Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Analyse und Prognose der Pflegebedürftigkeit unter besonderer Berücksichtigung von Demenz. Sie ist in drei Hauptkategorien untergliedert: Grundlagen, Datenanalyse und die anschließende Diskussion. Zu Beginn wurde im Abschnitt Grundlagen die demografische Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland untersucht. Um eine einheitliche Begriffsdefinition zu schaffen, wurden die theoretischen Grundlagen der Thematik aufgearbeitet. Im Hauptteil der Ausarbeitung wurden zum Großteil Daten aus der Datenbank der Gesundheitsberichterstattung des Bundes verwendet und im Bezug auf die folgende These analysiert und prognostiziert: Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern sieht sich einer stärkeren Belastung im Bezug auf die Pflegebedürftigkeit demenziell erkrankter Menschen ausgesetzt als Schleswig-Holstein bzw. der Bundesrepublik Deutschland.
Die Stammdaten wurden hierzu mit Hilfe einer Regressionsanalyse in Excel bewertet und anschließend prognostiziert. Dabei wurde der Schwerpunkt auf die Versorgungs- und Personalsituation, sowie die finanzielle Entwicklung von Pflegebedürftigen im Bereich Demenz gelegt.
Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wird in den folgenden Jahren weiter stark ansteigen, genau wie die Zahl der Demenzkranken. Besonders im Bezug auf die Aktualität dieses Themas ist zu bemerken, dass bezüglich der Versorgungssituation in Relation zur Krankheit Demenz noch zu wenig relevante Daten erfasst worden sind bzw. zu wenig Datenerhebungen stattgefunden haben. Hier besteht Handlungsbedarf, um genauere Zahlen zur Verfügung zu haben. Der demografische Wandel, der eine Veränderung der Altersstruktur der deutschen Bevölkerung nach sich zieht, wird es in Zukunft einige Herausforderungen im Bezug auf die Betreuung dieser Menschen geben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Demografischer Wandel
2.2 Pflegebedürftigkeit
2.3 Demenz
3 Datenanalyse und –prognose
3.1 Epidemiologie der Pflegebedürftigkeit
3.2 Versorgungssituation
3.3 Personalsituation in der Pflege
3.4 Finanzierung
4 Diskussion
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Entwicklung und Prognose der Pflegebedürftigkeit in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung von Demenz, wobei der regionale Vergleich zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Aufschluss über spezifische Belastungsunterschiede geben soll.
- Demografischer Wandel und dessen Auswirkungen auf das Gesundheitswesen
- Entwicklung und Prognose der Pflegebedürftigkeit
- Epidemiologie und finanzielle Auswirkungen des Krankheitsbildes Demenz
- Personalsituation in ambulanten Diensten und Pflegeheimen
- Versorgungsformen und deren regionale Unterschiede
Auszug aus dem Buch
2.3 Demenz
Verhaltensauffälligkeiten im Alter, sogenannte „Alterszerstreutheit“, verbunden mit Störungen der Kognition und des Intellekts, begleiten Menschen seit Jahrtausenden. Bereits im Alten Ägypten (2400 v.Chr.) war die Rede von Leidenssymptomen wie Altersschwäche. Der Philosoph Platon beschrieb um 400 v.Chr. das Altern der Menschen mit den Worten: „Im Blick auf die Vernunft würden Greise zum zweiten Mal Kinder werden“.23
Bis zum 19. Jahrhundert wurden die kognitiven Beeinträchtigungen der letzten Lebensphase als ein natürlicher Alterungsprozess wahrgenommen, welcher als unaufhaltbar galt und als unheilbar angesehen wurde. Auch waren Wissenschaftler wohl weniger interessiert an der Erforschung der Epidemiologie, da die psychopathologischen Begleiterscheinungen der Senilität rein quantitativ ein marginales Problem darstellten.
Aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung seit Mitte des 19. Jahrhunderts erhöhte sich allmählich der Anteil älterer Menschen. Die Neurobiologie rückte immer mehr in den Fokus der Forschung, um sich den Veränderungen in alternden Gehirnen zu widmen. Im Jahre 1906 gelang es dem Neurologen Alois Alzheimer (*1864 - †1915) erstmals durch pathologische Untersuchungsmethoden des Gehirns, die später als „Alzheimersche Krankheit“ benannte Atrophie der Hirnrinde mit den spezifischen Ablagerungen (Plaques) zu beschreiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik einer alternden Gesellschaft und der steigenden Pflegebedürftigkeit bei gleichzeitiger Zunahme des Krankheitsbildes Demenz in Deutschland ein.
2 Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie der demografische Wandel, die Definition von Pflegebedürftigkeit und das Krankheitsbild Demenz theoretisch erläutert.
3 Datenanalyse und –prognose: Dieser Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Analyse und Prognose von Daten zur Bevölkerungsentwicklung, Pflegebedürftigkeit, Personalsituation und Finanzierung, gegliedert nach verschiedenen Versorgungsformen.
4 Diskussion: Die in der Einleitung aufgestellte These wird hier kritisch hinterfragt und die Ergebnisse der Datenanalyse hinsichtlich der regionalen Unterschiede zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern erörtert.
5 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, weist auf Probleme bei der Datenverfügbarkeit hin und formuliert den bestehenden Handlungsbedarf im Hinblick auf den demografischen Wandel.
Schlüsselwörter
Pflegebedürftigkeit, Demenz, Deutschland, demografischer Wandel, Pflegeversicherung, Pflegeheime, ambulante Dienste, Personalsituation, Kostenanalyse, Prognose, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Gesundheitsausgaben, Pflegestufen, Altersstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Prognose der Pflegebedürftigkeit in Deutschland, wobei ein besonderer Fokus auf dem Krankheitsbild Demenz und dem Vergleich zweier norddeutscher Bundesländer liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt Themen wie demografischen Wandel, Versorgungsformen (ambulant, stationär, teilstationär), Personalsituation in der Pflege sowie die Finanzierung der Leistungen und Kosten durch Demenz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, ob es regionale Unterschiede in der Versorgungs-, Personal- und Finanzentwicklung gibt, um die These zu prüfen, ob Mecklenburg-Vorpommern aufgrund seiner Altersstruktur stärker belastet ist als Schleswig-Holstein.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung erfolgt auf Basis von Stammdaten, die mittels einer Regressionsanalyse in Excel bewertet und auf zukünftige Zeiträume prognostiziert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil (Kapitel 3) erfolgt die Datenanalyse und –prognose unterteilt in Epidemiologie, Versorgungssituation, Personalsituation und Finanzierung.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Pflegebedürftigkeit, Demenz, demografischer Wandel, Pflegeversicherung, regionale Unterschiede und Pflegekosten.
Wie unterscheiden sich die Versorgungsformen?
Die Arbeit unterscheidet zwischen ambulanter Pflege (häusliche Umgebung), teilstationärer Versorgung (Betreuung tagsüber oder nachts) und vollstationärer Pflege (Aufnahme über mehr als 24 Stunden in einer Einrichtung).
Welche Rolle spielt die Datenverfügbarkeit?
Die Arbeit weist explizit auf eine mangelhafte Datenverfügbarkeit hinsichtlich spezifischer Demenzdaten hin, was die wissenschaftliche Prognose erschwert und zu einem Appell an die Forschung führt.
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- Anonym (Autor), 2016, Pflegebedürftigkeit in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung von Demenz. Analyse und Prognose, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1292700