon (1983), S. 2.

6 Vgl. Borchert (2001), S. 218.

7 Vgl. Walsh (1998), S. 322.

8 Vgl. Sachs und Larrain (1993), S. 462.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Diskussion Rules vs. Discretion
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Monetary Marcoeconomics and international Capital-Markets)
Veranstaltung
Seminar der Geldpolitik
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
19
Katalognummer
V129081
ISBN (eBook)
9783640354146
ISBN (Buch)
9783640353767
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diskussion, Rules, Discretion
Arbeit zitieren
Diplom Ökonom Zeljko Komazec (Autor), 2007, Die Diskussion Rules vs. Discretion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129081

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