Krisensymptome der Parteiendemokratie


Essay, 2008
9 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0. Einleitung

2.0. Symptome der Krise
2.1. Sinkende Wahlbeteiligung
2.2. Mitgliederschwund der Parteien
2.3. Konzentrationsgrad und Stammwähleranteil
2.4. Politische Skandale und Entfremdung Jugendlicher
2.5. Zwischenfazit
2.6. Sinkendes Vertrauen in Parteien – kein Vertrauen zur Opposition

3.0. Fazit und die Suche nach Ursachen

4.0. Quellen und Literaturverzeichnis
4.1. Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen

1.0. Einleitung

Der Begriff der Parteiendemokratie wandert seit Jahrzehnten durch die deutsche Öffentlichkeit und wird auch in der Politikwissenschaft verwendet. Sinngemäß wird damit die Institutionalisierung von Verbänden beschrieben, die vermittelnd zwischen dem Bürger und dem Staatsapparat stehen. Der Begriff der Parteiendemokratie unterlag aber auch einem gewissen Wandel, so wird zuweilen auch der Begriff Parteienstaat verwendet, woraus Kritiker sinngemäß eine „Okkupation des Staatlichen und des Gemeinwohls durch die Parteien“ ableiten (Stöss 2002: 13).

Der Begriff der Partei ist in der Rezeption mit dem Begriff ‚Krise’ eng verbunden. Walter weist 2001 nach, dass „allein in den letzten 15 Jahren in der deutschen Politologie mindestens 1384 Aufsätze erschienen sein dürften, die die Krise der Volksparteien ausgerufen haben.“ (Walter 2001: 3) Tatsächlich spricht einiges dafür, dass sich die deutschen Parteien strukturellen Veränderungen ausgesetzt sehen, die unter Umständen zu einer Krise des Parteiensystems an sich führen können.

Ziel dieser Untersuchung ist es, der Frage nach zu gehen, ob sich bestimmte Krisensymptome hinsichtlich der Parteiendemokratie oder des Parteienstaates für die Bundesrepublik nachweisen lassen, oder nicht.

Vor diesem Hintergrund werden zunächst politikwissenschaftliche Indikatoren für Krisensymptome der Parteiendemokratie ermittelt. Diese Indikatoren werden dann anhand empirischen Materials überprüft. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass sich alle Krisensymptome empirisch nachweisen lassen.

2.0. Symptome der Krise

Alemann nennt acht Krisensymptome, „die über die Parteiverdrossenheit auf allgemeinere Politikverdrossenheit und wachsende Zukunftsängste verweisen.“ (Alemann 2000: 183-185) Diese werden im Folgenden dargestellt und diskutiert. Einige Punkte werden zusätzlich anhand verschiedener Daten untermauert, andere werden nur kurz angerissen.

2.1. Sinkende Wahlbeteiligung

Allgemein wird eine sinkende Wahlbeteiligung als eine mangelnde Identifikation der Bürger mit dem Staat gedeutet. Gegenteilig kann natürlich argumentiert werden, dass eine geringe Wahlbeteiligung eher auf ein hohes Maß an Zustimmung hindeutet.

Unabhängig von der Zustimmung oder Ablehnung eines politischen Systems stellt die Wahlbeteiligung einen Indikator für eine starke oder schwache Identifikation mit einem politischen Gemeinwesen dar. Darüber hinaus enthält eine hohe oder niedrige Wahlbeteiligung Aussagekraft über die Fähigkeit politischer Parteien ihre Wähler zu mobilisieren. Die Betrachtung der Wahlbeteiligung zu Bundestagswahlen in der Bundesrepublik Deutschland zeigt folgendes Bild:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Wahlbeteiligung zum Deutschen Bundestag (nach BWL 2008, http://www.bundeswahlleiter.de/wahlen/ergebl.htm)

Die Wahlbeteiligung zum deutschen Bundestag ist gesunken. Sie sinkt seit ihren Rekordwerten in den 70er Jahren (1972 und 1976 jeweils über 90%) kontinuierlich und hat bei der letzten Bundestagswahl mit 77,7% einen historischen Tiefpunkt erreicht. Es liegt ein langfristiger moderater Rückgang der Wahlbeteiligung vor.

2.2. Mitgliederschwund der Parteien

Sinkende Mitgliederzahlen der Parteien sind insofern schlüssig als Krisensymptome auszumachen, da es sich neben der Wahl um die zweite klassische politische Aktionsform handelt. Ein erster Blick auf die Mitgliederentwicklung der Parteien (s. Tab. 1) zeigt eine Abnahme der Zahl der Mitglieder der Einzelparteien. Betrug die Gesamtzahl der Parteimitglieder 1990 noch rund 2,4 Mio. liegt sie im Jahr 2000 bei nur noch 1,7 Mio. Mitgliedern. Im Jahr 2006 sind es nur noch rund 1,45 Mio. Mitglieder. An dieser Stelle kann ein deutlicher Einbruch der Mitgliederzahlen der Parteien festgestellt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1. Zahl der Mitglieder deutscher Parteien in Tsd. (nach Rudzio 2006, FTD 2007)

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Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Krisensymptome der Parteiendemokratie
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
9
Katalognummer
V129273
ISBN (eBook)
9783640379682
ISBN (Buch)
9783640379446
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krisensymptome, Parteiendemokratie
Arbeit zitieren
Susanne Sommer (Autor), 2008, Krisensymptome der Parteiendemokratie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129273

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