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Grundzüge der Laryngaltheorie

Título: Grundzüge der Laryngaltheorie

Trabajo Escrito , 2009 , 25 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Andrea Meissner (Autor)

Ciencia del lenguaje / Lingüística
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Als Begründer der Laryngaltheorie gilt FERDINAND DE SAUSSURE Durch die Forschung ALBERT CUNYS gelangte sie 1912 nahezu auf den heutigen Stand. Die Theorie setzt drei uridg. Konsonanten an, die aus forschungsgeschichtlichen Gründen als Laryngale bezeichnet werden. Sie konnten in den idg. Einzelsprachen zunächst nicht als erhaltene Laute identifiziert werden. Dies änderte sich 1914 mit der Entdeckung des He-thitischen ḫ, das im Hethitischen als Fortsetzer des rekonstruierten Laryngals *h2 angenom-men werden konnte. Mit dieser Erkenntnis wurde die bis dahin noch unbewiesenen Theorie im Nachhinein bestätigt.
Über die phonematische Bestimmung der Laryngale herrscht noch keine Einigkeit, auch nicht über ihre Anzahl. Sehr häufig sprechen sich Forscher für eine Laryngaltrias aus. Doch nicht selten werden auch Mono- und Poly-Laryngalsysteme vertreten (vgl. Szmerényi 1989: 132). Laryngale bewirken je nach Stellung im Wort eine Veränderung ihrer lautlichen Umgebung. Diese Wirkung ist sehr vielseitig und reicht von Vokalisierung und Aspiration bis hin zu Dehnung und Umfärbung der sie umgebenen Laute (vgl. Meier_Brügger 2002: 103 ff.). Der Wert der Laryngaltheorie zeigt sich vor allem bei der systematischen Rekonstruktion der
uridg. Morphemstrukturen und des uridg. Ablauts (vgl. Tichy 2000: 34).

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Lautinventar der indogermanischen Grundsprache

3. Die Laryngaltheorie

3.1. Begriff und Symbolik

3.2. Die Geschichte der Laryngaltheorie

3.3. Der indogermanische Vokalismus aus Sicht der Laryngaltheorie

3.4. Die phonetische Natur der Laryngale

3.5. Das Grundprinzip der Laryngaltheorie

3.6. Die Anzahl der Laryngale in der indogermanischen Grundsprache

3.7. Die Auswirkungen von urindogermanisch *h1 *h2 und *h3 auf indogermanische Einzelsprachen und ihre Vorstufen

3.8. Hethitisch

4. Der urindogermanische Ablaut aus der Perspektive der Laryngaltheorie

5. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die zentralen Mechanismen der Laryngaltheorie in der Indogermanistik. Ziel ist es, die revolutionäre Hypothese Ferdinand de Saussures sowie deren Weiterentwicklung und Bestätigung durch spätere Forschungsergebnisse aufzuzeigen und die Auswirkungen der Laryngale auf das urindogermanische Lautsystem und den Ablaut zu erläutern.

  • Grundlagen und historische Entwicklung der Laryngaltheorie
  • Die phonetische Bestimmung und das Wirken der Laryngale
  • Struktur der urindogermanischen Verbalwurzeln
  • Der Einfluss der Laryngaltheorie auf das Verständnis des indogermanischen Ablauts
  • Die Bedeutung des Hethitischen für die Bestätigung der Theorie

Auszug aus dem Buch

3.2. Die Geschichte der Laryngaltheorie

FERDINAND DE SAUSSURE gilt als Begründer der Laryngaltheorie, nachdem er das indogermanische Vokalsystem in seinem Buch „Mèmoire sur le système primitif des voyelles dans les langues indo-europèennes“ (Leipzig 1879) eingehend untersuchte (vgl. Szmerényi 1990: 128). Durch seine Analysen veränderte DE SAUSSURE das Bild des ältesten idg. Vokalismus (ebd.). Seine Ergebnisse bilden die Basis für die heutige Laryngaltheorie. Dabei geht die Bezeichnung Laryngal auf den den Dänen Hermann Möller zurück (ebd.).

In seinem Mèmoire geht er davon aus, dass idg. *, *, * ursprünglich Diphtonge waren, die später monophtongiert wurden. Er konnte feststellen, dass „Überall da, wo andere Verbalwurzeln Normalstufe haben (d.h. *a1i, *a1u, a1r, a1n usw.; *a1= Brugmanns *e), weisen z.B. Wurzeln vom Typus gr. st- „stehen“ einen langen Vokal auf.“ (Lindemann 1970: 19). DE SAUSSURE schlussfolgerte daraus, dass die auf Langvokal endenden Wurzeln (*st) ursprünglich diphtongische Wurzeln gewesen seien. Ein gr. st- wie in st-(mn) ‚Aufzug am Webstuhl“ wäre folglich ursprünglich ein *sta1A- (vgl. Lindemann 1970: 19).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Sprachwissenschaft ein, erläutert die Bedeutung der indogermanischen Grundsprache als abstraktes Konstrukt und stellt die Laryngaltheorie als zentralen Forschungsgegenstand vor.

2. Das Lautinventar der indogermanischen Grundsprache: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über das Phonem- und Lautinventar der Grundsprache, wobei die Schwierigkeiten bei der Erstellung eines einheitlichen Systems anhand gängiger Modelle skizziert werden.

3. Die Laryngaltheorie: Das umfangreiche dritte Kapitel widmet sich der Geschichte, Symbolik, phonetischen Natur und dem Grundprinzip der Laryngaltheorie sowie deren Einfluss auf verschiedene Einzelsprachen und das Hethitische.

4. Der urindogermanische Ablaut aus der Perspektive der Laryngaltheorie: Hier wird der traditionelle Ablaut-Begriff kritisch betrachtet und aufgezeigt, wie die Laryngaltheorie die Ablautstufen und morphologische Regeln in der neueren Forschung erklärt.

5. Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Kernaussagen zur Laryngaltheorie zusammen und würdigt ihren Beitrag zur modernen Indogermanistik.

Schlüsselwörter

Laryngaltheorie, Indogermanistik, Ferdinand de Saussure, urindogermanische Grundsprache, Ablaut, Laryngale, Wurzelstruktur, Hethitisch, Lautinventar, Vokalismus, sonantische Koeffizienten, Sprachwissenschaft, historische Linguistik, Phonologie, Rekonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Theorie der Laryngale in der indogermanischen Sprachwissenschaft, von ihren historischen Ursprüngen bis hin zu ihrer Bedeutung für die moderne Sprachrekonstruktion.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Geschichte der Laryngaltheorie, die Struktur von Verbalwurzeln, die Auswirkungen auf Einzelsprachen und die theoretische Neubewertung des indogermanischen Ablauts.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Entwicklung der Laryngaltheorie nachzuzeichnen und ihre fundamentale Rolle bei der Erklärung von Lautphänomenen und der Struktur der indogermanischen Grundsprache darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-vergleichende sprachwissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse existierender Fachliteratur und der Auswertung von Wortgleichungen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Übersicht des Lautinventars, eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Laryngaltheorie und ihre Anwendung auf den urindogermanischen Ablaut.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Laryngaltheorie, Indogermanistik, Laryngale, Ablaut, Wurzelstruktur und die Person Ferdinand de Saussure.

Warum war das Hethitische so entscheidend für die Theorie?

Das Hethitische konnte als lebende Sprache nachweisen, dass die von De Saussure rein theoretisch postulierten „Laryngale“ tatsächlich existierten, was die Theorie empirisch bestätigte.

Wie verändert die Laryngaltheorie das Verständnis des Ablauts?

Die Theorie ermöglicht eine Vereinfachung der Ablautlehre, indem sie komplexe Ablautreihen auf ein einheitliches Schema zurückführt, das auf dem Zusammenspiel von Vokalen und Laryngalen beruht.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Grundzüge der Laryngaltheorie
Universidad
Dresden Technical University
Curso
Seminar
Calificación
1,0
Autor
Andrea Meissner (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
25
No. de catálogo
V129257
ISBN (Ebook)
9783640349999
ISBN (Libro)
9783640349913
Idioma
Alemán
Etiqueta
Grundzüge Laryngaltheorie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Andrea Meissner (Autor), 2009, Grundzüge der Laryngaltheorie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129257
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