Plagiate - Ein ständiges Problem an Universitäten


Hausarbeit, 2009
9 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Plagiate - Ein ständiges Problem an Universitäten
2.1. Definition: Plagiat
2.2. Verhinderung des Plagiatsverdachts
2.3. Plagiatvarianten

3. Konsequenzen und Möglichkeiten der Aufdeckung
3.1. Konsequenzen für Plagiaristen
3.2 Vom Aufspüren der Plagiate

4. Resümee

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Als ein deutscher Mathematiker in den 1980er Jahren seine Habilitation größtenteils aus einer sowjetischen Schrift übersetzte und übernahm, hatte er wohl nicht damit gerechnet, dass er viele Jahre später, als er schon längst als Hochschullehrer im Amt war, als Betrüger entlarvt und ihm seine Lehrbefugnis vom Wissenschaftsministeriums entzogen werden würde. Auch eine Klage gegen das Land konnte ihm nicht helfen. Sein studentischer Leichtsinn setzte seiner Karriere als Dozent ein Ende.[1]

Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie gravierend es sein kann, wenn man beim Plagiarismus überführt wird. In der heutigen Zeit kommt es immer öfter dazu, dass Plagiate angefertigt werden und sich die angeblichen Urheber bereichern können. Sei es an Ruhm, Einfluss oder Geld. Auch ein weiterer Schritt auf der Karrierelaufbahn ist ein Motiv, das dazu reizt, ein Plagiat zu verfassen. Insbesondere an Universitäten glaubt man mit Plagiaten schneller ans Ziel zu gelangen und verliert die möglichen Konsequenzen aus dem Blickfeld. Frau Dr. Weber-Wulff geht von einer Plagiatsrate von etwa 30% aus.[2]

Zunächst muss geklärt werden, was ein Plagiat ist und welche Merkmale ein Text aufweisen muss, um als Plagiat zu gelten. Ferner darf die rechtliche Seite nicht ausgelassen werden. Daher wird ein kleiner Einblick in das Urheberrechtsgesetz geworfen, um so die fälschliche Annahme zu verwerfen, dass ein Plagiat nur ein kleines Delikt sei. Ausschlaggebend für die Bestrafung ist unter anderem das Ausmaß der Text- bzw. Werkübernahme, daher wird zwischen acht Varianten differenziert. Es folgen knappe Definitionen der Plagiatvarianten.

Im Vordergrund dieser Hausarbeit sollen die Plagiatsfälle an Universitäten stehen.

Außerdem wird darauf eingegangen, welche Konsequenzen die Aufdeckung eines Plagiats mit sich bringt. Die von Dr. Debora Weber-Wulff vermutete Quote an Plagiaten und die Gewissheit der Dozenten über die neuen Möglichkeiten diese zu erschaffen, lenken das Augenmerk der Lehrenden auf bestimmte Indizien, um Plagiate als solche zu identifizieren. Die Entwicklung von Programmen zum Aufspüren von Plagiaten sind den Dozenten dabei eine große Hilfe, die hier kurz genannt werden sollen.

Die Hausarbeit schließt damit ab, Klarheit über die Plagiatsanfertigung und dessen Konsequenzen zu verschaffen.

2. Das Plagiat – Ein ständiges Problem an Universitäten

2.1. Definition: Plagiat

Meyers Lexikon Online definiert ein Plagiat als „geistige[n] Diebstahl, teilweise oder vollständige Übernahme eines fremden literarischen, musikalischen oder bildnerischen Werkes unter Vorgabe eigener Urheberschaft“[3]. Es handelt sich also um Werke, die unrechtmäßig mit fremder Urheberschaft versehen werden. Man könnte es auch den Diebstahl von Geistesgut nennen.

2.2. Verhinderung des Plagiatsverdachts

Wie viele Zitate sind erlaubt? Handelt es sich um ein Plagiat, wenn ein Text vollständig zitiert wird? Feststeht, dass es sich schon bei einem einzigen ungekenntzeichnetem Zitat um Plagiarismus handelt, was aber im Einzelfall abgewägt werden muss. Es bestehen allgemeine Konventionen, die bei wissenschaftlichen Arbeiten zu beachten sind. Oft findet man auf den Internetportalen der Institute, für die man eine wissenschaftliche Arbeit verfasst, einen Richtlinienkatalog. Wesentlich ist die richtige Zitation, die einen Plagiatsverdacht verhindern kann. Je nach dem, um welche Art der Quelle es sich handelt, muss eine bestimmte Zitation angewendet werden, um eigenes Gedankengut von fremdem bzw. übernommenem Gedankengut zu unterscheiden.

Zu viele Zitate machen einen Text allerdings nicht unbedingt zu einer guten Arbeit, auch wenn sie korrekt zitiert wurden und man in den Fußnoten ihre Herkunft nachlesen kann. Im Vordergrund einer wissenschaftlichen Arbeit sollte die eigene Auseinandersetzung mit einem Sachverhalt stehen, was andere Autoren über dasselbe Thema sagen, kann und soll man heranziehen, aber nicht unkommentiert lassen.

Im Urheberrechtsgesetzt ist die Tatsache, dass ein Werk als Grundlage für ein neues dient, wie folgt geregelt: „Ein selbständiges Werk, das in freier Benutzung des Werkes eines anderen geschaffen worden ist, darf ohne Zustimmung des Urhebers des benutzten Werkes veröffentlicht und verwertet werden.“[4] Ein unbedingtes Einhalten dieses Paragraphen ist von Nöten, um die eigene Arbeit auch als solche bezeichnen zu dürfen. Große Beachtung gilt hier dem Wort selbstständig: Es muss zu erkennen sein, dass es sich nicht um eine Abkupferung handelt. Beachtet man diese Richtlinien, läuft man nicht in Gefahr, dass man unter Plagiatsverdacht gerät.

2.3. Plagiatvarianten

Plagiate können in unterschiedlichen Variationen angefertigt werden. Die Kriterien der Unterscheidung sind die Art und die Menge des übernommenen Gedankenguts bzw. der Merkmale eines Werkes. Man unterscheidet acht Varianten: das Totalplagiat, das Übersetzungsplagiat, das Teilplagiat, das Ideenplagiat, das altruistische Plagiat, das Autoplagiat sowie das Verbal- und Bildplagiat. Im Folgenden sollen diese Plagiatvarianten näher beschrieben werden:

Das Totalplagiat – der Name spricht bereits für sich – zeichnet sich dadurch aus, dass eine vollkommen und unveränderte Übernahme des Textes stattgefunden hat. Auch wenn sich ein solches Plagiat gut nachweisen lässt, sind die bisher aufgedeckten Fälle eher zufällig enttarnt worden.[5]

Übersetzt man ein Werk aus einer anderen Sprache in die eigene, gestaltet sich das Entlarven als Plagiat schwierig. Man spricht von einem Übersetzungsplagiat. Die Intensivierung von internationalen Kontakten zwischen Wissenschaftlern und die Entwicklung von Übersetzungsprogrammen bieten bessere Möglichkeiten der Verhinderung.[6]

Das wohl am häufigsten vorkommende Plagiat ist das Teilplagiat. Eine Mischung aus eigenen Gedanken und aus fremden Texten ohne die Angabe einer Quelle. Treffend bezeichnet der Österreicher Gerhard Fröhlich das Teilplagiat auch als „wissenschaftliches Cuvée“[7].

Um ein Ideenplagiat handelt es sich dann, wenn es zur „bloßen Übernahme der ‚Substanz’ ohne Würdigung des Urhebers“[8] kommt. Leider ist diese Variante nur schwer nachzuweisen. Wer der Urheber der Idee ist, lässt sich nur schwer beweisen, wenn es zur beinahe gleichzeitigen Veröffentlichung des Werkes kommt.

Ein altruistisches Plagiat ist kein Plagiat im eigentlichen Sinne. Es ist eine Art Umkehrung. Hier wird ein Text verfasst und unter falschen Namen veröffentlicht.[9] Diese Verfasser sind aber nicht automatisch Ghostwriter, auch wenn diese Assoziation nahe liegt. Die Grenze zwischen Verfassern altruistischer Plagiate und Ghostwritern verlaufen ineinander. Ghostwriter schreiben im Auftrag anderer Personen, die ihren Namen schließlich unter das Werk des Ghostwriters setzen.

[...]


[1] Vgl. Gerhard Fröhlich: Plagiate und unethische Autorenschriften. In: Informationen – Wissenschaft & Praxis. Ausgabe 57 (2006), 2, S. 82.

[2] Vgl. Dr. Debora Weber-Wulff: Schummeln mit dem Internet. In: c’t – Magazin für Computertechnik, Ausgabe 1 (2002), S.64-69.

[3] http://lexikon.meyers.de/wissen/Plagiat+(Sachartikel) (12.02.09).

[4] http://bundesrecht.juris.de/urhg/__24.html (15.02.09).

[5] Vgl. Gerhard Fröhlich: Plagiate und unethische Autorenschriften. In: Informationen – Wissenschaft & Praxis. Ausgabe 57 (2006), 2, S. 81.

[6] Vgl. ebd.

[7] ebd.

[8] ebd., S. 82

[9] Vgl. ebd.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Plagiate - Ein ständiges Problem an Universitäten
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Deutsches Seminar)
Veranstaltung
Seminar "Arbeitstechniken Literaturwissenschaft"
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
9
Katalognummer
V129547
ISBN (eBook)
9783640380107
ISBN (Buch)
9783640380244
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Plagiate, Problem, Universitäten, Thema Plagiat
Arbeit zitieren
Alexandra Krüger (Autor), 2009, Plagiate - Ein ständiges Problem an Universitäten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129547

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