In diesem Essay wird auf die Doppelrolle der Frau eingegangen und versucht herauszufinden ob man wirklich noch von einer doppelten Belastung nur für die Frau sprechen kann, oder ob nicht inzwischen ein Wandel stattgefunden hat und vielleicht sogar Männer mittlerweile vor dem gleichen Problem stehen. Nämlich dem Problem Beruf und Haushalt gleichzeitig bewältigen zu müssen. Inwiefern hat sich also die Rolle der Frau verändert?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse der doppelten Vergesellschaftung
2.1 Historische Voraussetzungen und soziale Zusammenhänge
2.2 Der Begriff der doppelten Vergesellschaftung bei Kreckel
2.3 Individuelle Entwicklung und sozialer Wandel
2.4 Die Perspektive von Regina Becker-Schmidt
3. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Relevanz der „Doppelbelastung“ für Frauen und analysiert, inwiefern sich die Geschlechterrollen in der modernen Gesellschaft gewandelt haben oder durch historische Strukturen weiterhin geprägt sind.
- Analyse des Konzepts der „doppelten Vergesellschaftung“
- Vergleich der theoretischen Ansätze von Reinhard Kreckel und Regina Becker-Schmidt
- Zusammenhang zwischen Individualisierung und Geburtenrückgang
- Einfluss gesellschaftlicher Konventionen auf die Karriereentscheidung
- Bewertung staatlicher Maßnahmen wie des Elterngeldes zur Förderung der Gleichberechtigung
Auszug aus dem Buch
Die Auswirkungen der doppelten Vergesellschaftung
Der Begriff der „doppelte Vergesellschaftung“ bedeutet, nach Kreckel, dass Gesellschaftsmitglieder Berufsleben und Haushalt gleichermaßen miteinander verbinden und berücksichtigen müssen. In der modernen kapitalistischen Gesellschaft gebe es eine Trennung zwischen Produktion und Reproduktion, und Frauen wie Männer müssen sich mit dieser Ambivalenz auseinandersetzen. Wie sie dies tun sei aber unterschiedlich, denn Männer lösen den Konflikt, in dem sie ihr Privatleben dem Beruflichen unterordnen, und diese Unterordnung habe zur Konsequenz, dass die Frauen sich um das Familienleben kümmern müssen. Die Frau wird also dadurch benachteiligt, da die Reproduktionsarbeit die unbezahlte ist und somit in der heutigen kapitalistischen Gesellschaft nicht zählt.
Da diese Doppelrolle der Frau solche Probleme mit sich bringt ist heute eine Entwicklung festzustellen, bei der Frauen sich immer häufiger für eine Karriere entscheiden und nicht mehr für Familie. Die Sozialstrukturen der Gesellschaft differenzieren sich dadurch immer mehr und somit rückt auch die Entwicklung der eigenen Individualität immer mehr in den Vordergrund. Außerdem ist zu beachten, dass sich auch die sozialen Betrachtungsweisen verändert haben, und dass die traditionellen Pflichtwerte immer mehr an Bedeutung verlieren und an ihre Stelle Selbstverwirklichungswerte gesetzt werden, das dazu führt, dass Frauen ein stärkeres Verlangen nach Selbstständigkeit und Annerkennung entwickeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach der Veränderung der Frauenrolle in der modernen Gesellschaft auf und definiert den Fokus auf die theoretischen Konzepte von Kreckel und Becker-Schmidt.
2. Analyse der doppelten Vergesellschaftung: Dieses Kapitel erläutert die historischen Ursprünge der Arbeitstrennung und vergleicht die unterschiedlichen wissenschaftlichen Sichtweisen auf die Doppelbelastung der Frau und deren soziokulturelle Auswirkungen.
3. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert, dass trotz erster Fortschritte in der Gleichberechtigung ein tiefgreifender gesellschaftlicher Wandel in den Einstellungen noch aussteht, um die strukturelle Ungleichheit zu überwinden.
Schlüsselwörter
Doppelte Vergesellschaftung, Geschlechterrolle, Sozialisation, Kapitalismus, Doppelbelastung, Vereinbarkeit, Karriere, Familie, Gleichberechtigung, Reproduktionsarbeit, Individualisierung, Geschlechterverhältnis, Rollenverteilung, Erwerbsleben, Sozialstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Der Essay befasst sich mit der Situation der Frau im Spannungsfeld zwischen familiären Pflichten und beruflicher Karriere.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die theoretische Einordnung der doppelten Vergesellschaftung, die Auswirkungen auf die individuelle Lebensgestaltung und die gesellschaftliche Bewertung von Geschlechterrollen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob die „Doppelbelastung“ der Frau heute noch in gleicher Form besteht oder ob gesellschaftliche Wandlungsprozesse neue Rahmenbedingungen geschaffen haben.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der kritischen Auseinandersetzung mit soziologischen Theorien, insbesondere von Reinhard Kreckel und Regina Becker-Schmidt.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Mittelpunkt?
Der Hauptteil behandelt die historische Trennung von Erwerbs- und Familienleben, den Begriff der Doppelsozialisation und die Auswirkungen der Individualisierung auf das Geburtenverhalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?
Die zentralen Begriffe umfassen Doppelbelastung, Reproduktionsarbeit, Gleichberechtigung und Sozialstruktur.
Warum unterscheidet Regina Becker-Schmidt ihre Theorie von der Kreckels?
Sie konzentriert sich explizit auf die spezifische Unterdrückung der Frau im modernen Kapitalismus und die daraus resultierende Doppelsozialisation, der Männer in dieser Form nicht unterworfen sind.
Welchen Einfluss hat das Elterngeld auf die Thematik?
Es wird als ein positiver staatlicher Ansatz diskutiert, der helfen soll, die ökonomische Benachteiligung des Elternteils zu mindern, welches sich vorrangig der Kindererziehung widmet.
Welche Rolle spielt die „Individualisierung“ bei der Entscheidung für oder gegen Kinder?
Der Autor argumentiert, dass der wachsende Wunsch nach Selbstverwirklichung und Karriere oft mit dem traditionellen Familienmodell konkurriert, was zu einer Abwägung führt, die häufig zugunsten der Karriere ausfällt.
- Arbeit zitieren
- Susanne Sommer (Autor:in), 2006, Kind und/oder Karriere, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129252