Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Orientalisme / Sinologie - Lettres, Langues et Civilisation Japonaises (LLCE Japonais)

Wandel des japanischen Heiratsverhaltens von der Moderne zur Gegenwart

Das feudale Haussystem im Gesellschaftskonflikt mit familiären Individualisierungsprozessen der Moderne

Titre: Wandel des japanischen Heiratsverhaltens von der Moderne zur Gegenwart

Dossier / Travail de Séminaire , 2009 , 38 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Daniel Lachmann (Auteur)

Orientalisme / Sinologie - Lettres, Langues et Civilisation Japonaises (LLCE Japonais)
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Bis heute bleibt die Ehe die Lebensform der überwältigenden Mehrheit der Japaner. Sie gleicht mittlerweile in wesentlichen Dingen der Ehe in den westlichen Industriestaaten. Sie produziert eine ähnlich rückläufige Kinderzahl und hat eine ähnlich steigende Scheidungsrate. Dieser Trend begann aber erst nach dem Ende Pazifikkrieg und der Abschaffung des Stammfamiliensystems durch die alliierte Besatzungsmacht. In der Moderne 1868-1945, haben sich Heirat und Ehe zunächst antizyklisch entwickelt. Die Familie stand stark im Spannungsfeld zwischen japanischer Tradition und westlicher Moderne, blieb aber stark von traditionellen, konservativen Wertvorstellungen beherrscht. Durch die Restauration des stammfamiliären Familiensystems, wurde die Familie im sich rasant nach westlichem Vorbild modernisierenden Japan, der Hort des Konservatismus.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung:

1. Die Vorbedingungen: Heirat und Ehe im feudalen Haussystem

2. Der Übergang in die Moderne: Heirat und Ehe im nationalstaatlichen Haussystem

3. Wandel des Heiratsalters und der Heiratshäufigkeit

4. Wandel von Heiratsmotiv und Funktion der Ehe

5. Wandel in der Eheanbahnung

6. Wandel von Heiratsritus und Hochzeitszeremonie

Zusammenfassung und Ausblick:

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel von Heirat und Ehe in Japan während der Modernisierungsphase zwischen 1868 und 1945. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, wie das feudale Haussystem unter dem Druck der nationalstaatlichen Ideologie und der durch die Moderne induzierten Individualisierungsprozesse den Heiratsmarkt sowie die Rollenverteilung in der Ehe beeinflusste.

  • Einfluss des stammfamiliären Haussystems auf Heiratsentscheidungen
  • Nationalstaatliche Standardisierung und gesetzliche Verankerung des Familienbildes
  • Entwicklung von Heiratsalter und Heiratshäufigkeit unter sozioökonomischen Aspekten
  • Wandel der Heiratsriten und der zunehmende Einfluss westlicher Konsumkultur
  • Konflikt zwischen traditioneller Familienpflicht und entstehender individueller Lebensplanung

Auszug aus dem Buch

6. Wandel von Heiratsritus und Hochzeitszeremonie

Gesetzlich reichte seit der Meiji-Zeit die Eintragung der Frau in das Hausregister des Mannes bei der lokalen Verwaltung, um einer Heirat Gültigkeit zu verleihen. Aber tatsächlich wurde die Eheschließung mit einer ganzen Folge von Zeremonien und Feiern vor der sozialen Bezugsgruppe vollzogen. Wie gesagt rückten Hochzeiten durch die oben beschriebenen Modernisierungsprozesse immer mehr in das Licht einer größeren Öffentlichkeit und unterlagen einem größeren gesellschaftlichen Erwartungsdruck, selbst auf dem Land.

Die sozialen Rituale die eine Hochzeit begleiteten, erhielten dadurch auf breiter Bevölkerungsebene eine Komplexität und Intensität die vorher nur die gesellschaftliche Oberschicht betrieb. Die Hochzeitszeremonie wurde vor allem auch, durch den intellektuellen Zusammenprall Japans mit dem Westen verändert. Der kirchlichen Trauungszeremonie des christlichen Abendlandes, wurde nun eine ‚traditionelle’ japanische Trauungszeremonie entgegengesetzt. Vorausgegangen war die Erhebung der vielfältigen lokalen Schreinkulte zum national vereinheitlichten Staatsshintôismus, eine kapitale Neuschaffung von Tradition, als Selbstbehauptung gegenüber dem Westen.

Durch diesen staatsreligiösen Rahmens, fand die shintôistische Trauung, die zuerst vom japanischen Kronprinzen im Jahr 1900 praktiziert wurde, rasche Verbreitung in der Bevölkerung. Im shintôistischen Hochzeitsritual wurden über lange Jahrhunderte kulturalisierte Verfahrensweisen der japanischen Trauung gebündelt und durch religiöse Segenssprechung und Glücksbeschwörungen des Shintô-Priester ergänzt. Daher ließ sich einfach der Eindruck von alter Tradition vermitteln. Die neue Qualtiät bestand aber darin, das Trauungen durch die staatsshintôistische Vereinnahmung, nun immer öfter im öffentlichen Raum der Schreinanlagen vollzogen wurde und nicht im privaten Raum der Häuser, wie es vorher Usus gewesen war.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umriss der Forschungsarbeit über den Wandel von Heirat und Ehe in Japan zwischen 1868 und 1945 unter Berücksichtigung des Einflusses der Stammfamilie.

1. Die Vorbedingungen: Heirat und Ehe im feudalen Haussystem: Erläuterung der sozio-kulturellen Grundlagen des Haussystems in der Tokugawa-Zeit und dessen Einfluss auf Heiratsallianzen.

2. Der Übergang in die Moderne: Heirat und Ehe im nationalstaatlichen Haussystem: Analyse der staatlichen Vereinnahmung des Haussystems zur nationalen Ideologie und die Folgen der Zivilgesetzgebung.

3. Wandel des Heiratsalters und der Heiratshäufigkeit: Statistische Untersuchung der Entwicklung von Heiratsalter und Geburtenraten im Kontext von Industrialisierung und Wehrpflicht.

4. Wandel von Heiratsmotiv und Funktion der Ehe: Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen der sozialen Pflicht zur Reproduktion und aufkommenden individuellen Freiheitsbestrebungen.

5. Wandel in der Eheanbahnung: Beschreibung der strukturellen Veränderungen bei der Eheanbahnung vom ländlichen "Freien" hin zur institutionalisierten Heiratsvermittlung.

6. Wandel von Heiratsritus und Hochzeitszeremonie: Analyse der Kommerzialisierung und Ritualisierung der Hochzeit als öffentliches Ereignis unter dem Druck der Moderne.

Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der statistischen und soziologischen Erkenntnisse über die Transformation der Eheform bis 1945.

Schlüsselwörter

Japanische Moderne, Haussystem, Stammfamilie, Heiratsverhalten, Heiratsanbahnung, Hochzeitsritus, Meiji-Staat, Demografischer Wandel, Konfuzianismus, Ehe, Individualisierung, Geburtenrate, Scheidungsrate, Heiratsvermittlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen Wandel von Heiratsmustern und Eheformen in Japan im Zeitraum von 1868 bis 1945, wobei der Schwerpunkt auf dem Einfluss des feudalen Haussystems liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die staatliche Familienpolitik, das konfuzianisch geprägte Haussystem, der Wandel von Heiratsanbahnungen und die soziokulturelle Anpassung an westliche Einflüsse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das traditionelle Haussystem trotz gesellschaftlicher Modernisierungs- und Individualisierungsprozesse das Heiratsverhalten nachhaltig prägte und reglementierte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine historiographische und sozialwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Auswertung von Sekundärliteratur sowie statistischen Daten der japanischen Regierung basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet detailliert die Vorbedingungen im feudalen Japan, die rechtliche Transformation, statistische Trends, Heiratsmotive und die rituelle Ausgestaltung der Hochzeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Haussystem, japanische Moderne, Heiratsanbahnung, Heiratsrate und Familienpolitik charakterisiert.

Welche Rolle spielte die Mitgift im Haussystem?

Die Mitgift war kein persönlicher Besitz der Braut, sondern diente als Pfand und Beitrag des Frauenhauses zur Eheschließung, wobei ihre Bedeutung im Laufe der Zeit durch ökonomische Faktoren wandelte.

Wie veränderte sich die Bedeutung der "Liebesehe" in diesem Zeitraum?

Obwohl die Ehe primär als kollektive Pflicht für das Überleben der Stammfamilie galt, bildeten sich insbesondere ab der Jahrhundertwende erste Ansätze für Liebesheiraten als Ausdruck individueller Freiheit.

Fin de l'extrait de 38 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Wandel des japanischen Heiratsverhaltens von der Moderne zur Gegenwart
Sous-titre
Das feudale Haussystem im Gesellschaftskonflikt mit familiären Individualisierungsprozessen der Moderne
Université
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Geschichte der Medizin)
Cours
Hauptseminar Liebe Heirat Sexualität
Note
2,0
Auteur
Daniel Lachmann (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
38
N° de catalogue
V129522
ISBN (ebook)
9783640425495
ISBN (Livre)
9783640425365
Langue
allemand
mots-clé
Heirat Japan Ehe Japan Gesellschaftswandel Japan
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Daniel Lachmann (Auteur), 2009, Wandel des japanischen Heiratsverhaltens von der Moderne zur Gegenwart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129522
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  38  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint