In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Perspektive und Erzählstruktur im Shojo-Manga anhand des Beispiels Lady Oscar. Dabei analysiere ich unter anderem ausgewählte Stellen und biete auch einen allgemeineren Ausblick.
Der Shojo-Manga etablierte sich als eigenständige Gattung in den fünfziger Jahren. Es gab vorher bereits diverse Mädchenzeitschriften, die auch Mangas enthielten, jedoch schaffte Tezuka Osamu 1953 mit der Publikation seines Shojo-Mangas Der Ritter mit der Schleife den endgültigen Durchbruch. Daraufhin erschienen viele Publikationen, die sich mit den typischen Themen beschäftigten: Die Darstellung des Umgangs mit inneren Konflikten, die meist aus der erwachenden Sexualität resultiert, also Homosexualität, Pubertät, Sehnsüchte, Wünsche, Freundschaften, Beziehungen zwischen Mädchen.
Inhaltsverzeichnis
1. Kurze Einführung
2. Erzählperspektive
Allwissender/ auktorialer Erzähler
Figurenrede - Dialoge und Monologe
Mischform von auktorialem Erzähler und Figurenrede
3. Sprache
4. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erzählstrukturen und die sprachliche Gestaltung des Shojo-Mangas "Lady Oscar – Die Rosen von Versailles" von Riyoko Ikeda. Das Ziel ist es, die Funktionen der Erzählperspektiven, der Figurenrede sowie der sprachlichen Nuancen aufzuzeigen, die maßgeblich zur Charakterisierung der Figuren und zur Vermittlung historischer Hintergründe beitragen.
- Analyse der Erzählperspektiven im Shojo-Manga
- Untersuchung der Funktion von Dialogen und Monologen
- Bedeutung von Sprachstilen zur Charakterisierung und Authentizität
- Integration historischer Fakten in das narrative Gefüge
- Einfluss der Gestaltung auf das emotionale Lesererlebnis
Auszug aus dem Buch
Monologe- Gedankenwiedergabe
Diese Art der Figurenrede ist äusserst häufig im Manga anzutreffen. Es handelt sich hierbei um Monologe, beziehungsweise direkte Widergabe der Gedankenströme der einzelnen Figuren. Da Lady Oscar ein Prachtbeispiel für den Shojo-Manga darstellt, ist diese Form sehr wichtig: Der Leser erhält die Möglichkeit, an den Emotionen und Gedanken der jeweiligen Figur, die sich äussert, teilzunehmen. Dies trägt dazu bei, dass direkt an die Emotionen der Leser apelliert wird, und diese sich involviert fühlen, um somit die Situation der monologisierenden Figur selbst nachempfinden zu können.
Nicht nur die Gefühlswelt der Leser wird angesprochen, sondern haben diese die Möglichkeit, die Problematik, in der die reflexierende Figur sich befindet, selber zu überdenken und abzuwägen, um zu eigenen Schlüssen zu gelangen. Dadurch erhält die Leserschaft unausweichlich eine Auswahl an vielen Identifikationsangeboten: Durch die Monologe wird die Distanz zu den Figuren immer mehr aufgehoben, und man fühlt sich ihnen näher.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kurze Einführung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entwicklung des Shojo-Mangas als Gattung und führt in die Handlung sowie die thematische Komplexität von Riyoko Ikedas "Lady Oscar" ein.
2. Erzählperspektive: Es wird analysiert, wie der auktoriale Erzähler, verschiedene Formen der Figurenrede und deren Mischformen gezielt eingesetzt werden, um Historizität und emotionale Nähe zu erzeugen.
3. Sprache: Das Kapitel befasst sich mit der Wortwahl und dem Sprachstil des Mangas, wobei besonders die Verwendung französischer Begriffe und verschiedener Sprechstile zur Authentizität und Charakterisierung beleuchtet werden.
4. Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung würdigt die anhaltende Popularität des Werkes und verweist auf die vielfältige mediale Rezeption durch Anime, Theater und Spielfilm.
Schlüsselwörter
Shojo-Manga, Lady Oscar, Riyoko Ikeda, Erzählperspektive, Figurenrede, Auktorialer Erzähler, Monologe, Dialoge, Sprachstil, Identifikationsangebote, Französische Revolution, Historische Authentizität, Gefühlswelt, Charakterisierung, Soundwords
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die narrativen und sprachlichen Mittel im Shojo-Manga "Lady Oscar – Die Rosen von Versailles" und untersucht, wie diese zur erzählerischen Wirkung beitragen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Erzählperspektiven, die Gestaltung von Dialogen und Monologen sowie die spezifische Wortwahl und der Sprachstil innerhalb des Mangas.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Untersuchung der komplexen Erzählstruktur und deren Einfluss auf die Charakterisierung der Figuren sowie die Vermittlung historischer Kontexte im Shojo-Manga.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine textanalytische Methode, um anhand der ersten drei Bände des Mangas die verschiedenen Erzählweisen und stilistischen Elemente zu erläutern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Erzählperspektiven (allwissender Erzähler, Figurenrede) sowie eine detaillierte Untersuchung der sprachlichen Gestaltung, inklusive Soundwords und Sprechstilen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Shojo-Manga, Erzählperspektive, Figurenrede, Identifikation, historische Authentizität und emotionaler Ausdruck.
Welche besondere Funktion haben die Blockkästen im Manga?
Die Blockkästen fungieren als Instrument des auktorialen Erzählers, um historische Fakten zu vermitteln und dem Manga eine kultur-historische Nuance sowie Authentizität zu verleihen.
Wie unterscheidet sich die Sprache der Figuren?
Die Sprache variiert je nach sozialem Status (Adel vs. Volk) und Situation, wobei der Adel eine formelle, höfische Sprache verwendet und die Figuren ihre Emotionen durch spezifische Wortfelder ausdrücken.
- Quote paper
- Valentina L´Abbate (Author), 2007, Perspektive und Erzählstruktur im Shojo-Manga am Beispiel von Lady Oscar, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129601