Unterrichtsstunde: Die Bedeutung des "Environments" für Anne Frank


Unterrichtsentwurf, 2009
10 Seiten

Leseprobe

Stundenentwurf

Jannina Gaidell

xxx-Gymnasium

Klasse 9b

1. Stunde: 7.35 Uhr bis 8.20 Uhr, Mittwoch, den 20.5.2009

1. Thema der Unterrichtseinheit

Das Tagebuch der Anne Frank

2. Thema der Unterrichtsstunde

Die Bedeutung des „Environments“ für Anne Frank

3. Klassensituation

Die Klasse 9b besteht aus 8 Schülerinnen und 19 Schülern. Die Klasse hat drei Stunden Deutsch pro Woche, wobei die 1. und 2. Stunde am Dienstag in Form einer Doppelstunde stattfinden. Die 3. Stunde findet normalerweise freitags in der 4. Stunde statt.

Ich habe die Einheit in Absprache mit Herrn F., dem betreuenden Lehrer, begonnen und die Klasse bislang neun Stunden unterrichtet.

Im Unterricht wirkt die Gesamtgruppe bisher recht interessiert, motiviert und diszipliniert. Die Beteiligung kam anfangs beinahe ausschließlich von Seiten der Jungs, da die Mädchen außerordentlich schüchtern zu sein scheinen; in den letzten Stunden beteiligen sich einige jedoch reger am Unterrichtsgeschehen Die Jungen teilten mir zu Beginn mit, dass sie Probleme beim Zugang zum Tagebuch hätten, was sich vor allem aus der Sicht der Protagonistin, eines 13- bis 15-jährigen Mädchens und ihrer Art, vor allem auch über Intimes zu schreiben, ergibt.

Probleme sind bisher keine aufgetreten, die Unterrichtsatmosphäre ist entspannt und konzentriert.

Sachanalyse

Das Tagebuch der Anne Frank ist ein Werk der Weltliteratur. Die Jüdin Anne Frank führte es zwischen ihrem 14. und 16. Lebensjahr vom 12. Juni 1942 bis zum 1. August 1944, anfänglich in der Wohnung am Merwedeplein, den größten Teil aber im Hinterhaus des Gebäudes Prinsengracht 263 in Amsterdam. Dort versteckte sie sich zwei Jahre lang mit Familienangehörigen und Bekannten vor den Nationalsozialisten, um der Deportation und Ermordung zu entgehen.

Nach Anne Franks Tod im KZ Bergen-Belsen veröffentlichte ihr Vater Otto Heinrich Frank die Aufzeichnungen. Sie wurden in 55 Sprachen übersetzt und machten die Autorin zu einem der bekanntesten Opfer des Holocaust.

Zu ihrem 13. Geburtstag erhält Anne Frank am 12. Juni 1942 das kleine Tagebuch, welches sie ihrem Vater einige Tage zuvor in einem Schaufenster gezeigt hat. Nach einer kurzen Einleitung beginnt sie mit den ersten Einträgen, in denen sie sich selbst, ihre Familie, Freunde und ihren Schulalltag beschreibt. Neben diesen Bemerkungen über ihr privates Leben äußert sie sich – mehr oder weniger nebenbei – auch zu den Veränderungen, die den in die Niederlande geflohenen deutschen Juden das Leben zunehmend erschweren. Besondere Bedeutung erlangt das Tagebuch ab dem 6. Juli 1942, dem Tag, an dem sich die Familie Frank in das Hinterhaus in der Prinsengracht 263 zurückzieht, wo Otto Frank zuvor die niederländische Niederlassung der Firma Opekta geleitet hat. Je länger der Aufenthalt im Versteck dauert, desto angespannter wird die Situation. Die Langeweile des Alltags und die Einschränkungen verursachen immer intensivere Konflikte untereinander. Für Anne entwickelt sich das Tagebuch mehr und mehr zu einem Medium, dem sie all ihre Ängste und Hoffnungen anvertrauen kann, zu ihrer wichtigsten Begleitung in der schweren Zeit. Zunächst schreibt Anne über diverse Erlebnisse in ihrem ungewöhnlichen Alltag, die Enge des Verstecks, oder die Konflikte mit den Mitbewohnern. Sie fühlt sich oft missverstanden, wenn die anderen sie als vorlaut und unbescheiden kritisieren. In der überarbeiteten Einleitung bringt sie ihren Wunsch nach einem wahren Freund zum Ausdruck, einer Person, der sie ihre intimsten Gedanken und Gefühle anvertrauen könne. Mit der Zeit wurden ihre Tagebucheinträge komplexer, und sie äußert sich auch zu abstrakten und schwierigen Themen, wie zum Beispiel dem Glauben an Gott. Sie schreibt von ihren Bestrebungen, einmal als Schriftstellerin berühmt zu werden.

Anne beginnt ihr Tagebuch als privaten Ausdruck ihrer Gedanken und Gefühle, die keiner lesen darf, wie sie mehrmals betont. Am 29. März 1944 ändert sie ihren Plan jedoch. Im Radio hört sie, wie Gerrit Bolkenstein, Minister für Bildung, Kunst und Wissenschaft der niederländischen Exilregierung, davon spricht, dass er nach Ende des Krieges eine öffentliche Dokumentation über die Unterdrückung der Niederländer unter deutscher Besatzung produzieren wolle. Zu diesem Zweck solle möglichst viel alltägliches Material – Briefe, Tagebücher etc. – beitragen. Anne gefällt diese Idee, und sie bereitet ihr Tagebuch für eine Veröffentlichung vor. Im Mai beginnt sie, ihre Einträge zu überarbeiten. Sie entfernt und verändert einige Abschnitte, die ihrer Meinung nach uninteressant oder zu intim für die Öffentlichkeit sind. Außerdem adressiert sie nun alle Einträge einheitlich an ihre imaginäre Freundin Kitty.

Um die Anonymität der Beteiligten zu wahren, denkt sich Anne für alle Bewohner des Hinterhauses Pseudonyme aus. So wird aus der Familie van Pels die Familie van Daan, und Fritz Pfeffer nennt sie Albert Dussel. Für ihre eigene Familie plant sie auch Pseudonyme , die jedoch später keine Verwendung fanden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Die Bedeutung des "Environments" für Anne Frank
Autor
Jahr
2009
Seiten
10
Katalognummer
V129525
ISBN (eBook)
9783640377879
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsstunde, Bedeutung, Environments, Anne, Frank
Arbeit zitieren
Jannina Gaidell (Autor), 2009, Unterrichtsstunde: Die Bedeutung des "Environments" für Anne Frank, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129525

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