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Das barocke Leben in der Spannung zwischen "memento mori" und "carpe diem"

Title: Das barocke Leben in der Spannung zwischen "memento mori" und "carpe diem"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 56 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julia Heiduk (Author)

Art - Art Theory, General
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Das Barock gilt als Zeitalter von Macht und Repräsentation.
Auf den ersten Blick kennzeichnen pure Lebensfreude und
überschwenglicher Weltgenuß diese Epoche. Erst auf den
zweiten Blick zeigen sich deutlich Zweifel am irdischen
Dasein, überall sind Zeichen von Tod und Jenseitsgedanken
zu sehen und zu spüren. Die adlige Gesellschaft sprüht nur
so vor Leben einerseits, andererseits beschäftigt man sich viel
mit dem Tod und seiner eigenen Sterblichkeit. Die Einstellungen
widersprechen sich völlig und scheinen sich zunächst
auszuschließen. Geht das eine Verhalten aus dem anderen
hervor, das Leben sehr bewußt zu genießen, es auszukosten
in dem Bewußtsein, daß es endlich und vergänglich ist?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Das Barock

1.1 Der Begriff Barock

1.2 Der geschichtliche Hintergrund des Barocks

1.3 Das Weltbild im Barock

1.4 Das Sterben im Barock

1.5 Der Totentanz

1.6 Die Embleme

2 Die Barockmalerei

2.1 Das Stilleben

2.2 Vanitas-Symbolik im Stilleben

2.3 Fortuna

2.4 Vanitas-Stilleben

2.5 Gedeckte Tisch-Stilleben, Mahlzeiten-Stilleben

2.6 Blumen-Stilleben

3 Die Barockdichtung

3.1 Vanitas-Gedanke in der Barockdichtung

3.2 Neuorientierung in der deutschen Dichtung

3.3 Sprachgesellschaften

3.4 Die Lyrik im Barock

3.5 Das Theater im Barock

3.6 Der Roman im Barock

4 Die Barockmusik

4.1 Der Vanitas-Gedanke in der Barockmusik

4.2 Neuerungen in der Barockmusik

4.3 Die Oper im Barock

4.4 Claudio Monteverdi

4.5 Georg Friedrich Händel

4.6 Johann Sebastian Bach

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Spannungszustand zwischen dem barocken Lebensgefühl des "carpe diem" (nutze den Tag) und der allgegenwärtigen Mahnung "memento mori" (gedenke des Sterbens). Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, wie dieser Widerstreit zwischen exzessiver Lebensfreude und der ständigen Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit entstand, welche Ursachen er hatte und wie er sich in den verschiedenen Kunstformen dieser Epoche manifestierte.

  • Historische Einordnung des Barockzeitalters und des damaligen Weltbildes.
  • Analyse der Vanitas-Symbolik in Malerei, Literatur und Musik.
  • Untersuchung von Todesdarstellungen und Totentanz-Motiven.
  • Die Rolle der Emblematik als bildhafte Sprache der Zeit.
  • Wandel von Literatur, Theater und Musik unter dem Einfluss gesellschaftlicher Krisen.

Auszug aus dem Buch

1.3 Das Weltbild im Barock

Angesichts solcher Fakten läßt sich bereits der Zwiespalt der barocken Gesellschaft erahnen. So war sie einerseits geprägt von enormer Machtfülle und entsprechender Repräsentation der Fürsten, andererseits von Armut großer Bevölkerungsschichten angesichts der vielen Abgaben, Kriege und Seuchen. Wenn der Mensch dem Tod in Form von Krieg oder Pest gerade noch entkommen war, lebte er einerseits in einem ständigen Todesbewußtsein, andererseits in einem daraus resultierenden extremen Hunger nach Leben. Der barocke Mensch fühlte sich nicht mehr wie in der Renaissance in einem in sich geschlossenen und einheitlichen Weltbild geborgen, es wurde gesprengt durch die neuen physikalischen, mathematischen und astronomischen Entdeckungen.

Das Leben der Menschen im Barock basierte wie in der Zeit zuvor und später noch auf einer von Gott gewollten Ordnung. Jedem Menschen war eine für ihn bestimmte Rolle im Leben zugedacht. Sowohl dem Bettler, als auch dem König war ein Platz in der Welt zugeteilt. Um zu verhindern, Spielball des Schicksals zu werden und nur von Fortuna und Gottes Gnade abhängig zu sein, gab es vereinzelte Versuche des barocken Menschen, seiner Lebenssituation Herr zu werden. Als Ausgangspunkt aller Erkenntnis wurde das Selbstbewußtsein zum Mittelpunkt des Denkens: „cogito ergo sum - ich denke, also bin ich“. Diese Philosophie wurde von René Descartes formuliert, der damit dem Geist mehr Bedeutung verlieh als der Materie. Dem Menschen gelang es, das Äußere und Wahrnehmbare sehr wohl zu beeinflussen und zu formen: in Bereichen wie der Mode, Kunst, Musik und besonders der Architektur übertraf der Mensch sich selbst. Nach Außen hin herrschte vollkommene Einheit, und doch war der Mensch innerlich zerrissen, in dem ständigen Bewußtsein, sein Leben nicht bis in alle Ewigkeit weiterführen zu können. Seine eigene Sterblichkeit und den Tod aufzuhalten war er nicht im Stande. Das Innere rettete sich nach Außen in das Wahrnehmbare und Repräsentative.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Das Barock: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über das Zeitalter, die Entstehung des Begriffs, das Weltbild, den Umgang mit dem Tod, Totentänze und die Bedeutung von Emblemen.

2 Die Barockmalerei: Es wird die Entwicklung der Stillebenmalerei analysiert, wobei besonders die Vanitas-Symbolik, die Bedeutung von Fortuna und die Werke prominenter Maler wie Georg Flegel oder Willem Claesz Heda beleuchtet werden.

3 Die Barockdichtung: Dieser Teil behandelt die literarischen Aspekte, von der Vanitas-Dichtung über die Sprachgesellschaften und Lyrik bis hin zur Entwicklung von Theater und Roman unter dem Einfluss barocker Lebensanschauungen.

4 Die Barockmusik: Das abschließende Kapitel widmet sich der musikalischen Ausdrucksweise des Barock, den Neuerungen durch den Generalbass und den Sologesang sowie den Werken von Komponisten wie Monteverdi, Händel und Bach im Kontext der Vergänglichkeitsthematik.

Schlüsselwörter

Barock, Vanitas, Carpe diem, Memento mori, Stilleben, Totentanz, Embleme, Literatur, Musik, Malerei, Sterblichkeit, Lebensgier, Weltbild, Repräsentation, Dreißigjähriger Krieg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den inneren Widerspruch im Barock, bei dem extreme Lebenslust auf eine allgegenwärtige Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit traf.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Ausgangslage, der bildenden Kunst (Stilleben), der Literatur und der Musik des 17. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Ursprung des Widerstreits zwischen dem Genuss des Augenblicks und dem Bewusstsein der Endlichkeit zu ergründen und darzustellen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die historische Kontexte mit ikonografischen und literaturwissenschaftlichen Deutungen verknüpft.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert, wie sich das Vanitas-Motiv in verschiedenen Medien (Malerei, Lyrik, Oper) jeweils individuell niederschlug.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?

Zentrale Begriffe sind Vanitas, Carpe diem, Memento mori, Allegorie, Stilleben und Repräsentation.

Wie interpretieren die Künstler das "carpe diem"?

Für die Künstler war das Genießen des Moments untrennbar mit dem Bewusstsein verbunden, dass dies nur in der Vorstufe zum unausweichlichen Tod geschehen kann.

Welche Rolle spielt der "Totentanz" im Barock?

Er dient als visuelle Mahnung, dass der Tod vor sozialen Standesunterschieden nicht haltmacht und jeder Mensch jederzeit mit dem Ende rechnen muss.

Inwiefern unterscheiden sich die Komponisten in ihrer Interpretation?

Während Monteverdi das Affektvolle betonte, nutzte Bach beispielsweise die Musik, um den trügerischen Schein der Welt zu entlarven und trotz weltlicher Genüsse wie Kaffee oder Tabak den Fokus auf die religiöse Ewigkeit zu legen.

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Details

Title
Das barocke Leben in der Spannung zwischen "memento mori" und "carpe diem"
College
University of Applied Sciences Bielefeld
Grade
1,0
Author
Julia Heiduk (Author)
Publication Year
2006
Pages
56
Catalog Number
V129354
ISBN (eBook)
9783640356638
ISBN (Book)
9783668150195
Language
German
Tags
Leben Spannung Memento mori carpe diem Barock Tod
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Heiduk (Author), 2006, Das barocke Leben in der Spannung zwischen "memento mori" und "carpe diem", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129354
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