Naturkatastrophen haben in den vergangenen Jahren, auch durch die Einwirkungen des Klimawandels, stetig zugenommen. Somit hat das Risk Management von Naturkatastrophen, insbesondere für Erst- und Rückversicherungsgesellschaften, zunehmend an Bedeutung gewonnen.
Ziel der Seminararbeit ist es, Instrumente des alternativen Risikotransfers zur Absicherung von Risiken aus Naturkatastrophen darzustellen. Hierbei wird insbesondere auf die Position von Erstversicherungsgesellschaften eingegangen. Zudem soll untersucht werden, in wieweit die Instrumente eine Alternative zur klassischen Rückversicherung in Bezug auf die Rückdeckung von Risiken aus Naturkatastrophen sein können.
Hierzu wird zunächst eine Abgrenzung des Begriffs Naturkatastrophe vorgenommen. Im Anschluss daran wird dargestellt, welche Entwicklungen der Anzahl und Schadenhöhen von Naturkatastrophen in den vergangenen Jahren stattgefunden haben.
Im dritten Abschnitt wird zunächst auf die klassische Rückversicherung in Bezug auf die Rückdeckung von durch Naturkatastrophen hervorgerufenen Schäden eingegangen. Hierbei soll insbesondere aufgezeigt werden, welche Probleme sich durch die klassische Rückversicherung ergeben können.
Anschließend werden mit den PCS- und GCCI-Optionen sowie CAT-Bonds drei Instrumente des alternativen Risikotransfers zur Absicherung von Risiken aus Naturkatastrophen ausführlich dargestellt. Durch Beispiele wird die Funktionsweise dieser Instrumente verdeutlicht. Zudem wird auf die Unterschiede zur klassischen Rückversicherung sowie die Vor- und Nachteile bei der Anwendung dieser Instrumente eingegangen.
Im Anschluss wird kurz auf weitere Instrumente des alternativen Risikotransfers eingegangen, bevor im letzten Abschnitt eine Schlussbetrachtung vorgenommen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Bedeutung von Naturkatastrophen für die Versicherungswirtschaft
2.1 Abgrenzung des Begriffs Naturkatastrophe
2.2 Entwicklungstendenzen von Naturkatastrophen
3 Klassische und innovative Instrumente zur Absicherung von Risiken aus Naturkatastrophen
3.1 Rückversicherung
3.1.1 Funktion und Formen der Rückversicherung
3.1.2 Probleme der Rückversicherung in Bezug auf Naturkatastrophen
3.2 PCS-Optionen & GCCI-Optionen
3.2.1 Allgemeine Darstellung von Optionen
3.2.2 Funktionsweise von PCS-Optionen
3.2.3 Funktionsweise von GCCI-Optionen
3.2.4 Vergleich von PCS- und GCCI-Optionen mit klassischer Rückversicherung
3.3 CAT-Bonds
3.3.1 Allgemeine Darstellung verzinslicher Wertpapiere
3.3.2 Funktionsweise von CAT-Bonds
3.3.3 Vergleich von CAT-Bonds mit der klassischen Rückversicherung
3.4 Sonstige Instrumente
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht Möglichkeiten des Risikotransfers für Versicherungsunternehmen, um sich gegen die zunehmenden finanziellen Belastungen durch Naturkatastrophen abzusichern, wobei insbesondere innovative Instrumente jenseits der klassischen Rückversicherung analysiert werden.
- Analyse der Bedeutung von Naturkatastrophen für die Versicherungswirtschaft
- Untersuchung klassischer Rückversicherungsmodelle und deren Limitationen
- Detaillierte Erläuterung von PCS- und GCCI-Optionen als alternative Instrumente
- Darstellung der Funktionsweise und Anwendungsbereiche von CAT-Bonds
- Vergleichende Bewertung innovativer Instrumente im Hinblick auf Flexibilität und Kosten
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Probleme der Rückversicherung in Bezug auf Naturkatastrophen
Bei Risiken aus Naturkatastrophen können die Auszahlungsverpflichtungen, die ein (Rück-) Versicherer infolge eines Ereignisses zu leisten hat, deutlich höher ausfallen, als die erwarteten Auszahlungsverpflichtungen an Versicherungsleistungen. Anders als bei generellen Schadensrisiken, für welche die erwarteten Auszahlungsverpflichtungen an Versicherungsleistungen aus einem Versicherungsvertrag relativ genau kalkuliert werden können, sind Risiken aus Naturkatastrophen damit für (Rück-) Versicherer nur schwer kalkulierbar. Es handelt sich hierbei um sogenannte „low-frequency, high severity“ Risiken.
Wie im vorangegangenen Abschnitt dargestellt wurde, sehen fast alle Formen der Rückversicherung eine Obergrenze der durch den Rückversicherer übernommenen Schäden vor. Aufgrund der schwierigen Kalkulierbarkeit von Katastrophenrisiken stellt die Bestimmung der nötigen Deckung für den Erstversicherer durch den Rückversicherer jedoch ein Problem dar. Soweit durch eine Naturkatastrophe tragende Schäden für Erstversicherer auftreten, die nur in begrenztem Maße von Rückversicherern übernommen werden, entstehen Deckungslücken, die zunächst das Eigenkapital reduzieren und im extremsten Fall sogar Insolvenz führen können. So hat beispielsweise der Hurrikan Andrew mit von der Versicherungsindustrie zu tragenden Schäden von 19 Mrd. US $ die Insolvenz von sieben Erstversicherern verursacht.
Ein weiteres Problem der klassischen Rückversicherung in Bezug auf Naturkatastrophen ist, dass die weltweite Rückversicherungskapazität zur vollständigen Rückdeckung von Schäden nicht ausreichend ist. Betrachtet man z.B. den US-amerikanischen Markt der Erst- und Rückversicherung, so betrug die Kapazität im Jahr 2000 ca. 235 Mrd. US $. Das Naturkatastrophenereignis mit den bisher höchsten versicherten Gesamtschäden, der Hurrikan Katrina im August 2005 mit 49 Mrd. US $, zeigt, wie groß die durch eine Naturkatastrophe verursachte Gesamtschadensumme in Bezug auf den gesamten Versicherungsmarkt sein kann. Strube spricht insgesamt von einer Deckungslücke im Rückversicherungsmarkt von 20 bis 30 Mrd. US $.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende Relevanz des Risikomanagements von Naturkatastrophen dar und definiert die Zielsetzung der Arbeit bezüglich alternativer Risikotransferinstrumente.
2 Die Bedeutung von Naturkatastrophen für die Versicherungswirtschaft: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Naturkatastrophe und analysiert die steigende Tendenz von versicherten Katastrophenschäden.
3 Klassische und innovative Instrumente zur Absicherung von Risiken aus Naturkatastrophen: Dieser Hauptteil vergleicht die klassische Rückversicherung mit innovativen Alternativen wie Optionen und CAT-Bonds hinsichtlich ihrer Funktionsweise und Eignung.
4 Schlussbetrachtung: Das Fazit bewertet die Eignung der untersuchten Instrumente und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Marktentwicklung von CAT-Bonds und Katastrophenoptionen.
Schlüsselwörter
Naturkatastrophen, Risikomanagement, Rückversicherung, Alternativer Risikotransfer, PCS-Optionen, GCCI-Optionen, CAT-Bonds, Schadensrisiko, Kapazitätsengpässe, Finanzinnovationen, Versicherungsmarkt, Hurrikan, Kapitalmarkt, Solvabilität, Basisrisiko
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Risikomanagement von Naturkatastrophen und den Möglichkeiten, finanzielle Risiken mittels alternativer Instrumente zu transferieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Grenzen der klassischen Rückversicherung sowie die Funktionsweisen von Optionen (PCS und GCCI) und CAT-Bonds.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung und kritische Analyse von Instrumenten des alternativen Risikotransfers zur Absicherung von Versicherungsunternehmen gegen Naturkatastrophen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Seminararbeit, die auf einer fundierten Literatur- und Datenanalyse basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Rückversicherungsformen, stellt PCS- und GCCI-Optionen im Detail vor und untersucht CAT-Bonds als innovative Kapitalmarktfinanzierungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Alternativer Risikotransfer, Naturkatastrophen, Rückversicherung, CAT-Bonds und Kapazitätsengpässe geprägt.
Was unterscheidet CAT-Bonds von einer klassischen Rückversicherung?
CAT-Bonds übertragen versicherungstechnische Risiken auf den Kapitalmarkt, was ein deutlich höheres Volumen ermöglicht, jedoch spezifisches Know-how erfordert.
Welches Problem beschreiben PCS- und GCCI-Optionen im Vergleich zur Rückversicherung?
Diese Instrumente bieten zwar Flexibilität, bergen jedoch ein sogenanntes Basisrisiko und wurden teilweise aufsichtsrechtlich nicht als Rückversicherung anerkannt.
- Quote paper
- Philip Schumann (Author), 2008, Risk Management von Naturkatastrophen unter Beachtung von Instrumenten des Alternativen Risikotransfer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129233