Das Internet ist heutzutage als Kommunikationsmittel nicht mehr wegzudenken, ebenso dient es zur Lösung von Verständigungsproblemen (vgl. Hurrelmann 2002, S.254). Hier stellt sich die Frage, ob der Computer und insbesondere das Internet nur positiv zu werten sind oder ob dieses Massenmedium auch Gefahren mit sich bringt. Welche Chancen und Risiken birgt das Internet? Wie wirkt sich die Nutzung des „World Wide Web“ auf die Identitätsbildung der „Generation Internet“ aus und inwiefern ist der Begriff der „Identität“ einem Wandel unterzogen, was ist heute anders?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Identität
3. Identität im Wandel der Zeit
4. Generation Internet
4.1. Risiken und Chancen der Digital Natives
4.2. Identitätskonstruktion im Internet: Second Life
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Internets auf die Identitätsbildung der sogenannten „Generation Internet“ (Digital Natives). Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit das Internet sowohl Chancen als auch Risiken für die Identitätskonstruktion bietet und wie sich das Verständnis von Identität im digitalen Zeitalter verändert hat.
- Sozialisation im digitalen Zeitalter
- Theoretische Grundlagen des Identitätsbegriffs
- Chancen und Risiken für Digital Natives
- Identitätskonstruktion in virtuellen Welten wie Second Life
- Datenschutz und Kontrollverlust über persönliche Informationen
Auszug aus dem Buch
4.1. Risiken und Chancen der Digital Natives
Das Internet birgt viele Gefahren, da ein Internetuser nie sicher sein kann, wer ihm „gegenüber“ sitzt, mit wem er es in Wirklichkeit zu tun hat. Der nette Chatfreund, den man gestern kennen gelernt hat und in den man sich vielleicht verlieben wird, kann sich schon übermorgen als Lügner entpuppen. Viele Internetuser geben in der virtuellen Welt nicht ihre wahre Identität preis. Vielleicht wird sich die schöne Blonde aus dem Chat als korpulente unattraktive Dame erweisen und der nette Typ, den man gestern noch in der virtuellen Welt kennen gelernt hat, wird sich als „Perverser“ entpuppen, der Spaß daran hat, kleine Mädchen zu verführen. Die Gefahr der Online- Welt besteht in der Anonymität der Menschen, gleichzeitig ist dies eine Chance für viele User, sich auszuprobieren, mit verschiedenen Identitäten zu experimentieren und sich anderes darzustellen, als man wirklich ist. „Sie lernen, was es heißt, Freunde zu sein, Identitäten zu entwickeln, mit Status zu experimentieren und unterschiedliche Kommunikationssignale zu interpretieren. Diese Umgebungen ermöglichen das Spiel mit verschiedenen Identitäten- eine aus psychologischer Sicht wichtige Phase bei der allgemeinen Identitätsbildung.“ (Palfrey/ Gasser 2008, S.30). Das Internet kann also ebenso eine Wunschwelt sein, in die sich der Nutzer zurückzieht, vielleicht weil er sein echtes Leben nicht bewältigen kann und seinen Platz hier noch nicht gefunden hat, vielleicht aber auch nur, um sich vom Alltag zu erholen. „In vielen Fällen haben sich die jungen Leute in diese vernetzten öffentlichen Räume begeben, weil sie sich aus anderen öffentlichen Umgebungen vertrieben fühlen. Junge Leute wenden sich digitalen Netzwerken als Rückzugsmöglichkeiten von anderen Orten zu, die ihrer Ansicht nach stark reglementiert sind.“ (Palfrey/ Gasser 2008, S.30).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung thematisiert die wachsende Bedeutung des Internets im Sozialisationsprozess Jugendlicher und skizziert die leitenden Forschungsfragen hinsichtlich Chancen, Risiken und Identitätswandel.
2. Was ist Identität: Dieses Kapitel erläutert soziologische Definitionen von Identität, unter anderem von Mead, Goffman und Erikson, und setzt diese in den Kontext des menschlichen Sozialisationsprozesses.
3. Identität im Wandel der Zeit: Der Abschnitt beschreibt, wie historische Entwicklungen wie das industrielle Zeitalter und der technologische Fortschritt die Möglichkeiten der Identitätskonstruktion und deren Beständigkeit verändert haben.
4. Generation Internet: Dieses Kapitel untersucht die spezifische Mediennutzung der Digital Natives, wobei insbesondere die Online-Komponente des sozialen Lebens sowie der Einfluss virtueller Welten analysiert werden.
4.1. Risiken und Chancen der Digital Natives: Hier werden die Gefahren durch Anonymität und Datenschutzprobleme den Möglichkeiten zur experimentellen Identitätsbildung gegenübergestellt.
4.2. Identitätskonstruktion im Internet: Second Life: Dieses Unterkapitel beleuchtet die Rolle von virtuellen Welten und Avataren als Paralleluniversen zur Selbstdarstellung und Selbstverwirklichung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Schwierigkeiten der Generation Internet zusammen, eine stabile Identität in einer von Selbstdarstellungsangeboten geprägten und potenziell gefährlichen digitalen Umgebung zu bewahren.
Schlüsselwörter
Digital Natives, Identität, Sozialisation, Generation Internet, Internet, Identitätsbildung, Soziologie, virtuelle Welten, Second Life, Datenschutz, Online-Identität, Selbstdarstellung, Mediensozialisation, Identitätsdiebstahl, Avatare
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Auswirkungen der Internetnutzung auf den Identitätsbildungsprozess junger Menschen, die als „Generation Internet“ bezeichnet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen der soziologische Identitätsbegriff, der Wandel der Identitätskonstruktion durch neue Medien, die Risiken der digitalen Selbstdarstellung sowie das Potenzial virtueller Welten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Einfluss des Internets auf die Identitätsbildung zu analysieren und aufzuzeigen, wie Jugendliche im digitalen Raum zwischen Chancen und Gefahren navigieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung soziologischer Konzepte sowie empirischer Erkenntnisse anderer Autoren basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Veränderungen des Identitätsbegriffs, diskutiert die Chancen und Risiken für Digital Natives und untersucht die Selbstdarstellung in virtuellen Welten wie Second Life.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Digital Natives, Identität, Sozialisation, virtuelle Welten, Selbstdarstellung und Datenschutz.
Wie unterscheidet sich die heutige Identitätssuche von früheren Generationen?
Frühere Generationen konnten ihre Identität durch physische Ortswechsel leichter neu definieren, während heute im Netz geteilte Informationen eine enorme Nachhaltigkeit aufweisen, die eine Neuerfindung erschwert.
Welche Rolle spielen Avatare bei der Identitätsentwicklung?
Avatare dienen in virtuellen Welten als Werkzeuge, mit denen Jugendliche verschiedene Identitäten, Rollen und Wunschvorstellungen experimentell ausprobieren können, die in der realen Welt oft nicht möglich wären.
- Quote paper
- Hanna Ruehle (Author), 2009, Generation Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129197