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Der Einfluss der Studentenbewegung Ende der 60er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland auf die Entstehung linksrevolutionärer Terrororganisationen

Title: Der Einfluss der Studentenbewegung Ende der 60er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland auf die Entstehung linksrevolutionärer Terrororganisationen

Term Paper , 2008 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marc Grezlikowski (Author)

Politics - History of Political Systems
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Am 31.01.2008 eröffnete im Amerika-Haus in der Bundeshauptstadt Berlin eine umfangreiche Ausstellung über die Studentenbewegung Ende der 1960er Jahre. Genau 40 Jahre nach dem Mythosjahr zeigt „68 - Brennpunkt Berlin“ die ambivalente Einstellung des deutschen Volkes noch heute zu diesem Thema. Für die einen revolutionierte diese Zeit das politische Denken und die alltägliche Kultur des Landes und sind dessen Auswirkungen auch noch in heutigen Auseinandersetzungen spürbar. Für andere führte die Studentenbewegung nicht nur zu einem umfassenden Werteverfall, sondern lieferte direkt die Grundlagen für die Entstehung des linken Terrorismus, der die Bundesrepublik über ein Jahrzehnt erschütterte.
Weltweit gilt die Jahreszahl 1968 als Symbol für ein globales Phänomen: Der Protest der Jugendlichen und Studenten, die sich gegen die herrschende Gesellschaftsordnung lehnten und eine Revolte schufen, die die sozialen und kulturellen Begebenheiten der westlichen Industrienationen in den Mittelpunkt rückte und sozietäre Veränderungen einforderten. Vor allem in der deutschen Nachkriegsgeschichte nimmt „1968“ eine Schlüsselposition ein, da die deutschen Studenten durch lauten Protest die Aufarbeitung des Nationalsozialismus verlangten, dem viele öffentlich-tätige Personen sowie auch Eltern der Jugendlichen angehörten, und dem politischen System der Bundesrepublik Deutschland demokratische Defizite und polizeistaatliche Tendenzen vorwarfen – wie zum Beispiel den Einsatz repressiver Mittel insbesondere gegen Demonstranten. Obwohl der Begriff „1968“ nicht akkurat als zeitgeschichtliches Synonym für die Studentenbewegung benutzt werden kann, da studentischer Protest schon in den Jahren zuvor entstand und Aufmerksamkeit erregte, soll er jedoch in dieser Arbeit als solches Synonym der Verständlichkeit halber weiterhin verwendet werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Studentenbewegung

2.1 Der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS)

2.2 Der 2. Juni 1967 – Wendepunkt in der Geschichte der Studentenbewegung

3. Die Gewaltfrage

3.1 Gewalt gegen Sachen und Personen

4. Entstehung der linksrevolutionären, gewaltbereiten Organisationen

4.1 Die Bewegung 2. Juni

4.2 Die Rote Armee Fraktion

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Studentenbewegung der späten 1960er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland und der anschließenden Entstehung linksrevolutionärer Terrororganisationen. Dabei wird analysiert, inwieweit die Radikalisierungsprozesse innerhalb der Studentenbewegung und die Reaktionen auf staatliche Gewalt als direkte Ursachen für den bewaffneten Kampf militanter Gruppen wie der RAF und der Bewegung 2. Juni betrachtet werden können.

  • Die Rolle des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) in der APO
  • Die Zäsur durch den 2. Juni 1967 und den Tod Benno Ohnesorgs
  • Die Eskalation der Gewaltdiskussion innerhalb der Studierendenschaft
  • Die Entstehung der Bewegung 2. Juni und der Roten Armee Fraktion
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der These einer direkten Kausalität zwischen 68er-Protest und Terrorismus

Auszug aus dem Buch

3.1 Gewalt gegen Sachen und Personen

Schon nach dem 2. Juni 1967 entwickelte sich unter den Studenten eine Dynamik, die von der bisherigen Grundidee des gewaltlosen Protests und zivilem Ungehorsam überging in die Rechtfertigung von Gewalt gegen Sachen. Wichtig war der Mehrzahl der Studenten hierbei jedoch weiterhin ihre ablehnende Haltung gegenüber Gewalt gegen Personen. SDS-Führer Rudi Dutschke fasste die Einstellung der Hochschüler in einem Fernsehfilm folgend zusammen: „Wir kennen nur einen Terror – das ist der Terror gegen unmenschliche Maschinerien. Die Rotationsmaschinerie von Springer in die Luft zu jagen und dabei keine Menschen zu vernichten, das scheint mir eine emanzipierende Tat.“

Diesen Grundsatz nahmen sich die Studenten am Tag nach dem Anschlag auf Rudi Dutschke an und demonstrierten zu Tausenden vor dem Springer-Gebäude in Westberlin. Sie forderten lautstark die Enteignung Springers und versuchten gewaltsam die Auslieferung der Springer-Presse zu verhindern – mit Molotow-Cocktails zündeten sie Auslieferungsfahrzeuge an. In diesen Tagen wurde der Höhepunkt der Studentenbewegung erreicht und markierte zugleich den Anfang ihres Endes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die ambivalente Wahrnehmung der 68er-Bewegung ein und umreißt die Forschungsfrage nach dem Einfluss der Studentenbewegung auf die Entstehung des linken Terrorismus.

2. Die Studentenbewegung: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Ursprünge der Bewegung, insbesondere die Frankfurter Schule, und die organisatorische Entwicklung des SDS bis zur Formierung der APO.

2.1 Der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS): Hier wird die Geschichte des SDS als kritischer Studentenverband und seine zunehmende Entfremdung von der SPD bis hin zur Etablierung als außerparlamentarische Opposition dargestellt.

2.2 Der 2. Juni 1967 – Wendepunkt in der Geschichte der Studentenbewegung: Das Kapitel schildert die Ereignisse während des Schah-Besuchs, die tödliche Polizeigewalt gegen Benno Ohnesorg und deren schockartige Wirkung auf die studentische Szene.

3. Die Gewaltfrage: Hier wird der Prozess der zunehmenden Akzeptanz von Gewalt als Antwort auf die als repressiv empfundene staatliche Ordnung innerhalb der Studentenbewegung analysiert.

3.1 Gewalt gegen Sachen und Personen: Das Kapitel verdeutlicht die theoretische Differenzierung innerhalb der APO zwischen symbolischer Sachbeschädigung und der strikten Ablehnung von Personengewalt.

4. Entstehung der linksrevolutionären, gewaltbereiten Organisationen: Es wird erläutert, wie sich aus der Zersplitterung der Studentenbewegung heraus erste militante Strukturen formierten, die die gewaltsame Konfrontation forcierten.

4.1 Die Bewegung 2. Juni: Dieses Kapitel beleuchtet den Ursprung dieser Organisation aus dem Milieu der Haschrebellen und ihre Selbstlegitimierung als Antwort auf den Tod von Benno Ohnesorg.

4.2 Die Rote Armee Fraktion: Die Analyse konzentriert sich hier auf die Entwicklung der Führungsköpfe wie Baader und Ensslin sowie deren Weg vom studentischen Aktivismus zum bewaffneten Stadtguerilla-Kampf.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Terrorgruppen zwar aus dem Milieu der 68er stammten, aber keineswegs als direkte oder allgemeine Repräsentanten der studentischen Bewegung gesehen werden können.

Schlüsselwörter

Studentenbewegung, 1968, APO, SDS, Rudi Dutschke, Gewaltfrage, Benno Ohnesorg, Rote Armee Fraktion, RAF, Bewegung 2. Juni, Militanz, Außerparlamentarische Opposition, Frankfurter Schule, Politische Radikalisierung, Terrorismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Verbindung zwischen der Studentenbewegung Ende der 1960er Jahre in der Bundesrepublik und der anschließenden Entstehung linksrevolutionärer Terrorgruppen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des SDS, die Eskalation durch polizeiliche Gewalt am 2. Juni 1967, die Debatten um den Einsatz von Gewalt und die Radikalisierung einzelner Gruppen hin zum Terrorismus.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob die Entstehung von Organisationen wie der RAF als direktes Resultat und zwangsläufige Konsequenz der Studentenproteste betrachtet werden kann oder ob hier eine differenziertere Trennung notwendig ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Aufarbeitung, die auf einer Literatur- und Quellenanalyse der historischen Ereignisse und zeitgenössischen Dokumente basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der studentischen Proteste, die Zäsur durch die Ereignisse vom 2. Juni, die theoretische sowie praktische Auseinandersetzung mit der Gewaltfrage und die Gründung der militant-terroristischen Organisationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen 1968, SDS, APO, Gewaltfrage, RAF, Bewegung 2. Juni, Radikalisierung und Politische Kultur.

Welche Bedeutung kommt dem 2. Juni 1967 für die Radikalisierung zu?

Der Tag markiert für die Arbeit einen Wendepunkt, da die tödliche Gewalt gegen Benno Ohnesorg bei vielen Studenten zu einem massiven Vertrauensverlust in den Rechtsstaat führte und die Schwelle zur Akzeptanz von militantem Widerstand senkte.

Wie bewertet der Autor das Verhältnis zwischen Dutschke und den späteren RAF-Mitgliedern?

Der Autor arbeitet heraus, dass es zwar gemeinsame Wurzeln in der APO gab, Dutschke jedoch strikt an der Ablehnung von Gewalt gegen Personen festhielt und die RAF-Politik als unvereinbar mit seiner sozialistischen Ethik verurteilte.

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Details

Title
Der Einfluss der Studentenbewegung Ende der 60er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland auf die Entstehung linksrevolutionärer Terrororganisationen
College
Free University of Berlin
Grade
1,3
Author
Marc Grezlikowski (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V129369
ISBN (eBook)
9783640358977
ISBN (Book)
9783640358908
Language
German
Tags
Einfluss Studentenbewegung Ende Jahre Bundesrepublik Deutschland Entstehung Terrororganisationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Grezlikowski (Author), 2008, Der Einfluss der Studentenbewegung Ende der 60er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland auf die Entstehung linksrevolutionärer Terrororganisationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129369
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