Das Ziel dieser Arbeit ist, den Prozess des Portfoliomanagements von Kreditinstituten unter dem Gesichtspunkt der derzeitigen Kapitalmarktsituation und den gesetzlichen Reglementierungen abzubilden. Dabei sollen speziell für eine Volksbank Herausforderungen und Optimierungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.
Zunächst wird im Rahmen dieser Projektarbeit skizziert, was unter dem im Finanzwesen geprägten Begriff Portfolio sowie unter dem Begriff Portfoliomanagement zu verstehen ist. Da die Asset Allocation im Portfoliomanagement auf dem Gerüst der Portfoliotheorie von Markowitz basiert, wird auf die Kernaussagen, des von Markowitz entworfenen Portfolio-Selection-Modells eingegangen. Diese beziehen sich auf das Investitionsverhalten am Kapitalmarkt und der Zielerreichung einer effizienten Portfoliozusammensetzung. Ferner soll die Differenzierung von Markowitz zwischen systematischem und unsystematischem Risiko erläutert werden.
Die Projektarbeit findet ihren Abschluss in der Überlegung, inwieweit der Prozess des Portfoliomanagements in der untersuchten Volksbank optimiert werden kann und diesbezüglich eine höhere Profilierung am Markt möglich ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Portfolio und Portfoliomanagement
2.1 Definition Portfolio
2.2 Die Bedeutung des Portfoliomanagements
2.2.1 Allgemeine Definition des Begriffs Portfoliomanagement
2.2.2 Definition Finanzportfoliomanagement gemäß dem KWG
2.2.3 Gegenüberstellung Portfoliomanagement und Finanzportfoliomanagement
3 Grundgedanke der Portfoliotheorie nach Markowitz
3.1 Systematische und unsystematische Risiken am Kapitalmarkt
3.2 Zielsetzung der Portfoliotheorie
4 Der Prozess des Portfoliomanagements
4.1 Portfolioplanung
4.1.1 Anlegeranalyse
4.1.1.1 Einfluss der Finanzmarktkrise auf die Portfolioplanung
4.1.1.2 Das WpHG-Protokoll
4.2 Portfoliorealisation
4.2.1 Begriffsbestimmung der Asset Allokation
4.2.2 Die Idee der Asset Allocation
4.2.3 Der Prozess innerhalb der Asset Allocation
4.2.3.1 Die strategische und die taktische Asset Allocation
4.2.3.2 Der Top-Down und der Bottom-Up Ansatz
4.3 Portfoliokontrolle
4.3.1 Performancemessung
4.3.2 Performanceattributation
5 Die Umsetzung des Portfoliomanagement in der Volksbank eG
5.1 Das Unternehmen und die Unternehmenspolitik der Volksbank eG
5.2 Der Prozess des Portfoliomanagements innerhalb der Volksbank eG
5.3 Parallelen und Divergenzen, Stärken und Schwächen der Portfolioprozesse
5.4 Optimierungsmöglichkeiten des Portfoliomanagements
6 Fazit und Schlusswort
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Prozess des Portfoliomanagements in Kreditinstituten unter Berücksichtigung der aktuellen Kapitalmarktsituation und gesetzlicher Rahmenbedingungen, wobei der Fokus insbesondere auf den Herausforderungen und Optimierungsmöglichkeiten für die Volksbank eG liegt.
- Grundlagen des Portfoliomanagements und Abgrenzung zum Finanzportfoliomanagement gemäß KWG.
- Analyse der Portfoliotheorie nach Markowitz und deren praktische Relevanz.
- Darstellung des standardisierten Portfoliomanagement-Prozesses (Planung, Realisation, Kontrolle).
- Untersuchung der spezifischen Umsetzung des Portfoliomanagements in der Volksbank eG mittels des "Privatdialogs".
- Identifikation von Stärken, Schwächen und Optimierungspotenzialen im Beratungskonzept.
Auszug aus dem Buch
4.2.3.1 Die strategische und taktische Asset Allocation
Die Effizienzsteigerung innerhalb der Asset Allocation findet aber nicht nur aufgrund von Diversifikationseffekten statt, sondern wird zudem durch eine zeitliche Komponente bestimmt. Diese wird, wie in Abb. 1 zu sehen ist, durch die strategische und die taktische Asset Allocation berücksichtigt. Bei der strategischen Asset Allocation wird das Anlagevermögen langfristig entsprechend den individuellen Anlegerinteressen auf wenige Ebenen verteilt. Darunter fallen die Ebenen der Assetklasse, der Länder und der Währungen. Folglich werden vor allem Ziele des Kunden gewichtet, die eine langfristige Kapitalanlage beabsichtigen, wie z.B. der Vermögensaufbau bei begrenztem Risiko.
Die taktische Allocation versucht durch kurzfristige Dispositionsentscheidungen, dem sogenannten Timing, an temporären Kursentwicklungen des Marktes, zu partizipieren. Auf diese Weise können Performancegewinne in Krisensituationen oder Phasen offensichtlicher Übertreibungen generiert werden. Diese Allocationstrategie wird als aktives Management bezeichnet, da Einzelinvestitionen einer laufenden Analyse der Kapitalmärkte unterliegen und unter Berücksichtigung von Researchberichten stattfinden.
Die strategische Asset Allocation ist hierbei für die Wertentwicklung wesentlich bedeutender als die taktische Allocation, denn die Selektion von Assetklassen, Länder und Währungen hat größeren Einfluss auf das Portfolio, als eine Klassifikation nach Einzeltitel oder Branchen. Mithilfe der Studie „Determints of Portfolio Performance“ (1986,1991), erschienen im Financial Analyst Journal, konnten Brison, Hood und Beebower bestätigen, dass die strategische Asset Allocation der entscheidende Erfolgsfaktor für den Ertrag und die Performance bei Kapitalanlagen ist. Demnach sollen im Portfoliomanagement zwischen 80% und 91,5% des Performance-Erfolgs von der Definition der Generallinie (=Benchmark) abhängig sein und lediglich 10% bis 20% der Ergebnisse durch die taktische Allocation und das Timing bestimmt werden. Dies sichert die langfristigen Chancen der Märkte und liefert Kalkulierbarkeit sowie Kontinuität bei der Wertentwicklung für den Anleger.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die zunehmende Dynamik der Kapitalmärkte und die daraus resultierenden Anforderungen an das Portfoliomanagement im Private Banking, sowie das Ziel der Arbeit.
2 Portfolio und Portfoliomanagement: Definiert die Begriffe Portfolio und Portfoliomanagement, inklusive der gesetzlichen Definition des Finanzportfoliomanagements gemäß KWG.
3 Grundgedanke der Portfoliotheorie nach Markowitz: Erläutert das Konzept von Markowitz zur systematischen und unsystematischen Risikodifferenzierung sowie die Zielsetzung der Portfoliooptimierung.
4 Der Prozess des Portfoliomanagements: Detaillierte Darstellung der Phasen Portfolioplanung, Portfoliorealisation (Asset Allocation) und Portfoliokontrolle als standardisierter Prozess.
5 Die Umsetzung des Portfoliomanagement in der Volksbank eG: Analysiert das spezifische Betreuungskonzept der Volksbank eG, vergleicht dieses mit dem Standard und erörtert Optimierungsmöglichkeiten.
6 Fazit und Schlusswort: Führt die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Umsetzbarkeit theoretischer Empfehlungen in die Praxis unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Faktoren.
Schlüsselwörter
Portfoliomanagement, Volksbank eG, Asset Allocation, Private Banking, Markowitz, Portfoliotheorie, Anlageberatung, Risikomanagement, Performancemessung, Finanzplanung, WpHG, Diversifikation, Vermögensstruktur, Anlegerprofil, Kapitalmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Projektarbeit beleuchtet den Prozess des Portfoliomanagements in Kreditinstituten im Kontext aktueller Kapitalmarktgegebenheiten und rechtlicher Reglementierungen, fokussiert auf die Anwendung bei der Volksbank eG.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit adressiert die theoretischen Grundlagen der Portfoliotheorie, den standardisierten Prozess des Portfoliomanagements und die spezifische Ausgestaltung dieses Prozesses in einer Genossenschaftsbank.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Portfoliomanagement-Prozess abzubilden, Herausforderungen für die Volksbank eG zu identifizieren und konkrete Optimierungsmöglichkeiten für das bestehende Konzept aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse kapitaltheoretischer Grundlagen (insb. Markowitz) und einer prozessorientierten Analyse des Bankwesens im Vergleich zwischen Standardtheorie und gelebter Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Fundierung über die detaillierte Darstellung des Beratungsablaufs bis hin zu einer kritischen Analyse der Stärken und Schwächen des Volksbank-Konzepts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakterisierende Begriffe sind unter anderem Portfoliomanagement, Asset Allocation, Private Banking, Risikomanagement und Renditeoptimierung.
Was unterscheidet den Volksbank-Prozess vom theoretischen Standard?
Die Volksbank eG stellt die individuelle Kundenbeziehung ("Privatdialog") in den Mittelpunkt, während der theoretische Standard stark auf finanzmathematische Programmierung und systematische Depotüberwachung setzt.
Welche konkreten Optimierungsvorschläge werden für die Volksbank eG gemacht?
Vorgeschlagen werden unter anderem eine elektronische Visualisierung des "Privatdialogs", eine stärkere Integration marktdatenbasierter Plattformen und eine mögliche Rollenteilung zur Entlastung der Berater zwecks intensiverer Portfoliokontrolle.
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- Anonym (Author), 2011, Portfoliomanagement in einer ausgewählten Volksbank. Herausforderungen und Optimierungsmöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1290859