Die OMK birgt eine Reihe von Neuheiten in sich, die zu empirischen Erfolgen führt. Der Hauptansatz zur Verbesserung liegt meiner Meinung in den grundsätzlichen Problemen. Dabei lässt sich allerdings eine Frustrationsspirale eventuell leichter verhindern als der Einsatz politischen Kalküls. Dennoch kann man an den Rahmenbedingungen feilen. Innerhalb der OMK erwarte ich, dass das rekursive Model seinen Beitrag zum Lernen leistet. Dann würde die OMK eine wirkungsvollere Methode zur Bekämpfung der sozialen Exklusion in der EU darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Überblick
2. Entstehung der OMK
2.1. Beschluss der erstmaligen Anwendung der OMK
2.2. Start der Sozialagenda
3. Ablauf der OMK
4. Problem der Indikatorenfestlegung
5. Umsetzung der OMK
5.1. Stand der Umsetzung
5.2. Empirische Untersuchung
6. Die Erfolge der OMK
7. Schwierigkeiten der OMK
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die „Offene Methode der Koordinierung“ (OMK) als Instrument der europäischen Armutsbekämpfung. Ziel ist es, die historische Entwicklung, die methodische Funktionsweise sowie die praktischen Erfolge und Herausforderungen dieses politischen Steuerungsinstruments innerhalb der EU kritisch zu beleuchten.
- Historische Genese der OMK und Einbettung in die europäische Sozialpolitik
- Struktureller Ablauf und Steuerungsprozesse der Methode
- Herausforderungen bei der Definition und Messung von Armut und sozialer Ausgrenzung
- Empirische Untersuchung der Akteursnetzwerke und Koordinationseffekte
- Reflexion über Lernprozesse und Zielkonflikte bei der Umsetzung
Auszug aus dem Buch
3. Ablauf der OMK
Die OMK wurde vom Rat in Lissabon als vierstufiger Prozess definiert, wobei sich die letzte Stufe an die erste Stufe als durchgehender Prozess anschließt – daher die rekursive Darstellung. Ein Durchlauf dauert im Bereich von Armut und sozialer Ausgrenzung zwei Jahre (vgl. Bernhard 2005a, S. 44-45).
Am Beginn eines Durchlaufes stehen allgemein formulierte Leitlinien des Rates. Der Ausschuss für Sozialschutz legt diesen Indikatoren zugrunde, die richtungsweisend wirken und den Erfolg von nationalen Politiken und den gesamteuropäischen Fortschritt messen sollen. Die Umsetzung der Leitlinien in nationale und regionale Politik wird von den Mitgliedstaaten verantwortet – die Kommission erstellt lediglich „Outlines“ für die Nationalen Aktionspläne (NAP), die als Orientierung für die Formulierung der Agenda dienen sollen. Die NAP sollen ressortübergreifend über zwei Jahre konzipiert werden und auch Instrumente zur Messung der Wirksamkeit des nationalen Politikansatzes enthalten (vgl. Bernhard 2005a, S. 44).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Überblick: Einführung in das Thema der europäischen Armutspolitik und Vorstellung der OMK als zentrales Instrument der Untersuchung.
2. Entstehung der OMK: Historischer Rückblick auf die Entwicklung des Konzepts der sozialen Ausgrenzung und die Genese der OMK seit den 1980er Jahren.
3. Ablauf der OMK: Darstellung der vierstufigen, rekursiven Prozessstruktur und der Zusammenarbeit zwischen Rat, Kommission und Mitgliedstaaten.
4. Problem der Indikatorenfestlegung: Analyse der Schwierigkeiten bei der operationalen Definition von Armut und der Auswahl vergleichbarer Indikatoren.
5. Umsetzung der OMK: Dokumentation des Stands der nationalen Aktionspläne und Auswertung der empirischen Befunde zum Politiknetzwerk.
6. Die Erfolge der OMK: Diskussion der Lerneffekte und der strukturellen Verbesserungen durch die Teilnahme der Zivilgesellschaft.
7. Schwierigkeiten der OMK: Auseinandersetzung mit den Grenzen der Methode, wie der Frustrationsspirale und Konflikten zwischen Lernen und Sanktionierung.
Schlüsselwörter
Offene Methode der Koordinierung, OMK, Europäische Union, Armutsbekämpfung, Soziale Ausgrenzung, Sozialpolitik, Nationale Aktionspläne, Indikatoren, Politiknetzwerk, Lissabon-Strategie, Governance, Mehr Ebenen System, soziale Integration, Zivilgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die „Offene Methode der Koordinierung“ (OMK) als ein politisches Steuerungsinstrument der Europäischen Union zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der europäischen Sozialpolitik, den strukturellen Abläufen der OMK, den Herausforderungen bei der Definition sozialer Indikatoren und der Rolle verschiedener politischer Ebenen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Funktionsweise der OMK kritisch zu analysieren und zu bewerten, wie erfolgreich das Instrument bei der Harmonisierung nationaler Strategien gegen soziale Ausgrenzung ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Befunde, wie sie insbesondere von Bernhard (2005) beschrieben wurden, um die Prozessabläufe und Netzwerkeffekte zu untersuchen.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entstehung, den prozessualen Ablauf, die methodischen Probleme bei der Indikatorenwahl, die empirische Umsetzung und eine kritische Reflexion der Erfolge und Hindernisse.
Wodurch zeichnet sich die OMK laut der Arbeit besonders aus?
Sie zeichnet sich durch einen rekursiven, vierstufigen Prozess aus, der auf Wissensaustausch, kooperativem Lernen und der Abstimmung nationaler Politiken basiert, anstatt auf starre supranationale Regeln zu setzen.
Warum ist die Festlegung von Indikatoren so problematisch?
Da Armut und soziale Ausgrenzung multidimensionale Phänomene sind, fällt es schwer, europaweit vergleichbare und politisch akzeptierte Messgrößen zu finden, die gleichzeitig aussagekräftig sind.
Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft im Prozess?
Die Zivilgesellschaft agiert als Akteur, der durch Konsultationen und Monitoring am Prozess teilnimmt, ihre Positionen artikulieren kann und so einen Anreiz zur stärkeren Vernetzung bietet.
- Arbeit zitieren
- Stefan Wurm (Autor:in), 2007, Armutspolitik in der EU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129493